Grundlastfähige Photovoltaik

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon Horst4757 » 20.02.2010, 13:36

hadl hat geschrieben:Würdest Du ein Gaskraftwerk, nur weil es nicht das ganze Jahr im Einsatz war nicht mehr als Spitzenlastkraftwerk bezeichnen wollen ?.
Ich stimme Dir zu, man kann mit der Sonne nicht so planen wie mit den anderen. Wenn sie aber scheint, ist sie für Stromspitzen ideal geeignet.

Hadl

Ob das Gaskraftwerk ganzjährig in Betrieb ist oder nur zeitweise ist nicht ausschlaggebend ob man das dann als Spitzenlastkraftwerk bezeichnet. Spitzenlastkraftwerke definieren sich dadurch, dass man die Energieerzeugung möglichst schnell dem Bedarf anpassen kann. PV ist da nur bedingt geeignet, da unser Einfluss aufs Wetter gering ist :D. Wenn die Sonne scheint, dann kann man damit sicher Spitzenlasten abdecken/begleiten; wenn aber zuerst die Spitzenlast da ist, dann kann man die Sonne nicht auf Befehl scheinen lassen :(
Gasturbinen sind hier ideal geeignet, da man mit denen sehr schnell auf Lastschwankungen reagieren kann und wenn man gleichzeitig neben Strom noch einen Abnehmer für den "Abfalldampf" hat, dann erreichen die sogar sehr gute Wirkungsgrade.
Alternativ wird übrigens auch versucht, hohe Energieverbraucher im Minutenbereich zu animieren, "Last abzuwerfen". Das kann sich für große Energieverbraucher sogar rechnen. Genauso bekommt man (als Großverbraucher) Strom zeitweise fast geschenkt, wenn man kurzfristig deutlich mehr verbrauchen kann. Hört sich schizophren an, ist aber so - die Energieversorger wollen manchmal eben einfach kein Kraftwerk zurückfahren.
Grüße
Horst

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon Betatester » 20.02.2010, 18:10

Brandneu ein Vortrag vom SVF was die Bevorratung/Speicherung von Strom angeht:

http://sfv.de/pdf/energiespeicher_SFV_20100217pdf.pdf

Mit Aufschlüsselung was welche Speicherung kostet bzw. kosten wird.

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon Horst4757 » 20.02.2010, 18:31

Hallo Betatester,
interessanter Vortrag. Auf Seite 13 ist ein Punkt genannt, der bei uns gerade brandaktuell ist: Netzausbau um zwischen weiter auseinanderliegenden Regionen auszugleichen ("irgendwo scheint immer die Sonne").
In meiner unmittelbaren Nachbarschaft soll womöglich ein neues Umspannwerk inkl. 380 kV-Leitung gebaut werden. Eine Bürgerinitiative hat bereits erreicht, dass der entsprechende Baugrund nicht an den holländischen Netzbetreiber abgegeben werden soll (sofern man das verhindern kann).
Ist irgendwie wie mit Handys - jeder hat mindestens eines aber keiner will den Sendemasten.
Grüße
Horst

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon FürDieZukunft » 20.02.2010, 18:52

hadl hat geschrieben:...
Antwort Politiker
Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.

Von Asse ... hat dieser Mensch wohl noch nichts gehört, soll ja ein paar Mrd. € kosten, die Kernkraftsbetreiber wollen sich ja nicht beteiligen.

Na, probst Mahlzeit Herr MdB (vermute ich mal)
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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon Betatester » 20.02.2010, 19:10

hadl hat geschrieben:Sehr geehrter Herr XXXXX ,

vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen.

Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.

Mit freundlichen Grüßen

XXXXXXXXX


Interessant :shock:

Nun würde ich jetzt aber gerne wissen wie Greenpeace auf die Summe von 41 Mrd.€ für diesen Zeitraum bei Forschung/Entwicklung kommt und dieser Politiker auf 17 Mrd.
Ist doch schon ein Unterschied !
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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon eggis » 20.02.2010, 20:24

Hallo Beta,
Betatester hat geschrieben:Nun würde ich jetzt aber gerne wissen wie Greenpeace auf die Summe von 41 Mrd.€ für diesen Zeitraum bei Forschung/Entwicklung kommt und dieser Politiker auf 17 Mrd.
Ist doch schon ein Unterschied !

ich denke mal, dass deine Frage rhetorischer Natur ist. Denn wenn du die oben eingeügte Graphik kennst, müsstest du doch auch die dazugehörende Studie kennen.

Für alle die die wahren Kosten kennenlernen möchten, empfehle ich mal einen Blick darauf zu werfen.
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/ ... nergie.pdf
(Die Forschungsausgaben sind ab Seite 20 nachzulesen.)
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon hadl » 20.02.2010, 21:35

hadl hat geschrieben:
Rainbow hat geschrieben:Hi Dawn,

Schließlich sollen neue Kohlekraftwerke ja noch weitere 40 Jahre Strom erzeugen und die AKW`s sollen ja auch weiter Gewinne produzieren für die Aktionäre. Abgeschrieben sind sie lange schon. Und das Problem mit dem Atommüll ist doch aus deren Sicht super gelöst: Die Lagerung des Müllles, dessen Transport trägt ja die Allgemeinheit. Würde man hingehen und denen die Kosten auferlegen, würden schon heute Nacht alle AKW`s vom Netz gehen. Und eine Stromlücke würde dennoch nicht auftreten, schließlich ist D mittlerweile Stromexporteur im großen Maße.

Mit sonnigen Grüßen

Rainbow



Hallo Rainbow!
Wer soll denen denn Kosten auferlegen. Politiker wissen doch offensichtlich garnicht, dass der Staat welche für sie übernimmt.

