Genehmigungsverfahren für PV-Anlagen in Italien

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Genehmigungsverfahren für PV-Anlagen in Italien

Beitragvon bernie296 » 18.12.2010, 16:58

Hallo kann mir jemand sagen wie das genehmigungsverfahren in italien abläuft und welche kosten dabei entstehen? Mfg
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Re: Italien

Beitragvon summerof69 » 18.12.2010, 20:38

ok- ich werde meine bruchstückhaften Kenntnisse -mit der Bitte um Berichtigung und Ergänzung- hier einbringen.

bisher hat gegolten bei Anlagen bis 20 kwp, dass diese im Prinzip genehmigungsfrei sind, man muss ein D. I. A. an die zuständige Gemeindeverwaltung senden. Sofern man binnen eines Monats keine Absage bekommt, dürfen die Arbeiten ausgeführt werden. Meines Wissens müsste man dieses D.I.A.-Verfahren im Prizip bei allen Arbeiten am Haus machen. In aller Regel wird es keine Absage geben, denkbar wäre diese z.B. in einem historischen Ortskern oder so.

Antwort des "Einheitlichen Ansprechpartners" entsprechend EU-Richtlinie: "For D.I.A. applies the silence means consent, once with the DIA
reported its intention to install the photovoltaic system, usually after
30 days you can begin work."

Seit dem 5. Dezember müsste es eine neue Regel geben:

Antwort des "einheitlichen Ansprechpartners": community Law is in force in 2009: a constraint on the Government to
extend the facilities at DIA renewable up to 1 MW
- On July 10 came into force the Law 9arising from Italy to the European Communities.
In particular, art. 17, comma 1, letter d) of the Act provides that,
when transposing the Directive 2009/28/EC on the promotion of energy
from renewable sources, the government should adhere to a set of
principles and criteria. Among these criteria is expected to simplify
the procedures for authorizing the construction and operation of plants
using renewable sources and the necessary network infrastructure,
providing for the submission to the discipline of early activity (DIA)
for facilities for the production of up to 1 MW electricity supplied
from renewable sources.
This simplification, which will extend the DIA plants fueled by
renewable sources up to 1 MW, is not yet applicable, but it should be of
a particular provision to be included in a special legislative decree
that the Government must adopt by December 5, 2010 ."
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Re: Italien

Beitragvon Solidea Italia » 18.12.2010, 23:06

Ja mit dem DIA kannst du zwar die PV bauen bekommst aber noch lange keine Vergütung oder einen Anschluß ans Netz.............
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Re: Italien

Beitragvon summerof69 » 19.12.2010, 10:31

Solidea Italia hat geschrieben:Ja mit dem DIA kannst du zwar die PV bauen bekommst aber noch lange keine Vergütung oder einen Anschluß ans Netz.............


Nun-das war die Frage, würde ich sagen.

Für eine Beantwortung der von Ihnen genannten Punkte wäre ich Ihnen dankbar.
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Re: Italien

Beitragvon Solidea Italia » 19.12.2010, 19:35

PN ist unterwegs.
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Re: Italien

Beitragvon Elektron » 19.12.2010, 19:51

Hallo,

wir würden begrüßen, wenn Du die gestellte Frage(n) nicht nur per PN beantworten würdest sondern hier der Allgemeinheit zur Verfügung stellen könntest...
schliesslich ist dies ein Internetforum...

Gruß Elektron
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Re: Italien

Beitragvon Solidea Italia » 19.12.2010, 19:55

Also Prinzipiell gilt es immer zu unterscheiden wieviel Leistung eine Anlage haben soll und ob sie auf einem privatem Dach, einer Fabrikhalle oder auf der Erde errichtet werden soll. Dann kommt es noch ein wenig auf die Gemeinde an.
Für eine Anlage unter 20kWp auf einem Hausdach reicht der einfache DIA. Die ENEL und die GSE wollen dann noch die üblichen Unterlagen und Erklärungen, also Schaltplan, Certifikate, Datenblätter, Konformitätserklärungen. An persönlichen Daten sind ein Codice fiscale, eine Ausweiskopie, die letzte ENEL-Rechnung und ein italienisches Konto nötig. Den elektrischen Anschluß muß ein regionaler Elektrobetrieb verantworten, die Planung ein eingetragener Planer. Der Ablauf ist folgender: die Gemeinde bekommt die Benachrichtigung daß eine PV-Anlage errichtet wird, die ENEL ebenso wie die GSE.
Danach kommt ein Kostenvoranschlag der ENEL (bei 20kWp ca. 400€ wenn erst auf 3phasig umgebaut werden muß auch mal 600€) dieser KV muß angenommen werden dann kommt die erste Rechnung welche bezahlt werden muß, damit die GSE das als ernstgemeinte Anfrage akzeptiert und die Fristen (für die Fertigstellung der Anlage ebenso wie für die Weiterbearbeitung durch ENEL/GSE) von diesem Zeitpunkt an laufen. Danach wird die Fertigstellung gemeldet um die Frist für den Anschluß der Anlage ans Netz beginnt zu laufen und die zweite Rechnung der ENEL ist zu bezahlen. Zusätzlich zu den erforderlichen Unterlagen, in denen man sich nun entscheiden muß ob man den Strom ganz verkauft oder zum teil selbst nutzen will, an die ENEL/GSE müssen nun auch noch 4 Fotos von der montierten Anlage und eines von den WR's beigelegt werden.
Nach bis zu 30 Arbeitstagen maximal kommt dann die ENEL und schließt an. Danach heißt es warten bis das erste Geld von der GSE kommt.
Das ist es mal so im Groben, regionale Wirren sind natürlich immer drin, schließlich sind wir in Italien.
Mit sonnigen Grüßen
Mirwald
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Re: Genehmigungsverfahren für PV-Anlagen in Italien

