cephalotus hat geschrieben:Jetzt hat man also in Italien locker flockig die heilige grid parity erreicht, also die Ankunft des Messias, wo uns die PV Branche über Jahre hinweg erkärt hat, dass ab da dann ja keine Förderung mehr nötig sei.
Und nun? Grid parity ist da und bei einem Stopp der Förderung soll die PV in Italien Mausetot sein. So ist das also wirklich.
Dies bitte ich bei künftigen grid parity Diskussionen in Deutschland zu berücksichtigen.
mfg
Zu Grid Parity:
Grid Parity bedeutet nicht gleich Wettbewerbsfähigkeit von PV. Der BSW hat versucht das über Jahre nahezulegen, was jedoch falsch ist. Gerade im Residential-Sektor ist das Kokolores. Was nützt es mir, wenn die PV-Gestehungskosten unter den Haushaltstarif fallen, wenn ich fast nie zu Hause bin und nur 20% des Stromes eigenverbrauchen kann? Da kommt mir PV Strom 5 mal teurer als theoretisch dargestellt, da ich 80% des Stromes "vergeude". Grid Parity im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit von PV-Strom ist gegeben wenn die PV-Gestehungskosten unter den Bezugstarif fallen
und ein sehr hoher Eigenverbrauch (>95%) sichergestellt ist. Das schaffen wir bei wirklich sehr kleinen Anlagen im Residential-Sektor (1kW) oder sonst im Industriesektor bei Betrieben mit hohen durchgehenden Lasten tagsüber.
Wenn jetzt in Italien der Industriesektor grid parity erreicht, dann wird es einen starken wirtschaftlichen Anreiz geben, auf PV umzuschwenken ("Ich bin doch nicht blöd"). Das wird alles andere als Mausetot. Allerdings ist mit einer temporären Trägreich zu rechnen, bis neue PV-Lösungsangebote in den Markt kommen, die auf die neue post-grid-parity Welt zugescgnitten sind. In den Vordergrund treten dann ganzheitliche Energieberatung (es geht nicht mehr um das Vertickern von PVAs sondern um das Beziffern der Energiekostenersparnis) und Finanzierungslösungen wie Leasing. Das alles braucht Zeit.
Der Spekulatius

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