Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.

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Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon live-tuning » 12.01.2011, 12:44

So, jetzt hab ich einen Dachschaden.
Im Spätsommer 2009 wurden , im Auftrag von meinen Solarteur, von einem Zimmerer die Module auf unseren Stall montiert.

Vorgestern haben wir festgestellt dass einige Dachziegel (Frankfurter Pfanne, ca. 25Jahre alt) gebrochen sind. Und zwar genau diese wo der Haken, der am Sparren befestigt ist, auf dem Ziegel aufliegt. Es wurde nur bei dem Ziegel der darüber liegt die untere Nase entfernt. Ob er auf dem unteren Ziegel bei der Montage auflag weiß ich leider nicht da ich damals, mangels Kenntniss leider nicht darauf geachtet hab.

Bei meiner Recherche im Netz hab ich jetzt herausgefunden dass ein Hakenabstand von 160cm als kritisch einzustufen ist. Das Dach hat einen Sparrenabstand von ca. 82cm und es ist leider nur an jeden zweiten ein Haken befestigt. Es ist rel. flach (30-40Grad) und hat einen Schneefang. Diesen Winter haben wir bis jetzt insgesamt in der Flur irgendwas um die 70cm Schnee gehabt.

Wie schaut das jetzt rechtlich aus? Kann man den Zimmerer und oder Solarteur zur Rechenschaft ziehen. Müssen die das unentgeltlich reparieren??

Viele Grüße
Bernd
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon christian90 » 12.01.2011, 12:47

Ja du kannst Sie belangen, mache das als erstes am Telefon und dann Zeitnahe reparatur.
Ansonsten schriftliche Mängelrüge!
Das dach hat niemals 30-40° Dachneigung, da hast du was falsch oder nicht? :idea:
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon SunForFree » 12.01.2011, 12:53

Hallo,
es gibt für alle zugelassenen Befestigungen eine Systemstatik. Da ist als erstes zu prüfen ob der Abstand zulässig ist.
Das meiner Meinung nach entscheidende bei dir ist, wieviel Luft unter den Haken war bzw. ist. Auch bei ausreichender Hakenanzahl muss Luft unter diesen bleiben. Es gibt extra Unterlegeplatten (Sperrholzplatten gehen auch) für diesen Fall.
Mein Tipp: Unterhalte dich in aller Ruhe mit dem Installateur und versuche eine gütliche Einigung zu erzielen. Falls alle Haken aufliegen kann das nämlich eine kostspielige Sache werden.
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon dachhaken » 12.01.2011, 13:12

Mal zum Thema Systemstatik:

Diese ist lediglich als "Grund"statik zu sehen. Meist enthält sie Lastannahmen, die nur einen Teil der deutschlandweit auftretenden Belastungen (Schnee, Wind usw.) berücksichtigen (Ausnahmen existieren selbstverständlich). Es ist also genau zu prüfen, ob die bauseits konkret vorliegenden Bedingungen in der Statik abgebildet sind. Wenn nicht, dann kann so eine Systemstatik für den konkreten Fall nicht so viel aussagen. Es muss dann auf Basis der Systemstatik mit den vor Ort konkreten Werten durchgerechnet werden. Erst dann erhält man die Werte, die dem Bauvorhaben entsprechen.

Und zum Themea "Luft" unter dem Hakenausleger:

Unterlegplatten sind eine Möglichkeit, allerdings ein Kompromiss. Besser hier sind Haken mit entsprechenden Maßen, die für die bauseits vorhandenen Latten- und Ziegelstärken dann auch passen. Leider wird heutzutage von verschiedenen Anbietern ein "Standardmaß" angeboten und der Installateur "futtert" dann auf, dabei oft genug mit abenteuerlichen Unterlagen. Gefährlich wird es dann vor allem, wenn der Haken bauseitsbedingt nicht mittig auf dem Sparren sitzen kann. Also besser passende Haken nehmen, die dann auch den Statiken entsprechen, denn in Statiken kommen Unterlagen wohl eher nicht vor.
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon SpookyBlue » 12.01.2011, 13:13

Außerdem wird bei diesem großen Hakenabstand die UK des Daches nicht mehr gleichmäßig belastet, da die Schneelast nun nur von von jedem 2. Sparren getragen wird und die anderen Sparren zwar die Hälfte der Pfannen tragen, sonst aber nichts zur stabilität beitragen.
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon eggis » 12.01.2011, 13:49

Moin Bernd und Willkommen!
live-tuning hat geschrieben:Bei meiner Recherche im Netz hab ich jetzt herausgefunden dass ein Hakenabstand von 160cm als kritisch einzustufen ist. Das Dach hat einen Sparrenabstand von ca. 82cm und es ist leider nur an jeden zweiten ein Haken befestigt.

Hast du vielleicht Fotos vom Bau der anlage gemacht aus denen die Unterkonstruktion mit den Dachhaken zu sehen ist.
In welcher Region (Schneelastzone) befindet sich deine Anlage? Sind Schneemassen von 70cm normal oder eher die Ausnahme?
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon Cheook » 12.01.2011, 13:58

live-tuning hat geschrieben:
Bei meiner Recherche im Netz hab ich jetzt herausgefunden dass ein Hakenabstand von 160cm als kritisch einzustufen ist.



Die Aussage ist ein bischen "weich".

Aspekt 1: Die Profilschiene der Unterkonstruktion hat eine Spannweite, die vom Hersteller angegeben wird. Bei 40x40 mm Profil können das etwa 1,60-1,70 m sein. Ist der Abstand zu groß, hat der Solateur Mist gebaut.

Aspekt 2: Die Dachstatik bzw. die Sparren können die Punktbelastung unter den Dachhaken (Gewicht der Anlage durch Anzahl der Dachhaken) nicht tragen. Hier kommt es darauf an, wer für die Statik unterschrieben hat, das könnte der Solateur ausgeschlossen haben.

Mein (immer gültiger) Rat: Fasse Deine Bedenken zusammen, schlaf eine Nacht drüber, und führe dann ein freundliches Telefonat mit Deinem Solateur. Vielleicht meint er, dass Du Dir zuviel Sorgen machst, oder er räumt ein, dass sein Unterlieferant schlecht gearbeitet hat? Solltest Du Dir unsicher sein, mach ein paar Fotos und stelle diese hier im Forum zur Diskussion.
Cheook
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon Boelckmoeller3 » 12.01.2011, 14:01

SpookyBlue hat geschrieben:Außerdem wird bei diesem großen Hakenabstand die UK des Daches nicht mehr gleichmäßig belastet, da die Schneelast nun nur von von jedem 2. Sparren getragen wird und die anderen Sparren zwar die Hälfte der Pfannen tragen, sonst aber nichts zur stabilität beitragen.


Hallo,

da lässt sich so pauschal noch nichts sagen, die Dachhaken sollten sich auf den Dachsparren abwechseln. Also eine horizontale Reihe auf jedem zweiten Sparren (falls die Herstellerstatik des PV-Gestells das so zulässt ) und die nächste horizontale Dachhakenreihe darüber dann auch alle 2 Sparren aber einen Sparren seitlich versetzt. Das immer abwechselnd so dass alle Sparren unter dem Generator mit Last belegt sind.
An den Rändern des Generators wegen Windlast jeden Sparren belegen.
Dachhaken gibt es auch in verstärkter Ausführung, dann setzen sie sich bei Belastung weniger, wahrscheinlich hier auch noch nur Standardausführungen.Es wird ja überall gespart wo es nur geht und sowas kommt dann raus.

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon live-tuning » 12.01.2011, 14:49

Erstmal vielen Dank für die zahlreichen und informativen Antworten.

Wenn alles klappt kommt der Zimmerer am Freitag um den Schaden zu reparieren.

Ich glaube dass ich damals ein paar Bilder vom Unterbau gemacht habe. Muss mal suchen…

Die Anlage steht in Nordbayern auf etwa 450m. Wir haben schon meistens gut Schnee, aber dieser Winter ist bis jetzt rel. extrem.

Gruß
Bernd
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Re: Frankfurter Pfanne gebrochen -> Dachschaden

Beitragvon stätzlinger » 14.01.2011, 20:52

Hallo,

das Problem gebrochener Dachplatten hat sich erledigt wenn man unter den Dachhaken Blechersatzziegel verwendet.

:wink: Stätzlinger
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