Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.
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von PV-Rookie » 06.12.2011, 15:28
Hatte gestern einen Solateur auf dem Dach, der mir dann sagte, ich müsste die Folie unter den Pfannen neu machen lassen. Zugegebenermaßen existiert die Folie leider nur noch in Fetzen (das Dach stammt von Ende der 70-er), aber sollte man wirklich das Dach jetzt neu machen lassen? Seine Argumentation war jedenfalls, dass man sowieso eine Folie haben sollte und zudem bei der Installation einer PV-Anlage durch die Dachhaken eine Feuchtigkeitsbrücke bilden würde. Zudem würde durch das herausbrechen (-schlagen, -knippen) von einem Teil der Pfanne für die Dachhaken eine zusätzliche Möglichkeit der Wassereindringung ermöglicht werden. Wenn ich jetzt einen Dachdecker frage, wird der mir ohnehin ein neues Dach anbieten, denn er will ja verdienen. Deswege meine Frage hier an Euch, kann das jemand beurteilen? Das Dach hat eine Neigung von ca. 30° und ist mit normalen Dachziegeln aus gebranntem Ton eingedeckt, die optisch noch alle sehr gut aussehen. Bisher haben wir auch keinerlei (erkennbaren) Probleme mit Feuchtigkeit. Das Dach ist von innen mit Isover-Dämmung (20cm) mit abschließender Alufolie und Profilholz abgeschlossen.
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von Mühli » 06.12.2011, 15:31
Sag ihm lieber mal, er soll die Ziegel sauber ausflexen. Geschlagen wird da nix, sonst brauchst dich nicht wundern, dass es reinregnet. Da gibts schon Leute, die machen da Bombenkrater hin wo 1cm weg soll.
Fernbeurteilung is grad schlecht, auf meiner Kristallkugel liegt Schnee. Soweit ich weiß, muss man über der Regeldachneigung keine zweite Dichthaut einziehen, es ist aber empfohlen.
Gruß
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von PV-Rookie » 06.12.2011, 17:59
Mühli hat geschrieben:Soweit ich weiß, muss man über der Regeldachneigung keine zweite Dichthaut einziehen, es ist aber empfohlen.
Kannst Du hier ein wenig konkreter werden, danke?
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von Elektro und Umwelt » 06.12.2011, 19:20
Vor einiger Zeit hatte ich mal ein längeres Gespräch mit einem Ziegelhersteller. Dieser hat uns auch darauf hingewiesen, das Tondachziegel schon mal durchfeuchten können und nie 100% Wasserdicht sind. Je nachdem was sich also drunter befindet, sollte man schon eine entsprechende Dachpappe etc. verwenden. Gruß E&U
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von Janne » 06.12.2011, 19:57
Und im Winter wird gerne Schnee unter die Ziegel geweht, der schmilzt dann entweder bei Tauwetter oder an wärmeren Stellen im Dach, evtl dort, wo die Dämmung nicht so Dolle verlegt ist oder...... und dann läuft das Wasser hält in die Dämmung. Danach ist diese u.U. nass und dämmt deswegen nicht mehr gut, also kann es hier zu einer Verschiebung des Taupunktes kommen und zu einem Ausfall von Kondeswasser weiter innen und in der Folge zu Schimmelbdung. Wohlgemerkt, das kann passieren, muss aber nicht.
Ich wäre eher froh, wenn der Solateur mich auf soetwas hinweist und nicht nur den Kram aufs Dach knallt, dann kann man wenigstens entscheiden, was man tun möchte. Entweder drauf damit und Riskieren, das in den nâchsten 20 Jahren Dach mit der Photovoltaik runtergeholt werden muss, oder halt vorher drum kümmern und dann die nächsten 20 Jahre vergessen. Die Folie heißt übrigens Unterspannbahn und ist normalemeng wasserdicht und dampfdiffusionsoffen.
Grüße Jan
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von TW21 » 07.12.2011, 06:58
Hi PV-Rookie, du hast vermutlich eine Deltafolie auf deinem Dach. Das war in den 70iger die erste Folie auf dem Markt. Da diese nicht Lichtecht ist zerbröselt diese in den Jahren. Der eigentliche Sinn einer Unterspannbahn liegt darin mehr Isolierung ins Dach zu packen, da man an die "neueren" Folien heranisolieren kann. Darüber kommt eine Konterlatte zur Belüftung des Daches dann die Dachlatten. Dass eine Folie (Unterspannbahn) 100% Wasserdicht ist ist ein Irrglauben. Ist zB ein Ziegel defekt läuft das Wasser (nicht sofort) aber nach einiger Zeit durch die Folie in die Isolierung. Sicherlich gibt es auch Folien die Wasserdicht sind aber diese kosten min das doppelte und werden eigentlich nur bei Dachneigungen unter 25° verwendet. Eben dann wenn ein regensicheres Unterdach gefordert wird. Lass dich jetzt nicht verunsichern und montiere deine PV Anlage auf das vorhandene Dach. Achte darauf dass die Haken, wie schon angesprochen, sauber ausgearbeitet werden. Sollte dein Monteur trotzdem bedenken haben such dir einen anderen der das kann. Was E&U angesprochen hat ist Feuchtigkeit die sich am Ziegelinneren absetzt. Wasser dringt da nicht durch einen Ziegel. Naturtonziegel saugen sich erst mit Wasser auf und geben nach Sättigung das Wasser ab. Ein engobierter oder glasierter Ziegel lässt das Wasser sofort ablaufen. Da ist Feuchtigkeit überhaupt kein Problem. Schnee gelangt nur an Dachfenster Wandanschlüssen unter die Ziegel. Auf der Fläche eigentlich nicht. Wenn doch dann fliegt meist die Eindeckung auch runter weils zu sehr windet Vielleicht hilft dir das weiter bzw. es weiss einer besser Grüße Günter
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von PV-Rookie » 07.12.2011, 19:12
Vielen Dank für Eure Beiträge: ich nehme also für mich mit, dass ich ein gewisses Risiko trage ggf. die Anlage wieder abzubauen und eine neue Unterspannbahn verlegen muss; dies könnte mir aber genausogut ohne die Anlage passieren. Ich muss nun also für mich entscheiden, ob ich ein Abbau und Wiederaufbau der Anlage mit in die Wirtschaftlichkeitsberechnung mit reinnehme, oder direkt von vorne hinein das Dach neu machen lasse. Wenn schon alles runter muss, würden neue Ziegel den Braten auch nicht mehr fett machen.
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von Modulschrauber » 07.12.2011, 19:54
Hallo PV-Rockie, Günter hat recht, auch nach meiner Erfahrung lösen sich die entsprechenden Folien alle auf. Sie sollten aber auch kein dichtes Unterdach sein, sonmdern sollten die vorher übliche verschmierung der Pfannen oder die Hanfdichtungen zwischen den Pfannen ersetzen. Bei Allen Dächern aus der Zeit sehen die Folien so aus. Hier weht aber kaum Schnee rein, da deine Isolierung keinen Wind durchlässt. Ich habe auch noch nie von durchnässter Isolierung durch Flugschnee gehört, kenne nur schäden durch kondensierende Feuchtigkeit bei defekter Dampfbremse. Ausserdem halten die Module den Flugschnee nochmal von den Ziegeln fern. Ist dein Berater vieleicht mit einem Dachdecker verwand??? Übrigens weiss ich nicht was einige hier im Forum an geflexten Pfannen besser finden als an geschlagenen. Wenn es handwerklich gut gemacht wird spricht das Schlagen eher für gekonntes Handwerk als gegen die Montage! Kurt Bei Dachneigung 30 Gr
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von ZaPP_o » 07.12.2011, 23:09
Geschlagene Ziegeln sind schon zu vermeiden. Selbst die Innungszeitung und die Selbst auferlegten Regeln für das Dachdeckerhandwerk gehen von einer sehr großen Wahrscheinlichkeit der Schädigung durch das Schlägen von Ziegeln aus. Fräsen ist hier der Weg der Wahl. Des ist auch der Grund warum hier immer mehr Geräte zum Ziegeln Fräsen auf den Markt kommen. Die kleinen Dachdeckerbetriebe scheuen nur meist die Investition, nach dem Motto: was früher so e macht wurde weil man es nicht besser wusste muss heute auch noch so sein.
Niemand wird eine !gebrannte! Tonpfanne schlagen können ohne die Ziegel nachhaltig zu schädigen. Der einzige Vorteil beim Schlägen: es ist billiger und schneller!!
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von Mühli » 08.12.2011, 02:34
Modulschrauber hat geschrieben: Wenn es handwerklich gut gemacht wird spricht das Schlagen eher für gekonntes Handwerk als gegen die Montage!
Das ist ja genau das Problem, handwerklich gut gemacht...ich finde so selten Beiträge wo über geflexte Ziegel geschimpft wird, während bei "Montageproblemen" zu 90% geschlagene Ziegel auftauchen. Bei Zweifel stelle ich gerne Bilder meiner selbst geflexten Ziegel ein und dann soll mir mal jemand zeigen wie das mit dem Hammer geht! Neverever Gruß
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