Beitragvon Solidea Italia » 19.12.2010, 20:04

Für eine Freiflächenanlage ist die Sache dann schon etwas Aufwendiger. Je nach Region etwas mehr oder weniger.
Auf alle Fälle ist mit ca. 6 Monaten reiner bürokratischer Bearbeitung zu rechnen. Neben einem Bodengutachten und einem Umweltgutachten müssen auch noch sämtliche Anreiner gefragt werden.....
Sonst ist alles wie bei einer kleinen Dachanlage nur eben größer, teurer und zeitaufwendiger^^.
Für sowas sollte dann aber wirklich eine örtliche Projektleitung gekauft werden.
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Re: Genehmigungsverfahren für PV-Anlagen in Italien

Beitragvon summerof69 » 19.12.2010, 22:48

Vielen Dank Herr Mirwald, für deine ausführliche Darlegung. Anhand dieser Ausführungen und Ihrer Homepage sieht man, dass du sachkundig bist. Ich hätte noch folgende Fragen an dich:

- Wie groß würdest du das Risiko einschätzen, dass die Einspeisevergütung sagen wir nach fünf Jahren einfach nicht mehr im erwarteten Umfang gezahlt wird (Italien hat eine Staatsverschuldung von über 100% des BIPs)

- Meines Wissens ist im italienischen Recht nicht die Möglichkeit der Eintragung einer "beschränkt persönlichen Dienstbarkeit" vorgesehen - es gibt m.E. nur die Möglichkeit eines langfristigen Pachtvertrags für Nicht-Hausbesitzer in Italien. Liegt dir ein entsprechender Vertrag vor?

- Ich wohne in Baden-Württemberg. Bei uns werden (wurden...) sehr viele Dächer auf Pachtbasis mit PV ausgestattet. Eine übliche Vergütung ist (waren...) 10% der Einspeisevergütung. Erscheint dieser Satz auch in Italien marktgerecht? In folgendem Vertragsentwurf werden 50% bezahlt:
http://www.energeticambiente.it/attachm ... ltaico.doc

mfg Erik





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Re: Genehmigungsverfahren für PV-Anlagen in Italien

Beitragvon Solidea Italia » 20.12.2010, 11:19

zu 1. ein gewisses unternehmerisches Risiko besteht immer, persönlich glaube ich allerdings daß eine Anlage durchvergütet wird da ja auch die EU dahinter steht.
zu 2. Pachtverträge werden vor Ort mit dem Pächter ausgehandelt und dauern eben diese 20 Jahre, notfalls kann man eine Srl oä gründen. Das muß man an hand der jeweiligen Gegebenheiten entscheiden und wir lassen das immer von unserem Rechtsanwalt und unserem Commerzialista prüfen.
zu 3. Auch die Pachthöhe ist Verhandlungssache, ein Vorteil hier ist daß ich dem Pächter anbieten kann daß er keinen Strom mehr bezahlen muß wenn ich Scambio sul Posto mache, was natürlich nur auf Privatdächern oder genutzten Industriedächern Sinn macht.
Natürlich hat das italienische Recht, wie jedes andere, seine Eigenheiten aber dafür haben wir Profis die sich darum kümmern.
Nach wie vor ist die Errichtung von Investmentanlagen ein großer Teil meiner Aufträge und ich bin mir sicher das wird die nächsten Jahre noch so bleiben.
100%ige Sicherheit gibt es nicht, aber Bestandsanlagen werden die Vergütung durchgehend erhalten.
Falls natürlich Europa pleite geht sind wir alle geküsst.
Dennoch werden wir 2011 wieder für uns persönlich und andere Investoren Anlagen bauen.
MfG Mirwald
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