Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

PV-Anlagen die nicht in das öffentliche Stromnetz einspeisen, wie Berghütte oder Wohnmobil ....

Moderator: Mod-Team

 

0.00 (0 Bewertungen) | Zum Bewerten bitte anmelden

Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon Christian Sterner » 15.04.2011, 06:23

Hallo zusammen,

da mit in diesem Forum schon öfters mal geholfen wurde, hab ich mal wieder ein Frage, die mich interessiert.
Ich habe eine Deta Solar Flüssigsäure Batterie 12 Volt 250Ah/C100 (Voll geladen)
Dazu einen 1000W reinen Sinus Wechselrichter mit 2000W kurzzeitiger Maximalleistung.
Dann habe ich einen Elektrorasenmäher mit 800W Leistung.
Kann ich der Batterie das antun, den Rasenmäher für z.B. 20-30 Minuten laufen zu lassen, oder kriegt die durch diese schnelle Entladung irgendwelche Schäden?
Vielen Dank schonmal für eure Mühen.
Christian Sterner
Christian Sterner
Neu hier
Neu hier
 
- Threadstarter -
 
Beiträge: 8
Registriert: 01.03.2011, 15:28
Info: Interessent

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon sunpower16,2 » 15.04.2011, 07:28

Hallo Christian,

schau mal hier: http://www.elweb.info/projekte/dieterwerner/AKKU1A1.pdf

Vor allem auf Seite 5 wird da ausführlich drauf eingegangen. 800W/12V = 66,6A. Du solltest Deinen Solarakku allerdings nur mit 2,5A (=30W bei 12V) betreiben. :(

Nach diesem Papier kann man auch sehr schön rückwärts rechnen: 250A/66,6Ah = 3,75 Stunden --> Vliesakku oder 2 Antriebsakkus oder 3 Starterakkus.

Letztlich musst Du aber die Stromaufnahme des Wechselrichters nehmen, die er braucht, um am Ausgang die 800W für den Mäher zu liefern. Einziger Hoffnungsschimmer: Mal die tatsächliche Leistungsaufnahme messen, die ggf. niedriger sein dürfte. Z.B. habe ich mal mit einem guten Energiekostenmessgerät meinen 1800W-Staubsauger gemessen und er zog nie mehr als ca. 1200W.

UND nicht vergessen: für die Übertragung von 66,6Ampere brauchste auch eine ganz schön dicke Leitung! Keine Ahnung wie dick, aber mit 2,5mm² wirste nicht weit kommen oder die wird verdammt heiß bis zum Kabelbrand

Gruß, sunpower16,2
Sunpower 16,2 kWp; Dach 30°, 10°SSW; 3*SMC4600;
Tschernobyl & Fukushima mahnen:
AKWs abschalten! Alle! Weltweit! Und sofort!
sunpower16,2
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 687
Registriert: 16.10.2009, 09:45
Wohnort: Geraberg
PV-Anlage [kWp]: 16,2
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon Solarm » 15.04.2011, 11:37

Für einen 250Ah Batterie 30 Watt ist doch woll ein Scherz oder ?!?
Da werde ich sicher bei meinen Autobatterien bleiben
Vielleicht kannst du für den Rasenmäher eine Autobatterie parallel hängen und den Wechselrichter dort anschliessen.

Ich habe auch eine Pumpe mit 450 Watt die nur 200 Watt zieht laut Energiekostenmessgerät
Ich denke die 800 Watt sind bei Volllast (wie hoch ist dein Gras :roll: )
Men are like Bluetooth; he is connected to you when you are nearby, but searches for other devices when you are away… Women are like Wi-Fi; she sees all available devices but connects to the strongest one
Benutzeravatar
Solarm
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1414
Registriert: 21.06.2010, 09:33
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon linga » 15.04.2011, 11:38

35mm2 sollten bei kurzen Strecken bis 100A@12V ausreichen. Stromentnahme hängt stark vom Zellentyp ab. Gelbatterien sind empfindlicher als Blei-Säure-Akkus, sind empfindlicher als Panzerplatten-Batterien. Daher kann man die Faustzahlen auch immer nur auf den entsprechenden Batterietyp anwenden. Die Hersteller haben dazu auch jeweils eigene Empfehlungen aber 2,5A dürfte sehr konservativ bemessen sein und ist so eine typische Faustzahl (zehntel Ah Kapazität des Speichers in A, soweit ich weiss -> das wären dann aber auch 25A und nicht 2,5).

