von Bento » 06.07.2011, 00:02
Hallo,
eigentlich gab es bisher immer zwei Fragen:
1) Wer muss sicherstellen, dass das Dach die zusätzliche Belastung trägt?
Antwort: Der Bauherr/Auftraggeber! Dies erfolgt üblicherweise durch die Beauftragung eines Statikers.
2) Wer muss sicherstellen, dass das Gestell die Module und die darauf einwirkenden Kräfte sicher auf den Untergrund überträgt?
Antwort: Der Solarteur! Dies erfolgt üblicherweise durch die Einhaltung der Vorgaben einer Systemstatik.
Die Problematik, die du ansprichst, betrifft den Dachhaken und damit das Bindeglied zwischen Dach und Gestell.
Ich bin der Meinung, dass die Dachhaken am wenigsten geregelt sind. Deinen Statiker interessieren die Haken nicht und viele Gestellstatiken hören bei zulässigen Dachhakenabständen auf, betrachten den Dachhaken an sich aber nicht mehr. Sie geben maximal noch die Anzahl der Dachhken pro m² Dachfläche an. Bei Befestigungen und Abständen zu darunterliegenden Pfannen gibt es dann meist - wenn überhaupt - nur noch Empfehlungen.
Ich denke mal, dass der Solarteur schon den Nachweis erbringen können muss, dass er genügend Dachhaken in ausreichender Stärke verbaut hat. Wenn er dann allerdings die Empfehlungen zu den Befestigungen und Pfannenabständen (üblicherweise 5 mm) einhält, dann sollte auch die immer vorhandene Durchbiegung der Haken kein Problem werden.
Natürlich kann das ein Statiker auch berechnen, aber ich glaube, dass wäre - ohne Grund - etwas viel verlangt! Ich habe es bisher auch noch nicht erlebt, dass jemand, der sich eine Markise hat anbauen lassen, vom Monteur den statischen Nachweis für die Schraubbefestigung verlangt hat. Hier sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Viele Grüße
Bento
Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
(Arnaud Desjardins)