Alles, was sonst nirgends reinpaßt Aber bitte: wir sind hier im Solarstrom Forum
Moderator: Mod-Team
von Dawn » 07.01.2010, 22:44
Hallo liebe Leute,
Ich studiere Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik und interessiere mich in diesem Rahmen für die Frage, wieviel Speicherkapazität rein theoretisch im Mittel notwendig wäre, um eingespeisten Solarstrom grundlastfähig zu machen (ganz losgelöst von wirtschaftlichen Aspekten). Hat sich jemand von euch bereits mit dieser Frage beschäftigt und kann hier auf zuverlässige Studien verweisen? Hierzu müsste man ja im Prinzip nur die Standardabweichung des typischen Einspeiseverlaufs ausrechnen aber ich fände „vorgekaute" Zahlen (zum Verweisen) hier besser.
Herzliche Grüße
-
Dawn
- Neu hier

-
- - Threadstarter -
-
- Beiträge: 3
- Registriert: 07.01.2010, 22:00
- Info: Interessent
von PEE Photovoltaics » 10.01.2010, 11:32
Hybrid Anlage:1,5 kWp Solar Swiss Ag/Astom Ag Solar Panel,WR: 3000 W reiner Si Fraron,2500 W Fraron modi, SMA SI2224,Steca PR3030,Phocos MPPT 100/30,Phocos CXN40-1.1 mit CMX 1.2,IVTSC30
-

PEE Photovoltaics
- Fleißiges Mitglied

-
- Beiträge: 588
- Registriert: 11.10.2009, 16:31
- Wohnort: Dresden Germany/ Thessaloniki Greece / Kreuzlingen Switzerland
- PV-Anlage [kWp]: 1,05
- Info: Solarteur
-
von Rainbow » 19.02.2010, 00:07
Hi Dawn,
rein theoretisch wäre eine Speicherung von Strom möglich in "Pumpspeicherkraftwerken" was heute schon betrieben wird, aber um tatsäch große Strommengen auch zu jeder Tages- Nachtzeit abrufen zu können, gibt es zur Zeit, so wie ich weiß, nur die Möglichkeit den Strom dazu benutzen, um Wasserstoff zu erzeugen. Der wäre dann Lagerfähig und benutzbar, wenn Spitzenlasten aufträten. Die Frage ist aber, warum soll PV Grundlaststrom übernehmen? PV Strom ist genau dann in großen Mengen vorhanden, wenn in D die größte Abnahme besteht: Mittags und Tagesüber. Dann wenn die Sonne am höchsten steht. Grundlast daher eher von Windkraftwerken, die auch nachts weiter laufen oder bei Windstille von Biogaskraftwerken. Das aber unter der Prämisse, dass der Strom CO 2 neutal erzeugt werden soll. Möglich ist das schon lange, nur die großen vier (EVU Unternehmen) haben da natürlich was gegen. Schließlich sollen neue Kohlekraftwerke ja noch weitere 40 Jahre Strom erzeugen und die AKW`s sollen ja auch weiter Gewinne produzieren für die Aktionäre. Abgeschrieben sind sie lange schon. Und das Problem mit dem Atommüll ist doch aus deren Sicht super gelöst: Die Lagerung des Müllles, dessen Transport trägt ja die Allgemeinheit. Würde man hingehen und denen die Kosten auferlegen, würden schon heute Nacht alle AKW`s vom Netz gehen. Und eine Stromlücke würde dennoch nicht auftreten, schließlich ist D mittlerweile Stromexporteur im großen Maße.
Mit sonnigen Grüßen
Rainbow
1. 42 Module Trina TSM 180-D, WR: 2 SMA SB 4000 TL 2. 20 Module Trina 175 Watt, WR: SMA SB 3000 TL 3. 12 Module Trina TSM 185-D, WR: SMA SB 2100 TL
-
Rainbow
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 2437
- Registriert: 03.11.2009, 12:04
- Wohnort: Münster
- PV-Anlage [kWp]: 13,28
- Info: Betreiber
von cephalotus » 20.02.2010, 01:54
Dazu müsste man den Stromüberschuss vom Sommerhalbjahr ins Winterhalbjahr retten.
Insgesamt werden grob 600TWh im Jahr verbraucht, so dass ein Speicher von 200TWh in Kombination mit 700GW PV Leistung reichen sollte.
Als Bleiakku zu 200€ pro kWh würde der Speicher somit schlappe 40 Billionen Euro kosten.
Die 700GW PV gäbs hingegen bei 2.500€/kW schon für 1,8 Billionen Euro, das ist ein bißchen mehr als die Verschuldung des Bundes.
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
-