Die folgende Frage habe ich einem Politiker gestellt.
Frage:
Sehr geehrter Herr XXXXXX
In einem Interview der "Welt am Sonntag" halten Sie Atomenergie für unverzichtbar, und bezeichnen im gleichen Atemzug Solarzellen, abwertend als Subventionsgräber.
Meine Frage! Sind Sie der Meinung Kernenergie würde nicht subventioniert??

Antwort:

Sehr geehrter Herr XXXXX ,

vielen Dank für Ihren Beitrag vom 6. Februar dieses Jahres, in dem Sie die Frage nach einer möglichen Subventionierung der Kernenergie stellen.

Die Bundesregierung betreibt nukleare Energieforschung, subventioniert aber nicht die Nutzung der Kernenergie! Das bedeutet, dass die Kernkraftwerke, die Strom erzeugen, zu keiner Zeit durch staatliche Fördermaßnahmen unterstützt wurden - weder im Betrieb, dem Abriss noch bei der Abfallentsorgung. Die im Bereich der nuklearen Energieforschung eingesetzten staatlichen Mittel dienen der Projektförderung und der Grundfinanzierung der Forschungszentren. Die staatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Bereich Kernenergie betragen für den Zeitraum von 1956 bis 2008 rd. 16,8 Mrd. Euro, wovon allein rd. 10,9 Mrd. Euro auf Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Rahmen von Projektförderung und Großforschungseinrichtungen entfallen. Hinzu kommen rd. 1,9 Mrd. Euro Forschungs- und Energieforschung im Haushalt des Bundes 1998 bis 2008 für die nukleare Energieforschung. Von einer staatlichen Subventionierung der Kernenergie kann also nicht die Rede sein.

Mit freundlichen Grüßen

XXXXXXXXX


Hallo Leute !

Es war ein Fehler von mir, dass ich hier mit dem Text und nicht mit einem Link gepostet habe.
Sollte die Diskussioin um den MdB weitergehen, dann geht bitte in den folgenden Thread:
pv-news-f25/buerger-kontakt-zu-politikern--t44557.html
da ist das schon ein Thema.

Hadl
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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon Betatester » 21.02.2010, 09:48

eggis hat geschrieben:Hallo Beta,
Betatester hat geschrieben:Nun würde ich jetzt aber gerne wissen wie Greenpeace auf die Summe von 41 Mrd.€ für diesen Zeitraum bei Forschung/Entwicklung kommt und dieser Politiker auf 17 Mrd.
Ist doch schon ein Unterschied !

ich denke mal, dass deine Frage rhetorischer Natur ist. Denn wenn du die oben eingeügte Graphik kennst, müsstest du doch auch die dazugehörende Studie kennen.

Für alle die die wahren Kosten kennenlernen möchten, empfehle ich mal einen Blick darauf zu werfen.
http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/ ... nergie.pdf
(Die Forschungsausgaben sind ab Seite 20 nachzulesen.)


Natürlich kenne ich diese Studie !

Ich wollte nur in Erfahrung bringen wer von den beiden den nun mehr lügt.
Ist die Studie "geschönt" oder die Zahlen von dem Politiker.

--> vermutlich beides :wink:

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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon cephalotus » 02.03.2010, 01:01

anbei als Ergänzung folgende Studie:

http://www.bee-ev.de/_downloads/publika ... ericht.pdf

(wer nicht alles lesen will hüpft zur Seite 25f)

Man wird für die Zukunft damit Speicher für 1 Woche brauchen, aber keine Speicher für eine Saison, wenn man die erneuerbaren Energien miteinander koppelt. Nur Photovoltaik alleine wäre nicht sinnvoll.
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
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Re: Grundlastfähige Photovoltaik

Beitragvon buergersolar » 03.03.2010, 15:19

Horst4757 hat geschrieben:
Rainbow hat geschrieben:Die Frage ist aber, warum soll PV Grundlaststrom übernehmen?
PV Strom ist genau dann in großen Mengen vorhanden, wenn in D die größte Abnahme besteht: Mittags und Tagesüber. Dann wenn die Sonne am höchsten steht.

PV ist meines Erachtens nicht für Stromspitzen geeignet, denn wenn die Sonne am höchsten steht, heißt das noch nicht, dass auch Strom produziert wird, d.h. man kann sich nicht darauf verlassen.
Zudem ist bei mir der Stromverbrauch im Winter (v.a. wegen der Heizkreispumpen) am höchsten und da produziert die Anlage extrem wenig :( .
Bei uns steht die Sonne in Zeiten höchsten Stromverbrauchs (=Winter) zudem ziemlich tief :wink: und wenn dann noch Schnee auf den Modulen liegt, dann würde nicht einmal der Fernseher im Standby-Betrieb laufen.


Du musst zwischen Spitzenlast und Regelenergie unterscheiden.
PV liefert Spitzenlast, aber keine Regelenergie, während ein Gaskraftwerk beides kann...
Erklärung siehe hier: pv-news-f25/merit-order-und-das-maerchen-vom-teueren-eeg-strom-t36937-s60.html#p302213
(Keine Angst, du musst nicht den ganzen Merit-Order-Thread lesen, nur den verlinkten Beitrag!)

Zur Eingangsfrage: Ich finde es nicht erstrebenswert, mit Hilfe von Speichern irgendwelche Grundlastkraftwerke zu simulieren. Wir brauchen flexible Kraftwerke, die den schwankenden PV- und Wind-Strom ausgleichen. Grundlast ist aus dem letzten Jahrtausend!

Sonnige Grüße
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