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 Spiegel-Artikel zu Auswirkungen des EEG auf PV-Preise Nächstes Thema anzeigen
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Autor
Novel
Öfters hier
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Info: Interessent
Angemeldet: 03.03.2007
Beiträge: 12
Wohnort: 56132 Becheln

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 06:35 Nach oben

Hallo an alle!

Also- nachdem ich mich etwas näher mit der Materie beschäftige - denke ich, es is wie überall im Leben: Nachher is man schlauer!

Ob der Strompreis in 10 oder 20 Jahren bei 50 Cent liegt, weis keiner. Wenn ich mir allerdings Stromrechnungen von 1990 anschaue, stelle ich fest, das der Arbeitspreis damals bei 0,16 DM/kW/h lag ( heute ca. 0,14€). Plus alle möglichen Abgaben, Grundgebühren und Märchensteuer.
Selbst wenn ich davon ausgehe, das sich der Arbeitspreis in den nächsten 20 Jahren "nur" verdoppelt Laughing , kann ich nur vermuten wie sich die Kosten drumherum entwickeln. Und dann sind wir schnell in Regionen von 40 - 40 Cent pro kW/h.
Es weis aber auch niemand, ob nach den 20 Garantiejahren Einspeisevergütung der dann finanziell ( und ökologisch) sanierte Solarstromerzeuger ( dann ggf. Selbststromversorger) nicht über eine
" Öko-Solar- Ausgleichsabgabe" Laughing die über die Kolektorfläche oder den Zählerwert des selbst erzeugten Stromes ermittelt wird, an den Verlusten der dann notleidenden Energiewirtschaft beteiligt wird.
Wenn ich in den letzten Jahren eines gelernt habe, dann ist es insbesondere von der Politik ( nicht vom Staat!) nur das schlechteste zu erwarten.
Im Hinblick auf den Spiegel wundere ich mich, das die Gewinne der Energiekonzerne ( Umsatzprozentual) nicht gegengerechnet wurden. Hier wäre mann in der Regel auf eine höhere Rendite gekommen. Und die ist auch gesetzlich abgesichert. Laughing

Grüße vom Novel
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Verfasst am: Nach oben

Hitzebeständig
Vielschreiber
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Angemeldet: 08.01.2007
Beiträge: 226
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 06:56 Nach oben

Interessante Überlegung.
Im neuesten Spiegel Sonderheft über Erneuerbare Energien erkennt man aber eine perfide Strategie der Stromkonzerne : weg vom "nur Strom liefern" hin zum Verschaffen von Marktanteilen in viel lukrativeren Energiezweigen.
Dazu gehört u.a. auch die Bewirtschaftung von Erdgaslagerstätten und der Betrieb von Kleinstkraftwerken auf einer Contractingbasis.
Es enstehen irgendwann multinationale Superkonzerne, die dann auch Marktschwankungen nicht mehr unterworfen sind - absolute Verzerrung der Weltwirtschaft.
Interessanterweise erzählte mir ein Bekannter, daß RWE Mitarbeiter als Zielsetzung eine diesjährige Gewinnerhöhung von 20% vorgegeben bekommen, man merkt es auch an der Weigerung, die Strompreise zu relativieren....
Angst sollte man bekommen, wenn sich Konzerne wie RWE o.ä. von der Staatspolitik abkoppeln, dann....
wattpeak
Stammmitglied
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Info: Großhändler
Angemeldet: 18.05.2006
Beiträge: 56
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 08:51 Nach oben

@superhaase sehr guter Beitrag denn auch in der aktuellen Photon wird dazu noch einmal Stellung genommen und der Sinn der "horrenden" Gewinnmitnahmen plausibel erklärt um damit Neuinvestitionen zu tätigen. Diese Wiederrum (bei vollintegrierten Systemanbietern) ermöglichen ein Kostensenkungspotenzial, denn die Masse machts.

_________________
Der letzte Wagen ist immer ein Kombi!
sand-pit
Forumsinventar
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Info: Betreiber
Angemeldet: 11.07.2006
Beiträge: 652
Wohnort: Geldern Niederrhein

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 10:03 Nach oben

@heinros

...exakt meine Meinung - guter Beitrag.... aber - vielleicht müßten ein paar Leute mehr wählen gehen....

_________________
28 x SW200; WR SPI 4500; 5,65 KWp; 33° Dach; 180°.
"Gedanken hüpfen wie Flöhe von einem Menschen auf den anderen. Aber sie beißen nicht alle."
CH
Vielschreiber
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Angemeldet: 09.08.2006
Beiträge: 212
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 13:08 Nach oben

Meine Antwort (per email) an Herrn Waldermann:
(die Bilder sind vorhanden. Moderator? Per email?)