Oft zeigen sich die Grenzen einfach in der Praxis. Bei einer so kleinen Batterie fällt die Spannung bei hoher Stromentnahme sofort ab und ggf. schaltet der Wechselrichter dann einfach wegen Unterspannung ab.

edit: Hier werden aber auch Wattangaben in 12V und 230V gemischt. Die 800 Watt bei 230V ziehen ja nur 3,5A.
Inselanlage 1,5 kW PV + 0,5 kW Wind, Outback FM 80 + Phocos MPPT 20A Laderegler, 500 Ah/12V OPzS Batterie, 1,5 kW Victron Energy WR/Lader, 3,3 KW Inverter-Generator
linga
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 177
Registriert: 10.03.2009, 20:18

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon Reinheit » 15.04.2011, 12:32

Meine ich das nur, oder ist einigen hier wirklich nicht die Bedeutung der Angabe „C 100“ bekannt? Soweit ich weiß, bedeutet sie, daß die angegebene Kapazität nur bei einer Entladung über 100 Stunden gegeben ist. Daher ist die Angabe von maximal 30 W korrekt, da eine Entladung über 100 Stunden einem Entladestrom von 2,5 A entspricht, und die ergeben bei 12 V Spannung nun mal eine Leistung von 30 W.
Oder ist das alles falsch, und ich habe nichts verstanden?
Anlage: 26 Aleo S 18 215 W Module mit 5,6 kWp,
SMA 5000 TL-20; -50°(fast SO), DN 25°
seit 14.9.09 am Netz Nähe Cuxhaven
Benutzeravatar
Reinheit
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied
 
Beiträge: 456
Registriert: 02.10.2009, 15:41
Wohnort: 217XX
PV-Anlage [kWp]: 5,59
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon sunpower16,2 » 15.04.2011, 12:51

Na dann schaut doch mal in das Papierchen meines Links. Die Angabe "Deta Solar Flüssigsäure Batterie 12 Volt 250Ah/C100" deutet genau auf die 100 Stunden hin. Sofern der Autor also nicht völlig falsch informiert ist, ist es genauso wie Reinheit es auch sieht.

Blei-Akku ist eben nicht gleich Blei-Akku!

Auf mich wirkt das PDF auf den ersten Blick sehr fundiert, weil es vor allem auf die verschiedenen Bauformen von Bleiakkus und ihre Spezifika hinsichtlich Ladung/Entladung und andere Dinge wie Transport eingeht und was sonst so alles zu beachten ist (z.B.Tiefentladung). Es wird sogar ganz konkret auf Ladekennlinien eingegangen etc.

Wer es dann immernoch nicht glaubt, muss es eben selbst ausprobieren. Viel Spaß. :roll:

Gruß, sunpower16,2
Sunpower 16,2 kWp; Dach 30°, 10°SSW; 3*SMC4600;
Tschernobyl & Fukushima mahnen:
AKWs abschalten! Alle! Weltweit! Und sofort!
sunpower16,2
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 687
Registriert: 16.10.2009, 09:45
Wohnort: Geraberg
PV-Anlage [kWp]: 16,2
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon Statler » 15.04.2011, 13:22

Hallo,

die c100 beschreiben nur den festgelegten Messtrom fuer die Kapazitaetsmessung. Je hoeher der Entnahmestrom, je geringer die Kapazitaet.

Der maximal zulaessige Dauerstrom ist ein Parameter des Akku's und sollte im Datenblat stehen.

