Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Alles, was sonst nirgends reinpaßt Aber bitte: wir sind hier im Solarstrom Forum

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Betatester » 29.05.2010, 15:29

Hallo zusammen,

hab gestern zufällig auf Bayern2-Radio gehört das der aktuelle Ölunfall in den USA nicht wie oft behauptet der erste war - es gab bereits einen in der Nordsee - dieses mal aber mit GAS und somit für die Medien nicht so "spektakulär" als wie mit Öl.

In der Nordsee wurde der Unfall aber von EXXON nicht behoben. Seit 1990 fließen stündlich ca. 11. Mio. Liter Methan aus dem Gasrohr. Das sind bis jetzt ca. 4,3 Mio. Tonnen Methan.

Nochmal....aus Kostengründen wurde das Leck NICHT geschlossen :shock: :shock: :shock:

Umgerechnet auf CO2 ist das der Verbrauch aller deutschen PKW eines Jahres!!

Heftig !

Quelle u.a.:
http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=20937

Beta
Zuletzt geändert von Betatester am 29.05.2010, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Betatester
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3535
Registriert: 09.01.2006, 22:53
Wohnort: Oberbayern
PV-Anlage [kWp]: 109,6
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Paul Panzer » 29.05.2010, 15:36

Betatester hat geschrieben:Hallo zusammen,

hab gestern zufällig auf Bayern2-Radio gehört das der aktuelle Ölunfall in den USA nicht wie oft behauptet der erste war - es gab bereits einen in der Nordsee - dieses mal aber mit GAS und somit für die Medien nicht so "spektakulär" als wie mit Öl.

In der Nordsee wurde der Unfall aber von EXXON nicht behoben. Seit 1990 fließen stündlich ca. 11. Mio. Liter Methan aus dem Gasrohr. Das sind bis jetzt ca. 4.300.000 Tonnen Methan.

Umgerechnet auf CO2 ist das der Verbrauch aller deutschen PKW eines Jahres!!

Heftig !

Beta
Benutzeravatar
Paul Panzer
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 2411
Registriert: 08.07.2007, 11:06
Wohnort: Land Brandenburg
PV-Anlage [kWp]: 63,48
Info: Berater

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Betatester » 29.05.2010, 15:39

Danke ;-)
Benutzeravatar
Betatester
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3535
Registriert: 09.01.2006, 22:53
Wohnort: Oberbayern
PV-Anlage [kWp]: 109,6
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Don Carlos » 29.05.2010, 22:35

... nur der Vollständigkeit halber:

Die Wissenschaftler vom IFM Geomar haben laut IDW-Informationsdienst bei der Expedition zu dem besagten Ort in der Nordsee jedenfalls keine genaue Mengenbestimmung vorgenommen.http://idw-online.de/pages/de/news182450

Im Interview http://www.welt.de/wissenschaft/article871371/Gefaehrliches_Gas_stroemt_aus_der_Nordsee.html schätzt der Leiter dieser Expedition,
Dr. Olaf Pfannkuche vom Institut für Meeresforschung
„Momentan entweichen circa 1000 Liter Gas pro Sekunde aus dem Bohrloch“

Zu verifizieren hier: Dr. Olaf Pfannkuche, Tel. 0431 600 2113, opfannkuche@ifm-geomar.de

„cirka 1.000 Liter Gas pro Sekunde“ sind 60.000 Liter pro Minute oder 3.600.000 Liter pro Stunde.
Betatester hat geschrieben:…Seit 1990 fließen stündlich ca. 11. Mio. Liter Methan aus dem Gasrohr...
.
Ich komme auf etwa ein Drittel.

1.000 Liter sind bekanntlich 1 m³.
Methan hat lt. Wikipedia als Gas eine Dichte von 0,72 kg/m³. Pro Tag kämen nach der o. g. Schätzung ca. 86.000 m³ * 0,72 kg = 61.920 kg aus den Quellen oder rund 62 t.

Seit fast 20 Jahren oder 20 * 365 = 7.300 Tagen sprudelt das Gas an dieser Stelle aus dem Meersboden.
Daraus ergibt sich eine Methanmenge von 452.600 Tonnen. Gerundet 500.000 t.

Wenn man unterstellt, dass zum Zeitpunkt des Blowout schon mal die gleiche Menge durch diese Blase entwichen sein könnte, also insgesamt 1.000.000 Tonnen = 1 Mio. Tonnen Methan, ist das auch eine ganze Menge Gas. Doch Dr. Pfannkuche stellte fest
„Etwa ein Drittel der Gasmenge gelangt bis zur Oberfläche. Zwei Drittel lösen sich im Meerwasser beziehungsweise werden von Bakterien oxidiert.“
Bleiben also ungefähr 330.000 Tonnen übrig.

Betatester hat geschrieben: … Das sind bis jetzt ca. 4,3 Mio. Tonnen Methan


330.000 t versus 4.300.000 t - da fehlen nur noch knapp 4 Millionen

Soviel zu den Zahlen.

Ein Gasrohr haben die Wissenschaftler allerdings nicht gesehen - nur einen Krater in der Nähe des Bohrloches und eine ganze Reihe von Quellen.
… Der Krater ist in zwei, etwa sechs Meter breite Teilbecken gegliedert, deren Böden mit Muschelresten und Steinen übersät sind. Das Gas strömt zurzeit mit unterschiedlicher Stärke aus zehn Quellen aus…


In welcher Beziehung der englische Explorer Mobil North Sea Limited, der seinerzeit den "Blowout" zu verantworten hatte, zu Exxon/Esso steht oder stand, ist nicht so klar.
Exxon war auf jeden Fall nicht der Verursacher und Mobil North Sea Limited bohrte im Auftrag der britischen Regierung. Letztere nahm schließlich den Auftrag zurück.

Nichts für ungut.
Die 4,3 Millionen Tonnen werden schon stimmen.
Schließlich kam das so in den Medien. Und die bürgen für jedwede Wahrheit und verbreiten ebendiese und nichts anderes...
Dennoch würde mich die Quelle dieser Daten brennend interessieren.
Außerdem kann 23 % der deutschen Bevölkerung sowieso nicht lesen und nicht schreiben.
Die restlichen 56 % können nicht rechnen.
Und dass fällt niemand mehr auf ...

Und schließlich kann auch sein, dass wir hier völlig unterschiedliche Ereignisse betrachten...

Alles Gute
D.C.
Don Carlos
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 453
Registriert: 27.02.2006, 22:28

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon solerling » 30.05.2010, 01:11

......und trotzdem würde ich sagen,es wird wieder mal die Hilflosigkeit des Menschen in gewissen Situationen aufgezeigt :roll:
Das schon als Erfolg angeküdigte Verfahren "Top Kill" zur Schließung des Bohrlochs scheint auch gescheitert zu sein ?
Anscheinend haben sich die Ölförderfirmen noch nie über so einen Fall Gedanken gemacht,denn sonst müsste das Loch schon längst zugemacht sein?
Es scheint ja so als ob für den Menschen alles machbar wäre,doch leider ist dem nicht so... :wink:

Obwohl man einen schweren Atomunfall mit diesem nicht vergleichen kann,ist die Hilflosigkeit dabei noch viel größer,denn man kann ihn nicht künstlich erzeugen,um dann im Ernstfall richtig reagieren zu können denn die Realität sieht dann vielleicht ganz anders aus.... :roll:

Gruß Josef
solerling
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1517
Registriert: 01.03.2006, 21:06
Wohnort: 85

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Betatester » 30.05.2010, 09:03

´Morgen D.C.,

das nächste mal werde ich´s persönlich anschauen um korrekte Daten zu erhalten ;-)

Hier der Podcast:

http://download.br-online.de/imperia/md ... 2010_a.mp3

Beta
Benutzeravatar
Betatester
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3535
Registriert: 09.01.2006, 22:53
Wohnort: Oberbayern
PV-Anlage [kWp]: 109,6
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Sonnenmelker » 30.05.2010, 09:21

Moin,
Methan hat lt. Wikipedia als Gas eine Dichte von 0,72 kg/m³

Kommt drauf an wo man misst, am Bohrloch oder an der Wasseroberfläche.

10m Wassersäule sind 1bar



Gruß
Manfred
Zuletzt geändert von Sonnenmelker am 30.05.2010, 09:28, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Sonnenmelker
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3274
Registriert: 28.11.2007, 17:56
PV-Anlage [kWp]: 35
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Betatester » 30.05.2010, 09:26

Hab mir nochmal den Podcast angehört,

hier wird von 1/3 des PKW Verbrauchs (jährlich) gesprochen !

Beta
Benutzeravatar
Betatester
Forumsinventar
Forumsinventar
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 3535
Registriert: 09.01.2006, 22:53
Wohnort: Oberbayern
PV-Anlage [kWp]: 109,6
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Sonnenmelker » 30.05.2010, 09:34

Hallo,
hier wird von 1/3 des PKW Verbrauchs (jährlich) gesprochen !

Reicht ja auch schon.

Wie ist das eigendlich mit dem aktuellen Bohrloch.
Angenommen es würde dauerhaft verschlossen, bräuchte man dann eine neue Bohrgenehmigung ?

Oder andersherum

Falls es einen Weg geben sollte das abgerissenen Rohr an ein funktionierendes System anzuschließen, dürfte man dann ohne weitere Genehmigungen weiter fördern.

Gruß
Manfred
Benutzeravatar
Sonnenmelker
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 3274
Registriert: 28.11.2007, 17:56
PV-Anlage [kWp]: 35
Info: Betreiber

Re: Öl/Gasleck auch in der Nordsee - seit 20 Jahren

Beitragvon Boelckmoeller3 » 30.05.2010, 09:40

Hallo,

da sollte man vorsichtig sein, die erste Formulierung die Beta zitierte lautete ja "umgerechnet auf CO2" und da Methan ja , soviel ich weiß, einen noch deutlich höheren Klimaschaden als CO2 anrichtet steckt da wahrscheinlich noch ein Multiplikator in der Rechnung.

Viele Grüße:

Klaus
"Ich hatte nie ein Produkt um das ich so gebettelt habe um es zu bekommen um danach so kämpfen zu müssen und alles mögliche zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"
Benutzeravatar
Boelckmoeller3
PV-Forum Einstein
PV-Forum Einstein
 
Beiträge: 10140
Registriert: 23.03.2006, 11:14
Wohnort: Hessen
Info: Betreiber

Nächste

Zurück zu Off-Topic



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste