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 Photovoltaik-Boom sorgt für mehr CO2-Emissionen..... Nächstes Thema anzeigen
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Autor
LumpiStefan
Forumsinventar
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Info: Betreiber
Angemeldet: 16.03.2007
Beiträge: 1457
Wohnort: Sindelfingen

BeitragVerfasst am: 29.03.2007, 22:51 Nach oben

Heute bei Heise gefunden (http://www.heise.de/newsticker/meldung/87578):
Zitat:
Der Boom von Sonnen- und Windenergie hat auch seine ökologischen Schattenseiten: So hat das starke Wachstum der Photovoltaik im vergangenen Jahr allein in Deutschland per saldo für 400.000 Tonnen mehr Kohlendioxid-Austoß gesorgt. Denn vor allem die Herstellung von Silizium ist ein höchst energieintensiver Prozess: Laut dem Institut für Elektrische Energietechnik der Technischen Universität Berlin dauert es zwischen 25 und 57 Monaten, bis Solarzellen so viel Energie erzeugt haben, wie für ihre Produktion verbraucht wurde. Daraus lässt sich berechnen, dass die Produktion der 750 Megawatt an Photovoltaik-Leistung, die 2006 in Deutschland neu installiert wurden, 1,5 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen verursacht hat. Im selben Jahr wurden in der Bundesrepublikmit Hilfe des Solarstroms (ca 2500 Megawatt installierte Gesamtleistung) rund 1,1 Millionen Tonnen CO2 eingespart.
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Grundlage für diese Berechnung sind der Mittelwert der von der TU Berlin ermittelten energetischen Amortisationszeit sowie CO2-Emissionen beziehungsweise -Einsparungen nach dem derzeitigen weltweiten Energiemix. Auf lange Sicht bessert sich die CO2-Bilanz von Photovoltaik allerdings beträchtlich: Bei einer Lebensdauer von 30 Jahren holen Solarzellen zwischen 6- und 14-mal so viel Energie herein, wie ihre Produktion verbraucht hat. Bei einer sorgfältigen Installation ist die angenommene Langlebigkeit selbst bei Solarmodulen der ersten Generation realistisch, wie Tests an der TU Berlin gezeigt haben.

Dazu kommt aber auch: Der Ausbau der "dargebotsabhängigen Energieformen" wie Sonne und Wind führt nicht automatisch dazu, dass CO2-Schleudern vom Netz genommen oder nicht gebaut werden. Denn bis heute gibt es keine wirtschaftlichen Speicher für diese "volatilen" Energieformen – der Puffer zwischen Angebot und Nachfrage wird vom Stromnetz gebildet. Die etablierte Stromwirtschaft investiert längst Millionenbeträge in Windprognosen, weil diese die Einsatzpläne der konventionellen Kraftwerke entscheidend beeinflussen. Denn typische Spitzenlastkraftwerke wie Gaskraftwerke werden eigentlich nur dann angefahren, wenn der Preis an der Strombörse gerade hoch genug ist – es sei denn, eine plötzliche Flaute zwingt die Versorger zur schnellen Bereitstellung zusätzlicher Energie. Umgekehrt kann es auch passieren, dass mehr regenerative Energie eingespeist wird als eigentlich geplant. Dann müssen die konventionellen Kraftwerke im ungünstigen Teillastbetrieb gefahren werden.

Je größer die installierte Windleistung, desto bedeutender wird das Planungsproblem. Die so genannte "Day-Ahead-Prognose", mit der deutschlandweit die Einspeisung der Windenergie geplant wird, hat zwar nur eine mittlere Abweichung von sechs Prozent, sagt Philipp Siemes, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft der RWTH Aachen. Aber: "Für die Planung ist natürlich nicht die durchschnittliche Abweichung maßgeblich, sondern die größte. Und die kann durchaus auch mal bei 30 Prozent der installierten Leistung liegen – das heißt, wir reden hier über rund sechs Gigawatt." Weil die typische Blockgröße eines konventionellen Kraftwerks bei 600 bis 800 Megawatt liegt, sind also einige konventionelle Kraftwerke im Spiel – die als Reserve trotzdem am Netz bleiben müssen. Das so genannte Substitutionspotenzial, also der Anteil an konventionellen Kraftwerken, die beim Ausbau regenerativer Energien vom Netz genommen werden kann, liegt nach einer Studie der RWTH Aachen für Windenergie bei ewa 14 Prozent. "Eine CO2-freie Utopie mit 70 Prozent regenerativen Energien funktioniert also einfach nicht", sagt Mario Adam, Energiespezialist an der FH-Düsseldorf.


Für alle die es interessiert und zur allgemeinen Diskussion....


Stefan
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Verfasst am: Nach oben

CH
Vielschreiber
Vielschreiber



Angemeldet: 09.08.2006
Beiträge: 204
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 30.03.2007, 09:43 Nach oben

Ich weiss nicht, ob es sich lohnt, immer wieder die gleiche Urban Legends bzw. interessierte Ungenauigkeiten zu bekämpfen. Wenigstens hier, wo die meisten schon besser Bescheid wissen...

Aber also:

1- Titel ist schwer irreführend. Bild-artig
2- Das "Substitutionsproblem" ist schon alt. Es ist uns alle klar, dass nicht 100% wind-sonne geht. Vielleicht brauchen wir 130%-150% installierte Leistung damit wir 80-90% Bedeckung erreichen (rund um die Uhr). Um das zu überbrücken gibt es:

a) Geothermie
b) KWK
c) Speicher (oft in der Form von Hydro zu finden)

Mir ist klar, dass die Firmen die heute klassische Kraftwerke betreiben, und die wirtscharftliche Interesse in der ganze Kette haben, nicht glücklich sind, wenn dieses Geschäft sich verteilt. Für mich ein Fehler von denen, sich nicht stärker zu beteiligen. Wir sehen, z.B. ab 2014-2015 ein Geschäftsmodel für PPAs in Deutschland. Das ist eine Bedrohung für die Vatenfalls hierzulande und sie bewegen PR dagegen. Wenn ich das Problem Klimawandel betrachte, errinert mich das ganze an die Zigarretenindustrie...

Sonnige Grüsse

_________________
Christian Comes
---------------------------
SANYO Component Europe- Solar Division
http://www.sanyo-solar.eu
ochnoe
Stammmitglied
Stammmitglied



Angemeldet: 12.11.2006
Beiträge: 54
Wohnort: Hagen

BeitragVerfasst am: 30.03.2007, 09:46 Nach oben

Gut das ist eigentlich nichts neues.

Das ein Energiemix gefahren wird ist zur Zeit leider unabdinglich, schlisslich sind regenerative Energieen, Ausgenommen Wasserkraft und Biomasse ja vom Wetter unmittelbar abhängig.
Ich glaube kaum das man auf 70% regenerativen Anteil kommt.
Was ich hoffe ist, das es irgendwann die möglichkeit gibt per Solar erzeugte Energie effektiver zu speichern.
Akkus sind da sicher nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Ich setze in den Nächsten Jahren sehr starke Hoffnungen in die Entwicklung Brenstoffzellen.
Hier würde es sich m.E. für eine stationäre Anlage geradezu anbieten so was zu verwenden.

Gruss Ochnoe

_________________
71 Schüco S 130 SP 2*24, 1*23
3 * Kaco Powador 2500 xi
cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1136
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 30.03.2007, 13:47 Nach oben

Der Titel ist in der Tat stark irreführend, wobei der zitierte Text hingegen sachlich weitgehend richtig und neutral geschrieben ist.

In der Tat ist es so, dass der Aufbau der PV-Anlagen derzeit (noch!!!!) keine Minderung der CO2 Emmissionen bedeutet, das ist aber nun wahrlich keine neue Erkenntnis.

Bei PV Anlagen stimmt - im Gegensatz zu Strom aus Windkraftanlagen - fast immer das Angebot auch mit dem Verbrauch überein. Wenn zur Mittagszeit und im Sommer die PV-Anlagen kräftig einspeisen, dann wird auch jede Menge Strom verbraucht, mit der Zunahme von Klimaanlagen und der trockenheitsbedingten Probleme herkömmlicher thermischer Kraftwerke im Sommer könnte sich diese Korrelation künftig sogar noch verbessern.

Solange PV noch so unbedeutend ist wie derzeit (1-2% in Bayern, deutlich unter 1% in Gesamtdeutschland) sehe ich da derzeit sowieso keine Probleme. Selbst bei 10% Anteil werden die umgebenden Länder (die ja derzeit keine PV-Anlagen in nennenswerte Größe aufweisen) gerade im Sommer un Mittags Abnehmer für diesen PV-Strom sein.

Was das Speichern von Strom angeht bieten sich hier einige Ansätze an. Zum einen bisher schon bewährtes wie Pumpseicherkraftwerke oder eben schnell reagierende Spitzenlastkraftwerke, die mit Gas betrieben werden (das könnte ja auch "regeneratives Biogas" sein) und eine zweite Einsatzmöglichkeit wäre ein Lastmanagement beim Verbraucher. Ein Gefrierschrank, Heißwasserboiler, Waschmaschine, Wäschetrockner oder das Ladegerät für das (künftige) Elektor oder PlugIn-Hybrid-Auto kann sich z.B. dann automatisch bevorzugt einschalten, wenn gerade ein Stromüberschuss vorhanden ist. Mit entsprechenden finanziellen Anreizen (z.B. Überschussstrom kostet die Hälfte, Spitzenlaststrom das doppelte) wird das sicherlich auch beim Verbraucher Anklang finden.

Die Frage wird zumindest langfrsitig keinesfalls sein, -ob- 70% regenerative Energien möglich sind, sondern nur wie wir das möglich machen.

Brennstoffzellen werden sich nach derzeitigem Stand der Dinge für mobile Anwedungen nicht mehr durchsetzen können (der LiIonen Akku ist in fast allen Fällen deutlich überlegen und vor allem verfügbar), für stationäre Anwendungen könnte es noch denkbar sein, wobei man hier aber auch alternativ auf Gasmotor + Generator zurückgreifen kann. (siehe heutige Gaskraftwerke)
Die Frage ist eher die, ob sich die Elektrolyse von Wasser mit Überschussstrom künftig wirklich lohnen kann, danach sieht es derzeit nicht aus, selbst wenn der Strom kostenlos wäre...

_________________
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
heinros
Vielschreiber
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Angemeldet: 04.01.2007
Beiträge: 265
Wohnort: Ostalbkreis/BaWü

BeitragVerfasst am: 01.04.2007, 20:11 Nach oben

Zitat:
Denn typische Spitzenlastkraftwerke wie Gaskraftwerke werden eigentlich nur dann angefahren, wenn der Preis an der Strombörse gerade hoch genug ist


Es ist viel schlimmer. Sie werden deshalb angefahren, damit der teuerste Strom, den hohen Verbraucherpreis rechtfertigt.
Siehe hierzu die derzeitigen Ermittlungen.
Der Chef der Leipziger Strombörse hat als Profi hiervon nichts mitbekommen lach -brüll Surprised Surprised


heinros

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an 2 SMA SB 4200TL HC MS ESS, extern gekühlt
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Ausrichtung Süd-West, Azimut: 30 Grad
450m über NN
http://solarlog-home.de/heinros
superhaase
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Angemeldet: 14.11.2006
Beiträge: 999
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 03.04.2007, 08:21 Nach oben

Ich kann nur CH voll zustimmen Exclamation

Die schon seit längerem immer wiederkehrenden Märchen (um nicht zu sagen Verleumdungen) und Milchmädchenrechnungen irgendwelcher scheinbar "unabhängiger" Experten zu diesem Thema langweilen.
Ärgern zu ich mich darüber inzwischen nicht mehr.
Die Argumente sind teilweise hanebüchen oder schon zigfach widerlegt worden.
Diskussion überflüssig.
Wer sich dafür interessiert, sollte mal ein bisschen im Internet stöbern.

Übrigens: Sehr schön ist der relativ neue (aktualisierte) Artikel im Wikipedia über Photovoltaik:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fotovoltaik

ciao,
sh

_________________
10.08 kWp mit 48 Sanyo HIP210, 1 Sunways NT6000 und 1 Sunways NT5000. Flachdachgestell mit 20°. Inbetriebnahme 13.7.2006.
http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=717
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