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 Kürzt Spanien die Solarförderung? Nächstes Thema anzeigen
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Kollektor
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Angemeldet: 31.08.2005
Beiträge: 2039
Wohnort: Südliche Weinstraße

BeitragVerfasst am: 05.10.2006, 21:30 Nach oben

Kürzt Spanien die Solarförderung?
von Detlev Landmesser

Geht es nach einem aktuellen Gesetzentwurf, würde die Förderung von Solarstrom in Spanien deutlich reduziert. Das würde den spanischen Markt für deutsche Unternehmen viel unattraktiver machen.

Aufruhr an Spaniens Solarmarkt

Im Prinzip funktioniert die Solarförderung in Spanien wie in Deutschland über Einspeisevergütungen: Bislang werden spanische Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung bis 100 Kilowatt über eine Dauer von 25 Jahren mit 44 Cent pro Kilowattstunde gefördert. Nach dem aktuellen Gesetzentwurf, der dem Solarstrom-Magazin Photon vorliegt, würde die Vergütung für neue Anlagen dieser Größe auf 33,43 Cent pro Kilowattstunde sinken.

Allerdings ist das letzte Wort noch nicht gesprochen: Im September trat der zuständige Industrieminister José Montilla Aguilera zurück – nicht gerade ein Liebhaber der Branche. Es sei nicht hinnehmbar, "dass es Leute gibt, die bei den erneuerbaren Energien absahnen", hatte Aguilera seinen Gesetzentwurf verteidigt. Gut möglich, dass sein Nachfolger moderatere Töne anschlägt und einen Schritt auf die Branche zugeht.

Lobbyisten laufen Sturm
Denn auch in Spanien ist Lobbyarbeit durchaus nicht unbekannt. Im Sommer hatten die drei größten spanischen Industrieverbände für erneuerbare Energien gemeinsam gegen die Streichung eines im bisherigen Fördergesetz zugesagten Wachstumszuschlags protestiert und gewarnt, dass schon Projekte zum Stillstand gekommen seien. Andere würden annulliert. Zur aktuellen Lage klagte Gonzáles Vélez, Präsident der spanischen Industrievereinigung für erneuerbare Energien APPA, gegenüber der Fachzeitschrift Photon: "Die einzigen auf der sicheren Seite sind jene, die noch kein Geld investiert haben."

Es ist also weiterhin ein massiver Sturmlauf der Branchenvertreter gegen den Gesetzentwurf zu erwarten. Zumal das Papier gar nicht zimperlich mit den Förderfristen des bisherigen Einspeisegesetzes umgeht und diese rückwirkend kappen will, was auch verfassungsrechtlich bedenklich ist.

"Investitionen derzeit fahrlässig"
Doch dass die bisherige Regelung einschließlich der Kopplung der Solarvergütung an steigende Strompreise wieder hergestellt wird, sei sehr unwahrscheinlich, meint Ralf Gellings, Spanien-Korrespondent von Photon.

Was natürlich auch die deutschen Solarfirmen betrifft, die gerne mit den Perspektiven auf dem spanischen Markt werben. "Wer gerade in Spanien eine Solaranlage plant und nicht ans Netz kommt, bevor die Regierung ihr neues oder modifiziertes Einspeisegesetz präsentiert, weiß nicht, mit welchen Tarifen und Fristen er kalkulieren kann. Neuinvestitionen in Spanien sind derzeit grob fahrlässig", folgert der Experte.

Förderung in Spanien bereits jetzt gedeckelt
Ohnehin ist der spanische Solarmarkt bei weitem nicht so groß, wie man denken mag: Bereits nach dem geltenden Recht ist die Förderung von Solarstrom in Spanien gedeckelt und umfasst nur einen Bruchteil des deutschen Fördervolumens.

"Spanien fördert bis 2010 insgesamt, also kumuliert, maximal neue Solarstromanlagen mit 400 Megawatt Leistung, was durchschnittlich rund 90 Megawatt pro Jahr entspricht", erläutert Gellings. Und die spanische Konkurrenz schläft nicht: So bauen einheimische Solarunternehmen, die alle bisher stark vom Export vornehmlich nach Deutschland lebten, ihre Produktion stark aus. "Der spanische Zell- und Modulhersteller Isofoton zum Beispiel will seine Produktionskapazität bis Ende 2008 auf jährlich 200 Megawatt ausbauen", berichtet Gellings.

