Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Prüfmittel und Messinstrumente für Solar

Moderator: Mod-Team

 

1.00 (1 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon walchh » 02.08.2010, 15:30

Hallo
ich würde gerne meine First Solar Anlage (68kWp) mittels Thermografie bzw. einer Wärmebildkamera vermessen lassen da ich Fehler in den Modulen bzw. der Verkabelung vermute. Hat jemand Erfahrungen mit diesem Messeverfahren ? D.h. wie die Messung im Detail auszuführen ist und ob dieses Messverfahren überhaupt bei der Dünnschichtechnology von Fist Solar geeignet ist ?
Wie immer vielen dank für eure Tipps und Anregungen. :D
Gruß
walch
walchh
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 81
Registriert: 31.05.2007, 07:59

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon PV-Berlin » 02.08.2010, 15:56

Vermutlich verwenden sie die Geräte aus der Gebäudewirtschaft.
Diese sind zu ungenau würde ich einfach mal vermuten.
Und bestimmt nicht als Beweismittel zugelassen.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
Benutzeravatar
PV-Berlin
Forum Genie
Forum Genie
 
Beiträge: 6633
Registriert: 30.06.2010, 13:27
Wohnort: Berlin
PV-Anlage [kWp]: 1
Info: Betreiber

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon walchh » 03.08.2010, 12:53

Vielen Dank für ihre Antwort. :?
walchh
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 81
Registriert: 31.05.2007, 07:59

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon mwanton » 03.08.2010, 17:20

Ich selbst habe die Methode noch nicht genutzt (hatte noch keinen Anlass ...), aber ich weiß von einem Solarteur, der auf diese Art und Weise FS Module mit Glasbruch an der Unterseite identifiziert (nach Fehlermeldung Riso Überprüfung auf Glasbruch auf der Oberseite der Module).

Ob die Thermografie geeignet ist andere Moduldefekte ausfindig zu machen weiß ich nicht, ist aber in Analogie zu kristallinen Modulen vorstellbar. Was Du ziemlich sicher nicht damit rausfinden wirst ist eine fehlerhafte Verkabelung.
Gruß mwanton
mwanton
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1458
Registriert: 29.04.2007, 21:20
Wohnort: Hamburg
PV-Anlage [kWp]: 630
Info: Betreiber

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon P.Voltologe » 03.08.2010, 18:10

mwanton hat geschrieben:Ich selbst habe die Methode noch nicht genutzt (...
Ob die Thermografie geeignet ist andere Moduldefekte ausfindig zu machen weiß ich nicht, ist aber in Analogie zu kristallinen Modulen vorstellbar. Was Du ziemlich sicher nicht damit rausfinden wirst ist eine fehlerhafte Verkabelung.

Also ein paar Erfahrungen kann ich beisteuern. Ungenau sind heutige IR-Kameras nicht. Es geht mehr um die Erfahrung des ausführenden Personals mit dem Umgang des Messwerkzeuges und den Erfahrungen der Messmethode (Reflexion, Emmisionsfaktor des Oberflächenmaterails, Abstand und Zeitpunkt der Messung). Moduldefekte im Zellenbereich, Fehlerbei Lötverbindungen, fehlerhafte Kontaktierung in Anschlussdosen und Steckverbindungen sind sehr gut zu dedektieren und zu lokalisieren. Es kommt auch darauf an was man als fehlerhafte Verkabelung versteht. Wärmepronleme an schlechten Verbindungsstellen sind gut zu erkennen. Selbst Lastprobleme auf der AC-Seite bei mehrphasigen Einspeisung und Absicherung lassen sich oftmals erkennen.

Ein Werkzeug, wie z.B. Flir I60 eigenet sich schon bedingt, aber hat das Problem, dass man einen recht großen Abstand für eine totale Übersicht braucht um das starre Objektiv mit der festen Brennweite sinnvoll nutzen zu können. Eventuell ist eine Hubwagenbühne notwendig um den 90° Winkel zum Messobjekt herstellen zu können und je nachdem was man rausfinden will, kann es zusätzlich nötig sein zu zwei vollständig unterschiedlichen Wettersituationen mehrfach zu thermografieren.

