Hallo Rainbow,
ich schreib's deshalb in diesem Thread rein, weil es JaKe1 bestimmt auch interessiert.
Ich habe in meiner letzten Anstellung als Prüfingenieur Sicherheits- und Umweltprüfungen u.a. auch an Stromzählern durchgeführt.
Ich habe zwar die einzelnen Normen nicht (mehr) vorliegen, aber aus der Norm IEC62053 für Wechselstrom-Elektrizitätszähler wird vorgegeben, dass die Messgenauigkeit bei Haushaltszählern bei maximal +/- 2% liegen muss. Bei höheren Anforderungen +/- 1%. Mit höheren Anforderungen steigt die geforderte Messgenauigkeit der Zähler. Die neue MID-(Messgeräte)Richtlinie spricht von den Klassen A (2 %), B (1 %) und C (0,5 %). Mit etwas Glück findest du auf deinem Einspeisezähler etwas wie "Kl. 2", das ist dann die Messgenauigkeit deines Stromzählers.
Ob bei Euch wirklich nur die Wechselrichter vorlaufen, kann so einfach nicht rausgefunden werden. Denn Wechselrichter unterliegen nicht dem Eichgesetz. So ist es auch nicht Aufgabe des Wechselrichters, möglichst genau Messungen der Energieeinspeisung durchzuführen, da hierfür ohnehin der Wechselstrom-Elektrizitätszähler zuständig ist. Aufgabe des WR ist es vielmehr, möglichst effizient zu arbeiten.
So hatte ich mal gelesen, dass die SMA-Messkanäle Toleranzen von +/- 3 % haben. Hab gerade "Euer" SB-4000TL-20-Datenblatt rausgezogen. Auf der Gleichspannungsseite dürfen maximal 15 A je String anliegen. Da die Toleranz aber auf den Messbereichsendwert - in diesem Fall 15 A - bezogen wird und nicht den tatsächlichen Strom - ich nenne als Beispiel 8 A - liegt hier die tatsächliche Strommesstoleranz, die vom Wechselrichter ausgegeben wird, bei 3 % x 15 A = 0,45 A, also im Bereich von 7,55 A bis 8,45 A, was ja doch viel ist.

Hinzu kommen dann noch die Leistungsverluste zwischen der Wechselspannungsseite des Wechselrichters und dem Einspeisezähler, die bei maximal 1% liegen dürfen. Je kürzer der Weg und je dicker das verwendete Kabel, desto geringer die Verluste. Trotzdem sind auch hier schnell Verluste von ca. 0,5% geschehen.
Und irgendwann kommt man dann nach dem ganzen Nachdenken, wo diese Ungenauigkeiten her kommen können, zu dem Ergebnis, dass diese immer noch wesentlich höher ausfallen könnten.

Und das, ohne dass es an dem Einspeisezähler liegen muss, der ja "nur" die Toleranz von max. +/- 2% haben sollte.
Reproduzierbare Vergleiche würden durch Zähleraustausch mit anderen PV-Menschen

ermöglicht werden, die ebenfalls ihre Wechselrichtererträge kennen.
Achja, und die Genauigkeit von den SMA-Wechselrichtern ist wohl im Verhältnis zu anderen WR-Herstellern noch äußerst gut. Hab hier im Forum mal was von +/- 10% Toleranz von anderen Herstellern gelesen.
Achja, ich hab für Euch beide noch ein interessantes Dokument von SMA gefunden, wo das Ganze etwas ausführlicher beschrieben steht. Da steht auch was von den SMA-spezifischen 3% dabei.
http://files.sma.de/dl/7418/Messgenau-UDE092520.pdf