Es gibt nicht "die Thermo Kamera", deshalb kann die Antwort auch nicht präzisse sein! Das Millitär und professionelle Suchtrupps mit Flugzeugen haben sicher Material, dass optimal geeignet wäre, aber meines Wissens noch nie für PV-Messungen im gewerblichen Bereich eingesetzt wurden.
Der Bereich der brauchbaren Haus-Umfeld Thermographie arbeitet mit Kameras im Preisbereich zwischen 3500-50000 € und liefern Messpunktmatrisen zwischen 90x90 (gut 8000 Punkte) bis 640*480 (gut 300000 Messpunkten, siehe
http://www.flir.com/thermography/eurasia/de/content/?id=11338) Daneben wären Wechselobjektive wünschenswert, was dann erst in höheren Preisklassen wirklich zu kaufen ist.
Umgekehrt stellt sich mir die Frage, wer verleiht so etwas ohne vorherige Schulung und zu welchem Preis? (Also eine Quelle, die ich kenne
http://www.infrarottechnik.eu/index.php/verleihservice.html?e28e7c04ddb2dea9f269ef7b85c2b871=889c5dcab43677e731c65c4a486f81a6 )
Um bei der Thermografie relativ genaue Absoluttemperaturen zu bekommen, muss man wissen wie groß die Reflexionstemperatur ist (eigentlich die Strahlung, also an sich dass, was hinter dem Messobjekt im IR-Band wirkt). Bei klarem Himmel können das schon mal -60 °C sein (Weltraum). Ich glaube diese Idee mit dem Abfliegen, hat einige ganz gravierende Nachteile. Man wird kaum sauber fokusieren und stillhalten können und die Detailtreue wird schlecht sein. Die Feststellung der Reflexionsstrahlung dürfte schwer auf stabile Grundlagen zu bekommen sein. Die Abstände schwanken, der Abbildungswinkel schwankt. Wo es noch einen Sinn machen könnte wäre eine reine Diffenzmessung, bei der man ohnehin so etwas wie "heisse Flecken" (Hot Spots) vermutet. Auch die idealen 90° zur Messoberfläche haben ihre Tücken, weil man damit oftmals selber die Verschattung bildet.
Der Abstand der Kamera zum Messobjekt ist davon abhängig, ob nur mal eine grobe Übersicht übers gesamte Modulfeld haben will (dann ist man bei heutigen Festbrennweiten bei sicher 20-30m Abstand, eventuell auch 50m bei mehr als 30kWp) oder aber eine Anschlussdose, einen Verbindungsstecker oder eine Einzelzelle im Fokus hat und dann ist man bei weit weniger als 1m.
Ich denke, wenn man es noch nie zuvor gemacht hat und jetzt selber damit anfängt, dann sollte man die ersten 100 Messungen eher als Erfahrungsgewinn für sich selber verbuchen und nicht wirklich annehmen, dass man qualitative Aussagen zum Status der Anlage erhält. Von stark reflektierenden Flächen (z.B. auch einige Modulrahmen oder glassierte Pfannen) kommen oft "Schutzeffekte" in die Messung, die man als Messfehler erkennen muss und bei der Bewertung ausblenden muss.
Es ist nicht ganz so trivial in der Ausführung, wie man es sich als Laie gerne vorstellt.
Zum Schluss kommt es natürlich auch noch darauf an, was man mit den Ergebnissen vor hat. Wenn damit andere überzeugt werden müssen oder zur Nacherfüllung angeregt werden sollen, dann ich der Selbstversuch ohnehin als Blindleistung zu sehen. Erster Anschein vielleicht, aber zum Schluss muss dann doch wohl Geld für einen Profi eingeplant werden.
Grüße