PV-Anlagen die nicht in das öffentliche Stromnetz einspeisen, wie Berghütte oder Wohnmobil ....
Moderator: Mod-Team
von Vansbro » 23.03.2011, 13:27
Seit ich im vergangenen Jahr das Baumhaus meines Juniors mit einer Mikro-Solaranlage ausgetattet habe - sind meine anfänglichen Bedenken restlos verflogen. Die 30-Watt-Anlage an einem kleinen Regler und einem 60Ah Bleiakku für "Antrieb und Beleuchtung" reichen zusammen mit einem 200 W(400 max) - Wechselrichter um gelegentlich Beleuchtung, Radio und Laptop zu betreiben.
Jetzt gehe ich dran unser Ferienhaus in Schweden von "Tragevoltaik" (Zwei Blei-Akkus werden im Wechsel am Auto aufgeladen) auf PV umzustellen. Hintergrund war dabei unser Wunsch auch eine Waschmaschine betreiben zu können die zusammen mit der diese versorgende Wasserpunpte bis zu 2900 W "ziehen" wird - und dabei binnen zwei Stunden etwa 1 kwh verbrauchen wird. (Die Typenschild-Werte für die Verbraucher habe ich vorsorglich beim Betrieb der Geräte an der Steckdose überprüft - Ergebnis: Die Angaben waren korrekt.)
Bei der Anschaffung der ersten Bauteile habe ich ganz bewußt etwas knapper kalkuliert um im Falle unbefriedigender Ergebnisse nicht zu viel Geld "verbrannt" zu haben. Bei ebay wurde gekauft: 2 Panele à 80 Watt (Monokristallin hinter Glas im Metallrahmen); Solarregler 30A; Wechselrichter 3000 W (max 6000) Beim Händler in der Stadt wurde ein 200 Ah Flies-Bleiakku sowie Bananenstecker und flexible Kabel gekauft.
Die "große Unbekannte" ist nun unter Berücksichtigung von Witterung, möglicher Beschattung und Tagesstunden wie viele Stunden die gekauften Panele benötigen den Akku ausreichend zu laden. Als Laie über den Daumen gepeilt denke ich daß mit etwas Glück 2 Wäschen pro Woche drin sein sollten - was auch tatsächlich unserem Bedarf entsprechen würde. Das schöne an PV ist ja im Zusammenhang mit einer Waschmaschine daß man bei schlechtem Wetter auch seltener wäscht. Trotzdem steht für den "Notfall" (bzw. den Fall daß ich komplett verschätzt habe) noch ein Honda-Stromerzeuger samt starkem Ladegerät zur Verfügung.
Die Anlage selbst möchte ich "mobil" belassen. Die Panele werden weder baulich noch elektrisch "fix befestigt" sondern können nach Gusto transportiert werden. Ein Grund für diese Lösung ist die so mögliche Verwahrung in einem Innenraum in der Zeit in der wir das Ferienhaus nicht nutzen. Ein weiterer Grund ist die Möglichkeit die Panele so an unterschiedlichen Orten (Die Gebäude liegen auf dem Grundstück verteilt) auch einzeln einsetzen zu können. So könnte man z.B. ein Panel vom Waschhaus zum Wohngebäude tragen um (mit einem weiteren Solarregler) dort den Akku für Licht und Laptop zu laden, wobei die Positionierung auch den wechselnden jahreszeitlichen Umständen angepaßt werden könnte. Im Winter würden wir die Waschmaschine nicht benutzen - aber eine senkrecht an der Hauswand aufgehängtes Panel könnte selbst einer tiefstehenden Mittagssonne vielleicht noch einige Watt abringen. In jedem Fall wäre das "Herumtragen" von Panelen weniger mühsam als das Tragen der 60AH-Bleiakkus. Deshalb werden die elektrischen Abgänge der Panele mit flexiblen Kabeln und "Bananensteckern" ausgerüstet. Ein weiterer Vorteil der "mobilen" Anlage ist auch daß die Bausubstanz nicht permanent mit den nicht unbedingt dem historischen Milieu entsprechenden Solarpanelen verschantelt wird. Mit Blick auf Diebe könnte das Fehlen von sichtbaren Solarzellen auch helfen mögliche Begehrlichkeiten zu vermeiden. Schließlich signalisieren die Panele nicht nur daß es Panele zu stehlen gibt - sondern auch daß es hier sonst noch viel Elektrik und Elektronik geben könnte die einen Einbruch wert sein könnte.
Nun werden wir uns erst einmal einen langen Sommer Zeit nehmen die hier geäußerten Überlegungen in der Praxis zu erproben. Je nach Ergebnis können wir die Anlage dann im postiven Fall entweder noch entsprechend erweitern - oder ansonsten die Komponenten anderweitig einsetzen.
Falls Jemand schon ähnliche Kleinprojekte umgesetzt hat - oder etwas beizutragen hat - ich würde mich freuen. Ansonsten folgt an dieser Stelle mein Erfahrungsbericht aus der Praxis mit ein paar Bildern.
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von Retrerni » 24.03.2011, 23:02
Nunja, grundsätzlich ist erst einmal zu sagen, dass sämtliche Gerätschaften durch hin- und hertragen nicht besser werden. Das trifft hier wohl im besonderen auch auf die Module zu. Eine Investition in qualitativ fragliche Baugruppen zum finanziellen Schutz endet meist im Gegenteil. Bei der doch eher erheblichen Leistungsaufnahme sollte die Spannung der Akkubank eher höher gewählt werden. Bananenstecker dürften dennoch bei den Strömen eher unterdimensioniert und daher ungeeignet sein (selbst wenn es die teuren Ausführungen bis 30 A sind). Denn bei 48 V sind 3 kW immerhin 62 A... Da benötigt man nicht nur ein sehr ordentliches Kabel, um keinen Brand zu verursachen. Dann käme das mit den 200 Ah Batterie wohl schon in etwa hin (Entladung auf 80% nach zwei Stunden).
Ciao
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von CarloK » 25.03.2011, 17:58
Tut mir leid, aber Waschmaschine und 200Ah-Batterie wird nichts. Das Problem ist/sind die Anlaufströme der Motoren. Ich kenne deine Waschmaschine nicht, aber mal angenommen der Trommelmotor hat eine Leistung von 400W, wär im Betrieb eine Stromaufnahme von etwa 1,7A (400:230V). Angenommen der Anlaufstrom ist 5x höher, wäre somit 8,5A, ergibt eine Anlaufleistung von 230x8,5=1955W. Deine Batterie muss also kurzzeitig einen Strom von 1955Watt:12Volt= 162A liefern. Da geht deine Spannung in die Knie und der Wechselrichter schaltet ab auf Tiefentladeschutz. Carlo
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von Olliver » 25.03.2011, 19:31
Du solltest auch auf die Kabelquerschnitte achten! 3000W @ 12V = 250A. Bananenstecker und flexible (dünne?) Kabel bei den Strömen verträgt sich nicht. Batterie und Wechselrichter sind bei mir mit 70mm² Kabel angeschlossen. Habe allerdings ein 48V System 5kW Dauerleistung.Installiere das mit vernünftigen Kabelquerschnitten, einer passenden Absicherung und vor allem Ortsfest, zumindest die Batterie und den Wechselrichter. Die Module kannst du ja wieder abbauen, wobei du auch diese besser fest aufbaust um auch bei Abwesenheit die Batterie zu laden, sie wird es dir danken.
Grüße Olli
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von Vansbro » 26.03.2011, 18:16
Bei der Waschmaschine ist es weniger der Anlaufstrom des Motors der mir Sorgen macht (da habe ich knapp über 200 Watt gemessen) - sondern die Heizspiralen mit 2000 Watt. Das Argument mit dem Absinken der 12V-Spannung unter die Abschaltgrenze des Spannungswandlers wiegt in der Tat schwer - an diesen Aspekt habe ich offen gesagt nicht gedacht - sondern nur auf die Belastbarkeit der Batterie geachtet... ((Vielen vielen Dank für den Einwand CarloK!))
Da stellt sich jetzt ganz praktisch die Frage ob sich dieses Problem mit einer zweiten Batterie gleicher Dimension überhaupt schon in den Griff bekommen läßt. Und selbst dann bleibt ja das Problem im Raum daß die Batterien mit den Jahren ja auch nicht gerade kräftiger werden... hmmm...
Wird dann wohl darauf hinauslaufen daß ich zumindest während der Heizphase der Waschmaschine das Benzinaggregat mitlaufen lassen muß. Wobei sich da wieder die Frage stellt ob ein 12V-190A-Ladegerät schon ausreichen würde das o.g. Problem mit dem Spannungsabfall zu vermeiden. Wahrscheinlich ist´s dann wieder besser während der Aufheizphase gleich den 220V-Aggregatstrom für die Waschmaschine zu nehmen - und lediglich die Wasserpumpe über den Akku laufen zu lassen. Nach der Aufheizphase könnte man ja dann die Waschmaschine umstecken und das Ganze über Akku "fertigrödeln" lassen.
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von Solarm » 26.03.2011, 20:12
Im Sommer könntest du die Waschmaschine mit warmen Wasser versorgen, Dachtank oder so. Ausserdem könnte man die Leistung des Heizstabs drosseln. Mit Dimmer oder mit einer Diode eine Halbwelle sperren, oder mit Kondensator siehe Blindwiderstand. Hast du schon mal einen Wäsche mit Energiekostenmessgerät durchlaufen lassen?
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von rkbrunner » 27.03.2011, 14:53
Wir hier bei www.ecotopia.jimdo.com auf der Insel Ithaka leben seit dreissig Jahren Netzunabhängig. Es gibt Waschmaschinen mit Kaltprogramm und mit den geeigneten Waschmitteln ist das o.k. Wer unbedingt warm waschen will kann das Wasser hier in einem schwarzen Tank von der Sonne vorwärmen lassen und dann trotzdem das Kaltprogramm laufen lassen damit die Stromfressenden Heizstäbe der Maschine aus bleiben. Noch ein Tip zur Wasserversorgung: Die Hauswasserpumpen machen a) unangenehme Einschaltgeräusche und sind b) eine Quelle von Piepsgeräuschen (überlastung und Ausschaltung) bei den Wechselrichtern da der Zeitpunkt für die Pumpenbenutzung nur schwer vorhersehbar ist. Unsere Lösung: (Machen die in Vathi alle so) Der Druck für die Wasserversorgung kommt von einem Tank der über dem Haus steht. Am Hang einfach ansonsten auf dem Dach des Hauses. Der Tank wird per Pumpe gefüllt und dann ist "Ruhe" bis zur Wiederfüllung.
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von CarloK » 28.03.2011, 10:24
Vansbro hat geschrieben:B Da stellt sich jetzt ganz praktisch die Frage ob sich dieses Problem mit einer zweiten Batterie gleicher Dimension überhaupt schon in den Griff bekommen läßt....
Dann möchte ich den Rest meiner leidlichen Erfahrung der letzten Monate noch teilen Habe in einem andern Thread Erfahrungen mit einem grösseren Wechselrichter gesucht und mich letztendlich entschlossen dem Rat von "Sonnentau" zu folgen und den von ihm anbefohlenen Wechselrichter gekauft, super Gerät übrigens. Mir gings darum, meine Kühl-Gefrierkombination darauf anzuschliessen, der WR verträgt eine kurzfristige Spitzenleistung von 3,6Kw. Leider hat es nicht hingehauen. Die Kühl/gefrierkombi hat einen Anlaufstrom von 8A (gemessen mit einer Amperezange mit Speicherfunktion), da ergibt sich eine Leistung von 230x8= 1840W, bei 12V also etwa 150A. Meine Batteriekapazität beträgt 495Ah, Batterien praktisch neu und voll geladen. Der WR schaltete trotzdem aus auf Tiefentladeschutz, weil die Spannung ganz kurz unter 10V ging, reichte aber zum abschalten. Werde meine Anlage in Zukunft weiter aufstocken, irgendwann passt es dann schon. Ich weiss nicht, ob man ausrechnen kann, wieviel Batteriekapazität nötig ist um bei derartiger Stromaufnahme die Spannung einigermassen zu halten, wird von mehreren Faktoren abhängen schätz ich mal, wie Typ, Alter und Kondition. Vielleicht kann jemand anders da noch was zu schreiben. Ich hoffe, meine Erfahrung hilft als Ansatz etwas weiter. Carlo
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von Vansbro » 28.03.2011, 12:24
Danke Leidensgenosse! Ein bisschen weiter helfen bei der Beurteilung die Datenblätter zu den jeweiligen Akkus. Dort sind u.A. auch Werte zu unterschiedlichen Entnahmeströmen bei unterschiedlicher Dauer pro Zelle angeführt - samt dem damit einhergehenden Spannungsabfall. Ich kam bei meinem Akku zu dem Ergebnis daß rein rechnerisch bei voll geladenem und neuem Akku zwei Stück 200AH Flies-Akkus knapp reichen könnten die Spannung oberhalb der kritischen 10V zu halten. Allerdings beziehen sich diese Werte auf einen neuen und voll geladenen Akku bei 20°C Temperatur. Also Laborbedingungen die man wohl in der Praxis gleich aus mehreren Gründen nicht (immer bzw. lange) erreicht. Also wären´s bei mir dann schon mindestens 3 Akkus à 200 Ah. Wobei man sich ja im Allgemeinen erst bei 100% Sicherheitsmarginale wirklich sicher fühlen kann - und das wären dann schon 4 Akkus à 200 Ah (wo Jeder fast 300€ kostet... also weit jenseits der rein wirtschaftlichen Berechtigung selbst wenn ich jetzt eine Lebensdauer von 6-7 Jahren unterstelle... Die verbrauchte kwh käme mich dann auf irgendwas zwischen 5 und 10€ - Das kann das Benzinaggregat ja dann doch billiger... ) Jetzt denke ich gerade daran die Waschmaschine etwas umzubauen: Die Idee ist nun ein Relais das den Heizstrom aus einer "zweiten Steckdose" zuschaltet einzubauen. Nun würde also das Stromaggregat nur für den Heizstrom stehen - der ja nur im knappen ersten Drittel der Waschprogrammdauer benötigt wird. Das heißt: Wasserpumpe und der mechanische Teil des Waschprogramms würden über Solar laufen. Das Benzinaggregat könnte dann entweder per Zeitschaltuhr, Manuell oder über abgemessene Treibstoffmenge wieder bei Zeiten abgestellt werden. Damit würde das Aggregat wenigstens nur dann laufen wenn es auch tatsächlich vernünftig ausgelastet ist - und nicht wegen "ein paar popeliger Watt" 80 min lang herumlärmen&stinken muß.
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von Olliver » 28.03.2011, 14:07
Hallo Vansbro,
vielleicht solltest du deine Anlagenkonfiguration noch mal überdenken. Mit den 12V und den Verbrauchern wirst du auf Dauer wohl nicht glücklich.
Gehe doch nochmal indich und skizziere doch nochmal deinen tatsächlichen aktuellen Verbrauch und den du in Zukunft vielleicht noch gerne realisieren möchtest. Soll in Zukunft noch etwas dazu kommen und du willst etwas Luft für Erweiterung haben solltest du jetzt schon auf eine höhere Spannung setzen. Die Ströme reduzieren sich um die Hälfte, weniger Verlustleistung in der Verkabelung, kleiner Kabelquerschnitte..... Mit den 12 V kannst du mit den zwei Batterien vielleicht die Waschmaschiene mit Heizelement betreiben aber auch noch die Pumpe? Die Wahl mit einem Zwischenspeicher als Druckspeicher im Dachboden würde da ja wie weiter oben bereits erwähnt auch eine Entlastung darstellen.
Jetzt kannst du noch dein System ohne übermäßig hohe Kosten umstellen. Die zweite Batterie bräuchtest du ja wohl auf jedenfall, der Laderegler kann denke ich wohl auch 24V ( hast ja leider nicht angegeben welche Komponeten du genau hast), beim Ladegerät müsstest du unter Umständen dann die Verschaltung zum Laden ändern.
Grüße Olli
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