Dachziegelschaden

Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.

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Dachziegelschaden

Beitragvon sterntaler » 07.08.2012, 19:59

Im August 2004 wurde unsere PV-Anlage (6,678 Wp - Kyocera Polikristallin, 167 Wp (+/-5 %) installiert. 2011 wurde erstmals von der Install.fa. festgestellt, dass etliche Dachziegel gebrochen sind. Wie lange schon ist unbekannt, da kein Wasser ins Haus eindringt.
Die Montage erfolgt damals auf Intersol Dachgestell.
Die Haken waren zu schwach oder wurden nicht ausreichend? angebracht.
Die Fa. verlangt nund (ohne neue Ziegel) rund 4.900 € für die De- und Neumontage mit Intersol Schwerlasthaken!!

Angeblich gab es damals keine stärkeren Haken.
Hat jemand gleiches Schicksal, oder weiß Näheres hierzu?
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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Michael8312 » 07.08.2012, 20:16

sterntaler hat geschrieben:Im August 2004 wurde unsere PV-Anlage (6,678 Wp - Kyocera Polikristallin, 167 Wp (+/-5 %) installiert. 2011 wurde erstmals von der Install.fa. festgestellt, dass etliche Dachziegel gebrochen sind. Wie lange schon ist unbekannt, da kein Wasser ins Haus eindringt.
Die Montage erfolgt damals auf Intersol Dachgestell.
Die Haken waren zu schwach oder wurden nicht ausreichend? angebracht.
Die Fa. verlangt nund (ohne neue Ziegel) rund 4.900 € für die De- und Neumontage mit Intersol Schwerlasthaken!!

Angeblich gab es damals keine stärkeren Haken.
Hat jemand gleiches Schicksal, oder weiß Näheres hierzu?


Es gibt doch sicherlich eine Versicherug für diese Anlage.
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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Sigi53 » 07.08.2012, 21:30

Wessen Versicherung soll da nach 8 Jahren greifen ?
Wenn ich Versicherer wäre, wäre meine 1. Frage, hat irgendjemand das Ereignis zu verantworten ?
Und wer es zu verantworten hat, der muß es zahlen. Aber wer will wie beweisen, das nach 8 Jahren die Haken allein Schuld sind. Vielleicht haben sich auch die Sparren oder Dachlatten verzogen ? .....
Würde mich echt interessieren , wie das ausgeht.
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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Sonnnenklar » 07.08.2012, 22:12

sterntaler hat geschrieben:Im August 2004 wurde unsere PV-Anlage (6,678 Wp - Kyocera Polikristallin, 167 Wp (+/-5 %) installiert. 2011 wurde erstmals von der Install.fa. festgestellt, dass etliche Dachziegel gebrochen sind. Wie lange schon ist unbekannt, da kein Wasser ins Haus eindringt.
Die Montage erfolgt damals auf Intersol Dachgestell.
Die Haken waren zu schwach oder wurden nicht ausreichend? angebracht.
Die Fa. verlangt nund (ohne neue Ziegel) rund 4.900 € für die De- und Neumontage mit Intersol Schwerlasthaken!!

Angeblich gab es damals keine stärkeren Haken.
Hat jemand gleiches Schicksal, oder weiß Näheres hierzu?

hallo sterntaler,

tut mir leid für dich das zu lesen.

also eine elektronikversicherung der pv-anlage wird diesen schaden am dach, bzw. ziegel wohl kaum bezahlen, da lediglich die pv-anlage versichert wäre, nicht das gebäude mit dach und ziegel.
die dachhaken (und untergestell pv) sind über eine pv-versicherung gedeckt, jedoch ist fraglich ob diese situation als ersatzpflichtiger schaden gesehen wird von der versicherung. konstruktions-, material- und ausführungsfehler sind aber versichert über die elektronikversicherung.

im grunde ist nach deiner beschreibung die schadenursache ein fehler der installationsfirma:
"Die Haken waren zu schwach oder wurden nicht ausreichend? angebracht."
"Angeblich gab es damals keine stärkeren Haken."

die installationsfirma wusste also damals offenbar bereits von dem (eingebauten) mangel.
sie hätten halt mehr dachhaken verbauen müssen oder andere besorgen oder selber herstellen oder ...

die installationsfirma ist zwar gesetzlich lediglich zu 2 jahren gewährleistung verpflichtet, jedoch gibt darüber hinaus noch die sogenannte:
"Verschuldenshaftung (deliktische Haftung)

Nach den gesetzlichen Bestimmungen (Deliktrecht) muss man grundsätzlich für einen Schaden aufkommen, den man einem anderen schuldhaft zugefügt hat. Man spricht hier auch von deliktischer Haftung.

Kernvorschrift des deutschen Deliktrechts ist der § 823 BGB:

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet."


quelle: http://www.exali.de/Glossar/Verschuldenshaftung-deliktische-Haftung,V1428,5230.php

hierüber kannst du deine installationsfirma evtl. noch in die pflicht nehmen (lassen).
die verjährungsfrist der deliktischen haftung richtet sich nach dem zeitpunkt der feststellung des mangels, bzw. schadens.
schau mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Deliktsrecht_%28Deutschland%29#Verj.C3.A4hrung

ob wasser ins haus eingedrungen ist und dort weitere schäden verursacht hat, wird sich evtl. erst zeigen, wenn die defekten ziegel abgenommen werden.

vielleicht hat dir meine meinung erst mal ein wenig weitergeholfen, ich hoffe es und wünsche dir alles gute.

grüße,
sonnnenklar
Wer in meinen Beiträgen etwas findet das ihn stört, der darf es behalten.
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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon eggis » 07.08.2012, 22:30

Moin sterntaler und Willkommen!

Wie viele Dachhaken wurden denn auf den 51,1m² verbaut?
Bei meiner Anlage passten auf etwa der selben Fläche 72 Stück drauf. Die Haken sind recht stabil und es hätten laut Auslegungstabellen auch 50 Stück ausgereicht. Wenn bei dir mit hohen Schneelasten zu rechnen ist, dann solltest du ebenfalls auf eine Hakendichte von 1,4 Stück/m² kommen. Zumal die Haken laut deiner Aussage auch nicht so Stabil sind.

Vielleicht wurden deine Haken auch so verbaut, dass sie schon ohne Module und Schnee auf dem darunter liegenden Dachziegel aufliegen. Haken werden so installiert, dass zwischen Haken und Ziegel ca. 1cm Luft ist. Sollte das bei dir nicht der Fall sein, ist das aus meiner Sicht ein Baumangel, für den der Solarteur einstehen muss.

Ein gerichtlich bestellter Gutachter wird dir den Mangel dann auch bestätigen.

Stell doch mal ein paar Fotos von den Haken und den gebrochenen Ziegeln ein.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Michael8312 » 07.08.2012, 23:27

Sigi53 hat geschrieben:Wessen Versicherung soll da nach 8 Jahren greifen ?

Sigi53



z.B. die Solaranlagenversicherung
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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Bento » 07.08.2012, 23:33

sterntaler hat geschrieben:Angeblich gab es damals keine stärkeren Haken.

Das ist der größte bullshit, den ich jemals gehört habe!

Ich kenne jetzt das System Intersol nicht, aber auch dazu muss es statische Vorgaben gegeben haben. Und wenn es keine stärkeren Systemhaken gegeben haben sollte, dann hätte man eben mehr Haken setzen müssen oder andere Haken oder eben dieses Gestell in diesem Fall nicht verwenden dürfen.

Ist denn überhaupt klar, ob es an der Stabilität der Haken gelegen hat, sodass sie sich plastisch verformt haben und damit die Pfannen gebrochen haben? Kann es nicht sogar so gewesen sein, dass sie von Anfang an keinen oder keinen ausreichenden Abstand zu den Pfannen hatten? Das müsste auch heute noch festzustellen sein. Das erkennt jder Statiker.

Aber egal wie; die Schuld wird immer beim Solarteur gelegen haben.
Die Frage ist nur, ob man ihn dafür nach mittlerweile 8 Jahren noch zur Verantwortung ziehen kann.
Ich glaube, da wäre ein Beratungsgespräch beim Anwalt ein guter Rat.

Und egal, wie es ausgeht; diesen Solarteur würde ich nicht mehr an meine Anlage lassen!
Viele Grüße
Bento

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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Bento » 07.08.2012, 23:49

Michael8312 hat geschrieben:
Sigi53 hat geschrieben:Wessen Versicherung soll da nach 8 Jahren greifen ?

Sigi53



z.B. die Solaranlagenversicherung

Hallo Michael,

die Solaranlagenversicherung zahlt im Normalfall nur die Schäden an der Solaranlage und das auch nur für plötzlich von außen auf die Anlage einwirkende Ereignisse.

Allerdings könnte es auch hier einige "Besondere Vereinbarungen" geben, die greifen könnten.
In meinem Condor-Rosa-Vertrag sind z.B. "De- und Remontagekosten aufgrund von Gebäudeschäden" und "Ertragsausfall nach Gebäudeschäden" versichert. Damit dürfte der größte Teil der Kosten zum Versicherungsfall werden. Nur das Austauschen der Pfannen und die stärkeren bzw. zusätzlichen Dachhaken werden wohl nicht erstattungsfähig sein.
Viele Grüße
Bento

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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Ralf Hofmann » 08.08.2012, 06:36

Hallo,

Bento hat geschrieben:Ich kenne jetzt das System Intersol nicht, aber auch dazu muss es statische Vorgaben gegeben haben. Und wenn es keine stärkeren Systemhaken gegeben haben sollte, dann hätte man eben mehr Haken setzen müssen oder andere Haken oder eben dieses Gestell in diesem Fall nicht verwenden dürfen.

Aber egal wie; die Schuld wird immer beim Solarteur gelegen haben.


ich sehe das ganz genau so wie Bento!

Bento hat geschrieben:Die Frage ist nur, ob man ihn dafür nach mittlerweile 8 Jahren noch zur Verantwortung ziehen kann.
Ich glaube, da wäre ein Beratungsgespräch beim Anwalt ein guter Rat.


Das hängt imho ausschliesslich davon ab, wann der Mangel erstmalig aufgefallen ist.
Ab diesem Moment laufen die Fristen zur Mängelrüge erst.

Ich würde das auch mit einer Schiedsstelle oder einem Anwalt klären.
MfG
Ralf Hofmann

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Re: Dachziegelschaden

Beitragvon Dr. Chili » 08.08.2012, 09:32

ich rate auch zur nummer sicher mit gutachter und anwalt. als kunde wird man oft von den "fachleuten" mit deren "geballtem universalwissen" zugemüllt. damit wollen sie ihre schuld vertuschen und dann womöglich noch gnädigerweise eine vollkommen unterirdische "reparaturleistung" anbieten.
also gutachter her und dann ab damit zum anwalt! das geld muss es dir wert sein. im endeffekt wirst du es vermutlich nicht mal bezahlen müssen.
hatte kürzlich in der familie einen ähnlichen fall bei einem holzbalkon, der hersteller wollte dort und da ein stück tauschen, obwohl "alles ordnungsgemäß hergestellt war"- der gutachter wollte den balkon sperren lassen und abtragen wegen gefahr im verzug... wer weiß was da noch unter den ziegeln schlummert.
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