Luftkühlung hinter CIS + Wärmepumpe

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Luftkühlung hinter CIS + Wärmepumpe

Beitragvon 666Iceman » 15.06.2012, 09:34

Moinsen,

es ist nicht meine Anlage, aber von einem größeren Systemhaushersteller wird folgendes Konzept vertrieben:

Auf dem Dach befinden sich 36 Mondule von Würth Solar mit 130WP (heute 150Wp) und als WR dient ein Kostal Pico. Hinter den Modulen ziehen zwei Lüfter die warme Luft in den Spitzboden. Diese Luft wird wiederrum von einem Thermofühler bewertet und gegebenenfalls bevorzugt in eine Abluft-Wärmepumpe gesogen durch ein 100er HT-Rohr vom Spitzboden direkt in den HWR im EG. Die Lüfter kann man anhängig von der vom Dach gelieferten Strommenge anschalten.

Ich möchte bistte keine Diskussion über die Anlage, das ist eine andere Geschichte. Mit geht es jetzt um den Sinn und Zweck dieses Aufbaus.

Auf die Anfrage der Besitzer, wann man denn die Ventis starten solle schrieb ich zurück:
Theoretisch ist diese Funktion gut, denn die Solarzellen haben einen Leistungsverlust von 0,3% (schon ein guter Wert) pro Grad Kelvin Erwärmung. Normalerweise sind Solarzellen bei direkter(!) Einstrahlung ca. 30°C wärmer als die Außenluft. Hat man also 20°C Außentemperatur und die Sonne scheint, haben die Solarzellen nurnoch 118Wp, da 50°C Zelltemperatur. Gemessen werden die Werte immer bei Standardbedingungn, die seltenst erreicht werden. Leichter Wind, 25°C und Einstrahlung von genau 1000W/m². Kühlt man nun die Module nun wieder runter haben sie natürlich mehr Leistung. Ich hörte von Anlagen, die Wassergekühlt wurden und so einen Mehrertrag von 10-15% auf das Jahr gesehen hatten. Luftgekühlt würde ich diese Zahl bei um die 5% einstufen.

Solaranlagen an sich laufen meist bei 50-60% Einstrahlung, von daher würde ich die Lüfter bei ca. 1,2 KW Leistung (25% von 4,68kWp) anlaufen lassen. Ausrichtung der Anlage, Dachneigung und Standort wären da noch interessant, aber das würde dann in eine endlose Rechnerei enden. Falls ihr nen Solarlogger habt könnt ihr ja mal nach der Maximalen Einspeisung schauen und davon 25% nehmen.

Alles in Allem liegen die Module ja in Kreuzschiene, was schon gut ist und die natürliche Belüftung wird nen bisschen unterstützt. Was ich als noch besser empfinde ist, dass weniger Warme Außenluft ins Haus gesaugt wird, da der Transmissionswärmesammler (herrliches Wort!) ja die Heizung mit Warmluft versorgt, um z.B. Brauchwasser herzustellen.

Falls man mal ganz genau schauen will sollte man bei verschiedenen Temperaturen verschiedene Versuche machen und verschiedene Werte notieren um dann das Optimum herauszufinden. Halte ich persönlich für überflüssig, wer da richtig Spass dran hat soll es gerne machen und die Ergebnisse mitteilen.

tl.dr: Die Lüftung bringt etwas, ich würde auf 25% Leistungsmaximum die Ventis starten und warme Luft vom Dachboden ist keine warme Luft im Haus!
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