Nur ganz klar normals: Es liegt nicht unbedingt an der Wärmebildkamera, dass nichts dabei herauskommt, sondern viel mehr entscheidend ist die Erfahrung des Bedieners dieser Messeinheit in diesem spezifischem Umfeld (PV-Module, Elektroinstallation, Schaltschrankbau). Nicht jeder Gebäudeenergieberater mit Kamera ist automatisch ein guter PV-Thermografierer (und natürlich auch umgekehrt).

Grüße
Benutzeravatar
P.Voltologe
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1432
Registriert: 29.09.2009, 16:08
Wohnort: Nordeutsche Tiefebene 27...
PV-Anlage [kWp]: 10,5
Info: Interessent

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon walchh » 04.08.2010, 11:38

Vielen dank für eure Antworten. Kann jemand was zur Entfernung bei der Aufnahme zu den Modulen sagen ?
Weiter denke ich sollte die erste Messung bei möglichst gutem Wetter sein. Ist das richtig ?
Habe Verstanden dass ein 90°Winkel eizuhalten ist. Da die Anlage an einem Flugplatz ist denke ich darüber nach aus einem langsam fliegenden Ultra Light Flugzeug zu fotografieren. ( ist für mich einfacher wie eine Hebebühne zu organisieren) Macht sowas die Thermo Kamaera mit oder ist die dazu zu langsam ?

Im voraus schon DANKE für eure Tipps !
walchh
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 81
Registriert: 31.05.2007, 07:59

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon P.Voltologe » 04.08.2010, 12:33

Es gibt nicht "die Thermo Kamera", deshalb kann die Antwort auch nicht präzisse sein! Das Millitär und professionelle Suchtrupps mit Flugzeugen haben sicher Material, dass optimal geeignet wäre, aber meines Wissens noch nie für PV-Messungen im gewerblichen Bereich eingesetzt wurden.
Der Bereich der brauchbaren Haus-Umfeld Thermographie arbeitet mit Kameras im Preisbereich zwischen 3500-50000 € und liefern Messpunktmatrisen zwischen 90x90 (gut 8000 Punkte) bis 640*480 (gut 300000 Messpunkten, siehe http://www.flir.com/thermography/eurasia/de/content/?id=11338) Daneben wären Wechselobjektive wünschenswert, was dann erst in höheren Preisklassen wirklich zu kaufen ist.
Umgekehrt stellt sich mir die Frage, wer verleiht so etwas ohne vorherige Schulung und zu welchem Preis? (Also eine Quelle, die ich kenne http://www.infrarottechnik.eu/index.php/verleihservice.html?e28e7c04ddb2dea9f269ef7b85c2b871=889c5dcab43677e731c65c4a486f81a6 )

Um bei der Thermografie relativ genaue Absoluttemperaturen zu bekommen, muss man wissen wie groß die Reflexionstemperatur ist (eigentlich die Strahlung, also an sich dass, was hinter dem Messobjekt im IR-Band wirkt). Bei klarem Himmel können das schon mal -60 °C sein (Weltraum). Ich glaube diese Idee mit dem Abfliegen, hat einige ganz gravierende Nachteile. Man wird kaum sauber fokusieren und stillhalten können und die Detailtreue wird schlecht sein. Die Feststellung der Reflexionsstrahlung dürfte schwer auf stabile Grundlagen zu bekommen sein. Die Abstände schwanken, der Abbildungswinkel schwankt. Wo es noch einen Sinn machen könnte wäre eine reine Diffenzmessung, bei der man ohnehin so etwas wie "heisse Flecken" (Hot Spots) vermutet. Auch die idealen 90° zur Messoberfläche haben ihre Tücken, weil man damit oftmals selber die Verschattung bildet.

Der Abstand der Kamera zum Messobjekt ist davon abhängig, ob nur mal eine grobe Übersicht übers gesamte Modulfeld haben will (dann ist man bei heutigen Festbrennweiten bei sicher 20-30m Abstand, eventuell auch 50m bei mehr als 30kWp) oder aber eine Anschlussdose, einen Verbindungsstecker oder eine Einzelzelle im Fokus hat und dann ist man bei weit weniger als 1m.