Es gibt verschiedene Bleiakkutypen:

1) Autobatterien: werden nur beim Starten beansprucht, dann allerdings extrem, sind nicht besonders Zyklenfest
2) Pufferakkus (Notstrom etc.): werden eigentlich nie benutzt, sollen nur moeglichst lange halten und brauchen nur wenige Zyklen zu ueberleben
3) Solarakkus, Bootsakkus, Staplerakkus etc.: werden permanent geladen und entladen, sind sehr Zyklenfest.

Die verschiedenen Akkutypen weisen unterschiedliche Konstruktionsmerkmale auf, eine Autobatterie wird bei Deiner Anwendung nicht lange durchhalten.

66 Ampere erscheinen mir fuer eine 250Ah Batterie recht viel. Fuer eine lange Lebensdauer wuere ich nicht ueber 30 Ampere gehen. Das sollte aber alles im Datenblatt stehen.

Kabel sollten moeglichst dick und kurz sein, jedes milVolt auf der DC-Seite zaehlt. Am besten den WR direkt neben dem Akku installieren und dann mit dem AC-Kabel weiter.

In der 1kw Liga wuerde ich mir ueberlegen, auf 24 Volt zu gehen

Achim
Statler
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 170
Registriert: 30.01.2011, 12:40
Wohnort: 52222 Stolberg
PV-Anlage [kWp]: 10.36
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon sonnentau » 15.04.2011, 14:53

Hallo,eine selbstversuchte Antwort von mir.Wenn man ein paar Dinge beachtet geht es.Es funktioniert aber nicht 20-30 Minuten am Stück.Ein großes Problem, kann der Motor vom Rasenmäher darstellen.Dieser läuft meistens über einen Kondensatormotor.Dieser Motor benötigt einen sehr hohen Anlaufstrom.Ich habe damals einen Kondensator parallel aufgeklemmt ,der über ein Verzögerungsrelais nach 2 Sekunden wieder abgefallen ist.Hier mal zum nachlesen http://www.studentshelp.de/p/referate/02/4421.htm#.Ich habe immer wenn die Batterie voll war, bei Sonnenschein 10 Minuten gemäht.Stunde Pause dann wieder.Die Batterie ist aber sehr grenzwertig .Meine Moll 240 AH hat das über 10 Jahre ohne Probleme mitgemacht.Danach waren immer noch 70 % Kappazität.Habe sie dann verschenkt,wegen Neuanschaffung.Sie funktioniert heute noch.Jetzt kann ich bei Sonne meinen ganzen Garten mähen ohne Pause.Allerdings ist der Preis ein anderer.
Benutzeravatar
sonnentau
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 1663
Registriert: 23.11.2009, 19:18
Wohnort: radeberg
Info: Betreiber

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon linga » 15.04.2011, 15:03

Nur kurz zu den C100: Klar, bemessen auf eine Entladung in 100 Stunden mögen die 2,5A fix sein aber ich kann ja - mit Verlusten - auch in C5 den Akku leeren und habe dann deutlich höhere Ströme. Um die Kapazität geht es hier aber ja weniger, sondern darum, welchen maximal-Strom so ein Akku verträgt. 800W bei 230V ist mit Sicherheit an der Grenze des machbaren bei so einem Akku. Entweder die Spannung sinkt sofort bei Entnahme zu stark oder die Batterie wird einfach nicht ihre Nennzyklen-Anzahl schaffen; also schneller kaputt gehen.
Inselanlage 1,5 kW PV + 0,5 kW Wind, Outback FM 80 + Phocos MPPT 20A Laderegler, 500 Ah/12V OPzS Batterie, 1,5 kW Victron Energy WR/Lader, 3,3 KW Inverter-Generator
linga
Vielschreiber
Vielschreiber
 
Beiträge: 177
Registriert: 10.03.2009, 20:18

Re: Wie stark kann ich eine Batterie belasten?

