Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.
Moderator: Mod-Team
von Drevenacker » 17.06.2008, 20:07
Hallo Sonnenanbeter,
ich stecke grad in der Planung meiner Anlage, mehrere Solarteure waren schon hier, die ersten Angebote trudeln langsam ein.
Ich habe ein Scheunendach, das bei Wesel/NRW/PLZ 465 steht, mit Trapezblechen eingedeckt und ziemlich genau nach Osten ausgerichtet ist.
Etwa 40 qm meiner Dachfläche sind zu ca. 35° geneigt, danach folgt ein Schleppdach mit etwa 80 qm das nur noch eine Neigung von 12° hat, also relativ flach ist.
Grob gesagt gehen die Angebote in zwei Richtungen: die einen sagen, wir legen alles mit Dünnschichtmodulen aus, die anderen sagen, wir packen auf nur auf das Schleppdach Mono- oder Polykristallide Module, die wir nach Süden aufständern.
Ich denke, beides hat irgendwie was für sich. Was meint ihr.....???
Freue mich auf eure Meinungen!!
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von rowi63 » 19.06.2008, 08:14
Hallo Drevenacker!
Diese Prozedur kenne ich auch von meinen Gesprächen. Das Ende vom Lied ist, daß es jeder besser weiß. Ich habe auch lange recherchiert und bin zu dem Schluß gekommen, daß es speziell bei Ost-West-Dächer wichtig ist besonders lichtempfindliche Module zu verwenden, da die Sonneneinstrahlung nicht mit der von Süddächern zu vergleichen ist. Ich habe mich speziell in http://www.solarlog-home.de/ mit ähnlichen Ausrichtungen und deren Zusammensetzungen (Module/ WR) beschäftigt und dabei festgestellt, daß Anlagen mit Solon Modulen immer besser abgeschnitten haben als andere. Ob das am hohen Wirkungsgrad liegt?? ( http://www.solon-pv.de/download/pdf/sol ... lus_07.pdf)
Die Geschichte mit Dünnschicht hat sich bei mir etwas negativ verankert. Ob das an meinem Angebot hierzu liegt weiß ich nicht. Vielmehr war ich entsetzt als ich gelesen habe, daß die Schwankungsbreite von Pmax. bei +./. 10% (Sharp Module) gelegen hat. Wenn man dies auch noch in Relation mit den garantierten Leistungswerten bringt - 90% die ersten 10 Jahre und 80% die nächsten 15 Jahre, dann gehe ich schon mit relativ schlechten Ausgangsbedingungen ins Rennen, wenn die gelieferten Module tatsächlich bei ./. 10% liegen.
Gleichzeitig haben die Dünnschicht-Module eine relativ geringe Leistung (mein Angebot 105 Wp), die dann auch noch durch die eben genannten Werte reduziert werden. Und der preisliche Rahmen ist auch nicht so lukrativ, daß man sich deshalb dafür entscheiden müßte. Von den fehlenden Langzeitwerten ganz zu schweigen.
Letztendlich Deine Entscheidung!
Gruß rowi63
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von Solartekt » 09.07.2008, 19:32
Hallo Drevenacker,
eigentlich ist es ganz einfach: Ertrag/Euro für alle Angebote vergleichen.
Wenn Du ein ordendliches Angebot mit Sharp-Dünnnschicht bekommst würde es mich wundern wenn andere Angebote mit kristallinen Modulen besser abschneiden.
Dünnschichtmodule bringen bei unserem Klima mehr Ertrag pro installierter Leistung als kristalline Module. Das liegt einmal an dem genormten Leistungstest der bei 800 W/m2 durchgeführt wird und auf 1000 W/m2 interpoliert wird. Das benachteiligt Dünnschichtmodule, die ja bei geringerer Einstrahlung (was in unsren Breiten der Durchschnittsfall ist) einen höheren Wirkungsgrad haben. Zum anderen haben Dünnschichtmodule einen fast halb so großen negativen Temperaturkoefizienten. Im Standardtest wird bei 25°C gemessen. Im Sommer aber, wenn die Eerträge gemacht werden sind die Module aber deutlich wärmer!
Zu den Sharp-Garantiewerten: Verglichen mit den Mickey-Maus-Bedingungen der meißten Hertsteller ist die direkte Endkundengewährleistung von Sharp vorbildlich. +/- 10% Leistungsgarantie der gealterten Module werden deshalb festgeschrieben, weil Dünnschichtmodule beim besten Willen nicht exakter herstellbar sind. Im Mittelwert gleicht sich das aus und ist wegen der Blockierdioden in jedem String auch anlagentechnisch verwertbar.
Viel Spaß mit Dünnschicht.
Franz
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von Holter » 09.07.2008, 19:57
Solartekt hat geschrieben:+/- 10% Leistungsgarantie der gealterten Module werden deshalb festgeschrieben, weil Dünnschichtmodule beim besten Willen nicht exakter herstellbar sind. Im Mittelwert gleicht sich das aus und ist wegen der Blockierdioden in jedem String auch anlagentechnisch verwertbar.
Mmh, wie Blockierdioden beim Leistungsunterschied zwischen Modulen eine Rolle spielen kann ich mir schlecht vorstellen.
Und die Sache mit der Messung...
Wenn die Module bei 800W/m² gemessen werden und dann auf 1000 hochgerechnet wird, das Modul aber bei schwachem Licht besser laufen soll (so ganz bin ich davon nicht überzeugt, auch wenn es jeder sagt), dann müsste das doch eigentlich ein Vorteil und kein Nachteil sein, das Modul müsste also einen höheren Wert aufgedruckt kriegen, als es eigentlich bei 1000W/m² bringt...
eine Möglichkeit wäre übrigens, das flache Dach mit aufgeständerten kristallinen zu belegen und das steilere mit Dünnschichtmodulen (natürlich nicht den untersten Meter, der dann von den Module des flacheren Daches beschattet wird).
bis dann
Christian
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von Solartekt » 20.07.2008, 22:36
Hallo Christian,
Du hast schon recht. Wenn unsere Dünnschichtanlagen in Deutschand tagsüber immer mit 1000W/m2 bestrahlt würden, wäre die gelabelte Leistung zum Vorteil der Dünnschichtmodule zu hoch angesetzt. Ein mit 90 W gelabeltes Modul bringt dann in Wirklichkeit vieleicht nur 88 W.
Da aber die durchschnittliche Bestrahlung bei uns in Deutschland bei ca. 200 bis 250 W/m2 liegt, bringt das Dünnschichtmodul bei dieser Einstrahlung mehr Wattstunden auf den Zähler als ein konventionelles Modul mit gleicher Watt-Peak-Leistung. Bei dieser niedrigen Einstrahlung ist der Wirkungsgrad eben höher als bei der Meßsituation von 800 Watt. Das ist nicht zu Verwechseln mit der Leistung. Die ist natürlich umso geringer je weniger Einstrahlung das Modul erfährt. Was zählt ist ja die gesammelte Energie über einen großen Zeitraum, und nicht die Peakleistung in einem kurzen Moment.
Ich hoffe das erklärt den Zusammenhang etwas besser.
Sonnige Grüße
Franz
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von lehmann28 » 20.07.2008, 23:00
Die Dünnschichtmodule bringen kein kWh mehr an Energieertrag wie kristalline Module. Außerdem brauchen die Dünschicht genauso einige ordentliche Sonnentage um Ihr Jahressoll zu erreichen.
Alles andere ist schönes Geschwätz aus Lehrgängen und theoretischen Überlegungen.
Der Tom 
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von Energiemanager » 21.07.2008, 09:58
Lob an Tom,
endlich mal einer der dazu was gescheites schreibt.
EM
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von hgf1948 » 22.07.2008, 02:54
Solartekt hat geschrieben:...Da aber die durchschnittliche Bestrahlung bei uns in Deutschland bei ca. 200 bis 250 W/m2 liegt, bringt das Dünnschichtmodul bei dieser Einstrahlung mehr Wattstunden auf den Zähler als ein konventionelles Modul mit gleicher Watt-Peak-Leistung. Bei dieser niedrigen Einstrahlung ist der Wirkungsgrad eben höher als bei der Meßsituation von 800 Watt.
Was zählt ist ja die gesammelte Energie über einen großen Zeitraum, und nicht die Peakleistung in einem kurzen Moment.
Hallo Franz,
leider liegt deinen Überlegungen ein Denkfehler zu Grunde (Statistik I  ).
Die durchschnittliche Einstrahlung ist irrelevant, wichtig ist allein das Ertrags integral (über Zeitdauer und Leistung).
So liegt der Leistungsanteil von 200 -250 W/m² in Deutschland bei 4,5%, während er von 775 - 825 W/m² 5,5% beträgt.
Oder noch deutlicher:
Für 0 - 250 W/m² ergibt sich ein Leistungsanteil von etwa 20% (folglich für > 250 W/m² etwa 80%) bzw. für Einstrahlungswerte von 500 - 750 W/m² (um einen anderen gleich umfangreichhen Bereich zu nennen) ein Anteil von > 28%.
Diese Zahlen sollen den Kommentar vom Tom ( lehmann28) zu dem auch bei anderen Wundermodulen immer wieder beschworenen Schwachlichtertrag unterstützen.
Gruß hgf
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von Solartekt » 27.07.2008, 22:33
Danke hgf dass Du meine Überlegung mit statistischen Daten unterstützt hast. Die Messung des Wirkungsgrades bei 800 W/m2 zur Hochrechnung der Peakleistung (bei 1000 W/m2) ist also nachweislich wenig geignet den Zeit-integralen Wirkungsgrad für den Jahresertrag zu bestimmen.
Wenn Tom das zu hoch ist weil er nicht studiert hat, kann er ja still bleiben.
Ich lasse mich ja auch nicht über Handwerker aus.
Grüße an alle Akademiker und Handwerker
Franz
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von lehmann28 » 27.07.2008, 22:49
Solartekt hat geschrieben:Danke hgf dass Du meine Überlegung mit statistischen Daten unterstützt hast. Die Messung des Wirkungsgrades bei 800 W/m2 zur Hochrechnung der Peakleistung (bei 1000 W/m2) ist also nachweislich wenig geignet den Zeit-integralen Wirkungsgrad für den Jahresertrag zu bestimmen. Wenn Tom das zu hoch ist weil er nicht studiert hat, kann er ja still bleiben. Ich lasse mich ja auch nicht über Handwerker aus.
Ooohhhh, nur wenn Leute studiert haben, dürfen diese mehr Ahnung haben von der Materie Photovoltaik (und hier im speziellen Dünnschicht), wie ein "Handwerker"? Sorry, aber das meinst Du jetzt nicht im Ernst.
Was hilft einem die tollste statistische Erhebung und wissenschaftlichste Laborarbeit, wenn sich in der Praxis raustellt das es nicht zutrifft?
Ich finde es schon sehr fragwürdig wie man hier Leute in eine 2-Klassen Gesellschaft aufteilt und das auch noch öffentlich sagt. Mir persönlich ist das nämlich vollkommen egal ob jemand Laie, Handwerker, Dipl.-Ing. oder Prof. ist. Das können genug Kunden von uns bestätigen Hauptsache man respektiert sich, aber das tust Du anscheinend nicht wie man oben lesen kann.
Der Tom 
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