PV-Anlagen die nicht in das öffentliche Stromnetz einspeisen, wie Berghütte oder Wohnmobil ....
Moderator: Mod-Team
von cosmo44 » 29.01.2012, 13:59
Hallo!
Ich habe mir erlaubt einen neuen Thread zu erstellen. Es handelt sich zwar um das gleiche Projekt, jedoch um eine andere, grundsätzlichere Fragestellung. Ich plane eine PV-Inselanlage und mache mir Gedanken über die richtige Dimensionierung. Der Strom wird jeden Tag für 3 Stunden abgestellt. Ich habe mir Ertragsverläufe auf SolarLog angesehen und ein bißchen rumgerechnet und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es in der Praxis kaum möglich sein dürfte eine PV-Notstromanlage ohne Dieselgenerator zu planen, wenn man nicht riskieren will, dass im Winter doch mal die Lichter ausgehen. Selbst bei einer leichten Überdimensionierung von PV-Anlage und der Batteriespeicher. Wie seht ihr das?
Die Grundannahmen für meine Überlegungen waren folgende: Das Dach ist nach Süden ausgerichtet, 0° Abweichung, die Dachneigung beträt 30°. Daten von SolarLog: Im Dez. und Jan. erntet man nur jeweils ca. 2-4% vom Jahresgesamtertrag. Der max. Tagesertrag an einem Dez. od. Jan. Tag mit besten Bedingungen beträgt ca. 50% des max. möglichen Tagesertrags (Sommertag mit besten Bedingungen). Es gibt im Dez. oder Jan. mindestens eine längere Regenphase, die Sonne scheint für 4, 5 Tage überhaupt nicht. Der Stromverbrauch ist konstant gleich hoch, winters wie sommers (theoretische Annahme).
Kann diese Feststellung "Keine PV-Notstromanlage ohne Dieselgenerator" (so sie denn richtig ist) in Europa vielleicht sogar Allgemeingültigkeit besitzen, da man ja davon ausgehen kann, dass es hier überall im Winter mal eine Schlechtwetterperiode gibt?
Gruß Cosmo
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von BRJ » 29.01.2012, 16:06
Es wird immer undurchschaubarer! Für was planst Du eine PV-Inselanlage wenn der Strom nur für 3 Stunden abgestellt wird? Ist der Standort der Anlage nicht in Asien oder doch etwa in Thrakien? Da Europa relativ groß ist, kann man nicht pauschal sagen, ob unbedingt ein Dieselgenerator eingeplant werden muß.
Hast Du dich jetzt in die Materie eingelesen?
Gruß
BRJ
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von Solarm » 29.01.2012, 20:30
Wenn es nur um 3 Stunden geht kann man 21 Stunden pro Tag über das Netz nachladen wenn die Sonne nicht scheint
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von cosmo44 » 29.01.2012, 23:54
Bin dabei mich einzulesen. Dachte ich könnte trotzdem zwischendurch ne Frage stellen. Und so schlecht find ich die gar nicht. Mit irgendeiner Autonomiezeit muss man schließlich rechnen. Und danach ist dann halt Schluss. Ausser man lädt über's Netz nach. Warum auch nicht?! Für die 2, 3 mal im Jahr muss es dann halt so gehen. Oder ich lass den alten Generator stehen. Mehr als x Tage Systemautonomie einzurechnen ist ökonomisch unsinnig. Das war die Frage. Ich beantworte sie mir mal selbst: 3 ist die Grenze. BRJ hat geschrieben: Da Europa relativ groß ist, kann man nicht pauschal sagen, ob unbedingt ein Dieselgenerator eingeplant werden muß.
Das sehe ich anders. Wenn ich die Anlage für meinen Jahresverbrauch dimensioniere und eine bestimmte Dauer Autonomie einkalkuliere, dann ist es wurscht wo die Anlage steht, dann kommt es nur darauf an, ob es an diesem Standort auch mal eine Woche am Stück p..... kann. gell 
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von buergersolar » 30.01.2012, 00:40
Wie wärs mit einer netzgeführten PV-Anlage und einer USV für die 3 Stunden am Tag?