Beitragvon sunpower16,2 » 15.04.2011, 17:36

Hier gibts auch noch eine schöne Übersicht über die verschiedenen Bleiakkutypen: http://www.microcharge.de/index.php?option=com_content&view=article&id=64&Itemid=71

Ich zitiere mal:
www.microchage.de hat geschrieben:Eine weitere Bauform ist der Solar-Akku. Er ähnelt von außen den Starterbatterien, ist innen aber völlig anders aufgebaut. Sein Aufbau wurde auf hohe Zyklen- und Tiefentladefestigkeit bei geringster Selbstentladung ausgelegt, was durch spezielle Röhrchenpanzerplatten realisiert wird. Dabei bleibt prinzipbedingt die maximale Stromlieferfähigkeit auf der Strecke. Mit solchen Akkus lassen sich beispielsweise keine Motoren starten, die Klemmenspannung bricht bei der hohen Belastung eines Anlassers sofort zusammen. Das Anwendungsspektrum von Solarakkus liegt speziell in der hohen Lebensdauer bei ausschließlicher Ladung mit Solarpanelen. Dabei fließen meist über lange Zeiträume nur geringe Ladeströme bei gleichzeitiger permanenter Zyklisierung, also ständer Ladung und Entladung im Wechselspiel von Tag und Nacht.


Am Ende der Seite ist ein weiterführender Link. sieht auch recht interessant aus.

Was für ein Interesse sollte ein Hersteller haben, mal c100 hinzuschreiben, wenn es unnötig langsam wäre? Ich meine, bis zur Selbstentladung hin kann man doch immer weniger Strom entnehmen, so dass sie 200 oder auch 1000 Stunden ohne Nachladen reicht. Also wird er doch immer das Optimum angeben oder nicht? Wenn man sie ohne Einschränkung mit 5 A belasten könnte, dann würde er den 250Ah-Akku doch mit einem C50 kennzeichnen oder? Aber dann gibt es eben schon Einschränkungen: Die Kapazität beträgt dann eben nicht mehr 250 Ah und die Anzahl der Zyklen verringert sich. Nochmal: Akku ist nicht gleich Akku! Und Spannung/Kapazität sind nicht die einzigen Parameter.

Ihr könnt zum Beispiel mal beim schweizer Hersteller "Levo Batterien" http://levobatterien.ch/ in der Produktsuche "LiFeYPO4" einklimpern. Da kommen diverse C1 Akkus, z.B. eine Lithium Yttriumphosphat Batterie RF A&B 12 Volt / 80 Ah (C1) Mit der kannste bis zu eine Stunde Rasen mähen, kostet aber auch stolze 560.60 EUR. Diese Akkus werden übrigens auch in Elektro-Rollstühlen eingesetzt, die etwa eine ähnliche Leistungsaufnahme haben, wie unser Rasenmäher hier. Vielleicht reicht auch schon die 60 Ah-Variante für 373,80 EUR - eben je nach tatsächlicher Leistungsaufnahme.

Natürlich kann man - wie Sonnentau - mit Kurzzeitüberlastungen und Ruhepausen spielen. Letztlich macht das im PKW der Anlasser mit 100A und mehr ja auch. Musste am Ende selber wissen, nur geeigneter dürfte wohl eher ein C1-Akku sein, als ein C100. Leider fehlt in vielen Shops diese Angabe völlig. :roll: , Da kann man wohl nur von den Angaben, wie "Solar-" oder "Gel-", "Vlies-", "AGM-", "Antriebs-" oder "Traktions-" Akku auf Entladezeit und -strom rückschließen oder über den Preis. :cry:

Gruß, sunpower16,2
Sunpower 16,2 kWp; Dach 30°, 10°SSW; 3*SMC4600;
Tschernobyl & Fukushima mahnen:
AKWs abschalten! Alle! Weltweit! Und sofort!
sunpower16,2
Forumsinventar
Forumsinventar
 
Beiträge: 687
Registriert: 16.10.2009, 09:45
Wohnort: Geraberg
PV-Anlage [kWp]: 16,2
Info: Betreiber

Nächste

Zurück zu Inselanlagen



Ähnliche Beiträge


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste