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 Stromversorgung BRD komplett aus erneuerbarer Energie Nächstes Thema anzeigen
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Autor
solerling
Forumsinventar
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Angemeldet: 01.03.2006
Beiträge: 673
Wohnort: 85

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 20:03 Nach oben

Betatester hat Folgendes geschrieben:
Hallo Zehsar,

ich finde es sehr schade das du dich nun verdrückst !

Du hast Leuten die der "Energiefrage" eher neutral gegenüberstehen (Politisch) auch mal andere Gesichtspunkte gezeigt.

Dafür meinen Dank !

Beta


Halloo Zehsar möchte mich der Meinung von Betatester anschließen Exclamation
Nicht gleich das Handtuch werfen ,es geht doch jedem manchmal so

Gruß Josef
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Verfasst am: Nach oben

solerling
Forumsinventar
Forumsinventar



Angemeldet: 01.03.2006
Beiträge: 673
Wohnort: 85

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 20:34 Nach oben

phenning hat Folgendes geschrieben:

Denn eines ist sonnenklar: Durch die suggestiv so genannten "Erneuerbaren Energien" ist eine Vollversorgung zu realistischen Bedingungen (!) nicht möglich. Möglicherweise war man in der DDR daran gewöhnt, dass es Bananen nur auf Zuruf vom Politbüro gab. Ich aber möchte nicht, dass meine Socken nur dann gewaschen werden dürfen, wenn der solare Blockwart mir sagt, dass ich dies dürfe.



Halloo Phenning

Ich habe grossen Respekt zu Deinen Meinungen,
Aber hier kann ich Dich nicht verstehn?
Es gibt viele Geräte und Maschinen die nicht an feste Laufzeiten gebunden sind,und gerade dies könnte alles automatisch gesteuert werden .Deine Socken wäscht die Maschine alleine auch mitten in der Nacht Rolling Eyes

Gruß Josef
Zehsar
Stammmitglied
Stammmitglied


Info: Interessent
Angemeldet: 22.08.2007
Beiträge: 113

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 21:11 Nach oben

@Helios
Deine Entschuldigung nehme ich gerne an.
Ich bedaure, dass gerade Deine Äußerung der Auslöser war, der zu meinem Entschluss geführt hat, hier nicht mehr zu posten.
Es hätte auch etwas oder jemand anderes sein können.
Das Maß ist halt voll, weil mir die sachlichen Argumente ausgehen, um weiterhin gegen Ignoranz und Vorurteile anzukämpfen, die ich in diesem Forum am wenigsten vermutet hätte.
Zu gebetsmühlenartigen Wiederholungen bin ich ebenso wenig bereit, wie ich mich zum Missionieren berufen fühle.

@all
Ich erlaube mir abschließend noch mal einen Blick in die Ukraine, auf die Tschernobylfolgen und ein paar Schlaglichter auf Chancen und Risiken einseitiger Entscheidungen für oder gegen einzelne Energieträger auf Sicht der nächsten 30 Jahre.
Vielleicht ist es für den einen oder anderen hilfreich zu erkennen, welche Folgen eine einseitige Orientierung auf die einzelnen Energieformen hat und was passiert, wenn sie gegeneinander ausgespielt werden und nicht in einem abgewogenen gesunden Verhältnis nebeneinander bestehen dürfen.

Ich nehme für mich in Anspruch zu wissen, wovon ich rede/schreibe, weil ich ein paar Jahre in der Ukraine gearbeitet und gelebt habe.
Ich nehme für mich nicht in Anspruch die Problematik in Gänze zu übersehen.
Man möge mir deshalb auch den folgenden längeren Text nachsehen.

