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lichtblick
Stammmitglied

Angemeldet: 29.11.2006
Beiträge: 54
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Verfasst am:
16.03.2008, 02:36 |
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Die Ereignisse lassen mir keine Wahl.
Vor den Hintergründen fällt die Entscheidung auf den ersten Blick nicht so leicht. Sie bedeutet:
Verzicht auf mittlerweile hochwertigste Produkte, starkes Preis-Leistungs-Verhältnis und Verfügbarkeit aufgrund Potenz.
Ich habe ich einen Entschluß gefasst. Ich kann es derzeit nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, die Politik Chinas zu unterstützen. Ich werde aufgrund des Vorgehens in Tibet bis auf weiteres chinesische Produkte aus Programm und Konsum werfen. Auch sind andere Vorgehensweisen fragwürdig.
Ich stelle diesen Entschluss hiermit zur Diskussion und hoffe das sich andere meinem Boykott anschließen werden. Auf den zweiten Blick zählt doch die Menschlichkeit, oder?
Love and Light, Euer/ Ihr Lichtblick |
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Verfasst am:
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sonnenökonom
Vielschreiber

Info: Betreiber
Angemeldet: 24.02.2008
Beiträge: 297
Wohnort: Rottal-Inn
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Verfasst am:
16.03.2008, 03:00 |
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bin dabei Und hoffe daß sich unsere Olympioniken, Transrapidler usw. ebenfalls zumindest Gedanken machen...
So, bin zu müde um noch weiter zu posten. Gute Nacht zusammen! |
_________________ ich bin Milchbauer, meine Kühe stehen auf den Dächern!
25,8 kWp (120 x Sanyo HIP 215) - WR: 3 x SMA Mini Central 8000 TL
www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=2343
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Paul Panzer
Vielschreiber


Info: Betreiber
Angemeldet: 08.07.2007
Beiträge: 238
Wohnort: Brandenburg
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Verfasst am:
16.03.2008, 14:36 |
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| lichtblick hat Folgendes geschrieben: |
Die Ereignisse lassen mir keine Wahl.
... Ich kann es derzeit nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, die Politik Chinas zu unterstützen. Ich werde aufgrund des Vorgehens in Tibet bis auf weiteres chinesische Produkte aus Programm und Konsum werfen. ... |
Da bist Du doch etwas spät dran. Die Politik Chinas gegenüber Tibet dauert nun schon 58 Jahre an und hat sich nicht verbessert.
Paul |
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boese
Fleißiges Mitglied

Info: Betreiber
Angemeldet: 28.04.2007
Beiträge: 333
Wohnort: Wolfsburg
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Verfasst am:
16.03.2008, 15:55 |
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Ich meide ebenfalls chinesische Waren wo immer es geht und habe meine Anlage ganz bewusst aus deutschen Produkten zusammengestellt.
Deine Idee ist gut, aber dennoch frage ich mich, wieso Du erst jetzt auf diese Idee kommst. Die Ereignisse auf dem "Platz des himmlischen Friedens" sind doch wohl noch allen im Gedächtnis, oder? Darüber hinaus ist es ja wohl auch kein Geheimnis, dass sich Chinas Menschenrechtspolitik seitdem nicht geändert hat. Hast Du das nur verdrängt oder machst Du Dir nur dann Gedanken, wenn ein Ereignis in der Tagesschau in bunten Bildern präsentiert wird? |
_________________ 5,24 kWp mit 22 Sunways SM230 - 240Wp, SMA 5000 TL HC, SolarLog 100e |
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700248
Stammmitglied

Angemeldet: 27.09.2007
Beiträge: 51
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Verfasst am:
16.03.2008, 17:13 |
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"Ich habe ich einen Entschluß gefasst. Ich kann es derzeit nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, die Politik Chinas zu unterstützen. Ich werde aufgrund des Vorgehens in Tibet bis auf weiteres chinesische Produkte aus Programm und Konsum werfen."
Die Politik von China ist doch schon seit Jahrzehnten bekannt.Dann müüste man doch seit Jahrzehnten auf Waren aus Chine verzichten.Nur wird das im Alltag doch schwerfallen.Wer weiß denn heutzutage wo genau welche Teile oder Komponenten hergestellt werden?Mp3 Player,Fernseher usw. |
_________________ 5,13 Kwp mit Blick auf´s Siebengebirge
http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=2233&profile_id=2002 |
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Beyenburgerin
Vielschreiber