cephalotus
- Moderator
-
- Beiträge: 2644
- Registriert: 06.04.2006, 22:07
- PV-Anlage [kWp]: 4,92
- Info: Betreiber
von hadl » 20.02.2010, 10:01
Rainbow hat geschrieben:Hi Dawn,
Schließlich sollen neue Kohlekraftwerke ja noch weitere 40 Jahre Strom erzeugen und die AKW`s sollen ja auch weiter Gewinne produzieren für die Aktionäre. Abgeschrieben sind sie lange schon. Und das Problem mit dem Atommüll ist doch aus deren Sicht super gelöst: Die Lagerung des Müllles, dessen Transport trägt ja die Allgemeinheit. Würde man hingehen und denen die Kosten auferlegen, würden schon heute Nacht alle AKW`s vom Netz gehen. Und eine Stromlücke würde dennoch nicht auftreten, schließlich ist D mittlerweile Stromexporteur im großen Maße.
Mit sonnigen Grüßen
Rainbow
Hallo Rainbow! Wer soll denen denn Kosten auferlegen. Politiker wissen doch offensichtlich garnicht, dass der Staat welche für sie übernimmt. Die folgende Frage habe ich einem Politiker gestellt. Frage:Sehr geehrter Herr XXXXXX In einem Interview der "Welt am Sonntag" halten Sie Atomenergie für unverzichtbar, und bezeichnen im gleichen Atemzug Solarzellen, abwertend als Subventionsgräber. Meine Frage! Sind Sie der Meinung Kernenergie würde nicht subventioniert?? Antwort:
Sehr geehrter Herr XXXXX , vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen. Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein. Mit freundlichen Grüßen XXXXXXXXX
-
hadl
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 2640
- Registriert: 05.05.2008, 18:13
von solarhj » 20.02.2010, 10:34
Rainbow hat geschrieben:Hi Dawn,
rein theoretisch wäre eine Speicherung von Strom möglich in "Pumpspeicherkraftwerken" was heute schon betrieben wird, aber um tatsäch große Strommengen auch zu jeder Tages- Nachtzeit abrufen zu können, gibt es zur Zeit, so wie ich weiß, nur die Möglichkeit den Strom dazu benutzen, um Wasserstoff zu erzeugen. Der wäre dann Lagerfähig und benutzbar, wenn Spitzenlasten aufträten.
Mit sonnigen Grüßen
Rainbow
Bei der Speicherung von elektrischer Energie über Wasserstoff ist der damit verbundene hohe Energieverlust zu berücksichtigen!! Zudem werden im Allgemeinen bei der Diskussion um Wasserstoff als Energieträger dessen physikalische Eigenschaften als Problem nicht ausreichend berücksichtigt.
-
solarhj
- Öfters hier

-
- Beiträge: 21
- Registriert: 25.10.2009, 12:13
von Horst4757 » 20.02.2010, 10:44
Rainbow hat geschrieben:Die Frage ist aber, warum soll PV Grundlaststrom übernehmen? PV Strom ist genau dann in großen Mengen vorhanden, wenn in D die größte Abnahme besteht: Mittags und Tagesüber. Dann wenn die Sonne am höchsten steht.
PV ist meines Erachtens nicht für Stromspitzen geeignet, denn wenn die Sonne am höchsten steht, heißt das noch nicht, dass auch Strom produziert wird, d.h. man kann sich nicht darauf verlassen. Zudem ist bei mir der Stromverbrauch im Winter (v.a. wegen der Heizkreispumpen) am höchsten und da produziert die Anlage extrem wenig  . Bei uns steht die Sonne in Zeiten höchsten Stromverbrauchs (=Winter) zudem ziemlich tief  und wenn dann noch Schnee auf den Modulen liegt, dann würde nicht einmal der Fernseher im Standby-Betrieb laufen.
Grüße Horst______________ 5,58 kWp Solara S880TI; SB5000TL-20; 200°/DN 30° 06.08.09-05.08.10: 1.118,5 kWh/kWp; 2010: 1.055,3 kWh/kWp 06.08.10-05.08.11: 1.154,5 kWh/kWp; 2011: 1.235,1 kWh/kWp Solarlog mit Link zu Sonnenertrag
-

