PV-Anlagen die nicht in das öffentliche Stromnetz einspeisen, wie Berghütte oder Wohnmobil ....
Moderator: Mod-Team
von Watts » 21.04.2011, 21:26
Hallo miteinander, ich hatte bisher nur sporadisch Berührungspunkte mit der PV, finde aber den Gedanken, den Strom selbst zu nutzen, sehr interessant. Nach Durchforsten der Ergebnisse der Suchfunktion hat es den Anschein, daß eine Eigennutzung mit Direktverbrauch (ohne Batteriepufferung) bei Sonneneinstrahlung eine Reihe von Problemen aufwirft. Über den Sinn und Unsinn dieser Idee kann man wohl streiten (bitte nicht hier und jetzt  ), allerdings ist in klimatisch für PV günstigeren Gegenden mit übers Jahr verteilter, hoher Sonneneinstrahlung der Gedanke sehr interessant, z.B. für die Nutzung von Pumpen, Kühlschränken, Gefriertruhen etc.. Auch wären die Gesamtausbeute höher(solange der Strom nur tagsüber gebraucht wird, da die Verluste, welche bei Speicherung in eine Batterie anfallen, entfallen würden. Hat jemand so etwas schon mal realisiert, oder woran scheitert es? Beim Einsatz eines Netzwechselrichters stört die ENS, und beim Einsatz eines Inselwechselrichters ist wohl das Problem, daß dieser für den Einsatz zusammen mit einem Laderegler den Strom indirekt über eine Batterie zur Verfügung stellt und nicht als AC Strom. Was ich gefunden habe, ist die aufwendige Lösung mit einem Insel- und einem Netzwechselrichter in Kombination. Ist dieses die einzigste Möglichkeit, oder gibt es eine direkte Möglichkeit, den Strom selbst zu nutzen (ca.3-4 kWp). Wenn z.B. nachts manuell auf Netzstrom umgeschaltet wird, könnte man die Technik theoretisch einfach halten. Hat hier jemand Ideen? Frohe Feiertage noch Watts
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von linga » 21.04.2011, 23:12
Bei den Beispielen, die du ansprichst, bekommt man das einfach mit DC-Verbrauchern in den Griff. Gleichstrompumpen z.B. oder auch Heizsstäbe nehmen dann einfach das auf was kommt und wandeln es entsprechend um. Einen Inselwechselrichter wirst du ohne Batterie nicht betreiben können. Dabei muss man dann aber irgendwie die Spannung stabilisieren: Die Laderegler, die ich kenne, laufen ohne Batterie auch nicht bzw. bekommt ihnen das nicht gut. Also wird man vermutlich Inselmodule mit einer Spannung im Bereich 12V nehmen müssen, wenn man sowas machen will.
Was sicherlich auch ginge wäre eine "Alibi-Batterie", die gerade so stark ist, dass ein Inselwechselrichter nicht sofort bei jeder Wolke abschaltet - bei Sonne würde der Strom dann sowieso direkt vom Laderegler abgenommen werden und der Batterie wäre die Last so lange egal, wie entsprechender Strom gleichzeitig auch vom Dach kommt.
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von wieso » 22.04.2011, 07:39
Was ich gefunden habe, ist die aufwendige Lösung mit einem Insel- und einem Netzwechselrichter in Kombination.
diese Kombination ist jedoch nicht automatisch efficienter und harmonischer als Laderegler
Inselanlage 1.6 kw PV und 2.4 KW PV , Outback MX60 und FM80 MPPT , 6 kw Victron Wechselrichter 1600 ah 24 volt Gabelstaplerbatterie , 1.6 kw Windkraftanlage ,1 kw Wasserturbine mit Speichersee bei Bedarf Irland ;
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von Watts » 22.04.2011, 18:29
@ linga,
alles auf Gleichstrom aufzubauen, finde ich ist in ziemlicher Umweg, aber ist natürlich Ansichtssache. Aber es müßte alles vorhandene neu angeschafft werden, eine Nutzung im Haus wäre nur nach Neuverkabelung möglich.
Dein zweiter Gedanke klingt interessant. Kommt der Strom dann über PV-LR-IWR ins 230V-Netz, oder wird im Laderegler nur auf den WR durchgeschliffen, und zweigt sich was ab, wenn die Batterie leer ist? Wie verhält sich das System bei Über- bzw. Unterlast, bei nur kleiner Batterie?
@wieso
Klingt für mich auch teuer und aufwendig. Ein Lösung direkt am Netzwechselrichter wäre doch theoretisch weniger aufwendig, oder gibt es dafür generell keine Lösung?
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von max-r » 22.04.2011, 20:16
Hallo,
vielleicht lohnt es sich ja mal in diesem Zusammenhang drüber nachzudenken, was passiert mit "meiner Anlage" wenn das EVU keinen Strom mehr liefert? (Kein Bezug- keine Erzeugung.) Hoffe nicht dass wir schlimme Zeiten vor uns haben, aber es sieht alles nicht sehr rosig aus.
Gruß Max
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von Watts » 22.04.2011, 20:37
Hallo Max,
denke, Du sprichst das ENS-Problem an? Hatte ich im Eingang kurz erwähnt. Deshalb ja der Zwiespalt Inselwechselrichter - Netzwechselrichter. Beides ist nicht wirklich für einen batterielosen Betrieb geeignet.