Sonnige Grüße
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von wieso » 30.01.2012, 01:01
Die Anlage soll in der Türkei betrieben werden, weiss nicht ob es dort Vergütung gibt ..... Cosmo ,wir kommen eigentlich ohne Diesel aus nur mit PV ca 9 Monate im Jahr oder ca 270 Tage pro Jahr Wenn wir wie Du In der Türkei wären würde ich sagen gehts ohne Diesel (oder nur im wirklichen Notfall nötig ) hier mal unser 4kw PV In Irland und die gleichen 4KW in Antalya 
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von cosmo44 » 30.01.2012, 12:32
Danke Lars, du bist mir die größte Hilfe! Die durchschnittlichen Monatserträge für Dez. u. Jan. unterscheiden sich wirklich gravierend. Das macht mir Hoffnung. Zumal der Standort südlicher liegt und das neue PVGIS noch höhere Werte errechnet (2200 kWh/kWp bei Combined PV system losses: 21.0%), mit deutlich höheren Erträgen gerade für den Dez. Die Anlage kann so oder so mal an ihre Kapazitätsgrenze kommen. Eine Schlechtwetterperiode kann auch im Feb. od. März eintreten. Ich denke ich bleibe bei 3 Tagen Systemautonomie (je 3 Std. an 3 Tagen) als Grundlage. Und wenn's doch mal ne ganze Woche regnet, was auch vorkommen kann, dann muss halt der Generator helfen, oder ich lade mit Netzstrom. Die gesetzliche Einspeisevergütung für Solarstrom in der Türkei beträgt meines Wissens 13,3 Dollar-Cent. buergersolar hat geschrieben:Wie wärs mit einer netzgeführten PV-Anlage und einer USV für die 3 Stunden am Tag?
Hättest du dazu noch ein paar Erläuterungen? Wie gesagt, bin gerade erst dabei mich in die Materie einzuarbeiten. Der Netzanschluss bleibt erstmal bestehen. Geplante Batteriekapazität 1000Ah 48V bei max. Entladetiefe von ca. 50% für lange Lebensdauer. Was wäre der Vorteil einer USV? Welche Komponenten würde ich mir sparen? Gruß Cosmo
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von buergersolar » 30.01.2012, 12:46
cosmo44 hat geschrieben:buergersolar hat geschrieben:Wie wärs mit einer netzgeführten PV-Anlage und einer USV für die 3 Stunden am Tag?
Hättest du dazu noch ein paar Erläuterungen? Wie gesagt, bin gerade erst dabei mich in die Materie einzuarbeiten. Der Netzanschluss bleibt erstmal bestehen. Geplante Batteriekapazität 1000Ah 48V bei max. Entladetiefe von ca. 50% für lange Lebensdauer. Was wäre der Vorteil einer USV? Welche Komponenten würde ich mir sparen? Gruß Cosmo
Wenn du eine Inselanlage baust, musst du die PV-Anlage so dimensionieren, dass du im Winter gerade hinkommst, hast dann aber im Sommer massive Überschüsse. Wenn der Akku voll ist, verpufft der restliche PV-Strom (der Laderegler macht dicht und die PV bringt keinen Strom mehr). Ich denke deshalb, dass es mehr Sinn macht, wenn die PV-Anlage netzgeführt ist. Dann kannst du im Sommer Eigenverbrauch machen und versuchen, so viel wie möglich des PV-Stroms direkt zu verbrauchen anstatt Strom aus dem Netz zu verwenden. Den Akku lädtst du mit einem Ladegerät mit Strom aus dem Netz (bei Sonne PV-Eigenverbrauch, im Winter oder bei Schlechtwetter halt mit Netzstrom). Die Versorgungssicherheit wäre so auf jeden Fall höher. Das hat den Vorteil, dass du die PV-Anlage und die USV völlig unabhängig voneinander dimensionieren kannst und keine Probleme mit Engpässen oder verpuffenden Überschüssen hast. Sonnige Grüße
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von cosmo44 » 30.01.2012, 13:12
Danke bürgersolar, hört sich gut an. Ich dachte bislang eine USV wäre zwar für hohe Leistungen, aber nur für eine kurze Dauer ausgelegt. Man könnte also auch 15kW in 3 Std. abdecken. Die Begriffsdefinition hat mich wohl verwirrt.
Gruß Cosmo
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von buergersolar » 30.01.2012, 13:19
Im Grunde ist ja die USV nichts anderes als eine Inselanlage. Nur würde ich eben die PV netzseitig anschließen und nicht batterieseitig. Denn dann kannst du im Sommer die volle PV-Leistung nutzen und bist im Winter unabhängig von der PV, indem du deine Batterien aus dem Netz lädtst. Wenn du die Batterien lädtst, während die Sonne scheint, geschieht das automatisch auch mit PV-Strom.
Sonnige Grüße
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