Horst4757
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 1194
- Registriert: 23.04.2009, 18:16
- Wohnort: südlichstes Rottal/Inn
- PV-Anlage [kWp]: 5,58
- Info: Betreiber
von hadl » 20.02.2010, 11:10
Horst4757 hat geschrieben:Rainbow hat geschrieben:PV ist meines Erachtens nicht für Stromspitzen geeignet, denn wenn die Sonne am höchsten steht, heißt das noch nicht, dass auch Strom produziert wird, d.h. man kann sich nicht darauf verlassen.
Es gibt ja mehrere Spitzenlastkraftwerke, die bei Bedarf zu unterschiedlichen Zeiten eingesetzt werden. Würdest Du ein Gaskraftwerk, nur weil es nicht das ganze Jahr im Einsatz war nicht mehr als Spitzenlastkraftwerk bezeichnen wollen ?. Ich stimme Dir zu, man kann mit der Sonne nicht so planen wie mit den anderen. Wenn sie aber scheint, ist sie für Stromspitzen ideal geeignet. Hadl
-
hadl
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 2640
- Registriert: 05.05.2008, 18:13
von irgendwer » 20.02.2010, 11:49
zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung.Je größer die Lüge und je unwahrscheinlicher die Lüge - desto eher wird sie geglaubt... http://www.verivox.de/nachrichten/steue ... 39816.aspxBerlin - Die Milliardenkosten für das einsturzgefährdete Atommülllager im niedersächsischen Asse müssen nach Medieninformationen die Steuerzahler übernehmen. http://www.verivox.de/nachrichten/endla ... 38584.aspxGorleben - Die Untersuchung des Salzstocks Gorleben auf seine Tauglichkeit als Atommüllendlager hat bislang rund 1,5 Milliarden Euro gekostet. http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/magdeburg/6793471.htmlIm Endlager Morsleben lagern derzeit etwa 37.000 Kubikmeter niedrig- und mittelradioaktive Abfälle, die unter anderem aus dem Betrieb von Kernkraftwerken, Forschungsreaktoren und aus der Medizin stammen. Diese kosten den Steuerzahler voraussichtlich 2,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Kraftwerksbetreiber zahlten für die Einlagerung weniger als 90 Millionen Euro.
Und wer hat wohl für die AKWs bezahlt, welche gar keinen oder kaum nennenswerten Strom geliefert haben? http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_THTR-300http://www.reaktorpleite.de/index.php/n ... ai-05.htmlDie Finanzierung der Phase seit Stilllegungsbeschluss im September 1989 bis Ende 2004 umfasst in Summe 391,8 Mio EUR, die sich auf den Bund mit 112,1 Mio EUR, das Land NRW mit 131,0 Mio EUR und die Gesellschafter der HKG mit 148,7 Mio EUR aufteilen. http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Kalkar1969 sollte der Reaktor noch zum Festpreis von 500 Mio. Mark gebaut werden, bis 1972 war der Preis bereits auf 1,7 Milliarden Mark gestiegen. Nun kostete er insgesamt 7 Milliarden Mark, also mehr als das Vierfache.
Letztendlich wurde der Bau 1985 fertiggestellt. Das flüssige Natrium zirkulierte nun im Kühlkreislauf und musste mit elektrischen Heizelementen warm gehalten werden, um nicht zu erstarren. Der Reaktor war nun prinzipiell einsatzbereit. Ab sofort fielen pro Jahr 54 Millionen Euro (105 Mio.DM) Betriebskosten an.
Und selbst wenn die Rückbau- und Entsorgungskosten durch die AKW-Betreiber bezahlt würden: Es ist also in Ordnung einen Aufschlag auf den Strom zu verlangen um diese Kosten tragen zu können - aber wehe, das gleiche würde mit erneuerbaren Strom gemacht welcher nicht von importierten Energieträgern abhängig ist?
-
irgendwer
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 963
- Registriert: 21.01.2010, 10:22
- Info: Interessent
von irgendwer » 20.02.2010, 12:15
Ich studiere Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik und interessiere mich in diesem Rahmen für die Frage, wieviel Speicherkapazität rein theoretisch im Mittel notwendig wäre, um eingespeisten Solarstrom grundlastfähig zu machen (ganz losgelöst von wirtschaftlichen Aspekten).
Es braucht übrigens Niemand grundlastfähige Kraftwerke. Das einzige was ein Netz braucht sind Kraftwerke, welche sich flexibel dem Verbrauch anpassen können (z.B. Wasserkraftwerke, Gaskraftwerke, Heizkraftwerke, Biomassekraftwerke) und allenfalls Verbraucher, welche sich flexibel dem Angebot anpassen können (z.B. Wärmepumpen, Kühlanlagen). http://www.kombikraftwerk.de/http://digitalstrom.org/PV und Wind reduzieren in erster Linie den Brennstoffverbrauch von importierten Energieträgern und Biomasse und schonen das gespeicherte Wasser in den Speicherseen. Europa hat übrigens knapp 170 GW unflexible AKW-Leistung am Netz, welche auch Sonntag-Nacht wenn der Stromverbrauch wesentlich geringer ist als am Tag mit Vollast ins Netz speisen und deren Strom in Pumpspeicher und elektrischen Widerstandsheizungen verbraucht wird (und bis jetzt hat trotzdem noch Niemand gefragt, wie kann man denn ein Netz zu 100% mit nicht-anpassungsfähigen Atomstrom betreiben könnte). Wenn das jetzige europäische Netz 170 GW AKW-Leistung während der Nacht aufnehmen kann, wird es auch problemlos 300 GW PV-Leistung am Tag aufnehmen können aber für das musst Du erst einmal über 500 GW PV-Leistung europaweit installlieren und das dauert selbst bei 10 GW pro Jahr noch 50 Jahre. Also bis sich nur schon die Frage allenfalls stellen könnte, wie man PV-Strom europaweit speichern könnte, wirst Du schon längst Rentner sein.
-
irgendwer
- Forumsinventar

-
- Beiträge: 963
- Registriert: 21.01.2010, 10:22
- Info: Interessent
Zurück zu Off-Topic
Ähnliche Beiträge
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste
|