Guten Tag,

mein Name ist Christian Comes, mitarbeiter für SANYO Solar in Europa. Bitte entschuldigen Sie mein Deutsch; ich komme aus Spanien.

Ich finde eher schade, dass Sie die gelegenheit nicht benutzt haben, diesem Thema gründlicher anzugehen, und bei oberflächigen Aspekten geblieben sind. Ich weiss nicht ob Sie einfach die Überzeugung (Vorurteil) haben, dass alles was vom Staat gesteuert wird schlecht ist, oder einfach nicht genügenden Daten gesammelt haben.

Ich werde versuchen, einiges klarer darzustellen.

Bei Verkaufszahlen wie 2006 (rund 800MW @ 5EUR/w Anlagenpreis), haben wir in Deutschland private Investitionen von rund 4,000,000,000 EUR gehabt. Dieses Geld wird in Anlagen investiert, wo eine Rendite zwischen 3 und 7% zu erwarten ist (vor Steuer). Viele Leute machen erst die Investition, wenn sie auch vom Steuer absetzen können. Dann sieht es viel besser aus. Anlagen die nicht wirtschaftlich sind dürfen die extreme Minderheit sein.

Das interessante bei PV ist nicht, was die Anlagen heute kosten. Interessant ist, dass die Industrie die Kosten senken kann, und zwar bis Strom von PV "so viel kostet oder weniger" als Strom von, sagen wir mal, Eon.

Hier finden Sie einen wichtigen Punkt. PV Strom wird dort produziert, wo verbraucht wird (hauptsächlich). Man kann und darf die Preise von der Börse damit nicht vergleichen, sondern eher die Preise beim Endkunden. Diese Preise sind in Deutschland derzeit um die 19cEUR/kWh, Tendenz steigend.

Die EEG setzt sinkende Stromvergütungen, die um 2017 das Niveau von den Preisen von Strom die PV Tariffe gleichen. Bitte sehen Sie die erste Abbildung. (Annahme: Strompreise steigen jährlich 4%)

Was zahlt der Endverbraucher dafür? Wird es viel zu viel sein? Nein. Bei Strompreise um die 18c (Endverbraucher) 2006 wird rund 750Mio "zuviel" bezahlt (Tarif minus Sonstige Kundenpreis). Aber mit wachsendem Markt und sinkender Vergütung, dieses Zahl "explodiert" NICHT, sondern bleibt verhalten. Sehen Sie die zweite Abbildung (Annahme: 30% wachstum jährlich ab 2008, und das ist viel!).

Im Prozent bleibt es sogar weniger. In der 3. Abbildung sehen Sie die Gesamtbezahlte Preise für Strom in Deutschland. Da werden die Endkundenpreise angenomen. Die Preise sind immer weniger als 4% gestiegen (wegen PV). Für diese Erhöhung erhaltet Deutschland am 2017 über 8% PV Strom und einen Markt, wo die neue Anlagen biligerer Strom liefern, als was die Stromkonzerne anbieten können. Sollte die Nachfrage (wie erwartet) dann weiter steigen, erreichen wir bald 20% PV Strom, und ab 2018 ohne Zuschuss vom Staat.

Die Studie und Editoriallinie von Photon (inkl. Photon Consulting) ist im Markt sehr umstritten. (...) Die Umsätze die die PV Firmen "kassieren", die EBITs, sind vergleichbar (niedriger eigentlich) mit vielen Branchen wie Chipherstellung. Um 30% Produktionswachstum zu finanzieren, dieses Geld ist einfach notwendig.

Hinzu kommt die Annahme, dass die Kosten schneller als 5% Jährlich sinken können. Unsere Daten sprechen nicht dafür. Es gibt einige Technologien die es kurzfristig schaffen KÖNNEN, wo aber langfristig zweifel bleiben, ob sie gut genug sind.

(...)

Gerne schicke ich Ihnen unser Model und falls Sie fragen haben, rufen Sie einfach an und ich versuche die Feinheiten darzustellen.

