Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

PV-Anlagen die nicht in das öffentliche Stromnetz einspeisen, wie Berghütte oder Wohnmobil ....

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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon Tommmi » 20.10.2011, 20:10

jo, fetter Wirkungsgrad....
ich befasse mich seit ca 17 Jahren mit Inselanlagen per Photvoltaik, nicht schlecht wenn man dann einen Regler niedermachen will den man gar nicht kennt.
Dabei habe ich soooo viele Regler schon in Händen gehabt und getestet. Und nein, einen 4x so teuren Regler der die gleichen Daten hat werde ich auch in Zukunft nicht testen.
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon kalle bond » 20.10.2011, 22:31

Retrerni hat geschrieben:
PV-Insel hat geschrieben:- erreicht einen Spitzenwirkungsgrad von über 99 %

Das wird aber echt spannend, wie die das realisiert haben. 99% Wirkungsgrad bei 3 kW und 48 V bedeutet 62 A, damit dürfte das Gerät nur einen Innenwiderstand von max. 8 mOhm haben, das ist schon sehr sportlich (das haben ja schon fast die Kontakte)...


Darf man alles nicht so ernst nehmen, was die Morningstars und Co da so zu ihren MPPT Reglern schreiben, von wegen 30% höhere Erträge als PVM LR und Eff über 99%.
Das gilt nur in ganz speziellen Situationen. Insgesamt schneiden MPPT gegen PVM LR gerade in heißeren Gegenden nur 3-5% im Ertrag besser ab, wenn überhaupt besser.
Einer der unbestreitbaren Vorteile ist die Kombination von MPPT Reglern mit 60 Zellen Modulen, das bekommt man mit 36 Zellen Modulen so nicht hin.
Insgesamt sollte man nicht auf den Spitzenwirkungsgrad achten, sondern was die Regler wirklich umsetzen können und welche Features sie haben.
Das ist so ähnlich wie bei Solar Modulen, nicht der Wirkungsgrad entscheidet, sondern der tägliche Ertrag. Bitte auch beachten, dass die 36 Zeller viel besser am MPP liegen und deshalb ideal für das Laden von 12/24/48 V Batterien waren.

Grüße Kalle Bond
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon PV-Insel » 20.10.2011, 22:49

@ Retrerni: Ja die 99 % Wirkungsgrad scheinen wirklich schier unglaublich, aber wenn es bei netzgekoppelten Wechselrichtern schon auf diesen Wirkungsgrad zugeht, warum sollte das von einem Laderegler (keine Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom) nicht übertroffen werden können. Ich nehme mal an, dass die Angaben der Wirkungsgradkurven schon korrekt sind, fairerweise sind ja auch meherere Wirkungsgradkurven für die verschiedenen Eingangspannungen angegeben und die 99 % werden nur dann erreicht wenn die Spannung im PV-Feld kaum über der Ladespannung liegt, je höher das Spannungsgefälle, desto niedriger der Wirkungsgrad. Finde ich persönlich eine wesentlich vertrauensvollere Angabe als einfach nur 97 % Wirkungsgrad anzugeben ohne dass klar ist wie diese erreicht werden...

@Tommmi: 4 x so teuer ist der Laderegler auch nicht, maximal 4 x so teuer mag der TriStar 60 A im Vergleich zum Toyo 40 A auf ebay sein, aber:
1. ist das wie schon gesagt eine andere Liga (Temperatursonde serienmäßig, höhere Eingangspannungen möglich, höherer Ladestrom, höherer Wirkungsgrad, 12/24/48 V möglich, Ethernet-Port, 5 Jahre Garantie etc.)
2. hab ich ja auch Preise für das Gerät genannt die nicht 4 x so hoch liegen, kann ich doch nichts dafür, wenn das Ding bei ebay so teuer verkauft wird und der Toyo so billig, wenn du die genannten Preise akzeptierst, kannst du gerne einen haben (370 € für den 45 A Regler ist meiner Meinung nach 2,7 mal so teuer wie Toyo 40 A, kann aber auch 2,25 mal soviel Modulleistung aufnehmen wenn im 48 V Sysztem verbaut und ist serienmäßig besser ausgestattet, da sehe ich nicht unbedingt den Vorteil für den Toyo.

Gab´s den Toyo eigentlich auch schon vor 17 Jahren? Also ich kannte den bisher noch nicht und bin halt erstmal skeptisch (konnte aber auch nur von der ebay-Beschreibung ausgehen), da ich keine Herstellerseite finde, weiß auch nicht wo du den für 138 € pro Stück bekommen hast, würde mich schon mal interessieren.
Also prinzipiell ist die Nutzung hier in Spanien der Inselanlagen PV glaub ich auch ein bisschen anspruchsvoller, da es hier einige Haushalte gibt, die keinen Netzanschluss haben und bis auf ein paar Mal bei Schlechtwetterperioden im Winter, wo der Generator angeworfen wird, komplett vom PV Strom leben. In Deutschland ist das nicht drin und da will man dann auch nicht unbedingt für eine Hobby-Anlage oder ein Wochenend-Nutzung so viel Geld für einen Regler ausgeben - kann ich ja verstehen.
Bitte unbedingt um die Homepage von Toyo, deren Laderegler ist im Vergleich zum SMA 40 A MPPT Laderegler ungefähr 6 x so günstig, evtl. haben die dann auch einen 5 kW Sunny Island Verschnitt für rund 500 € bzw. einen Tripower 17 kW für unter 700 €; ich denke du weißt worauf ich hinauf will, wahrscheinlich fährst du auch keinen in Indien gekauften TATA für 1000 € (ich glaube dir aber sogar, dass der einwandfrei fährt...). Ich will das Ding ja nicht fertig machen, wenn ein Produkt aber so dermaßen viel günstiger ist als die renommierte Konkurennz (Outback, Morningstar, SMA), dann liegt hiervon zumindest in der Regel auch ein Teil daran, dass das Produkt schlechter ist, oder willst du das abstreiten.
Ich will hier ja niemandem die teuerste Lösung aufschwatzen sondern die sinnvollste, z. B. rate ich von den teureren AGM Batterien ab, da diese absolut nicht sinnvoll sind, wenn man diese nicht gerade für eine mobile Anwendung braucht.

Grüße
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon kalle bond » 20.10.2011, 22:59

Die Freude über den niedrigen Preis ist längst vergangen,
aber der Ärger über die schlechte Qualität und Leistung hält noch lange an.

«Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu
bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld; das ist alles.
Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der
gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das
Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen
Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen,
etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld,
um für etwas Besseres zu bezahlen.»
John Ruskin (1819–1900)

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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon PV-Insel » 20.10.2011, 23:00

kalle bond hat geschrieben:
Retrerni hat geschrieben:
PV-Insel hat geschrieben:- erreicht einen Spitzenwirkungsgrad von über 99 %

Das wird aber echt spannend, wie die das realisiert haben. 99% Wirkungsgrad bei 3 kW und 48 V bedeutet 62 A, damit dürfte das Gerät nur einen Innenwiderstand von max. 8 mOhm haben, das ist schon sehr sportlich (das haben ja schon fast die Kontakte)...


Darf man alles nicht so ernst nehmen, was die Morningstars und Co da so zu ihren MPPT Reglern schreiben, von wegen 30% höhere Erträge als PVM LR und Eff über 99%.
Das gilt nur in ganz speziellen Situationen. Insgesamt schneiden MPPT gegen PVM LR gerade in heißeren Gegenden nur 3-5% im Ertrag besser ab, wenn überhaupt besser.
Einer der unbestreitbaren Vorteile ist die Kombination von MPPT Reglern mit 60 Zellen Modulen, das bekommt man mit 36 Zellen Modulen so nicht hin.
Insgesamt sollte man nicht auf den Spitzenwirkungsgrad achten, sondern was die Regler wirklich umsetzen können und welche Features sie haben.
Das ist so ähnlich wie bei Solar Modulen, nicht der Wirkungsgrad entscheidet, sondern der tägliche Ertrag. Bitte auch beachten, dass die 36 Zeller viel besser am MPP liegen und deshalb ideal für das Laden von 12/24/48 V Batterien waren.

