Übersetzungsverhältnis bei 2achsiger Nachführung

Solaranlagen die dem Sonnenstand vertikal und/oder horizontal nachgeführt werden.

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Übersetzungsverhältnis bei 2achsiger Nachführung

Beitragvon Karlk » 10.12.2008, 09:57

Hallo

Ich bin gerade am überlegen, ob ich mir nicht selbst eine massive 2achisge Nachführung mit einer PV-Leistung von ca. 5kWpeak machen soll.
Welche Getriebeübesetzung sollte man bei der Ost-West Achse ca. wählen?

Ich habe einen gebrauchten (guten Zusand) außenverzahnten Drehkranz
mit einem Außendurchmesser von ca. 714mm (inkl. Verzahnung),Bauhöhe = 56mm, Innendurchmesser 433mm, Zähnezahl 100, Befestiungsbohrungen jeweils am Aussen- und Innenring 8*17mm
Materialstärke bei den Befestigungsbohrungen 12mm.
Typbezeichnung finde ich keine: es sind nur die Schlagzahlen
93
20/6506838
192904/17
am Drehkranz eingschlagen


Ich stelle mir vor, das ich den Drehkranz mit einem massiven selbsthemmendes Schneckengetriebe, und einem vorgelagerten Planetengetriebe antreibe, Übersetzungsverhältnis in der Größenordung
zwischen 13000 und 17000.
Damit würde der Drehkranz ca. 5min für eine 180° Drehung benötigen.
Welche Motorleistung würdet ihr empfehlen 60Watt, 90Watt (Drehstrmmotor, 1480U/min).

Es gibt viele Bastler, die schon eine Nachführung gemacht haben, bzw. Fertigprodukte, welche Übersetzungen habt ihr gewählt bzw. sind im Einsatz?

Danke für eure Unterstützung
Karlk
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Beitragvon der_stefan » 10.12.2008, 21:28

ca. 1:10000 hat sich bei einigen Herstellern bewährt (Dauer für 360°=6-8 Minuten). Du kannst dann von Selbsthemmung im Getriebe ausgehen (auch bei Vibrationen) und brauchst - bei entsprechend stabiler Auslegung - keine Bremsen oder ähnliches. AC-Motore mit 1480 U/min verwenden mehrere Hersteller kommerzieller Nachführungen.
Drehstrommotor+Schneckengetriebe auf Drehkranz (ca. 600mm) setzen mehrere Hersteller ein. Hersteller-Linkliste z.B. hier: http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?p=173832&highlight=#173832

Leistung für den Azimutmotor ca. 100-150VA, kleiner geht auch, aber man will ja auch bei starkem Wind noch sicher drehen können. Bei geringer Last (Normalfall) läuft der Motor nahe am Leerlauf und verbraucht dann eh' viel weniger als die 100VA. Drehstrommotor halte ich persönlich für sehr gute Wahl, der ist absolut zuverlässig, verschleiß- und wartungsfrei (im Ggs. zu DC-Motoren, außer die bürstenlosen). Falls kein Drehstrom zur Verfügung steht, einfach einphasig mit Hilfskondensator laufen lassen, ist immer noch besser als DC-Motore. (Kondensator-ED = 100% nehmen.) Hier eine Verbrauchsberechnung: http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?p=68136&highlight=#68136

Achte darauf, das Panel möglichst im Schwerpunkt (oder sehr nahe zu selbigem) zu lagern, dann braucht man nahezu keine Motorleistung für die Elevationsachse (Drehmomente und Kräfte bleiben klein).

Einige Selbstbauer entscheiden sich aber lieber für einachsige Nachführung (geneigte Azimut-Achse), die ist mechanisch einfacher zu realisieren (geringere Kosten) und bringt nur einen unwesentlich geringeren Ertrag, je nach Hersteller variieren die Aussagen hierzu naturgemäß, da unterschiedliches Lieferprogramm... :-) Einachsig kann man bei Wind nicht (wirklich) in die Horizontale fahren.
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Beitragvon Heiko » 10.12.2008, 23:40

Bei mir dreht sich 270° in ca.30min :shock:

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Beitragvon Karlk » 11.12.2008, 06:57

Guten Morgen

Vielen Dank für eure schnelle und sachliche Antwort.

Ich will euch nicht nerven, aber was schlägt ihr zum Neigen bez. zum Kippen der Module vor.
Ich hab dann an eine Trapezspindelantrieb mit einer stehenden Spindel
(Spindel 50x8),Hub 1000mm inkl. Schwenklager samt Drehstrommotor und Getriebe, Schutzrohr, Faltenbalg, Endschalter und Kugelkopf,gedacht.
Massive Ausführung halt.
Aber als ich mir das Teil anbieten ließ, hats mir die Sprache verschlagen - die wollen ja über 2000Eur dafür - das ist der Wahnsinn!
Was gibts noch für Möglichkeiten - sollte aber etwas massives sein?
Ich denke über eine massive Zahnstange, welche ich ebenfalls über ein Schneckengetriebe antreibe, nach.
Die Zahnstange zusätzlich mit einem Stahlprofil verstärken! Aber mit der Führung bei Zahnrad, welches sich beim Schneckengetreibe befindet, bin noch nicht ganz im klaren.

Habt ihr da eine lösung bzw. Idee dazu? Oder sollte ich in den sauren Apfel beißen, und bei der Trapezspindel bleiben.
Mir geht es hauptsächlich darum, das mir das Teil beim Sturm nicht knickt (Strumböe)!

Gruß
Karlk
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Beitragvon der_stefan » 11.12.2008, 07:56

Gute Zahnstangen-Antriebe gibt's diverse, z.B. hier: http://www.lock.de/de/produkte/getriebe/produktuebersicht.php?navid=47
Auf der Intersolar 2008 waren auch Hersteller von ähnlichen Antrieben.

Wie oben geschrieben, solltest du dein Panel "im Schwerpunkt" lagern, dann sind "nur" die Windkräfte zu bewältigen (unbedingt nachrechnen!!!).
Wenn man's selbst nachrechnet, kommt raus, dass so eine Zahnstange ein 60m^2-Panel locker hält, auch bei _sehr_ starken Böen mit entsprechender Sicherheitsreserve.
Abgerissene Elevations-Spindeln (und/oder ähnliches) gibt's immer wieder bei verschiedenen Herstellern... :roll:
im Forum nach "abgerissen" suchen...
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Beitragvon Karlk » 12.12.2008, 10:04

Hallo
Danke für eure Unterstützung.
Ihr schreibt, das schon einige Elevations-Spindel abgerissen sind, das müssen aber Spindel sein, mit einem kleinen Durchmesser. Ich kann mir nicht vorstellen, das es eine Spindel mit 50x8 abreisst, außer sich ist ein paar Meter lang und dann wird sich diese max. etwas verbiegen.

Je länger ich bei der Nachführung nachdenke, umsomehr Fragen tauchen für mich auf.

Welche PV-Module (Hersteller) verwendets ihr bzw. sind für eine Nachführung geeignet und wie werden diese am Tracker befestigt.

Ich muß sagen, das ich so ein Ding in Wirklichkeit noch nicht gesehen habe, aber wenn ich so im Internet surfe, dann sieht man Tracker, wo die
PV-Module mit einer großflächigen Beilagscheibe befestigt sind (Ausführung wie Aufdach-Montage) oder mit den "normalen" Modulklemmen - ist dies ausreichen, ohne das die Dinger bei einem Lüftchen wegfliegen. Weiters sieht man auf den Bildern, das einige "relativ" kleine Aluprofile verwenden wo die PV-Module angeschraubt sind, oder sind dies spezielle Profile?

Mir schwebt vor, das ich die Module bei den Befestigungsbohrungen auf der Längsseite (je nach Fabrikat einige Bohrungen 8mm oder auch Langlöcher auf der Unterseite) direkt auf ein verzinktes Stahlprofil schraube (das würde heißen, das die komplette Längsseite des Moduls liegt auf). Zwischen den einzelnen Modulen würde ich nur einen Spalt von ca. 5mm lassen.
Denke da an ein verzinktes Formrohr von min.80x80x4mm Querschnitt.
Doch meine Bedenken sind: unterschiedliche Ausdehung der Materialien und was mache ich mit den Drainagebohrungen insbesonders bei den Hohlkammerprofilen wie es die SOLON Module haben bzw. besitzen.

Könnt ihr mir da Ratschläge geben?
Welche Profile (Querschnitte) verwendets ihr bzw. sind im Einsatz.

Frage: wer hat einen zweiachs Tracker im Raum Oberösterreich oder westliches Niederösterreich im Einsatz? Ich würde mir mal so ein Ding in Natura ansehen.

Gruß Karlk
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