Atentamente/Yours sincerely/Mit freundlichen Grüßen/Cordiais cumprimentos,

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Christian Comes
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Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 13:40 Nach oben

aktuelle Zahlen:

http://erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/hintergrund_zahlen2006.pdf

Angaben zu den Kosten des EEG:

http://erneuerbare-energien.de/files/erneuerbare_energien/downloads/application/pdf/broschuere_ee_zahlen.pdf

Seiten 23ff

Möglicher Ausblick in die Zukunft:

http://erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/leitstudie2007.pdf

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Angemeldet: 09.08.2006
Beiträge: 212
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 14:10 Nach oben

Aus dem 2. Link:

Unter der wissenschaftlich belegten Annahme, dass der nach EEG vergütete Strom derzeit vollständig fossil
erzeugten Strom verdrängt, schätzt o. g. Studie die durch die Erneuerbaren 2005 im Strombereich vermiedenen
externen Kosten auf mindestens 2,8 Mrd. Euro. Dies ist deutlich höher als die EEG-Aufwendungen zur Förderung
erneuerbarer Energien im gleichen Zeitraum (lt. Studie etwa 2,4 Mrd. Euro) und zeigt, dass sich die Förderung der
erneuerbaren Energien über das EEG schon allein durch die hierdurch vermiedenen externen Kosten „rechnet“.
Hinzu kommen die zahlreichen weiteren Vorteile der erneuerbaren Energien in strategischer und wirtschaftspolitischer
Hinsicht.

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Christian Comes
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cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1165
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 14:28 Nach oben

Das mit den "externen" Kosten ist schwer zu schätzen, derzeit reicht die mir bekannte Spannbreite alleine bei den externen Kosten für CO2 von 15€/t bis hin zu 300€/t, wobei man derzeit wohl mit 70€/t rechnet.

Ist halt sehr schwer zu ermitteln.

Noch viel schwerer in Zahlen auszudrücken sind andere "Kosten" wie z.B. Beeinträchtigung des Landschaftsbildes durch Solar, Wind und Wasserkraftwerke (das empfindet im übrigen auch jeder anders).

Gilt natürlich in gleichem Maße auch für Kernkraftwerke, Ölplattformen, Tankeunglücke, usw, usf...

Die (quasi) Unmöglichkeit, dies Faktoren in Zahlen zu fassen (wieviel ist z.B. 1 Lebensjahr eines Menschen in € wert, wie hoch ist der Wert einer gesunden Lunge?) ist ja auch eins der großen Problem des Umweltschutzes.
Diese Kosten von der Allgemeinheit auf den Verursacher umzuwälzen ist allgmeinhein auch nicht sehr populär, wäre aber aus Sicht des gesamten betrachtet natürlich ein Gewinn.

mfg

PS: Bilder kann man über die Funktion "Bild hochladen" hier ins Forum einfügen. Es wird dann allerdings mit einem Schriftzug versehen.

Alterantiv ist die externe Einbindung mittels img Tag möglich.

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Angemeldet: 09.08.2006
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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 14:37 Nach oben

Hier sind die Charts (danke Mod!)

Image
Image
Image

Und ja, die Kosten die nicht in Cash-flow einzuordnen sind sind eben schwer zu beurteilen. Wie im Kernkraftdiskusion so oft angesprochen.

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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 19:00 Nach oben

kuddi hat Folgendes geschrieben:
endlich mal einer der auch bei Greenpeace Energy bezieht (ich tue das seit - hm, glaube 4 Jahren.
Wäre schön, von solcher Konsequenz hier öfter zu hören ...

Ich bin bei Lichtblick.

Zum Thema "bei steigenden fossilen Preisen werden die Ökostromanbieter irgend wann billiger":
Das ist leider ein Irrglaube, denn die Ökostromanbieter orientieren sich dummerweise genauso am Strombörsenpreis wie die anderen, und der wird ja bekanntlich manipuliert. Aber das ist ein anderes Thema.....

ciao,
sh

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http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=717
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BeitragVerfasst am: 05.04.2007, 19:46 Nach oben

@cephalotus:

Danke für die links auf diese Studien. Hatte ich noch nicht.

Noch eine Anmerkung zu der Leitstudie (der letzte link):
Ich glaube, dass da die Photovoltaik deutlich unterschätzt wird, was Zubau und zukünftige Erträge angeht.
Es wird da ein ab 2006 kontinuierlich zurückgehender Zubau erwartet.
Wenn in den nächsten 1 bis 3 Jahren die ganzen geplanten Siliziumfabriken und die weiter geplanten PV-Modulfabriken alle loslegen, dann wird sich die weötweite PV-Modulerzeugung mehr als verdoppeln - in nur 3 Jahren.
Also warum sollte der PV-Zubau in Deutschland dann bei deutlich sinkenden Anlagenpreisen nicht sogar kräftig zulegen?
Vorraussetzung ist natürlich, dass die Politik nicht an der EEG-Vergütung rumpfuscht.
Das Potential der Photovoltaik in Deutschland ist noch gewaltig, es gibt noch sooo viele ungenutze Dächer, vor allem auch in der Industrie und im Gewerbe. (Freilandanlagen finde ich allerdings nicht so toll, deren Förderung sollte man m.E. ganz einstellen)

ciao,

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