Ich denke, wenn man es noch nie zuvor gemacht hat und jetzt selber damit anfängt, dann sollte man die ersten 100 Messungen eher als Erfahrungsgewinn für sich selber verbuchen und nicht wirklich annehmen, dass man qualitative Aussagen zum Status der Anlage erhält. Von stark reflektierenden Flächen (z.B. auch einige Modulrahmen oder glassierte Pfannen) kommen oft "Schutzeffekte" in die Messung, die man als Messfehler erkennen muss und bei der Bewertung ausblenden muss.
Es ist nicht ganz so trivial in der Ausführung, wie man es sich als Laie gerne vorstellt.

Zum Schluss kommt es natürlich auch noch darauf an, was man mit den Ergebnissen vor hat. Wenn damit andere überzeugt werden müssen oder zur Nacherfüllung angeregt werden sollen, dann ich der Selbstversuch ohnehin als Blindleistung zu sehen. Erster Anschein vielleicht, aber zum Schluss muss dann doch wohl Geld für einen Profi eingeplant werden.

Grüße
Benutzeravatar
P.Voltologe
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1432
Registriert: 29.09.2009, 16:08
Wohnort: Nordeutsche Tiefebene 27...
PV-Anlage [kWp]: 10,5
Info: Interessent

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon walchh » 04.08.2010, 14:10

Danke für deine ausführliche Darstellung des Sachverhaltes. Werde einen neuen Beitrag starten und gezielt nach einen Profi im Raum München suchen der die Anlage 68kWp bzw. 700 qm vermessen kann.
walchh
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 81
Registriert: 31.05.2007, 07:59

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon stream76 » 04.08.2010, 17:19

hallo walchh,
vielleicht beschreibst du mal detalliert deine Probleme und Vermutungen.
Ich habe auch eine FS Anlage. Vielleicht kann dir schon damit geholfen werden.
Gruß stream76
stream76
Stammmitglied
Stammmitglied
 
Beiträge: 76
Registriert: 24.07.2009, 20:30
Wohnort: nähe Helmstedt
Info: Betreiber

Re: Infos zur Thermografie bei FS Modulen gesucht

Beitragvon walchh » 07.08.2010, 15:06

Sehr gerne- Bei meine First Solar Anlage (64kWp mit 7 Feldern - Alter 2,5 Jahre ) treten mittlerweile Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Feldern bzw. WRs von bis zu 10% im Mittel auf.
D.h die Leistung einzelner Felder die Anfangs nahezu alle konstant gleich waren ( Abweichungen ca. 1-2% im Mittel ) weichen nach 2 Jahren immer mehr voneinander ab, obwohl laut Lieferant keine defekten Module enthalten sind d.h mittels der elektrischen Messung wurden keine Fehler entdeckt wurden. ( Defekte Module waren üblicherweise die Erklärung für derartige Leistungsunterschiede).

Kann es sein das die FS Module in 2 Jahren aufgrund der natürlichen Degradation sich schon so stark der Wirkungsgrad in den entsprechenden Feldern verschlechtert hat ? :?
( Man kann ausschließen dass die Abweichungen sozusagen von außen kommen d.h. Schnee oder Verschattung oder ähnliches )
walchh
Stammmitglied
Stammmitglied
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 81
Registriert: 31.05.2007, 07:59

Nächste

Zurück zu Messequipment und Zubehör, z.B. Kennlinienmessgeräte u.a.



Ähnliche Beiträge

Kleine Inselanlage - Hilfe gesucht    Forum: Inselanlagen    Antw.: 3
Montagevorschläge für Wellblechdach gesucht    Forum: Montagesysteme    Antw.: 3
Planung aber mit welchen Modulen?    Forum: PV-Module    Antw.: 5
Selbstbau Lösung gesucht    Forum: Datenlogger    Antw.: 18
Suche Infos ST    Forum: Off-Topic    Antw.: 0

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste