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 Messgenauigkeit elektronischer vs. mechanischer Stromzähler Nächstes Thema anzeigen
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solarfreund04
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BeitragVerfasst am: 30.05.2007, 09:58 Nach oben

Wir haben insgesamt zehn PV-Anlagen (zw. 20 kWp und 47 kWp) in Betrieb, von denen neun mit den klassischen und eine mit einem neuen elektronischen Zähler ausgestattet sind. Alle Anlagen werden fernüberwacht. Beim Vergleich der Leistungdaten aus den Datenloggern mit den Abrechnungen der EVUs zeigt sich nun, dass die Anlagen mit 'klassischen' Zählern im Durchschnitt der letzten 12 Monate 6% weniger Ertrag bringen als die Anlage mit elektronischem Zähler. Bei der Anlage mit elektronischem Zähler (47 kWp) stimmen die Datenloggerergebnisse mit denen des EVU genau überein. Nach meiner Interpretation bedeutet das, dass wir den EVUs 6% Ertrag schenken.
Hat jemand ähnlich Erfahrungen gemacht?
Kann man die EVUs dazu bringen, die alten Zähler durch elektronische zu ersetzen?
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Verfasst am: Nach oben

jogi77
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BeitragVerfasst am: 30.05.2007, 12:13 Nach oben

Also ich hab zu meinem Einspeisezähler (Wechselstromzähler, ca. 35 Jahre alt, regeneriert und vom EVU als tauglich befunden) mal versuchsweise einen elektronischen (nagelneu, geeicht) dazugehängt und festgestellt dass der Wechselstromzähler 0,9% mehr anzeigt. Very Happy

Ich hoffe Du vergleichst nicht Äpfel mit Birnen und die Anlagen sind vergleichbar !!! Rolling Eyes

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Moewe
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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 00:22 Nach oben

Hallo solarfreund04

die neuen elektronischen Zähler unterliegen genauso wie die alten "Ferraris-Zähler" der Eichordnung und verlassen die Prüfbank mit maximal +-3% Abweichung. Nach Einbau dürfen sich die Zähler noch in der "Verkehrsfehlergrenze" von +-6% bewegen. Dies liegt also noch in der von Dir beschriebenen Abweichung. Ich denke allerdings, dass die neueren Zähler genauer messen.

Ein direkter Vergleich des Zählers mit der Zähleinrichtung am WR ist nicht unbedingt zulässig, da diese nicht geeicht sind und unter Umständen grob falsch messen.

Gruß
Moewe

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solarfreund04
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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 09:31 Nach oben

Danke für die bisherigen Antworten.
Zu jogi77: Natürlich werden auch bei unseren Anlagen die Zähler von den EVUs als tauglich angesehen. Schliesslich wurden sie ja von denen installiert (und wir zahlen dafür Messgebühren).
Ich glaub nicht, dass ich Äpfel mit Birnen vergleiche. Was ich vergleiche, ist das, was die Messeinrichtung der WRs an Daten liefert mit dem, was auf der Abrechnung des jeweiligen EVU steht - und das getrennt für jede Anlage. Mir ist klar, dass ich die einzelnen Anlagen untereinander nicht direkt vergleichen kann. Exclamation
Zu Moewe: Ich denke, die Eichordnung (auf Papier) ist das eine und daran braucht man auch nicht zu rütteln. Was mir viel stärker auffällt, ist die Tatsache, dass die Ferraris insbesondere bei wechselnder Last (Sonneneinstrahlung) sehr grosse Abweichungen zu den Ergebnissen des Dateloggers zeigen. Könnte das mit einer 'mechanischen' Trägheit der Ferrari-Zähler zusammenhängen? Habt ihr schon einmal bei wechselhaftem Wetter die Ergebnisse aus dem Datenlogger mit dem Zählerstand verglichen? Bei uns gibt es da z.T. Spitzenabweichungen von mehr als 20%. Sad
jogi77
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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 10:34 Nach oben

Wie bereits schon mehrfach angemerkt haben die Messergebnisse in den WR ihre Toleranz. Die Datenlogger machen nix anderes als diese 'falschen' Ergebnisse zu verwerten.
Fehler in der Messerfassung der WR können u.a. durch die Messgenauigkeit bei verschiedenen Leistungen und der Art der Messergebnisverwertung (sprich in welchen Intervallen die Leistung ausummiert wird) entstehen.
Ausserdem spielt es eine grosse Rolle ob richtige Wirkleistungs-mess-ic's verbaut wurden oder der Controller nur UxI rechnet, ind diesem Falle verfälschen bei kleinen Leistungen die Blindströme der internen Netzfilter die Messung enorm.

Die Mechanische Trägheit der Stromzähler müsste dann aber auch in der anderen Richtung sein, sprich wenn das Ding mal viel Schwung hat und die Leistung schlagartig einbricht läuft dieser dann auch nach.

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astrafahrer
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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 11:26 Nach oben

Moewe hat Folgendes geschrieben:

die neuen elektronischen Zähler unterliegen genauso wie die alten "Ferraris-Zähler" der Eichordnung und verlassen die Prüfbank mit maximal +-3% Abweichung. Nach Einbau dürfen sich die Zähler noch in der "Verkehrsfehlergrenze" von +-6% bewegen.


Da drängt sich ja eigentlich die Frage auf, ob man Zähler mit "Plustoleranz" kaufen kann. Die Abweichung (+ oder -) wird aber wohl nirgends stehen, oder?

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Grüße
Dieter
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kato
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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 11:49 Nach oben

astrafahrer hat Folgendes geschrieben:

Da drängt sich ja eigentlich die Frage auf, ob man Zähler mit "Plustoleranz" kaufen kann. Die Abweichung (+ oder -) wird aber wohl nirgends stehen, oder?


man sollte sich die Flashliste geben lassen Laughing Laughing

Kato

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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 19:09 Nach oben

Hallo,

@solarfreund04: Wie es jogi77 schon angedeutet hat - die Genauigkeit eines Zählers ist nicht über den gesamten Messbereich gleich. Ein geeichter Zähler muss allerdings im gesamten Messbereich die 3%-Grenze einhalten (auf der Prüfbank wird bei Drehstromzählern üblicherweise gemessen bei 5, 20, 50, 100 und 400% Inenn dreiphasig und einphasig bei 20%), wobei die Abweichung im Nennbereich (bei einem 10/40A-Zähler also bei 10A) wohl am geringsten ist. Die Ungenauigkeiten in der Konstellation WR zu Zähler liegen wohl immer beim WR, der je nach Auslegung speziell im unteren Lastbereich grob falsch messen kann.

@astrafahrer: Die Frage nach dem Kauf eines Zählers mit Plustoleranz ist berechtigt! Vielleicht ist es möglich, neben dem Prüfschein auch das Messprotokoll bei der Prüfstelle anzufragen. Ich zweifle zwar, dass man das Messprotokoll ausgehändigt bekommt, ein Versuch sollte es jedoch Wert sein.
Den Prüfschein kann man für etwa 16€ brutto bei der zuständigen Prüfstelle anfordern, dazu benötigt man die Angaben der gelben Prüfmarke auf dem Zähler (diese sind von oben:
Laufende Prüfnummer des Zählers
Prüfstelle z.B. EB17: E für Elektro, B für Bayern und 17 für Prüfstelle Bauer
Jahreszahl).
Unter http://www.ptb.de/de/org/q/q3/q31/data/verzeichnis.pdf ist das Prüfstellenverzeichnis mit Adressen und Rufnummern abgelegt.
Was die Wahl der Phase betrifft: Try and error Smile

Gruß
Moewe

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BeitragVerfasst am: 31.05.2007, 21:39 Nach oben

Tach
jogi77 hat Folgendes geschrieben:


Die Mechanische Trägheit der Stromzähler müsste dann aber auch in der anderen Richtung sein, sprich wenn das Ding mal viel Schwung hat und die Leistung schlagartig einbricht läuft dieser dann auch nach.


so groß ist die Trägheit nicht, da der Läufer aus wenig Masse besteht und
zu Abbremsen gibt es den Bremsmagnet.


MfG
solarfreund04
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BeitragVerfasst am: 07.06.2007, 21:19 Nach oben

Guten Abend alle miteinander,
anscheinend müssen wir mit diesen 'Toleranzen' leben. Aber bevor ich ganz aufgebe, möchte ich nochmal zu meiner Frage hinsichtlich der extremen Unterschiede zwischen den Leistungswerten aus der Fernüberwachung und denen des EVUs bei wechselhaftem Wetter zurückkommen. Hat das - ausser mir - noch kein anderer festgestellt????
Dann noch eine weiterer Info, die ich von unserem Solateur bekommen habe: Es soll angeblich ohne Mehrkosten möglich sein, die Ferraris gegen digitale Zähler austauschen zu lassen. Das wurde zumindest von einem unserer EVUs (Energiedienst Rheinfelden) so kommuniziert. Ich denke, das werde ich mal weiterverfolgen.

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SolarBob
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Beiträge: 6
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BeitragVerfasst am: 11.06.2007, 10:28 Nach oben

solarfreund04 hat Folgendes geschrieben:
.... Es soll angeblich ohne Mehrkosten möglich sein, die Ferraris gegen digitale Zähler austauschen zu lassen. Das wurde zumindest von einem unserer EVUs (Energiedienst Rheinfelden) so kommuniziert. ..


...das würde mich persönlich sehr überraschen.

Von uns werden digitale Zähler als Überwachungsinstrument in einer 100 kWp -Anlage eingesetzt. Falls du technische Fragen zu dem System hast helfe ich dir gerne weiter. Generell sollte man sich an digitale Stromzähler gewöhnen, da diese mit Sicherheit bald zum Standard gehören werden, was den Messstellenbetrieb betrifft.
astrafahrer
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Angemeldet: 28.06.2005
Beiträge: 518

BeitragVerfasst am: 15.06.2007, 12:03 Nach oben

solarfreund04 hat Folgendes geschrieben:
Es soll angeblich ohne Mehrkosten möglich sein, die Ferraris gegen digitale Zähler austauschen zu lassen. Das wurde zumindest von einem unserer EVUs (Energiedienst Rheinfelden) so kommuniziert. Ich denke, das werde ich mal weiterverfolgen.


Hallo solarfreund,
ich habe mich dazu bei EON Bayern erkundigt. Bei Neuanlagen kann der Kunde auf Nachfrage ohne Aufpreis einen elektronischen Zähler mit S0-Ausgang bekommen. Den Austausch bereits vorhandener Zähler habe ich nicht angesprochen. Frag doch einfach beim zuständigen EVU nach.

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Grüße
Dieter
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