Modulbefestigungen: dass auch die Photovoltaikmodule halten.
Moderator: Mod-Team
von Gastxxxxxx » 29.01.2008, 22:06
Hallo an alle PV-Experten!!
Ich befinde mich in der Planungsphase einer 300kWp PV-Anlage, wobei die „standardisierte“ Aufständerung der PV-Module, wie sie häufig von Solarteuren angeboten wird, für die Realisierung des Projektes ungeeignet ist.
Infos zu dem Gebäude:
1. Die insgesamt 4 Hallen und 3 Nebengebäude stammen allesamt aus den späten 80er und frühen 90er Jahren, sind für den Industriebetrieb ausgelegt und weisen eine Grundfläche von ca. 8.500qm auf.
2. Die Hallen sind mit Ausnahme der ältesten Halle mit Trapezblech-Dächern (Neigungsgrad <5°) eingedeckt, auf denen wiederum eine Isolierung aufgetragen wurde (Sandwichdach – die Dachhaut und Isolierung wurde auf sämtlichen Dächern im Jahr 2007 erneuert).
3. Die Flachdächer sind nach -10° Süd ausgerichtet und bieten scheinbar ideale Bedingung was die Modulausrichtung anbetrifft.
4. Die Hallen weisen in der Regel einen Dachbinderabstand von 7,5m auf, was eine Modulbefestigung mittels Beschwerung durch Gehwegsplatten, Konsolen etc. verbietet. Auch das direkte Befestigen des Ständerwerkes an dem Trapezblech schließe ich aus, weil dieses eine Unmenge an Dachdurchdringungen (Kältebrücken) zur Folge hätte, welche aufwendig eingedichtet werden müssten.
5. Die Dachbinder weisen eine Tragfähigkeit von 900kg pro laufenden Meter auf, weshalb ich zu dem Entschluss kam, die Dachbinder mit Stahlprofilen überspannen zu müssen, um somit die Lasten mittels fest verbundener Stützen auf die einzelnen Dachbinder zu übertragen. Mit diesem Ansatz ist eine Realisierung aus Sicht der Statik gewährleistet, was durch einen Statiker bereits bestätigt worden ist.
6. Die Tragwerkkonstruktion könnte ich mir nach dem „TRAtec-Prinzip“ der Firma Schütte-Wicklein vorstellen, wobei diese ein wenig modifiziert werden müsste, so dass es zum Einsatz kommen könnte. Hat jemand bereits Erfahrungen mit etwaigen „Sonderlösungen“ oder könnte alternative Produkte empfehlen? Ich bin für jegliche Anreize, und Kritik an diesem Ansatz/Produkt sehr sehr dankbar!!
Bei Interesse findet ihr nähere Informationen zu dem Projekt in der Hubrick: PV-Module: „300kWp PV Anlage in Berlin, HILFE!!!!!!!!“
Ich bedanke mich schon jetzt einmal für jegliche Beiträge und freue mich auf die konstruktive Diskussion,
DANKE!!!
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von Solartekt » 04.02.2008, 00:26
Hallo,
ich habe 'mal 6,5 m von Binder zu Binder überspannt. Ob Du es glaubst oder nicht: In Aluminium ist das billiger als mit verzinktem Stahl, bei den Stahlpreisen von heute. Und den Kran kannst Du auch sparen.
Wenn Du willst, schicke ich Dir Zeichnungen und Bilder.
Grüße von
Franz
26 Jahre im Beruf für Sonnenenergienutzung in Architektur/Ingenieurwesen. Macht alle Architekten zur "Solartekten"
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von Holter » 04.02.2008, 01:23
Kostengünstige Gitterträger aus verzinktem Stahl findet man im Gewächshausbau, die wissen wie man das letzte kg einspart und die Fertigung optimiert. Allerdings ist 7,50m dort eher ein Sondermaß, aktuelle Häuser haben 12-18m Binderabstand.
Aber evtl. ist es sinnvoller, doch mit Gewichten zu arbeiten und nur Module direkt über die Binder zu setzen?
bis dann
Christian
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von Gastxxxxxx » 05.02.2008, 23:26
Hallo Franz,
Ich bedanke mich für dein Interesse und deinen Beitrag!!
In Aluminium ist das billiger als mit verzinktem Stahl, bei den Stahlpreisen von heute. Und den Kran kannst Du auch sparen.
Mit welchen Kosten pro kWp muss man denn bei diesen eher "speziellen Lösungen" rechnen?? Wie teuer war denn das Tragwerk in deinem konkreten Fall (€/kWp)?? Würdest du einen bestimmten Hersteller/Tragwerksbauer empfehlen?? Wenn Du willst, schicke ich Dir Zeichnungen und Bilder.
Über Bildmaterial und Zeichnung würde ich mich RIESIG freuen!!!
Auch über jegliche Erfahrungen und was zu beachten ist, wenn man sich in dieses Unterfangen stürzt....
Mit freundlichen Grüßen,
job-park
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von Gastxxxxxx » 05.02.2008, 23:47
Hallo Christian und vielen Dank für deinen Beitrag!!
...nur Module direkt über die Binder zu setzen?
Dieser Ansatz würde bedeuten, dass sich die Modulreihenanzahl dramatisch reduziert (fast um 50%), da nur 8 Binder pro Halle vorhanden sind. Wäre natürlich schade das Potential der Dächer (>16 Modulreihen) nicht vollkommen auszunutzen. Ich habe dienen Ansatz bereits verfolgt, verbunden mit dem Gedanken Module in diesem Fall übereinander zu stapeln, um denn Verlust zu reduzieren... Mit dem Ergebnis, dass ein gewisser Verlust gegenüber der konventionellen Aufständerung (Modul Senkrecht 25°-30°)bestehen bleibt (min. 25%), was mir Anlass gibt nach alternativen Lösungen zu suchen... …doch mit Gewichten zu arbeiten
Die Binder können die Last der PV-Anlage ohne jegliche Probleme tragen, wobei bei dieser Variante die Dachisolierung und das Trapezblech in Mitleidenschaft gezogen gar "zerquetscht" werden würden, weshalb diese Variante nicht in Frage kommen kann...
Grüße, job-park 
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von marken » 12.02.2008, 17:19
hallo,
ich hatte einmal eine PV_Anlage mit dem System "Jumbo" von Energiebau auf ein Hallendach geplant. Der Abstand der Hauptbinder betrug 6,50m.
Die Mehrkosten gegenüber gegenüber der üblichen vollflächigen Montagevariante betrug ca 15%.
Einen statischen Nachweis für die Trag- und Gebrauchsfähigkeit des Bestands empfehle ich dringend, denn nicht die zusätzliche vertikale Last ist das Problem, sondern die zusätzliche horizontale Last durch die neue Windangriffsfläche der Modulaufständerung.
Diese sind vom Baubestand meist nicht ohne Ertüchtigungsmassnahmen der bestehenden Aussteifungskonstruktion zu realisieren.
Grüsse
6 Jahre Erfahrung mit der Projektierung von PV-Anlagen (Schwerpunkt Statik/Konstruktion/el. Auslegung)
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von Alexander Haelbich » 19.02.2008, 17:19
Hallo job-park,
nachfolgend ein paar Bilder von meiner letzen realisierten Anlage, denke das kommt Ihrer Aufgabenstellung schon sehr nahe.
Das leere Dach
Fertige Anlage Dezember 07, Leistung: 250 kWp
Montage der Stahl-UK
Eingedichtete Stütze
Aufgeschnittene Dachhaut, Stütz auf Betonbinder befestigt
Sonnige Grüße
P.S. Copyrigt für sämtliche Bilder liegt bei mir!
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von FürDieZukunft » 19.02.2008, 17:35
Das sieht ja SUPER professionell aus.
Was kostet die Konstruktion pro kWp ?
Welche Belastung kommt da auf das Dach ?
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von Solartekt » 19.02.2008, 17:59
Hallo Job-Park,
wie die Bilder von Alexander zeigen, ist der Aufwand für die optimale Neigung und notwendige Statik sehr hoch. Auch bei meinen Projekten sind leicht 45 ct/W für die UK und nochmals das gleiche für die professionelle Montage und Abdichtung nötig.
Was häst Du von BioSol Dünnschichtbahnen? Da wird wahrscheinlich keine Haltekonstruktion notwendig sein.
Anbei einige Fotos. e-mai über marschall@solartekt.de
Franz
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von Tobias Löhbrink » 23.02.2008, 16:29
Hallo job-park,
ich denke ich habe eine Lösung des Problems. Bitte schick mir Deine Tel. Nr. oder melde dich einfach unter 01773229724.
Viele Grüße
Tobias Löhbrink
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