Info: Betreiber
Angemeldet: 05.03.2008
Beiträge: 222
Wohnort: Wuppertal
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Verfasst am:
18.03.2008, 19:01 |
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Die Politik Chinas hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten schon gewandelt, aber zum schlechten. Einen gewissen Einblick habe ich, weil mein ältester Bruder von 1980 bis 1982 ein Stipendium des DAAD für einen Chinaaufenthalt hatte. Damals sahen die Ideen in Chinas Elite echt noch anders aus, z.B. wollte man bei der anstehenden Industrialisierung auf Umweltschutz achten.
Seit Ende der 80iger sind diese Ideen aber verdrängt worden und die Menschenrechte hielten mit der in vielen Bereichen der Welt zu beobachtenden positiven Entwicklung nicht stand.
Bei vielen Konsumgütern weiß man nicht, woher sie stammen, aber Textilien z.B. sind immer gelabelt. Deshalb vermeide ich schon seit Jahren Produkte aus China.
Aufgrund der extmren ausgeweiteten Produktpiraterie sollte man sich sowieso überlegen, ob man bei Kaufentscheidungen nicht bewusst heimische Betriebe unterstützt.
Chinamodule kommen mir nicht aufs Dach (und auch meinem jüngsten Bruder nicht, der mit einer Chinesin verheiratet ist), nicht nur aus Boykottgründen. Dieses Land ist so unberechenbar, wie steht es da mit einer Garantie von 20 bis 25 Jahren? Wenn die sowieso schon unzuverlässig sind, dann ...
Ich persönlich würde mich über einen Boykott der olympischen Spiele freuen, für mich war es von Anfang an klar, dass es keine gute Entscheidung war, Bejing zu wählen.
An meine Vorschreiber: Man kann sich nicht um jedes Problem in der Welt kümmern, dshalb fällt dem einen oder anderen eine Problematik später auf als anderen. Also besser verspätet als nie.
Lichtblick, ich finde es gut, dass du dieses Thema hier anschneidest. |
_________________ Gruß Brigitte
48 x Solarwatt M220-60 GET AK 235 Watt, 2 x Solarmax 6000S
http://www.solarlog-home.de/beyenburger_sonne/ |
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Marius
Öfters hier

Angemeldet: 23.04.2008
Beiträge: 17
Wohnort: Tokyo, Japan
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Verfasst am:
16.05.2008, 08:21 |
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Hallo,
Gut, Politik sollte im Forum kein großes Gewicht haben, aber diese "Kauft nicht bei Chinesen" Einstellung ist wirklich Unsinn. (Das sage ich jetzt nicht nur weil ich chinesische Module im Programm habe)
Das Argument lässt sich nämlich ganz einfach auf fast jedes Land richten. Deutschland ist zum Beispiel einer der größten Landminen Hersteller der Welt und wir fänden es auch seltsam, wenn plötzlich keiner mehr deutsche Solarmodule kaufen würde, weil ein anderer Industriezweig unseres Landes (oder die Politik) Mist baut.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was ein Boykott von Waren aus "bösen" Ländern irgendwem bringen sollte. Ist ja nicht so, dass arme Länder, die bereits eine kaputte Wirtschaft haben, kategorisch "gut" sind.
Oder wie war denn das, als ein paar der Amis deutschen Wein zerdeppert haben und French Fries in Freedom Fries umbenannt haben, weil sie sauer waren, dass wir nicht mit ihnen in den Krieg gezogen sind? Das war doch genauso Unsinnig.
Unser Job ist nicht die Politik, sondern eine friedliche Energiewirtschaft, und da wär mir auch Nordkorea willkommen, wenn sie Solarmodule statt Atomkraft wollten. |
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Holter
Stammmitglied

