Prüfmittel und Messinstrumente für Solar
Moderator: Mod-Team
von Snakeo » 09.10.2012, 23:12
Guten Tag zusammen,
Im Zuge meiner Abschlussarbeit zum Elektrotechniker musste ich eine Partnerfirma finden, die ein Problem im Betrieb hat und versuchen, es in den Griff zu kriegen.
Wie das Schicksal so spielt, bin ich an eine sympathische Solar Firma geraten. Bei einem ersten Besuch wurde mir die Problemstellung vorgeführt.
Gemessen wird mit einem TRI-KA der ersten Generation von TRITEC. Die Kennlinienmessung funktioniert bei allen Solarpanelen wunderbar. Nur die neusten Module von Panasonic/Sanyo und Sunpower machen Probleme.
Wir haben die Messungen direkt vor Ort durchgeführt. An einem "normalen" Panel und einem Sanyo-Panel. Dabei ist bei jeder Messung aufgefallen, dass die Kennlinienmessung der Sanyo-Modulen jeweils stark überhöht waren. Die ganze Kennlinien bricht nach oben aus und der Ik ist deutlich zu hoch.
Anfangs nächster Woche kann ich auch Daten bereitstellen.
Ich arbeite mich gerade in die ganze PV-Geschichte ein und wäre sehr dankbar über eure Einschätzungen und Tipps zu diesem Problem.
Vielen Dank
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von qualiman » 10.10.2012, 00:14
Siehe hier in einem alten Beitrag von Mitglied Chamerauer messequipment-und-zubehoer-z-b-kennlinienmessgerae-f101/modulkennlinie-trika-kennlinienmessgeraet-photovol-t51806.htmlDie erste Generation der Tri-ka Geräte arbeitet erst ab 50V richtig. Nimm mal zwei Moduln in Reihe, falls verfügbar und laß uns das Ergebnis wissen. Laß uns mal die besagte Überhöhung als Kennlinie sehen.
WWS Dach 70°: Gauben 2x 10 HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45°, String auf SB3000TL-21 NOO Dach -110°: First 1x10 HIT-N240SE10 DN 45°, String auf B STP8000TL-10
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von CH » 11.10.2012, 17:10
hallo,
leider liegt es nicht nur an der spannung- mit trika 1st generation kann man unsere module nicht richtig messen. die leute von trika wollten eine neue version haben, die richtig mit uns laeuft, ist aber noch nicht da. kannst bei tritec mit bob hopmann sprechen.
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von Snakeo » 11.10.2012, 22:40
Hallo zusammen,
Ab nächster Woche werde ich noch Daten nachliefern.
Ich hatte heute die Möglichkeit mit einem Mitarbeiter von TRITEC zu sprechen. Leider ist der Leiter vom technischen Innendienst derzeit in den Ferien und erst ab November wieder zu erreichen. Was für meine Arbeit nicht das beste Timing ist.
Der Herr von TRITEC meinte, dass sie das Problem kennen, bislang aber noch keine Lösung gefunden haben. Zuerst dachte ich, dass der Kauf der neuen Generation die Probleme lösen könnte, das ist aber nicht der Fall. Wie es scheint, hat das neuste TRI-KA einfach graphisch mehr drauf, aber der Messfehler bei diesen Modulen bleibt bestehen.
Ich wurde darüber informiert, dass die Messfehler bei Modulen auftreten, in denen nebst der bestehenden Monokrystallinen-Technik in Kombination auch Dünnschichttechnik vorkommt.
Meine Freunde in der Solar Firma haben ebenfalls von einem Überhitzen des Messgerätes bei der Messung dieser Module berichtet. Ich werfe einfach mal so einige Gedanken in den Raum. Ich bin mir bewusst, das an diesen Geräten und hier im Forum Menschen sind, die sich technisch um einiges Besser mit der Materie auskenne als ich, aber manchmal sind es die simplen Dinge, an die man als letztes denkt. Kann es nicht sein, dass das TRI-KA schlicht mit der Leistung dieser Module überfordert ist? Vielleicht ist der Messintervall bzw. die Messpunkte zu nah aufeinander oder zu lange? Wie wir wissen, mag es die Elektronik nicht, wenn sie zu warm kriegt. Die im Inneren verwendeten Halbleiter bzw. p-Leiter bzw. Heissleiter leiten besser je wärmer sie werden. Dadurch schaukelt sich der Temperaturanstieg selbstständig hoch. Das hat dann Auswirkungen auf das Messergebnis oder führt sogar zur Abschaltung des Gerätes. Sind eventuell die Leiterbahnen zu schmal dimensioniert? Die Platine zu wenig gekühlt?
Sind nur so Gedanken. Ich freue mich über eure Rückmeldung.
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von pv-buero » 12.10.2012, 01:44
Hallo, es liegt an der Sperrschichtpapazität der Zellen, dass das Trika Messgerät mit den Modulen Probleme hat. Wenn man die Kennlinien schnell misst sieht man was das bedeutet. Man bekommt eine andere Kennlinie wenn man vom Leerlauf zum Kurzschluss misst, als wenn man vom Kurzschluss zum Leerlauf misst. Es gibt eine Hysterese in der Kennlinie. Beim Trika wird vor der eigentlichen Messung der Kurzschlußstrom geprüft. Beim Entladen der Sperrschichtkapazität kommt es dann zu einem sehr kurzen Überstrom, der aber ausreicht um das Gerät abzuschalten und die Messung nicht durchzuführen. Mit dem pve Gerät dürfte die Messung möglich sein, da es mit einer anderen Methode misst... Gruß pvbuero
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von Snakeo » 20.10.2012, 12:43
Hallo zusammen, Nun kann ich endlich, später als gedacht, Messdaten liefern, Die Messreihe umfasst 8 Messungen. Die zwei Kennlininien, die einigermassen so aussehen, wie sie aussehen sollten, stammen von einem gewöhnlichen Solarpanel von bpSolar und wurde als vergleich gemessen. Alle weiteren Messungen stammen von einem Panasonic Modul. Die Zellentemperatur war um die 30C°. Eine Messung bei einer Eintrahlung von 860W/M2 war schon garnicht möglich. Das Messgerät steckt vor der Kennlinienmessung den Anfangs- und Endpunkt ab. Dabei erkennt das gerät bereits einen zu hohen Überstrom und bricht die Messung mit der Meldung ab: Kennlinienmessung nicht möglich. Überstrom >10A also habe ich das Panel einfach ein wenig gedreht um die Eintrsahlung zu verringern. Die Messungen in der Messreihe basieren also auf einer Einstrahlung von ca. 370W/M2. Wie man sieht misst das Gerät völligen Mist zusammen und stoppt die Prozedur wenn es das Maximum seiner Messpunkte erreicht hat. Um die Messreihe anzusehen ist das kostenlose Programm von TRITEC erforderlich. http://www.tritec-energy.com/common/exe ... 19_des.zipDie Messreihe als zip: Sanyo Test.zip Vielen Dank
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von Snakeo » 20.10.2012, 12:45
Liebes Photovoltaikbüro:
Danke für deine Ausführliche Antwort. Hast du noch mehr Details? Ist es sicher, dass die Messung mit dem pve-Gerät funktioniert?
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von pv-buero » 20.10.2012, 16:05
Hallo, anbei mal ein paar Kennlinien des Sunpowermoduls die mit unterschiedlichen Durchlaufgeschwindigkeiten gemessen wurden. Die Messungen sind zwar leider ziemlich verrauscht, aber man erkennt dennoch die deutliche Hysterese, die sich vor allem bei höheren Messfrequenzen bemerkbar macht. Kennlinien von Sunpowermodulen.jpg Den gleichen Effekt hättest Du, wenn Du einen Kondensator parallel zum Modul schaltest. Da das Trika Messgerät zunächst den Kurzschlusstrom überprüft, schließt es quasi einen geladenen Kondensator kurz. Das führt zu dem Überstrom und der Abschaltung. Das pve Messgerät funktioniert über eine Kondensatorladung und kann diese Kennlinien daher messen. Allerdings nur in eine Richtung, nämlich vom Kurzschluss zum Leerlauf. Je nach dem wie schnell die Messung abläuft kommt es dabei natürlich zu einem Fehler, der umso kleiner ist, je langsamer die Messung ist. Gruß pvbuero
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von Snakeo » 20.10.2012, 16:18
Danke für die Antwort. Ich war gerade auf Eurer Seite unterwegs, die ist echt super.
Darf ich deine Angaben bei meiner Arbeit einfliessen lassen? Ich werde das pv büro natürlich entsprechend erwähnen.
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von pv-buero » 20.10.2012, 17:21
kein Problem...
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