@boese, @pictorus @ alle die sich genervt fühlen.
Es tut mir schon sehr leid feststellen zu müssen, dass für Euch dieses essenzielle und existenzielle Problem nicht zu verdrängen ist.
Sonst hättet ihr kaum so reagiert.
Aber ich kann es Euch nachfühlen, nur dass mit dem Unterschied zur Aktion Vogelgrippe jetzt jedes Mal beim Blick auf die Zapfsäule, bei der Heizölrechnung, ja sogar beim Einkauf ein nicht genau lokalisierbares Grummeln im Körper hochsteigt, das sehr wohl meine und ganz sicher auch Eure Befindlichkeiten und diese gar mächtig stört.
Die Ursache ist allgegenwärtig.
Ich erlaube mir deshalb weiterhin punktuell in Widersprüchen zu bohren und die aufgerissenen Löcher mit meinen Argumenten füllen, wohl wissend, mich auch irren zu können.
Ich verlangen natürlich nicht, dass irgendwer meinen Argumenten folgt.
Aber so lange @Elektron es mir gestattet, gedenke ich den einen oder anderen Einwurf hier zu tätigen.
*****
Nach Karl Popper gilt bei fortbestehenden Zweifeln eine Theorie als nicht bewiesen.
Für den Fortschritt ist alleine wichtig, ob die kritische Überprüfung von den der Wahrheit am nächsten liegenden Theorien bestanden wird.
Es ist Sache der Wissenschaftler ihre eigenen Theorien zu widerlegen bzw. mit Ziel führenden Experimenten die entscheidenden Theorien herauszufiltern. Dies gilt auch und wegen der essenziellen Bedeutung für den Fortbestand der Menschheit im Besonderen für die Klimaforschung.
Die Kollegen der beteiligten eingangs benannten Institute haben sich strikt an diesen modernen philosophischen Ansatz gehalten.
Die Herren Professoren Dr. Heinrich Miller und Dr. Peter Lempke sind die Chefs vom des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Sie und ihr Institut waren neben anderen bei der Erstellung des „Climate change 2007: The Physical Science Basis“, bekannt als 4. IPCC-Bericht, maßgeblich beteiligt.
Professor Dr. Heinrich Miller ist der stellvertretende Direktor der Forschungseinrichtung und beschäftigt sich als Geophysiker mit Klimarekonstruktion und Eisdynamik.
In einem Interwiev am 31.01.2007 mit Dr. Susanne Diederich von Radio Bremen stellt er unter anderem fest:
…Die besten Modelle helfen nicht, wenn nicht gleichzeitig auch verlässliche Prognosen für die Entwicklung der durch den Menschen verursachten Veränderungen in der Umwelt existieren. Denn das, was das naturwissenschaftliche Modell ergibt, hängt davon ab, welche Daten eingespeist werden, also wie viel CO 2, wie viel Methan usw. das Klima beeinflussen werden. Und dann kommt natürlich dazu, dass ja auch das natürliche Klimasystem ohne menschlichen Einfluss Schwankungen unterworfen ist. Und es ist ein komplizierter Prozess, menschliche und natürliche Einflüsse gegeneinander abzuwägen…
Auf diese sehr wichtige Aussage komme ich noch mal zurück.
Das vollständiges Interview ist unter
diesem Link abrufbar.
Der „Climate change 2007: The Physical Science Basis“
findet sich hier als offizielle deutsche Version mit der Zusammenfassung der Ergebnisse für Entscheider.
Dort bitte bis
Translations into non-UN languages und
German/Deutsch herunterscrollen.
Das dieses Ergebnis für die Politiker (damit sind die Entscheider gemeint) rund gefeilt und politisch abgestimmt ist hatte ich früher schon mal beleuchtet. (Forum Suche: IPCC und Don Carlos). Bei dieser Version des Berichtes handelt es sich um den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf dessen Basis die politischen Entscheidungen gefällt werden und ist somit für auch für meine Argumentation hervorragend geeignet.
Das Original des Berichtes hat über 5.000 Seiten und ich vermute, dass es NIE jemand lesen wird jedoch regelmäßig darauf Bezug genommen wird!
(Das muss man sich mal verinnerlichen: 10 Stapel Druckerpapier – ich traue mich deshalb zu behaupten, dort mein Testament versteckt zu haben).Im Teil 1 - Klimaänderung 2007: Wissenschaftliche Grundlagen findet sich auf Seite 6 die ABBILDUNG SPM.3.

Interessant ist hier der obere Teil (a) Beobachtete Änderungen der mittleren globalen Erdoberflächentemperatur.
Der von @superhaase angezeigte „Ausreißer“ nach oben im Jahre 1998 ist bei den Jahreskreisen gut erkennbar, weil außerhalb des Unsicherheitsbereiches der Werte der jeweils letzten 10 Jahre liegend. Gut erkennbar ist aber auch, dass es auch in den fünfziger Jahren, eigentlich aber schon immer auch mal niedrigere Werte als im letzten Jahr gab.
Neu ist, dass die Abweichung vom geglätteten 10jährigen Mittel erstmalig so groß ist!
Man möge sich das Bild ausdrucken und die von den Instituten ermittelten Werte eintragen (HadCRUT -0,595; GISS -0,750; UAH -0,588; RSS -0,629 jeweils in °C) und meinetwegen die Werte der letzten zehn Jahre hinzuziehen, die Daten ergänzen und die Kurve fortschreiben.
Ich habe das dargestellte Bild manipuliert, in dem ich den Mittelwert der vier Ergebnisse von 0,6405 °C rot eingetragen habe.
Man muss nun schon Tomaten auf den Augen haben und ein unerträglich Maß von Ignoranz mit sich herumschleppen um negieren zu können, dass es so etwas noch nie gab und folglich die Ursachen für derartige Auswirkung gravierend sein müssen!
Nichts anders ist den Wissenschaftlern der Institute aufgefallen.
Nichts anderes haben sie bisher geäußert
Nichts anderes habe ich kommentiert.
Nimmt man nun dieses Ergebnis und betrachtet dazu noch die untere Hälfte der ABBILDUNG SPM.4 auf Seite 11 mit den abgeleiteten Prognosen wird man feststellen müssen, dass diese im Vergleich mit der Realität nunmehr vorne und hinten nicht stimmen können.
Hier der von mir „manipulierte“ Bildausschnitt:

Auf Seite 10 des Dokumentes wird unter der Überschrift
Verständnis und Zuordnung des Klimasystems als
sehr wahrscheinlich hervorgehoben, dass der größte Teil des beobachteten Anstiegs der mittleren globalen Temperatur seit Mitte des 20. Jahrhunderts durch den durch den gleichzeitig zu beobachteten Anstieg der anthropogenen Treibhausgaskonzentrationen verursacht ist.
Die ursprügliche Schlussfolgerung des 3. Sachstandsbericht des IPCC, wonach der größte Teil der beobachteten Erwärmung in den letzten 50 Jahren wahrscheinlich durch die Zunahme der Treibhausgaskonzentrationen verursacht ist, wurde nun im neuen Bericht gleich um reichliches ein Drittel verschärft.
Zum besseren Verständnis füge ich hier
eine kurze Definition der Begriffe
zur Angabe der bewerteten Wahrscheinlichkeit
eines Ausgangs oder Resultats ein:
Praktisch sicher > mit 99%
Wahrscheinlichkeit zutreffend oder eintretend / Extrem wahrscheinlich > 95%
Sehr wahrscheinlich > 90%
Wahrscheinlich > 66%
Eher wahrscheinlich > 50%
Unwahrscheinlich < 33%
Sehr unwahrscheinlich < 10%
Extrem unwahrscheinlich < 5%Das heißt also, mit einer Sicherheit von größer 90 % geht das IPCC-Dokument im Jahre 2007 von einer Attribution der Temperaturerhöhung allein durch Treibhausgase aus.
Die verbleibenden 10 % müssen sich folglich auf alle anderen Verursacher verteilen.
Normalerweise hätte mit der im Dokument angegebenen Sicherheit bei gegebener anthropogener CO2-Emmission die globale Temperatur steigen müssen. D. h., wenn die Globaltemperatur den Vorgaben des 4. IPCC-Berichtes folgen würde, kann sie immer nur innerhalb oder in der Nähe des blauen Unsicherheitsbereiches der Kurve liegen.
Selbst unter den Bedingungen des 3. Sachstandsberichtes (50% anthropogenes CO2) dürfte sich dies nicht ändern – bestenfalls mit Ausreißern nach oben, aber mit keinen oder nur kleinen signifikanten Abweichungen nach unten.
Dies ist eine mathematisch vorgegebene Bedingung, wenn der mit 90% Sicherheit der Trend der mittleren Globaltemperatur bei konstanten oder steigenden CO2-Konzentrationen bestehen bleiben soll.
Genauso ist es auch auf Seite 11 in Abbildung SPM.4 vorgesehen, wo die beobachteten Änderungen der Erdoberflächentemperatur auf kontinentaler und globaler Skala mit den von Klimamodellen auf Grund natürlicher und anthropogener Antriebe berechneten Resultaten verglichen werden.
Das Ergebnis passt selbst dann nicht mehr, wenn man ausnahmsweise den anthropogenen Anteil zu Gunsten des natürlichen massiv reduziert.
Das hätte aber zur Folge
[Satire ON], dass das vorliegende Modell des menschengemachten Klimawandels kippt, was ja nun wirklich niemand wollen kann.[Satire OFF]Wenn es nun die tatsächlich die Korrelation der Temperatur mit der CO2-Konzentration der Luft gäbe, passt aber der aktuell ermittelte Wert unmöglich, denn so schnell ändern sich die Verhältnisse auf der Erde nicht. Da der Wert aber gemessen und somit echt ist, darf ohne weiteres auf die Wirksamkeit mindestens einer unberücksichtigten oder falsch gewichteten Größe reflektiert werden.
Damit wird auch klar, wie es zu dem äußerst zurückhaltenden Statement des Wissenschaftlers kommt
… Denn das, was das naturwissenschaftliche Modell ergibt, hängt davon ab, welche Daten eingespeist werden, also wie viel CO 2, wie viel Methan usw. das Klima beeinflussen werden...
Ich kenne diese Daten nicht. Sie verbergen sich ganz sicher irgendwo auf den 5.000 Seiten des Originals des 4. IPCC-Berichtes. Aber soeben hat die Praxis (das Klima!) einen Beweis der Tragfähigkeit der Modellrechnung angetreten. Es hat sich herausgestellt, dass die Modelle nicht verlässlich sind.
Es bleibt leider keine freundlichere Feststellung als die, dass die prognostizierte Entwicklung auf der Basis des gewählten „naturwissenschaftlichen Modells“ schlicht und einfach Mist ist.
Wichtig! Dies ist die Einschätzung eines Amateurs!
Der Wissenschaftler und Profi findet dafür sicherlich freundlichere oder wissenschaftlich dezidierte und weniger diskriminierende Ausdrücke.
Es bleiben nun nur noch wenige Möglichkeiten, um die Korrelation von Temperatur und CO2 zu retten. Zum Beispiel ist es üblich in solchen Situationen einen so genannten Faktor X einzuführen, in den alles Unpassende hineingepackt wird.
Und schon stimmt das „traditionelle naturwissenschaftliche Modell“ der Klimaforscher wieder.
Alternativ könnte man dem CO2-Molekül auch dualen Charakter zu billigen, so dass sowohl eine Temperaturerhöhung als auch eine Verminderung möglich wäre bei Erhöhung oder Verminderung der CO2-Konzentration und umgekehrt und über Kreuz …
Aber dafür ist das CO2-Molekül vermutlich doch zu simpel.
Ach ja [/Satire=OFF]
Dies kann auch auf die Wirtschafts- und Umweltpolitik nicht folgenlos bleiben.
Wird noch interessant – ich bleibe dran.
D.C.