Ich denke halt eher in die Richtung, den Strom zeitnah zu verbrauchen, dafür aber geringere Verluste zu haben. Der Komfort könnte dabei natürlich etwas auf der Strecke bleiben..... Die technische Entwicklung geht aber hauptsächlich in die Richtung Einspeisung, oder Insel mit Batterie. Lösungen ohne Batterie gibt es wohl im Brunnenbereich, aber da ist die Lösung einfacher.
Viele Grüsse
Watts
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von linga » 23.04.2011, 08:25
Im Bezug auf Überlast wäre die Lösung mit der "Alibi-Batterie" natürlich nichts. Und es ist natürlich auch ein wenig eine Bastellösung aber ich denke es würde funktionieren. Ich hatte mal die Batterie kurz abgeklemmt, WR und PV Laderegler liefen noch. Wenn immer genug Strom vom Dach kam, um die damals aktiven Verbraucher zu versorgen, hat sich der WR eingeschaltet und so lange gearbeitet, bis der Strom vom Laderegler wieder zu gering war und der WR sich abgeschaltet hat.
So geht der WR natürlich ständig an und aus und der Strom vom Laderegler, der zu gering ist, um die aktuelle Last zu bewältigen - tja der geht nirgendwohin und soweit ich weiß bekommt das dem Laderegler nicht besonders, weil er mangels Batteriespannung ja auch keinen Ladeschluss o.ä. erkennt.
Bei einer kleinen Batterie hast du wie gesagt wahrscheinlich Phasen von kurzer Bewölkung o.ä. abgedeckt - nach kurzer Zeit würde der WR aber auch aussteigen. Doch je nachdem, wie hoch deine Last im Verhältnis zur Generatorleistung ist, kann das auch den Sommer über von früh bis spät funktionieren.
Die Elektronen gehen dabei einfach den kürzeren Weg: Nicht erst vom LR in die Batterie, sondern über die DC-Verteilung direkt zum WR. Die Batterie wird nur dann angezapft, wenn die Last höher als die Generatorleistung ist. So ziehe ich z.B. bei entsprechendem Wetter auch Lasten aus meiner Anlage, die der Batterie alleine als Versorgung auf Dauer schaden würden.
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von Watts » 23.04.2011, 13:08
Was würde denn bei Überlast passieren? Unter Überlast verstehe ich eine Last, welche größer ist als die Dauerleistung des WR bzw. Generators. D.h. normalerweise würde doch der WR abschalten, falls zu viele Verbraucher, oder auch eine zu hohe Anlauflast anliegt. Oder würde da die Alibibatterie mir vorher um die Ohren fliegen? Würden sich in dem Fall Inselwechselrichter und Netzwechselrichter gleich verhalten (Netzwechselrichter mal angenommen Offgrid ohne ENS)? Unterlast sollte beim Inselwechselrichter wohl keine Rolle spielen, bei Netzwechselrichter hab ich mal gelesen, daß alles abgenommen werden muß, ist dieses so korrekt?
Wie könnte man mit bekannten Verbrauchern eine Auslastung kurz unterhalb der Leistungsgrenze realisieren? Hatte mal überlegt, versch. Verbrauchern jeweils eine eigenen Relaisschaltung, ggfls. mit Vorrangschaltung zuzuweisen: Mittels einstellbaren Lichtsensoren könnten Profile erzeugt werden, welche die Prioritäten und Anzahl der zugelassenen Verbraucher in Abhängigkeit vom Ergebniss der Lichtsensoren steuert. Brauch man vielleicht schon eine kleine Logo o.ä. Aber die Gesamtlast wäre unterhalb der Dauerleistung und als Sicherheit würde der WR doch abschalten? Könnte so etwas funktionieren?
Viele Grüsse
Watts
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von wieso » 23.04.2011, 14:13
Hallo
...Geht es hier auch um Einspeisevergütung ?
Wir sind hier in der Abteilung Inselanlagen oder wärest Du nicht besser beraten eher an Optimierung des Eigenverbrauchs zu denken und besser in der Einspeise-Abteilung aufgehoben ?
Also als Inselanlage mit viel PV braucht man halt eine Batteriebank , und klar kann man auch da regeln das Tagsüber viel verbraucht wird je nach Ladezustand der Batterie
Gruss Lars
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von Watts » 23.04.2011, 16:28
Hallo Lars, denke mal, ich bin hier richtig  , Einspeisung ist kein Thema, und nicht erwünscht! Wenn ich das Thema Netzwechselrichter oder das ENS-Problem anspreche, dann nur, weil ein Netzwechselrichter von Haus aus das hätte, was für einen batterielosen Tagesbetrieb einer Insel notwendig wäre. Wäre da nicht die ENS und, was ich noch nicht wirklich verstehe, muß z.B. die Leistung komplett abgenommen werden, oder wird bei Halblast im Wechselrichter oder Modulen einfach in Wärme verbraten? Oder gäb es noch andere Probleme? Generell bin ich für beide Wechselrichter (aber für Inselbetrieb!!) offen, da es aber wohl derzeit keine kommerzielle Lösung ohne Batterie, abgesehen von Pumpsystemen gibt, und beide Wechselrichtertypen Ihre Probleme mit der angestrebten Lösung haben, habe ich hier diese Diskussion angestoßen. Interessant fand ich in der Diskussion bisher die Variante mit Alibibatterie, wobei ich allerdings nicht ganz verstehe, warum eine Lösung mit Netzwechselrichter nicht generell auch funktionieren sollte. Viele Grüsse, und vielen Dank an alle, die sich hier schon beteiligt haben Watts
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