Damit ist der spanische Markt für die deutsche Branche deutlich weniger attraktiv, als es in manchen Hochglanzprospekten erscheinen mag. Zum Vergleich: In Deutschland wurden in den vergangenen zwei Jahren jährlich über 700 MW an zusätzlicher Leistung installiert.

Aktien merklich abgedunkelt
Die Verunsicherung in Spanien kommt zu einer Zeit, da die deutschen Solaraktien ohnehin unter Druck stehen. Nach den überschießenden Kursen vom Jahresbeginn ist seit dem Frühjahr eine Konsolidierung im Gange, die etwa das Solarworld-Papier von maximal 71 bis auf rund 40 Euro fallen ließ.

Inwiefern einzelne Unternehmen und Aktien von spanischen Problemen betroffen sein könnten, ist allerdings schwer zu ermitteln, zumal die unklare Gesetzeslage noch viele Interpretationsspielräume offen lässt.

Am Donnerstag stand vor allem das Papier von Aleo Solar mit einem Abschlag von zeitweise über zwölf Prozent unter Druck. Der Solar-Modul-Hersteller plant für dieses Jahr eine Exportquote von zehn Prozent, wovon Spanien den Löwenanteil ausmachen soll. Von "Rechtsunsicherheit" will man aber bei dem Börsenneuling nichts wissen. Die Verkäufe an die spanischen Partner liefen sehr gut, betonte ein Unternehmenssprecher. Ohnehin gehe man davon aus, dass eine Novelle des Einspeisegesetzes erst nach zwei Jahren in Kraft treten werde.


Quelle: boerse.ARD Originalartikel: http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_189646

_________________
Sonnige Grüße
Kollektor

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Verfasst am: Nach oben

Micro
Fleißiges Mitglied
Fleißiges Mitglied



Angemeldet: 02.07.2006
Beiträge: 349

BeitragVerfasst am: 06.10.2006, 19:23 Nach oben

Tja , ARD Börse hat wieder unreflektiert aus der Photon via OTS abgeschrieben.

Gerade der Herr Gellings, der kürzlich mehrseitig in der Photon International den Artikel "Kilowatt instead of Tomatos"
The demand for solarprojects in Spain is far greater than expected.
verfasst hat, sollte es eigentlich besser wissen. Gestern Hü, heute Hott?

Fast könne man meinen, es ginge hier darum Aleo zu schaden ?


Hier mal aus Solarpraxis.de eine Klarstellung zum Thema

"Solarstromförderung in Spanien läuft weiter - gegenteilige Meldungen sind falsch
Solarstromförderung in Spanien läuft weiter - gegenteilige Meldungen sind falsch
Liebe Leserinnen und Leser,

Meldungen über ein Aussetzen der spanischen Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen haben in den vergangenen Wochen für eine Verunsicherung der Märkte gesorgt. Wie unsere Recherchen ergeben haben sind diese Meldungen falsch. Lesen Sie dazu nachfolgend und anbei die Kommentierung von Markt- und Rechtsexperten aus Spanien:

Rechtsgrundlagen
Die Einspeisevergütung für Solaranlagen ist in Spanien an den staatlich geregelten Strompreis gekoppelt. Sie beträgt grundsätzlich 575% des Stromtarifes.
Bis Juni war dies ein Satz von 44 ct/kWh. Anfang Juli sollte der (allgemeine) Stromtarif angehoben werden. Damit wäre eigentlich auch eine entsprechende Erhöhung der Einspeisevergütung verbunden gewesen. In dieses System (aber nur insoweit) hat die Regierung am 23. Juni eingegriffen und die ERHÖHUNG (!) der Einspeisevergütung ausgesetzt. Daraus folgt: die Einspeisevergütung in Spanien liegt derzeit unverändert bei 44 ct. Diese Regelung ist NICHT WEGGEFALLEN. Weil derzeit viel Unsicherheit und unpräzise Kommunikation entstanden ist, halte ich es für sinnvoll, sehr präzise zu kommunizieren. Daher übersende ich anliegend die beiden entscheidenenden Dekrete:
Die entscheidenden Passagen finden sich im Dekret 7/2006 in BOE 150 auf S. 23982 im letzten Absatz (unten links mit der Nr. 2) und im Dekretgesetz 809/2006 in BOE 156, S. 24790 oben rechts, erster Absatz.

