Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.
Moderator: Mod-Team
von zedroeder » 14.08.2011, 10:27
Hallo zusammen, wir sind gerade dabei, unsere alten Gewächshäuser abreißen zu lassen (Fenster wurden schon entfernt). Dabei ist meine Schwiegermutter auf die Idee gekommen, ggf. doch ein Gewächshaus zur Nutzung von Photovoltaik stehen zu lassen, da die Konstruktion noch sehr stabil ist und die Lage Richtung Süden ideal (siehe angehängte Bilder). Nach Sichtung des Forums und Google-Recherche, gab es hierzu bereits ein paar ähnliche Threads, allerdings möchte ich dass Thema nochmal konsolidiert hinterfragen/verstehen: 1. Technische Realisierung (Standort: Münsterland; Dachneigung ca. 15 Grad: ; Ausrichtung: Süden; Dacheindeckung: ohne Glas; Glasmass: 165 Länge x 72 Breite cm; Fläche: ca. 185m2 = 37m Länge x 5 m Breite) a) Mit welcher Leistung (Daumenwert) kann man bei dieser Anlage rechnen? b) Welches Befestigungssystem eigent sich: Module direkt als Glasersatz (Tausch Glas > Modul > Module einfach kleben?) oder konventionelle Alu-Unterkonstruktion (was ist günstiger?) c) Ist eine galvanische Trennung zwischen Gewächshaus und Befestigungsklemmen/Modulen erforderlich (z.B.Isolierband auf die Streben kleben)? d) Statik: Ist das Modulgewicht vergleichbar mit Gewicht der ehemaligen Scheiben und Heizungsrohre, oder ist Statikprüfung notwendig? e) Muss ich mit Windproblemen (fliegen mir die Module beim nächsten Sturm davon?)/Windlast, oder Temperaturproblemen rechnen? f) Wo sollen Zählerplatz, Zähleranschlußsäule, Wechselrichter stehen? g) Sollte noch dieses Jahr realisiert werden, oder ist das egal (bspw. gibt es keine Vergütung des Selbstverbrauchs für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb gehen)? 2. Genehmigunga) Welche Genehmigungen (von wem?) sind erforderlich (Baugenehmigung, strahlungsrechtlichen Vorschriften, EVU)? b) Förderung per Einspeisevergütung/Gebäudevergütung: Wird das Gewächshaus als Dachfläche anerkannt (durch wen erfolgt die Anerkennung???), wenn alle Scheiben fehlen und dieses nicht mehr als Gewächshaus genutzt wird? 3. Kosten/Finanzierunga) Was kostet die schlüsselfertige Anlage (Daumenwert) (inklusive Module, Montage, Netzanschluss, ggf. Statikprüfung)? b) Welche Befestigungsvariante ist günstiger: Module direkt als Glasersatz (Tausch Glas > Modul) vs. konventionelle Alu-Unterkonstruktion? c) Was für Betriebs- und Wartungskosten (wird auch eine extra Versicherung benötigt?) kommen auf mich zu? d) Gibt es steuerliche Nachteile in der Abschreibung, wenn die Module die Dachhaut bilden? e) Komme ich mit der Anlage über >= 30kWp? Falls ja müsste ich den Stromanschluß doch anteilig auch mitbezahlen? > wäre es daher ggf. sinnvoll unter 30kWp zu bleiben, damit der Anschluss komplett durch den EVU finanziert werden muss und dann nachträglich die Anlage zu erweitern? f) Welche Finanzierung ist die sinnvollste (KfW-Kredit, mit ohne Eigenanteil)? 4. Take it or leave it / Nächste Schrittea) Mit welcher Rendite/Amortisationszeit rechnet ihr? b) Gretchenfrage: Würdet ihr das Vorhaben als sinnvoll/gewinnbringend erachten? > Wichtig, da Abbruchfirma dann kurzfristig informiert werden muss... c) Was sind die nächsten Schritte für die Entscheidungsfindung (bspw. Ermittlung der Flächen; Ermittlung der möglichen PV Anlagengrößen (je nach Technologie und Einbauvariante); Ermittlung der Preise; Anfrage beim EVU,...)? Vielen Dank im Voraus Zed
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von Photonensammler13 » 14.08.2011, 10:52
Hallo zedroeder,
zunächst herzlich willkommen im Forum!
Aber so viele Fragen (18)! Um sie alle zu beantworten, müsste man den schönen Sonntagvormittag + ?? verbringen. Bin mal gespannt, wer dazu Lust hat.
Sonnige Grüße
Photonensammler13
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von J.R » 14.08.2011, 12:19
Hallo und wilkommen im Forum. Du machst es dir aber auch ganz einfach und stellst alle möglichen Fragen .Wie wäre es mit lesen,suchen und Nachdenken somit wäre die hälfte der Fragen schon beantwortet. Etwas mehr Eigenleistung wird schon erwartet. Tschao J.R 
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von Photonensammler13 » 16.08.2011, 11:57
zedroeder hat geschrieben:Hallo zusammen,
wir sind gerade dabei, unsere alten Gewächshäuser abreißen zu lassen (Fenster wurden schon entfernt). Dabei ist meine Schwiegermutter auf die Idee gekommen, ggf. doch ein Gewächshaus zur Nutzung von Photovoltaik stehen zu lassen, da die Konstruktion noch sehr stabil ist und die Lage Richtung Süden ideal (siehe angehängte Bilder).
1. Technische Realisierung (Standort: Münsterland; Dachneigung ca. 15 Grad: ; Ausrichtung: Süden; Dacheindeckung: ohne Glas; Glasmass: 165 Länge x 72 Breite cm; Fläche: ca. 185m2 = 37m Länge x 5 m Breite) a) Mit welcher Leistung (Daumenwert) kann man bei dieser Anlage rechnen? b) Welches Befestigungssystem eigent sich: Module direkt als Glasersatz (Tausch Glas > Modul > Module einfach kleben?) oder konventionelle Alu-Unterkonstruktion (was ist günstiger?) c) Ist eine galvanische Trennung zwischen Gewächshaus und Befestigungsklemmen/Modulen erforderlich (z.B.Isolierband auf die Streben kleben)? d) Statik: Ist das Modulgewicht vergleichbar mit Gewicht der ehemaligen Scheiben und Heizungsrohre, oder ist Statikprüfung notwendig? e) Muss ich mit Windproblemen (fliegen mir die Module beim nächsten Sturm davon?)/Windlast, oder Temperaturproblemen rechnen? f) Wo sollen Zählerplatz, Zähleranschlußsäule, Wechselrichter stehen? g) Sollte noch dieses Jahr realisiert werden, oder ist das egal (bspw. gibt es keine Vergütung des Selbstverbrauchs für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2012 in Betrieb gehen)?
Zed
Hallo, dann will ich mal einige Fragen versuchen zu beantworten. a) Je nach dem, was maßtechnich draufpasst ca. 23 - 26 kWp b) Wirst wohl keine Module finden mit den Maßen 165 cm x 72 cm. Also Alu-Unterkonstruktion, mit der Du alle möglichen Module dann montieren kannst. c) Wozu? Die Metallstreben mit Erdungsspießen verbinden und Du hast gleichzeitig eine Blitzschutzanlage. d) Was wiegt derzeit ein m² Glas mit Heizungsrohren? Ein Modul mit 165 cm x 99,5 cm wiegt ca. 19 bis 21 Kg (siehe Moduldatenbank). Vergleich mit alt gegen neu gibt dann Antwort. e) Ich glaube schon, denn der Wind kann ohne Wandverglasung gut unter das ganze Moduldach. f) Zählerplatz natürlich regendicht, Zähleranschlußsäule brauchst Du hier doch nicht. WR können auch im Freien montiert werden. Mit SMA hab ich schon gesehen. g) Ja!, denn nächstes Jahr gibt es Absenkung der Einspeisevergütung. In welcher Höhe ist noch Blick in die Glaskugel. Das reicht erst mal Sonnige Grüße
Photonensammler13
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von michael091963 » 16.08.2011, 18:01
Zur Frage des Gebäudes lies mal §§ 32/33 EEG: http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2 ... 10008.htmlWichtigste Frage vorab wird die an den VNB sein, wieviel kWp dort ohne weiteres kurzfristig angeschlossen werden können.
24 x Sharp NU235 mit SMA SB5000-TL20 * Ausrichtung ~ 75 Grad * - PVGiS4-10% = 842 kWh/kWp www.sonnenertrag.eu
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von a.ritter » 18.08.2011, 08:44
1. Technische Realisierung (Standort: Münsterland; Dachneigung ca. 15 Grad: ; Ausrichtung: Süden; Dacheindeckung: ohne Glas; Glasmass: 165 Länge x 72 Breite cm; Fläche: ca. 185m2 = 37m Länge x 5 m Breite)
b) Welches Befestigungssystem eigent sich: Module direkt als Glasersatz (Tausch Glas > Modul > Module einfach kleben?) oder konventionelle Alu-Unterkonstruktion (was ist günstiger?)
Unterkonstruktion
c) Ist eine galvanische Trennung zwischen Gewächshaus und Befestigungsklemmen/Modulen erforderlich (z.B.Isolierband auf die Streben kleben)?
Ich habe mit Isoband getrennt
d) Statik: Ist das Modulgewicht vergleichbar mit Gewicht der ehemaligen Scheiben und Heizungsrohre, oder ist Statikprüfung notwendig?
Es ist vergleichbar
e) Muss ich mit Windproblemen (fliegen mir die Module beim nächsten Sturm davon?)/Windlast, oder Temperaturproblemen rechnen?
Temperaturprobleme - im Gegenteil, die Kühlung der Module ist so sehr gut Wind ? - Bei mir sind die Scheiben auf der Nordseite und an den Seiten geblieben. So kann sich der Wind nicht unter den Modulen verfangen.
Ist das Haus verzinkt ? Hält die Konstruktion noch die nächsten 25 Jahre ?
Gruß
A. Ritter
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von dennisophie » 24.08.2011, 16:16
Hi,
es wäre zunächst einmal zu klären, WO das Objekt steht, ob nämlich baurechtlich die Stromerzeugung im Rahmen einer Nutzungsänderung möglich ist. Es gibt hierzu nämlich zwei Einschränkungen: im Außenbereich handelt es sich bei der Errichtung einer PV-Anlage nicht um eine genehmigungsfreie Maßnahme. Genauso könnte es im reinen wohngebiet schwierig werden, wenn nämlich nicht oder nur geringfügig selbst verbraucht wird, dann andelt es sich um eine gewerbliche Nutzung des Grundstücks, hierfür musst du eine Nutzungsänderung beantragen.
Zeitens willst du doch wohl nicht auf dieses Klappergestell eine hochwrtige PV-Anlage montiern lassen. Sch´ bitte ´mal in die Statik, dur wirst sehen, dass die Lastannahmen nicht ausreichen, zumal das Bauwerk offen ist.
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von spreesun-si » 25.08.2011, 09:41
Hi, Statik prüfen lassen, feststellen paßt nicht, --> abreißen, fertig,
Schrottpreise sind derzeit spitze !,
Spaß beiseite, würde hier derzeit kaum eine hochwertige PV installieren
Mit sonnigem Gruß Spreesun-si
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von Schletter Profi Tip » 30.08.2011, 11:54
Sehr wichtig ist hier die Statik zu prüfen, da Gewächshäuser in der Regel in Deutschland ohne Schneelast gerechnet werden und diese auch nach 10 Jahren einstürzen dürfen.
Schletter GmbH Alustr. 1, 83257 Kirchdorf http://www.schletter.de Sitz: Kirchdorf Handelsregister: AG Traunstein Handelsregisternummer: HRB 3899 Geschäftsführer: Ludwig Schletter, Andrea Schletter
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von zedroeder » 03.09.2011, 13:15
Hallo zusammen,
Danke für die netten Willkommensgrüße und hilfreichen Antworten (v.a. von A. Ritter, welcher 2 vergleichbare Vorhaben bereits realisiert hat).
- zum Thema "Klappergestell" und "Statik prüfen lassen, feststellen paßt nicht, --> abreißen, fertig" liegt nun der positive Statiknachweis für Trapezblechdach, Unterkonstruktion, PV-Module und Schneelast vor
- zum Thema "Nutzungsänderung und Genehmigungsfreiheit" liegt seit dem 30.07.2011 eine geänderte Fassung des BauGB vor: § 35 Bauen im Außenbereich (1) Im Außenbereich ist ein Vorhaben nur zulässig, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und wenn es 8. der Nutzung solarer Strahlungsenergie in, an und auf Dach- und Außenwandflächen von zulässigerweise genutzten Gebäuden dient, wenn die Anlage dem Gebäude baulich untergeordnet ist.
Bleibt die Frage speziell an dennisophie bzw. auch gerne an allen anderen Forumsmitglieder, warum es sich hier nicht um eine genehmigungsfreie Maßnahme handeln soll?
Viele Grüße
Zed
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