Die Kapazität von Tschernobyl stellte 1986 etwa ein Zehntel der gesamten installierten Kraftwerksleistung der Ukraine dar.
Alleine die fehlenden 4.000 MW Kraftwerkskapazität (eigentlich sogar 6.000 MW, wegen der nie in Betrieb gegangenen Blöcke 5 und 6) konnte auch nach zwanzig Jahren in der damals sowieso schon unterversorgten Ukraine nicht ersetzt werden. Das es zu keiner weiteren Katastrophe humanitärer Art kam, ist allein dem Umstand zu verdanken, dass kurz nach dem Unglück die Sowjetunion unterging und mit ihr etwa zwei Drittel der ukrainischen Industrie. Dies reduzierte den Stromverbrauch auf etwas weniger als die Hälfte.
(Man möge sich darüber Gedanken machen, was ohne jederzeit ausreichende Reserven an verfügbaren Strom in Deutschland passieren würde.)

Aktuell fehlen rund 7.000 Megawatt Kraftwerksleistung.
Deshalb sollen bis 2030 mindesten 11 neue Atomkraftwerke gebaut werden.
Gebrannte Kinder müssten das Feuer eigentlich scheuen. Zumal die rund 10.000 Megawatt nicht so sehr viel sind und locker durch 5.000 bis 7.000 Windkraftanlagen realisiert werden könnten oder durch Kombikraftwerke, wie auf der Regiosolar 2007 in Mannheim vorgestellt.

Die Ukraine hat abgesehen von großen verwertbaren Waldflächen fruchtbare Schwarzerdeböden ohne Ende für den Anbau von Biomasse. Die Solarstrahlung ist vergleichbar mit Deutschlands Süden. Auch Windenergie sollte kein Problem darstellen.

Immerhin gibt es an der TU in Kiew einen Lehrstuhl für Erneuerbare Energien mit den ersten Absolventen. Es gibt ein Institut für Windenergie in der Ukraine an der Nationalakademie der Wissenschaften, was sich mit der Suche und der Auswahl von Standflächen für die Windenergienutzung beschäftigt. Diese Pionierarbeit und dieses Engagement für die erneuerbaren Energien ist alles an einer einzigen Person festgemacht, an Herrn Prof. Dr. Kudrya.

Wie hoch könnte also der Anteil an regenerativer Energie dort wohl sein?
50% oder 80 % oder 100% ?
Er ist auch nach zehn Jahren noch nahe Null!!!

Man darf nämlich nicht vergessen, dass trotz des Reaktorunfalls und anders als in Deutschland, das gesamte wissenschaftliche und politische Umfeld von Atomenergiedenken geprägt ist. Dies ist auch nachzuvollziehen, wenn man weiß, dass statistisch in jedem ukrainischen Familienverband mindestens eine Person in diesem Sektor tätig ist und so für ein halbwegs erträgliches Auskommen sorgt.

Diesem Ukrainer wäre nun zu erklären, dass dies vorliegend die günstigste Gelegenheit ist, in seiner Heimat den regenerativen Energien zum Durchbruch zu verhelfen, zu Lasten seiner kernernergetische Basis.
Er schüttelt ganz sicher den Kopf, mit dem Hinweis, dass es ihm einfach zu lange dauert, um in 50 Jahren endlich wieder mal soviel Strom zur Verfügung zu haben, wie vor 20 Jahren schon mal da war.
Er hat keine Lust mehr regelmäßig mit Stromausfällen zu rechnen und stundenweise in Zügen oder Fahrstühlen stecken zu bleiben oder hilflos seinen Computer dauernd abstürzen zu sehen, weil die Spannung gerade wieder mal zu niedrig ist oder das Netz ganz zusammenbricht.
Er hat auch kein Interesse daran, dass die letzte Aluminiumhütte und das letzte Stahlwerk auch noch schließt, weil der Strom nicht reicht und deshalb laufend Ausschuss produziert wird oder die Anlagen zerstört werden.
Die andauernden sozialen Folgen und Aspekte sind noch gar nicht berücksichtigt.


Vielleicht gibt es noch andere Gründe?
Ja, die gibt es. Erneuerbare Energie muss man sich nämlich leisten können!
Dazu bedarf es als Voraussetzung einer stabilen ertragreichen Wirtschaft mit einer hohen energetischer Versorgungssicherheit (Gas, Öl, Strom). Vor allem muss man genügend Zeit und ausreichend Vorlauf haben, um sich auf Substitutionen und auf reale Zuwächse im Gigawattbereich einzustellen. Dies ist nicht von jetzt auf gleich realisierbar.