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Schon klar, dass die 30 % Vorteil in heißen Gegenden nicht erreicht werden, sondern nur unter extrem vorteilhaften Bedingungen (deshalb ja auch "bis zu 30 %" im Datenblatt). Bei 36 Zellen Modulen kannst du aber in heißen Gegenden schon an deine Grenzen stoßen, was die Ausgleichsladespannung angeht, dann sinkt der Wirkungsgrad so ab, dass nicht mehr genug Amperes fließen für einen vernünftigen Gasungsprozess, auch nicht unbedingt zu vernachlässigen...
Außerdem ist das MPP-Plus vor allem im Winter wichtig und da sind in Spanien die Module auch nicht viel heißer als in Deutschland, im Sommer ist sowieso Energie im Überfluss vorhanden, da ist es dann auch egal ob man nur 5 % mehr rausholt.

Grüße
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon kalle bond » 20.10.2011, 23:21

Wichtig ist für mich immer die Auslegung der Anlage mit genügend genauen Angaben, da holt man eh am meisten heraus.
Habe auch schon 36/72 Zeller in extrem heißen Gegenden in Afrika eingesetzt und bin sicher, dass die Anlagen einwandfrei arbeiten, über viele Jahre hinweg.

Grüße Kalle Bond
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon wieso » 21.10.2011, 05:46

Darf man alles nicht so ernst nehmen, was die Morningstars und Co da so zu ihren MPPT Reglern schreiben, von wegen 30% höhere Erträge als PVM LR und Eff über 99%.


Naja Kalle, eine deiner Lieblingsfirmen (Studer) ist ja auch sehr angetan von MPPT Reglern und gehen auch von 95 % Wirkungsgrad aus

http://www.studer-innotec.com/upload/te ... igrids.pdf

There is not a big difference: 3.5%, between using AC or DC coupling for energy stored in batteries, and a little bit bigger difference on the direct use during the day: 8% at the advantage of AC-coupling that avoids one conversion.
This is true only for a modern solar battery charger with MPPT included. The values are very different if the solar regulator is a traditional series or shunt. It is quite well accepted that a MPPT can give up to 30% more energy during a day compared to a direct connection to a battery (if the battery is never full!).


Gruss Lars
Inselanlage 1.6 kw PV und 2.4 KW PV , Outback MX60 und FM80 MPPT , 6 kw Victron Wechselrichter 1600 ah 24 volt Gabelstaplerbatterie , 1.6 kw Windkraftanlage ,1 kw Wasserturbine mit Speichersee bei Bedarf
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon Fred_T » 21.10.2011, 09:53

Hallo,

vielen Dank für den gemeinsamen Support zu der Anfrage - tolles Forum! :danke:

@Kalle Bond: Danke für die Hinweise zum Neigungswinkel, ich messe nochmals genau nach und schaue, ob ich eine Optimierung an dieser Stelle erreiche (m.E. sind die Module verstellbar im Winkel, die stehen auf einem Stahlgestell auf Flachdach)

@sonnentau
- Danke für den Hinweis zum hohen Standbyverbrauch des Berel - bedenkenswert! Wichtiger Hinweis ist, dass die Anlage nur 60 Meter vom Meer entfernt steht. Wir haben daher schon ein gewisses Problem mit Korrosion, die robusten Berelgeräte haben sich bisher hier gut bewährt, ich weiss, dass bei meinen Nachbarn diverse Hightechwandler nach kurzer Zeit den Geist aufgegeben haben :shock:, schau mir die Studergeräte aber an
- Elektroraum mit Ladegerät, Wandler und Batterien ist quasi direkt unterhalb der Solarpanele - die Zuleitungslänge beträgt ca. 5 m, ich habe daher nicht direkt ein Zuleitungsissue

@All: Was ich aus Euren Best-Practices gelernt habe und für die Konzeption der Anlage nutzen werde:
- Modulkapazität an Verbrauch ausgerichtet erweitern und optimal aufstellen
- 24V oder 48V Auslegung prüfen
- Wenn notwendig in hochwertige Batterien (OPzS) investieren
- Laderegler ist ein komplexes Thema :D - Wirkungsgrad, Programmierbarkeit, Sensorik, Komfort, Wartbarkeit, Passgenauigkeit zum Batterietyp, Betriebsstabilität, ... müssen in Einklang gebracht werden (und IVM ist kritisch zu betrachten, ich lese mich durch Eure Vorschläge durch)

Wie geht es weiter?
- Ich will solide und unter Koste-Nutzen-Betrachtung investieren und hab das Glück, Eure Hinweise und Expertise nutzen zu können
- Wichtiger Aspekt für mich ist Robustheit auch im Hinblick auf die Lage/ Entfernung (im Betrieb, im Bezug auf Investitionsschutz)
- Gleichzeitig möchte ich die vorhandenen Komponenten gerne integrieren oder parallel weiternutzen
- Netterweise kann ich durch zwei getrennte 220V Stromkreise im Haus eine "Migrationsstrategie" definieren - ggf. lasse ich die alte Anlage für den Fernseher und die neue Anlage für den Rest laufen

Mach mich in diesem Sinne mal an die Arbeit.

Gruß & Dank, Fred
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon sonnentau » 21.10.2011, 09:59

Hallo wenn wir jetzt schon über Laderegler reden muß ich sagen,das es absolut wichtig für die Lebensdauer ist einen wirklich guten Laderegler zu verwenden.Beim Mornigstar muß ich sagen,das es sich um einen Regler handelt der keine Diode mehr besitzt.Das Überspannungsverhalten sucht seines gleichen!Der Eigenverbrauch liegt bei der Größe des Reglers wirklich sehr niedrig.Die volle Programmierung ermöglicht auch zu einem späteren Zeitpunkt neue Akkutechnologien anzuschliesen.Was mich allerdings wundert sind die wirklichen Preisunterschiede einzelner Händler!Dabei kann ich vielen Händlern nicht einmal einen Vorwurf machen da ich es selbst erlebt habe, was es bedeutet wenn einem der Großhändler einen Einkaufspreis anbietet der über dem Verkaufspreis einiger Anbieter liegt.Dabei rede ich nicht von Preisen +-50 Euro.War bei der Verhandlung eines Freundes mit dabei!
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Re: Auswahl MPPT Laderegler für AGM Batterien

Beitragvon Retrerni » 21.10.2011, 19:42

PV-Insel hat geschrieben:Ja die 99 % Wirkungsgrad scheinen wirklich schier unglaublich, aber wenn es bei netzgekoppelten Wechselrichtern schon auf diesen Wirkungsgrad zugeht, warum sollte das von einem Laderegler (keine Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom) nicht übertroffen werden können.

Nunja, da gibt es aber einen kleinen, aber feinen Unterschied. Die Spannungslage ist i.d.R. wesentlich größer und der Strom damit wesentlich kleiner. Und die Verlustleistung ist nun einmal ein Gesetz mit Pv=R*I^2. D.h. alleine durch den großen Strom bekommt man da Probleme. Die anderen WR, die in diese Region vorstoßen haben üblicherweise eine signifikant höhere Leistung (meist >10kW) und damit einen relativ gesehen geringeren Eigenverbrauch.

Ciao

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