wieso hat geschrieben:Aber wieso meinst Du, dass es "minderwertig" ist, den Strom anstelle von Gas oder Heizöl zu verheizen, aber "intelligent" oder "grün", ihn anstelle von Benzin zu verbrennen?
Es ist vielleicht eine Milchmädchen Rechnung von mir .
Aber sagen wir mal fossile Kraftwerke und Autos haben einen Wirkungsgrad von ca 40 % , fast der ganze Rest geht als Wärme verloren , ist doch schade oder
Deswegen ist es ja auch gleichgültig, ob ich eine solar erzeugte Strommenge verwende, um ein fossiles Kraftwerk abzuschalten, oder um x Verbrenner-Autos durch E-Autos zu ersetzen. Beides bringt etwa die gleiche Einsparung an CO2, zweiteres ist aber ungleich SEHR viel aufwendiger (Entwicklung und Aufbau einer gesamten Technologie nebst Infrastruktur vs. Umlegen eines Schalters....). Solange also noch ein Kraftwerk da ist, das man abschalten kann, lohnt eigentlich der Aufwand für die Elektrifizierung des Individualverkehrs nicht.
Da macht doch die dezentrale BHKW Idee zum Heizen und Stromerzeugung ( Wirkungsgrad über 90% , oder ?) und PV auf dem Dach mit Elektroauto einen guten Eindruck auf mich , gerade für Wohnblöcke oder Mehrfamilienhäuser
Blockheizgeräte finde ich auch eine interessante Option. Sie ergänzen Photovoltaik ziemlich gut, da durch den jahreszeitlich gegensätzlichen Betrieb ein gleichmäßiges Stromangebot entsteht. Die oft zitierten hohen Wirkungsgrade nahe 100% werden aber nur bei wärmegeführtem Betrieb erreicht.
Als Insellösung mit autarker Versorgung eines oder mehrerer Haushalte nebst E-Auto wird das Konstrukt dagegen nur schlecht funktionieren, selbst wenn man vom Vorhandensein eines zusätzlichen elektrischen Speichers ausgeht. Selbst dann würde das BHG oft auch ohne Wärmebedarf laufen müssen (bei bedecktem aber warmem Wetter), oder umgekehrt Strom erzeugen, der nicht gebraucht wird (kalt und sonnig). Das Elektroauto hilft da kaum, da ja dessen Bedarf an Ladestrom zwar evtl. stundenweise verschoben werden kann aber ganz sicher keine Schlechtwetterphase übersteht, umgekehrt auch nicht den Strom eines sonnigen Wintertags aufnehmen kann, wenn der Akku dank BHG-Betrieb schon voll ist.
Stattdessen könnte man bei zentraler Steuerung und Netzkoppelung vieler kleiner BHG auch virtuelle Spitzenlastkraftwerke damit aufbauen. Optimal wäre IMHO eine Kombination: Meldung des Wärmebedarfs und damit der erforderlichen Betriebsdauer eines Tages an den Netzbetreiber, während dieser den oder die Zeitpunkt(e) des Betriebs innerhalb der 24h-Periode bestimmt. Über 24h läßt sich Wärme mühelos speichern. So kann das BHG mit hohem Wärmenutzungsgrad betrieben werden, während die verbleibende Ungleichverteilung des Wärme- und Strombedarfs im Zeithorizont von Tagen zumindest im Winter vom Netzbetreiber problemlos auch über träge Kraftwerke ausgeglichen werden kann.
Gruß,
Friedrich