Die neuen Kraftwerke in der Ukraine, egal ob mit Kernspaltung oder Kohlefeuer betrieben, werden 30 bis 40 Jahre halten und wieder regelmäßigen Strom bereitstellen. Dies dürfte erfahrungsgemäß auch funktionieren.
Die erneuerbaren Energien können weder diese Zuwächse realisieren noch erreichen sie die vergleichbare Lebensdauer dieser Anlagen. Ein gegenteiliger Nachweis steht aus oder nur als Modellrechnung zur Verfügung.

Der ukrainische Energiearbeiter ist gerne bereit sich mit der Lösung von Problemen der regenerativen Energiegewinnung beschäftigen, schon um Ersatz zu haben, wenn diese Kraftwerke verschlissen und lange bevor Kohle und Uran verfeuert sind.
Er lässt sich aber auf kein Risiko mehr ein, wenn es um seine energetische Basis geht. Zu oft saß er in den vergangenen Jahren im Dunkeln.
Und er hat heute und in den nächsten 20 Jahren andere Probleme zu lösen, weit ab von erneuerbaren Energien.
Mit einiger Sicherheit wird sein indischer Partner die gleiche Ansicht vertreten, wie auch der brasilianische und der chinesische und all die anderen, deren Energiesituation noch prekärer aussieht.
Nicht zuletzt auch mit einem Blick auf die mögliche Existenz des CO²-Problems.

Für seine deutschen Kollegen ist dies oft nicht oder nur sehr schwer zu verstehen. Deutschland ist weit weg. Die ukrainischen Probleme sind einfacher, aber umso schwieriger zu lösen. Man betrachte die große Fläche des Landes zum Verhältnis der Besiedlungsdichte. Und über 60 Jahre Sozialismus sind weder am Land noch an diesen herzlichen und gastfreundlichen Menschen spurlos vorübergegangen.
Den Rest hat das Land gekriegt nach dem Untergang der Sowjetunion und dem Tschernobyldesaster.

Hilfe ist deshalb jederzeit höchst willkommen.
Hilfe von Freunden gerne und jederzeit und von überall her. Aber nicht die uns eigene Hemdsärmligkeit und Besserwisserei einschließlich der Versuche die Bevölkerung dieses Landes politisch auseinander zu dividieren.
Dies bekommt man höflich, aber sehr bestimmt zu spüren, besonders wenn es um Energiefragen geht.
Im Übrigen sollte auch nicht vergessen werden, wie rasant sich seit dem Unglück dort und auch in Russland die Sicherheitssysteme der kerntechnischen Anlagen entwickelt haben und welchen hohen Standard die Kraftwerkstechnik und deren Betriebsregime erreicht haben, speziell auch, was die Sicherheit gegen menschliche Dummheit betrifft.
Zweifler mögen mal auf die Störfallliste der IAEO werfen.
Vattenfall & Co. würden vor Neid erblassen.


Die komfortable Lage, in der wir uns hier in Deutschland in Bezug auf den Stand der Entwicklung der erneuerbaren Energien befinden, täuscht. Sie kann so gesehen sehr schnell auf einen Holzweg führen, wenn wir die energetische Zukunft alleine auf die regenerativen Energien reduzieren wollen. Denn dafür sind die Bedingungen hierzulande denkbar schlecht.

Dies anderen Ländern als vorbildlich und nachahmenswert zu verkaufen zu wollen, ist zu mindest in meinen Augen nicht nur dumm, sondern höchst gefährlich, wegen der heute noch gar nicht überschaubaren Auswirkungen im Kontext zu den jeweiligen sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen. Siehe oben.
Dies bedarf eines langfristigen Zeitrahmens, der uns heute für die Erneuerung und Umstrukturierung der energetischen Basis und Infrastruktur auf Sicht der nächsten 10 bis 20 Jahre gar nicht zur Verfügung steht.

So gesehen scheint der Teller doch wesentlich größer zu sein, als dass wir aus heutiger Sicht und aus unserer Perspektive schon über den Rand gucken könnten.
Da gilt es wohl doch noch etwas mehr zu rudern. Wir sehen ihn (den Rand) nämlich noch gar nicht!
Mit Verlaub – ich natürlich auch nicht.

Und das würde ich sehr gerne so stehen lassen wollen.

this was it
bye
phenning
Forumsinventar
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Angemeldet: 11.09.2007
Beiträge: 728
Wohnort: Weingarten/Baden

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 21:41 Nach oben

Ich rudere mit.
phenning
Forumsinventar
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Info: Betreiber
Angemeldet: 11.09.2007
Beiträge: 728
Wohnort: Weingarten/Baden

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 21:49 Nach oben

Hm, das ist kein Wunder, dass dies der 3. Thread ist, in dem das zur Sprache kommt - denn mindestens haben wir derzeit Kernenergie.

Betreffend Deine Bemerkung über die Eliten: Ich kuriere gerade ein angebrochenes Schienbein aus, weil ich die Beamer im Hörsaal selbst justiert habe. Also sollten wir uns mal auf ein Gläschen treffen (und vielleicht die anderen hier aus der Gegend auch dazu holen).
Zentralschmiertechnik
Öfters hier
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Angemeldet: 23.09.2007
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 22:24 Nach oben

Das Komplettnetzwerk mit Energiemanagement aus versch. EE-Formen gibt es bereits in der Planung.
Sie wird überwiegend durch Windkraft (Off Shore Bereich) Biomasse, Geothermie,Wasserkraft und PV dargestellt.
Überschüssige Windkraftenergie lässt sich Umwandeln über einen Generator in Druckluft wird über einen Verdichter komprimiert und ins Erdreich (Stollen) gedrückt und dort solange gelagert bis man die Energie wieder braucht-Rückgewinnung Turbine in Strom.

Davon abgesehen, werden wir noch viel mehr Strom benötigen um unsere Fahrzeuge mit Wasserstoff zu betreiben. Fossile Brennstoffe zur Wasserstofferzeugung könnten dann vermieden werden.

Zentralschmiertechnik
lehmann28
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BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 22:48 Nach oben

Um mal wieder auf´s Thema zurückzukommen:

Japanische Forscher wollen Magnesium als saubere, erneuerbare Energiequelle nutzen. Das Metall habe vor allem deshalb ein großes Potenzial als Energieträger, weil seine Energiedichte rund zehn Mal höher sei als die von Wasserstoff,...

http://www.heise.de/tr/artikel/98962/0/200

Der Tom Cool

_________________
Es gibt 10 verschiedene Arten von Menschen, diejenigen die binär zählen können und diejenigen, die es nicht können
cephalotus
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Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 23:28 Nach oben

phenning hat Folgendes geschrieben:

@solarzwerg: Soso, die Lieferung von "Mutter Natur". Mutter Natur hat vor 65 Millionen Jahren den Dinosauriern mit einem Schlag mehr Energie geliefert, als diese haben wollten. Wärst Du bereit, unseren Planeten schön brav und gesittet zu verwalten, eine "nachhaltige" Gesellschaft aufzubauen, die ihre Äckerlein bestellt und mit Kuhdung heizt, bis es irgendwann wieder knallt ?


Wenn uns in 10 Millionen Jahren ein global killer trifft oder Yellowstone ausbricht, dann haben wir eh ein Problem, aber sich deswegen jetzt die Absolution zu erteilen, den Planeten innerhalb von 3 Generationen zu Grunde zu richten kann wohl kein ernst gemeinter Vorschlag sein?

Zitat:

Natürlich könnten wir verlangen, dass künftig PV-Systeme in der Wüste aufgebaut werden - und damit die solare Strahlung optimal nutzen. Natürlich gibt es prinzipiell auch Möglichkeiten, die dort erzeugte Energie hierher zu transportieren (und möglicherweise verkaufen uns die dortigen Bewohner das auch zum Selbstkostenpreis...)


wohl kaum.
Erdöl, Erdgas und auch Uran wird uns ja auch nicht zum Selbstkostenpreis verkauft, genausowenig verkaufen wir unsere Produkte und Dienstleistungen ohne Gewinn.
Wer sich dran stört, dass ein anderer an unserem Energiebedarf verdient nutzt eben heimische Energiequellen.

Zitat:

Doch "Mutter Natur" liefert auch Kernreaktionen, deren Energieausstoss sehr viel höher ist, als die solare Einstrahlung. Was ist denn verwerflich daran, diese zu nutzen ?


Mutter Natur kann's wenigstens.

Zitat:

Zur Faktenlage, cephalotus (obwohl Du ja - nahezu wörtlich - behauptest, dass Beiträge mit Fakten in böswilliger Absicht geschrieben würden):


bitte lies meine Beiträge nochmal, offensichtlich hast Du da was mißverstanden.

Zitat:

Aus Sicht der Befürworter "sanfter" Energieerzeugung ist die Geothermie ja auch akzeptabel. Doch habt Ihr euch auch mal überlegt, dass ca. die Hälfte der geothermischen Energie auf Kernreaktionen im Erdinnern zurückgeht ? Dass wir also faktisch (!) auf einem dicken Kernspaltungsreaktor sitzen (und der solare Fusionsreaktor nur die zweitnächste größere Quelle ist) ?


ist ja auch ok so.

Abgesehen davon möchte ich Dich bitten, die Kernenergiediskussion in den threads fort zu führen, die mit dieser Thematik quasi schon überflutet wurden.
Dann spart man sich die alten Argumente ein weiteres Mal auszutauschen und dieser thread mit dem Them : Komplettversorgung durch Erneuerbare Energien! wird nicht wieder durch eine weitere parasitäre Kernenergie"diskussion"(?) zerstört.
Danke sehr.

Und was die "angebliche Unmöglichkeit" der Versorgung mit EE betrifft möchte ich als Gegenthese diese Dissertation aufführen:

https://kobra.bibliothek.uni-kassel.de/bitstream/urn:nbn:de:hebis:34-200604119596/1/DissVersion0502.pdf

Demnach ist eine 100%ige Vollversorgung aus EE in Europa möglich und zwar zu günstigeren Strompreisen als wir sie aktuell haben.

mfg

_________________
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Zuletzt bearbeitet von cephalotus am 25.11.2007, 23:42, insgesamt 2-mal bearbeitet
cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
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BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 23:34 Nach oben

phenning hat Folgendes geschrieben:
@Helios: Vielleicht solltest Du mal drüber schlafen.

Ich bekenne mich zur Polemik in meinem Beitrag - und das Recht auf diese Polemik habe ich genauso wie Du. Wenn ich nämlich morgens nach dem Aufwachen lese, dass ich meine Waschmaschine erst anstellen darf, wenn dies die Solare Vorhersagestelle genehmigt hat, legen sich die von mir gezogenen Vergleiche sozusagen von selbst in die Hand.

Falls Du dies als Löschungsgrund betrachtest, lösch halt - aber die Pluralität des Forums leidet darunter.


Genehmigungen werden nicht nötig sein, aber ein Wandel vom Fixpreis für Strom hin zu schwankenden Preisen wäre durchaus möglich. Intelligente Steuerungen können dann z.B. Gefriertruhen dann laufen lassen, wenn der Strom gerade möglichst günstig ist.

Natürlich muss man das nicht nutzen, aus wirtschaftlicher Sicht wäre das bei einem solchen Modell aber unsinnig, es nicht zu tun.

mfg

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cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 23:50 Nach oben

Betatester hat Folgendes geschrieben:

Warum wird dort Speicherenergie ins Netz gegeben obwohl der Energiebedarf gedeckt ist ? Der Speicherfüllstand liegt bei nahe 0%.


wird wahrscheinlich daran liegen, dass das Pumpsicherkraftwerk nicht mehr Leistung aufnehmen kann.

Zitat:

In diesen Kombikraftwerk wird viel Strom mit Biomasse erzeugt, denke aber das wir hier in Deutschland (jetzt schon) nicht mehr all zu viel Leistung dazubauen können, wenn jetzt schon gemeckert wird das die Preise für Nahrungsmittel wegen sowas (Flächen werden für Biomasse hergenommen) steigen.


Das stimmt. Allerdings sind 100% EE für die nächsten -sagen wir mal- 20 Jahre eh noch Utopie, so dass ein Teil der Spitzenlast in der Übergangszeit z.B. auch von Erdgas betrieben GuD-Kraftwerken geliefert werden könnte, für die Zukunftsvision 100% EE (sagen wir mal für 2050 machbar) bräcuhte man dann eben mehr Speichertechnologien, meinetwegen Akkumulatoren (10 Millionen E-Autos am Stromnetz), Druckluftspeicher oder auch Wasserstoff.

Zitat:

Der Erzeugungspreis liegt bei diesem Modell bei hohen 13Cent/kWh, wie würde der steigen wenn dieses mit einem deutlich höheren PV-Anteil versehen wird ?


Der Anteil an PV ist in diesem Kombikraftwerk doch eh schon ziemlich hoch, bei Skalierung auf 100% müsste der PV Anteil garnicht größer sein, der Preis würde also durch Skalierungseffekte (gerade bei der PV betshet ja noch Einsparpotential) also sogar sinken.

Zitat:

P.S.: An sich finde ich solche Kombikraftwerke hochinteressant !!


Sie zeigen eine mögliche praxistaugliche Lösung auf, die tatsächlich schon heute funktioniert.
Haupthemnisse sind alte Debk- Netz- und Versorgungs-Strukturen und möglicherweise ein Rohstoffmangel (aber der wird alle Bereiche treffen, nicht nur die EE), sowie die aktuell noch höheren Kosten (ich bin aber "zuversichtlich", dass wir bei fossilen Energien erst am Anfang der Preisexplosion stehen, das wird sich also möglicherweise recht bald schon ändern)

_________________
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cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 00:17 Nach oben

Wiese hat Folgendes geschrieben:
... Vielleicht sollten wir mal versuchen alle Fakten zur Energieversorgung zu sammeln....


Stromverbrauch in Deutschland liegt bei 600TWh/a.

Einsparpotential (wenn man wirklich will) -200TWh/a
Wirtschaftswachstum + 100TWh/a
50% des aktuellen Benzin und Dieselverbrauchs durch elektrische Antriebe substituiert + 100TWh/a
Heizen mit Wärmepumpen, elektrische Heizung von Passivhäusern +100-200TWh/a

macht dann vielleicht 700-800TWh/a an künftigem Stromverbrauch iom Jahre 2030 (damit wäre dann auch der Erdölverbrauch auf maximal die Hälfte reduziert, mehr werden wir bis dahin auch nicht mehr bekommen)


Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt. Mir fallen jetzt nur folgende ein:
PV:

Fläche in Deutschland 360.000km². Pro km² ca. 1TWh/a an Einstrahlung, 10% Wirkungsgrad -> 36.000TWh "Potential"

Für 360TWh/a würde also 1% der Fläche reichen, das ist deutlich weniger als die Fläche, die wir brauchen, um auch nur ein paar wenige % unsereres Sprits mit Biomasse vom Acker erzeugen zu wollen.
Wahrscheinlich würden sogar die geeigneten Dach- und Siedlungsflächen dazu ausreichen. (und das bei eher moderat gerechnetm Wirkungsgrad)


Solarkraftwerke (wie in Spanien)
Bei uns wahrscheinlich nicht sinnvoll nutzbar, als Importsrom aus Spanien, Silzilien oder Nordafrika über Gleichspannungsnetze wären hier aber einige 100TWh/a für Deutschland abzweigbar.


Wind

onshore: 100-200TWh/a (aber dazu muss man auch ins Binnenland große und sehr hohe Anlagen setzen dürfen)
offshore: 100-200TWh/a

Biogas

kommt drauf an, für was man die Ackerflächen sonst noch nutzen möchte. Deutschland hat bei Nahrunsgmittel nur ca. 88% Selbstvesorgunsggrad, die Leute werden wahrscheinlich ihre Ernährung nicht auf proteinärmere Kost umstellen wollen und das globale Angebot bei Nahrungsmitteln schrumpft derzeit mit enormer Geschwindigkeit zusammen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das ein Aussetzer war oder ein Trend.
Die Klimaerwärmung wird global zumindest langfristig wahrscheinlich auch nicht für höhere Erträge sorgen, nach wie vor geht Ackerfläche durch Erosion oder Kontamination verloren.

Derzeit werden in Deutschland 4% der Ackerflächen (11,4 Mio ha) für Biomasserzeugung genutzt (+derzeit 100.000ha die dem Palmölverbrauch zugeordnet werden müssen), beides rapide ansteigend.
Stromerzeugung aus Biomasse liegt derzeit bei 12TWh/a, vielleicht ist da noch eine Steigerung auf 30TWh/a möglich(?)
Das Thema Biomasse ist komplex, hier ein möglicher Einstieg:
http://erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/endbericht_eeg_monitoring.pdf

Bioenergie aus Pflanzenresten die direkt verbrannt werden

siehe oben.

Wasserkraft

so 20TWh/a, Potential ist in Deutschland ausgeschöpft

Geothermie

sehr schwierig zu sagen, manche meinen, dass 200TWh/a locker drin sind, andere setzen das Potential um den Faktor 100 kleiner an.
Es wird wohl auch eine Rohstofffrage sein.
Der Menscheit geht ja nicht nur die Energie aus, sondern auch das Baumaterial.

Gezeitenkraftwerke - darüber habe ich vor kurzem gelesen, dass etwa 100 sinnvolle Standorte in Europe bekannt sind, die etwas 12 Megawatt liefern könnten. Das kommt mir etwas wenig vor ...

In Deutschland kein Potential.

Aus obiger Betrachtung wäre zu erkennen, dass Deutschland die wahrscheinlich benötigten 700-800TWh/a produzieren kann.
Wasserkraft und Geothermie machen dabei ein paar Prozent aus, Wind könnte so 1/3 bis die Hälfte liefern, Biomasse deckt einen kleinen Teil des Spitzenlastbedarfs und die Sonnenenergei wird wahrscehinlich den Löwenanteil tragen müssen, wenn es mal tatsächlich auf 100% EE hinaus läuft. Das kann sie, allerdings wirds dann Speicher benötigen und einiges kosten.
Aber 100% EE sind bis 2030/2040 noch nicht nötig, so 20-30% wird auch Erdgas abdecken und ggfls noch ein paar Kohle bzw Atomkraftwerke.



Welche Speichermöglichkeiten gibt es

Biogas in Gaslagern

jepp

Druckluft in Pumpspeichern - wobei das neueste Modell etwa 70% der eingespeicherten Energie liefern kann

jepp

Wasserspeicher - in großem Maßstab in Norwegen wobei man aber auch mit relativ wenig Wasser große Energiemengen speichern kann, wenn man z.B. 2000 Höhenmeter in den Alpen nutzt

jepp

Lastmanegmentsysteme. Nicht den Strom speichern, sondern z.B. Wärme oder Kälte beim Verbraucher

Hoffentlich ein paar Millionen E-Autos mit jeweils 10-20kWh Energie im Akku

Wasserstoff (Durch Elektrolyse aus spottbilligem Überschussstrom erzeugt)

mfg

_________________
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
solerling
Forumsinventar
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Angemeldet: 01.03.2006
Beiträge: 673
Wohnort: 85

BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 12:01 Nach oben

Möchte da noch etwas hinzufügen

In fast jedem grösseren Dorf gibt es sehr viele Holzheizungen,und statt dieser vielen Heizungsanlagen eine zentrale Kraftwärmekopplungsanlage betreiben?
Man hätte ausser Wärme auch noch zusätzlich Strom,müsste doch in sehr vielen Fällen möglich sein Wink

meine Meinung
Josef
Holter
Vielschreiber
Vielschreiber



Angemeldet: 24.01.2007
Beiträge: 188
Wohnort: Niederrhein

BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 14:09 Nach oben

solerling hat Folgendes geschrieben:
Möchte da noch etwas hinzufügen

In fast jedem grösseren Dorf gibt es sehr viele Holzheizungen,und statt dieser vielen Heizungsanlagen eine zentrale Kraftwärmekopplungsanlage betreiben?
Man hätte ausser Wärme auch noch zusätzlich Strom,müsste doch in sehr vielen Fällen möglich sein Wink

meine Meinung
Josef

Aber gerade im ländlichen Bereich hat man ziemlich große Entfernungen zwischen den einzelnen Gebäuden, ein Wärmenetz wäre also eine ziemlich hohe Investition, bei der schon die meisten mitmachen müssten, damit es sich lohnt. Hier muss man also zwischen verschiedenen Möglichkeiten abwägen. Kleinst-KWK (BHKW passt irgendwie nicht) mit (Bio)gas wäre eine der Möglichkeiten, die heute schon bei einer größeren Serie sowie relativ einfacher Technik (aber wer will das schon...) sich lohnen könnte. Lustigerweise könnte man sich mit dem Nachbarn absprechen, der eine nimmt KWK, der andere eine Wärmepumpe und beide könnten zur gleichen Zeit arbeiten... Strom lässt sich so zumindest einfacher transportieren als Wärme, und die Effizienz würde sich verdoppeln. "Leider" wird sich das bei gut gedämmten Einfamilienhäusern kaum lohnen.

bis dann
Christian
Atommafia
Forumsinventar
Forumsinventar



Angemeldet: 28.08.2005
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 18:51 Nach oben

Tach
Zentralschmiertechnik hat Folgendes geschrieben:
Das Komplettnetzwerk mit Energiemanagement aus versch. EE-Formen gibt es bereits in der Planung.
Sie wird überwiegend durch Windkraft (Off Shore Bereich) Biomasse, Geothermie,Wasserkraft und PV dargestellt.
Überschüssige Windkraftenergie lässt sich Umwandeln über einen Generator in Druckluft wird über einen Verdichter komprimiert und ins Erdreich (Stollen) gedrückt und dort solange gelagert bis man die Energie wieder braucht-Rückgewinnung Turbine in Strom.



Zentralschmiertechnik


Wegen der Windenergie baut man das europaweite Höchstspannungsnetz kräftig aus und dann die neuen Kernkraftwerke knapp außerhalb der deutschen Grenzen. Die energieintensive Industrie und das Gewerbe in Deutschland kaufen dann billigen Strom außerhalb ein und die ganzen Mehrkosten für den Ökokrempel dürfen dann nur die Bürger bezahlen.
Was natürlich richtig ist weil diese ja die Politiker wählen die diese Art der Politik verzapfen

MfG

MfG
cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 18:58 Nach oben

Atommafia hat Folgendes geschrieben:

Wegen der Windenergie baut man das europaweite Höchstspannungsnetz kräftig aus und dann die neuen Kernkraftwerke knapp außerhalb der deutschen Grenzen...


und das wäre wo?

Ich kann weltweit keine sonderliche Begeisterung im Neubau von Kernkraftwerken erkennen, insbesondere nicht in Europa, von ein paar Einzelfällen abgesehen.

Die Mengen an Strom, die die deutsche Grenze passieren sind alles andere als sonderlich groß und Export sowie Import halten sich derzeit weitgehend die Waage.

Ich dachte eigentlich immer, dass Du beruflich irgendwo in der Stromversorgung arbeitest?

PS: Wer auf wirklich billigen Strom angewiesen ist siedelt sich dort an, wo die großen Wasserkraftwerke sind.

_________________
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