Energie der Zukunft? Carbazol?

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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon open source energy » 15.07.2011, 19:03

Mühli hat geschrieben:
Das ist nur dann möglich, wenn wir extrem wenig PV haben...also unter 5% bleiben. Wir wissen ja alle, dass PV von Winter zu Sommer viel zu starke Schwankungen hat, um einen nennenswerten Beitrag im Winter zu liefern. Das werden die Insel-Betreiber sicher bestätigen. Ich möchte Winters jedenfalls nicht vom PV-Strom leben müssen.
Hab letzten Dezember weniger eingefahren, als an einem einzigen Sommertag!

An wen willst den Strom denn verkaufen??? Norwegen verkauft eher an uns, die Ösis haben (wissen wir seit Werner) mehr Wasserkraft im Sommer, Tschechien und Atom-Frankreich werden da kaum zurückschalten (können...dank großer Regelungsträgheit)
Also auf europäischer Ebene müssen wir Strom speichern, um den Ausstieg zu schaffen.
Bis wir sooo ein leistungsfähiges Verbundnetz haben, um Wind/Wasserstrom von Norwegen nach Spanien/Griechenland (Sonnenstrom auch im Winter) und endgültig auch zu uns zu schaffen...wird das noch dauern. Und günstig wirds bestimmt auch nicht.

Gruß


Ich rede vom EE Mix, da muss dann halt "gespeicherte" Biomasse im Winter ran, das passt auch gut mit dem Wärmebedarf und der KWK. Kraftwerke in die Wohngebiete, an öffentliche Gebäude (mobile BHKWs im Sommer am Freibad im Winter an der Schule)

Wir werden ja auch nicht im Jahr 2015 genügend Kapazitäten haben, aber im Jahr 2030 sieht die Welt ganz anders aus, mal sehen ob da nicht jemand an gutem günstigem PV Strom interessiert ist. Die Überschüsse werden auch nebenbei für die kfz verwendet.
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon wst155 » 21.09.2011, 18:26

Guten Tag an Alle!
Bin noch nicht lange im Forum angemeldet und eigentlich nur Mitleser wegen PV .
Aber wenn es um das Thema Wasserstoff geht möchte ich mal auf die Herstellung mittels Steamreformer aus Biomasse hinweisen.So soll der Preis pro kWh nur 2,5 Cent(ohne Steuern usw.) betragen.
Wenn man dann mit Brennstoffzellen beim Verbraucher arbeitet ist Wasserstoff eigentlich das effektivste und preiswerteste.Das wird aber kaum publiziert in Deutschland.Bisher wird Wasserstoff
fast immer nur auf Elektrolyse reduziert und da ist er natürlich zu teuer.Mal unter Biowasserstoff googeln.
Gruß
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Re: Speicher?

Beitragvon wjr » 29.04.2012, 17:08

PV-Berlin hat geschrieben:[
Ich sehe die Anwendungen in mittleren Anlagen kommen, die auf echten Verbrauchern stehen. Nicht in D. als erstes, sondern in Ländern mit maroder Stromversorgung, denn dort sind die Sicherungskosten Heute irrsinnig hoch.
Soll heißen, der Durchbruch wird bei stationären Anlagen kommen. Was sind schon 5 bis 8 Jahre? Selbst bei 10 Jahren kommt das rechtzeitig. PV bei 5 bzw. 10 Cent je kWh selbst bei nur 70% WG und Investments von 100,- € je kWh wird sich das durchsetzen. Hatte nie Sorge, dass das stationäre Speichern, wenn es wirklich gebraucht wird, keiner Lösung zugeführt wird. Es wird eine Unzahl rentabler Lösungen geben bis PV wirklich soweit ist ( 5/10 Cent).
Bei mobilen Anwendungen sehe ich den Vorteil in der Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und der Unabhängigkeit von Importen. PV als mobile speicherbare Energiequelle? Das wäre der schlimmste aller Albträume für Frontel & Co.


Hallo, Kinder, wie die Zeit verght!

Kaum ein Jahr nach diesem Thread sehe ich:
http://www.photovoltaikanlage.biz/Anzeigenmarkt/942
Module für 65 ct/Wp, Wechselrichter für 13 ct,
Ein paar ct für Gestell und Montage (motivierte Selberbauer ;-), und die Anlage für 1000 € pro kWp ist in Reichweite.
5 % Amortisation von den Anschaffungskosten, 4 % Zins von A/2, gibt über den Daumen 7 % Jahreskosten,
Bei optimistischen 1000 Sonnenstunden sind das 7 ct pro kW - real existierend im Jahre 2012!

Vielleicht gibt es ja noch andere Motivationen zur Speichertechnik?
Flachenhals Netzanschluss?
hab 29,9 kWp am Hausanschluss seit 2009.
Bin grad am planen einer 90 kW-Erweiterung, Perspektive bis 180 kWp.
700 m Leitungstrasse - irgendwo ab 50.000 Euro zu haben.

Gedankliche Alternative:
180 kWp * 1000 Sonnenstunden p.a. = 180.000 kw p.a.
180.000 kW P.A. / (8760 Stunden p.a.) = 20.5 kW

könnte ich also speichern und kontinuierlich einspeisen, könnte ich den Strom der 180 kWp locker über den 30-kW-Hausanschluss einspeisen.

Wenn die Elektrolyseure direkt von DC gespeist werden (warum nicht?) spare ich mir sogar die Wechselrichter für 180 kW.
Es reicht ein kleiner für die 20,5 kW aus den Brennstoffzellen.

180 kWp-Module -> Elektrolyseur -> H2 -> Carbazol -Speicher
Carbazol-Speicher -> Brennstoffzelle -> Wechselrichter -> Netz

Ist es so abwegig, zu glauben, daß wir das eines Tages für 50.000 eingesparte Leitungskosten
+ 25.000 eingesparte Wechselrichter kaufen können?
Wohl genauso abwegig, wie wir im Jahre 2000 die Grid-Parity für PV-Anlagen gehalten haben...

Wenn das aufgeladene Carbazol wirklich so einfach per Tankwagen transportabel ist, könnte man sogar Erzeugung und Aufladung rämlich trennen.
Jeder Standort in der Prärie kann dann PV-Module tragen und damit Carbazol in einen Tankwagen laden.
Den fährt man alle paar Tage an eine Einspeisestation irgendwo am Strom-Backbone.

Steht nicht irgendwo eine Investitionsruine rum, die wegen Leitungsproblemen nicht ans Netz gehen kann?
Wäre ein guter Standort für einen Pilotversuch....

Ich sehe schon das Denkmal auf der nächsten Solar World für Phillip Rösler, der uns den Kick gegeben hat, aus der Subventionsmentalität in die Realität der Märkte zu treten.
Jetzt erst recht!
Die Photovoltaik ist nicht mehr aufzuhalten :-)

<daydream off>
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon wjr » 29.04.2012, 18:51

Noch eine Überlegung: Sonne in den Traktor

Spätestens wenn in 15 Jahren die ersten großen PV-Analgen auf landwirtschaftlichen Dächern aus dem EEG fallen, wird das ein großes Thema werden. Was tun mit dem Strom, den die "Altanlage" so kostenlos und hartnäckig produziert.

Die Vorbehalte der Autoindustrie (Tankstellennetz, spezifisches Gewicht) fallen hier weniger ins Gewicht.
Wenn Erzeugung und Verbrauch in einer Hand liegen, fallen auch die "sozio"-Hemmnisse des "soziotechnischen Systems" weg.

Mein eigenes Beispiel:
Eigenverbrauch ca 10.000 l Diesel p.a.

rechnen wir mit 240g / kWh,
(http://de.wikipedia.org/wiki/Spezifisch ... fverbrauch)
Dichte 0,83 kg/l
(http://de.wikipedia.org/wiki/Dieselkraftstoff)

10.000 l entspricht 8300 kg entspricht 34580 kWh
Zur Zeit zahle ich dafür 12.000 Euro netto, also 35 ct / kWh mechanisch an der Kurbelwelle.

Bei 850 Sonnenstunden entspricht das einer PV-Anlage von gut 40 kWp.
Wenn ich mit 20 Jahren Nutzungsdauer und 4 % von A/2 Zins rechne, komme ich auf jährliche Kapitalkosten von 7%.
Statt jedes Jahr Diesel zu kaufen könnte ich also 12.000 € / 0,07 = 171.000 € investieren.

Davon 40 kWp * 1000 € / kWp für die Module, bleiben noch 130.000 für die Wasserstoff/Carbazol-Seite.
Das sollte sich doch in der perspektivischen Kostendegression darstellen lassen, oder???

Mist, ich habe den Wirkungsgrad vergessen.
Hat jemand eine Ahnung, wie der beim System
PV-Modul-DC - Elektrolyse - Carbazol - Brennstoffzelle - Frequenzumrichter - E-Motor
liegt?
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon willswissen » 30.04.2012, 13:43

Hallo:
Link zum Thema H2 aus Pflanzen (Steamreformer, betrifft wst155):
http://www.bio-wasserstoff.de/h2/index.html

Link zu einer Alternative zu Carbazol:
http://www.cellaenergy.com/

Falls sich hier schon jemand Gedanken dazu gemacht hat, würde mich das Ergebnis interessieren.

Gruß, willswissen
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon waschi » 30.04.2012, 13:57

Das Problem ist doch, dass die "Brennstoffzelle" so niemand richtig in den Griff bekommt.

Truma verschiebt ständig die Markteinführung und Efoy hat schlichtweg für den Preis eine zu kleine "Lebensdauer"

So macht es für mich keinen Sinn, wenn wasserstoffähnliche Stoffe erzeugt werden, aber mit sehr hohen Kosten in Strom umgewandelt werden.

Wird noch ein paar Jahre dauern.
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon wjr » 01.05.2012, 13:21

willswissen hat geschrieben:Link zum Thema H2 aus Pflanzen (Steamreformer, betrifft wst155):
http://www.bio-wasserstoff.de/h2/index.html
Gruß, willswissen


Ich hatte das Biowasserstoff-Thema zunächst auch begeistert aufgenommen.
Ich sehe da das größte Hindernis beim menschlichen Part des soziotechnischen Systems.

Es beruht auf dem Irrglauben, daß unser marktwirtschaftliches System sich nach Effizienzkriterien organisieren würde.
Das trifft aber nicht die Realität: der Markt organisiert sich so, daß sich die Menschen, die sich das wirtschaflich noch leisten können, das eigene Überleben sichern. Es hat mich ein halbes Leben gekostet, das zu verstehen, und vermutlich noch ein halbes Leben, das zu einem Buch zu schreiben. Aber das wäre hier too-far-off-topic ( Gedankenfetzen auf http://geld-frisst-mensch.de/)

Eine Anlage Tetzlaffscher Prägung braucht einen ganzen Landkreis als Input.
Enteignung / Zwangskollektivierung kommt nach 1989 unter mitteleuropäischen Bedingungen dafür nicht mehr in Frage.
Freiwillig werden die Bauern aber sicher kaum mehr Kapital und Lieferbindung in eine Großanlage stecken, bei der zu erwarten ist, daß sie am Ende des Spieles wieder als billige Zuarbeiter da stehen und Management / externe Finanzierer / Anlagenbetreiber den Reibach machen. Das ist einfach schon zu oft passiert (Landhandel, Banken, Zucker, Rapsöl, Brennereien, ....)

Das Eigentum der Produktionsgrundlage hat den Bauernfamilien über Jahrhunderte und Wirtschafts- und Technologiesysteme hinweg das wirtschaftliche Überleben gesichert. Diese Erfahrung ist in den Köpfen der Bauern tiefer eingeprägt als der vermeintliche Glaube an volkswirtschaftliche Weisheiten, deren Wahrheitsgehalt sie zwar nicht widerlegen, deren Falschheit sie aber täglich erfühlen können.

Eine Energiebasis auf Nawaro wird unter unseren Strukturen nur funktionieren, wenn sie dezentral ist, d.h. eine technische Skalierung erlaubt, in der der einzelne Landwirt als Lieferant noch ein nenneswertes Mitspracherecht hat (> 10%, besser > 50 %). Deswegen gibt es ineffiziente Biogasanlagen, aber keine angeblich so effiziente Tetzlaff-Vergaser.

Noch ein Aspekt, den mir bisher niemand befriedigend erklären wollte:
Der Biogasprozess ist ein rein biologischer, das Restsubstrat ist zum Bodenleben halbwegs kompatibel und deswegen in vernünftigen Grenzen als wertvoller Dünger einsetzbar.

Die Pyrolyse kennen wir aus Teer- und Gasfabriken, und nach meiner Kenntnis als chemischer Laie entstehen dabei alle Substanzen, die der Herrgott so verboten hat. Das will ich freiwillig nicht auf meinem Boden ausbringen. Und vor kurzem habe ich gehört, daß eine Prototoypenhändler der Pyrolysenummer an eben genau dieser Restsubstrat-Sondermüllproblematik pleite gegangen ist.

Wenn ich mich täusche und jemand eine kleine Anlage (2-stelliger kW-Bereich) mit ungiftigen Reststoffen anbieten kann, bitte ich hiermit um Kontaktaufnahme zwecks Installation einer Pilotanlage.
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon wjr » 01.05.2012, 13:29

willswissen hat geschrieben:Link zu einer Alternative zu Carbazol:
http://www.cellaenergy.com/


Diese Nano-dingens-Speicherung (Carbonanofasern, Zeolithe, Cella, ....) erscheinen mir sympathischer als giftige Flüssigkeiten zu handeln. Die Frage ist halt, was wann wie reif ist und wie sich das wirtschaftlich darstellt.

Ich könnte mir vorstellen, daß z.B. ein Tagesspeicher, der oft geladen wird und nur einen Tag Kapazität hat, eher in Nanostrukturen realisiert wird. Saisonspeicher oder räumlicher Transport kann vielleicht besser mit Flüssigkeiten / chemischen H-Trägern laufen, weil das Lagervolumen in einfachen Tanks vermutlich noch lange konkurrenzlos billig sein wird.

Wichtiges Kriterium dürfte imho neben dem Preis wohl die Frage der Verunreinigung mit Katalysatorgiften sein.
Wie dem auch sei, die Vorbehalte der Speichertechnik klingen heute ähnlich wie die gegenüber PV-Anlagen aus 1990.
Heute lachen wir alle drüber.
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon irgendwer » 01.05.2012, 15:31

Einfacher und günstiger wäre es vorerst die Autos mit Erdgas zu betreiben und dem Erdgas 20% Wasserstoff aus EE beizumischen.
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Re: Energie der Zukunft? Carbazol?

Beitragvon PV-Berlin » 05.05.2012, 13:00

Für einen Landwirt kann es sich ganz anders darstellen! Zumal woher soll der in der Regel Erdgas beziehen? Soll er mit seinem Traktor jedes mal zum Tanken 30 Strecke machen?

Man wird wieder zu den Pferden kommen. Im Sinne, dass man das PS Futter selbst erzeugt! Alle Kosten die ein Landwirt festklopfen kann auf sehr lange Zeiträume, sind gute Kosten!

Landwirte sind die Genies in Sachen Volkswirtschaftslehre, die wussten schon vor 100 Jahren, dass der Barwert (Abzinsung) von Lasten totaler Unsinn ist! deshalb sind auch Landwirte die ersten Gegner der KKW gewesen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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