Angemeldet: 24.01.2007
Beiträge: 143
Wohnort: Niederrhein
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Verfasst am:
16.05.2008, 08:47 |
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| Marius hat Folgendes geschrieben: |
| Deutschland ist zum Beispiel einer der größten Landminen Hersteller der Welt und wir fänden es auch seltsam, wenn plötzlich keiner mehr deutsche Solarmodule kaufen würde, weil ein anderer Industriezweig unseres Landes (oder die Politik) Mist baut. |
a propos, ich weiß nicht, ob das in diesem Forum schon erwähnt wurde: Diehl baut Landminen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diehl_Stiftung
bis dann
Christian |
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boese
Fleißiges Mitglied

Info: Betreiber
Angemeldet: 28.04.2007
Beiträge: 333
Wohnort: Wolfsburg
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Verfasst am:
16.05.2008, 11:18 |
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@holter und @marius:
Jetzt haut ihr hier aber Einiges durcheinander. Es geht lichtblick nicht darum, was die Wirtschaft eines Landes herstellt, sondern es geht um die Menschenrechtspolitik einer bestimmten Nation.
Das Beispiel mit der Landminenherstellung ist umso abstruser, als auch China Unmengen Landminen herstellt.
Was China von Menschenrechten und von Meinungsfreiheit hält, hat sich ja gerade in den letzten Wochen bei den Fackelläufen in den verschiedenen Ländern sehr deutlich gezeigt. Beyenburgerin hat darüber hinaus sehr zu Recht auch noch einmal darauf hingewiesen, dass Chinesen Patente ziemlich egal sind und sie schamlos alles kopieren, was ihnen gut verkäuflich erscheint. Wenn Euch weder Politik noch Wirtschaftsrecht interessieren, kauft bzw. verkauft ruhig weiter chinesische Produkte - dafür leben wir in einer Demokratie, in der jeder im Rahmen der Gesetze sein Handeln nur vor sich selbst verantworten muss. Ich selbst aber werde, wenn es irgendwie geht, chinesische Produkte in den Regalen liegen lassen, bis sie verschimmeln. |
_________________ 5,24 kWp mit 22 Sunways SM230 - 240Wp, SMA 5000 TL HC, SolarLog 100e |
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Marius
Öfters hier

Angemeldet: 23.04.2008
Beiträge: 17
Wohnort: Tokyo, Japan
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Verfasst am:
16.05.2008, 11:45 |
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Naja, ich will auch gar nicht darum streiten, ob in China alles super läuft oder nicht. Ich meine nur, dass ich Solarenergie (bzw Erneuerbare Energien ganz allgemein) als eine sehr positive Sache empfinde, egal wo sie herkommt oder hingeht. Natürlich haben wir in Deutschland eine wesentlich fortschrittlichere Infrastruktur und ein effektiveres Wirtschaftssystem, so dass wir hochwertige Technik herstellen können. Damit kann China natürlich noch nicht mithalten.
Aber man darf nicht vergessen, dass auch für heutige Industrieländer wie Japan oder Deutschland den Weg zur Industrienation mit vielen Privilegien für Arbeitnehmer und Bevölkerung (z.B. Menschenrechte, Versicherungen usw) sehr steinig war. Ich persönlich glaube daran, dass auch China die Möglichkeit hat, westliche Werte wie Menschenrechte und Individualität zu erlernen und sehe Solarenergie als einen positiven Faktor auf diesem Weg. Dem teilweise schon rassistisch anmutenden China-Bashing in den Medien jedenfalls kann ich mich jedenfalls nicht anschließen. Demokratie und Co ist halt ein stetiger Lernprozess, den wir in der EU mit Verlaub auch noch nicht perfektioniert haben.
Was die Patente angeht stimmt das was du sagst. Schlimmes Raubkopiererland das. Aber wenn man mal an das Image der Japaner der 70er zurückdenkt war das glaube ich in etwa eine vergleichbare Situation: Damals hieß es auch, die Japaner kopieren nur, aber irgendwann sind sie durch das viele kopieren besser und effektiver geworden als die amerikanischen Originale und auf einmal fanden das alle gut. Heute schreckt jedenfalls kaum einer mehr vor japanischen Produkten zurück. |
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Matze941
Neu hier


Info: Interessent
Angemeldet: 16.05.2008
Beiträge: 6
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Verfasst am:
16.05.2008, 12:29 |
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Ich bezweifle, dass ich ausreichend Informationen besitze aber ich denke, dass es China ziemlich wenig interessiert wenn ein paar Sportler zum Beispiel zuhause bleiben. Vor den Spielen werden sie auf lieb und brav tun und nach den Spielen so weitermachen wie bisher. |
_________________ Der Vorteil der Klugheit besteht darin, daß man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. - Kurt Tucholsky |
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Beyenburgerin
Vielschreiber


Info: Betreiber
Angemeldet: 05.03.2008
Beiträge: 222
Wohnort: Wuppertal
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Verfasst am:
16.05.2008, 12:55 |
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| Zitat: |
| Ich persönlich glaube daran, dass auch China die Möglichkeit hat, westliche Werte wie Menschenrechte und Individualität zu erlernen |
@Marius: Man war in China schon auf dem besten Wege dazu, und das bis zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Dies kann ich aufgrund vielfältiger persönlicher Kontakte sagen. China ist derzeit mehr Diktatur als Mitte der 80iger, leider. Die Ideen, die man in China Anfang der 80iger hatte waren "fortschrittlich". Man schicke kluge Köpfe ins westliche Ausland, damit diese hier studieren. Ich habe damals intensive Gespräche mit solchen Studenten geführt. Die Idee war es , bei der Industrialisierung die Fehler der westlichen Welt bez. Umweltverschmutzung zu vermeiden. Auch hat man dahingehend Überlegungen gehabt, ohne Atomkraft auszukommen, nur um zwei Beispiele zu nennen. Dann wurde die Führungsriege ausgetauscht, und die guten Ideen gerieten in Vergessenheit.
| Zitat: |
| Damals hieß es auch, die Japaner kopieren nur |
Die Chinese haben genug kluge Köpfe, um alles selber zu entwickeln. Allerdings fehlt es am Willen. |
_________________ Gruß Brigitte
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Marius
Öfters hier

Angemeldet: 23.04.2008
Beiträge: 17
Wohnort: Tokyo, Japan
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Verfasst am:
19.05.2008, 05:46 |
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Hallo Beyenburgerin,
was du sagst finde ich sehr interessant. Ich kenne das auch, dass viele hier studieren, dann nach China zurückkehren und aus unserer Sicht "nix gelernt haben". Ich kenne China ehrlichgesagt viel zu wenig um darüber urteilen zu können, aber ich denke schon, dass die was gelernt haben. Auch der rege Austausch chinesischer Studenten nach Europa und umgekehrt ist eine tolle Sache. Aber es dürfte klar sein, dass die nicht nach Hause zurückkehren und nur weil sie ein Semester oder ein gar ein ganzes Studium im Ausland waren plötzlich China komplett umkehren. Ich wohne hier in Japan und sehe hier auch viele Sachen die besser sind als zu Hause. Respekt beispielsweise und Sauberkeit, aber wenn ich, um mal ein profanes Beispiel zu bringen, nach Deutschland zurückkehre und den Leuten sage, sie sollen doch bitte ihre Bierbuddeln nicht bei mir in den Vorgarten schmeißen (was in Japan selbstverständlich ist), dann gibts nur Gegrinse. So ähnlich wird das schätze ich mit Chinesen sein, die im Westen gute Werte finden und sie nach Hause bringen wollen. Die Kultur, die Gewohnheit und das System sind einfach stärker. Das braucht Zeit etwas zu verändern. Und wenn dann noch "Vorzeigedemokratien" wie Amerika Krieg statt Demokratie exportieren, dann ist es auch für einen Europäer schwer, Demokratie und das ganze "Servicepaket westliche Werte" mit Menschenrechten, Religionsfreiheit und Freude am Fahren zu rechtfertigen.
China ist halt groß, da gehen Veränderungen nicht von heute auf morgen. Und man hat irgendwie so wenig Nachrichten aus der Politk Chinas, das ist schade. Ich könnte nicht mal drei führende chinesische Politker nennen, oder wichtige kulturelle oder wirtschaftliche Städte. Geschweige denn aussprechen. Da fehlt mir einfach die Information. Wie könnte ich also irgendein Urteil über das Land fällen, alles was ich kenne sind nur Schlagzeilen. |
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Beyenburgerin
Vielschreiber


Info: Betreiber
Angemeldet: 05.03.2008
Beiträge: 222
Wohnort: Wuppertal
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Verfasst am:
19.05.2008, 09:04 |
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Hallo Marius,
ich habe sozusagen Einblicke von innen durch meinen ältesten Bruder. Er war von 1980 bis 1982 in China (Stipendium des DAAD, damals liefen wirklich noch viele Chinesen in der blauen Mao-Kleidung rum). Er hat danach immer mal wieder in China gearbeitet, insgesamt mehrere Jahre, in Beijing und Hongkong, sowie diverse Geschäftsreisen nach China gemacht. Verheiratet ist er mit einer Chinesin (in Hongkong geboren, nach Taiwan geflüchtet) die auch in Hamburg studiert hatte. Mein Bruder hatte immer wieder Kontakte zu chineschen Studenten in Deutschland gesucht, um die Sprache zu üben. Er hat auch immer wieder Besucher mit zu uns nach Hause gebracht (400 km vom Studienort entfernt) und es gab heiße Diskussionen rund um den großen Esstisch in einer politischen Runde, wie sie damals in der großen Politik undenkbar war: Chinesen und Taiwan-Chinesen an einem Tisch. Daher auch meine Information, dass die rot-chinesischen Studenten sich damals auch neben dem Studium umfassend informiert haben, was man besser machen kann, um Umweltsünden zu vermeiden (zu der Zeit gab es über dem Ruhrpott aufgrund der Emissionen und dadurch verursachter Lichtbrechungen im Winter nur eine orange und keine gelbe Sonne). Die Ideen und Entwicklungen in China in den 80igern waren wirklich sehr interessant und vielversprechend. Es schmerzt mich sehr zu sehen, was daraus geworden ist, zumal ich persönlich davon betroffene Menschen kenne.
Die Produktpiraterie liegt eigentlich auch nicht in der Mentalität der Chinesen, viele werden gar nicht wissen, was sie da produzieren. Es würde für sie Gewissenskonflikte aufgrund ihrer Lebensart auslösen. Das zeigt einmal mehr, wie gewissenlos die derzeitige Regierung dort mit ihren Bürgern umgeht.
Die Idee, die olympischen Spiele in China stattfinden zu lassen, war prinzipiell gut. Ich erinnere mich, dass man bei dieser Entscheidung auf den Südkorea-Effekt gehofft hatte. Die Spiele 1988 in Seoul haben ein Land auf dem Weg zur Demokratie aufgrund der politischen Auflagen, die mit den Spielen verbunden waren, demokratisch stabilisiert. Es ist sehr schade, dass diese Hoffnungen bezüglich China nicht bewahrheitet haben. |
_________________ Gruß Brigitte
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Marius
Öfters hier

Angemeldet: 23.04.2008
Beiträge: 17
Wohnort: Tokyo, Japan
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Verfasst am:
19.05.2008, 09:22 |
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Ich halte Olympische Spiele für eine sehr gute Sache. Deutschland hat nach dem Krieg ja auch die Möglichkeit bekommen sich zu re-etablieren. Natürlich lassen sich Deutschland 1946 und China heute nur schwer vergleichen, aber eine Olympiade soll ja Verständigung bewirken und das tut sie ja auch. Deswegen verstehe ich diese ganzen Boykott geschichten auch wirklich nicht.
Ich arbeite ja in Japan und ich kann das bestätigen: Wenn man so weit ab der Heimat ist, dann kommt einem jeder Europäer wie der Nachbar von Nebenan vor. So ähnlich geht es wahrscheinlich den Chinesen und Taiwanesen und so weiter. Wir Europäer haben ja auch einen gesunden Berg von Vorurteilen gegenüber unseren Nachbarn. Holländer und Campingwägen, Franzosen und kein Englisch, bis hin zu Polen und Diebstahl und Deutschland und Weltkrieg. Das sind halt unsere Klischees und manche glauben auch dran. Aber wir würden uns deswegen wahrscheinlich nicht an die Gurgel gehen, was daran liegen mag, dass es uns wirtschaftlich ausgezeichnet geht.
Als Europäer hat man ja die Möglichkeit die asiatischen Quengeleien aus der Distanz zu bestaunen, aber so geht es denen wahrscheinlich auch mit unseren Problemen. Schön jedenfalls wenn man Europäisch spricht und Asiatisch.  |
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