Dr. Beckmann (Kanzlei Voelker in Barcelona), 11.9.2006 (mit freundlicher Unterstützung der Aleo AG)



Stand der Rahmenbedingungen zum PV-Markt in Spanien
Medien in Deutschland haben Artikel publiziert, in denen Möglichkeiten genannt werden, dass die wirtschaftlichen Bedingungen für Investitionen in PV in Spanien aufgrund dessen nicht länger attraktiv seien.

Diese Kommentare sind überzogen. Zur Zeit werden die Richtlinien der PV-Vergütungen (Real Decreto 436/2004) überprüft, aber es ist nicht wahrscheinlich, dass dieser Prozess den PV-Markt in Spanien zum Erliegen bringt. Zur Begründung:

- Der „Plan de Energías Renovables“, genehmigt durch die derzeitige Regierung im August 2005, sieht die Installation von 400 MW bis 2010 vor. Derzeit gibt es einige wenige installierte MW, daher muss ganz klar der Markt weiterhin mit vernünftigen Tarifen gestützt werden. Es ist nicht anzunehmen, dass die Ziele des „Plan de Energías Renovables“ ausgesetzt werden


- Die spanische PV-Verband, ASIF, arbeitet aktiv (zusammen mit anderen Verbänden) und in sehr effektiver Art und Weise darauf hin, dass die Überprüfung des Real Decreto 436/2004 zu einem vernünftigen Ergebnis kommt. Das heißt, es ist zu erwarten, dass die die exzellenten Bedingungen des derzeitigen Tarifs geändert werden könnten, z.B. die Zeitspanne der Tarifzahlungen könnte reduziert werden, aber es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen so negativ sind, dass sie den Markt zum Erliegen bringen.

Es stimmt, dass das Real Decreto-Ley 7/2006 vom Juni die Möglichkeit ausschließt, auf den PV-Tarif die außerordentliche Erhöhung des mittleren Referenztarifes (TMR - Tarifa Media de Referencia) anzuwenden. Wäre diese Erhöhung auf die PV- Tarife angewendet worden, hätten sich die ohnehin guten Bedingungen für die PV- Branche noch weiter verbessert. So sind die Bedingungen nun weiterhin gut.

Es ist die Veröffentlichung der neuen Normen in einigen Monaten abzuwarten, um die neuen Rahmenbedingungen detailliert zu kennen. Diese könnten (müssen aber nicht) weniger attraktiv als die derzeitigen sein. Sicher werden sich nicht das Ende der spanischen PV Branche bedeuten.

Madrid, 21.09.2006
David Pérez
eclareon España
dpn@eclareon.com
+34 91 547 4484 "



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Swemers
Vielschreiber
Vielschreiber


Info: Solarteur
Angemeldet: 29.06.2006
Beiträge: 217

BeitragVerfasst am: 08.10.2006, 13:46 Nach oben

Hi,
zur Zeit weiss jeder was anderes zu diesem Thema, aber alle aus bester Quelle. Man fährt zur Zeit am besten nach der devise zu beachten das alle nur Politik machen. Auch die Photon hat ein Interesse daran den Deutschen markt zu stärken, und wenn sie dafür einfach mal ein wenig die Augen zumachen, und die richtigen Leute zitieren, gelingt das schon.
Aber ich denke, und habe dies hier in Spanien nun schon von vielen Seiten gehört (wie oben geschrieben, jeder hat die Beste Quelle Wink ) das es auf eine Kürzung um weniger als 10%, und eine Festsetzung der Vergütung hinausläuft.
Lohnen wird es sich dann immer noch, aber evt. wird das ein paar der "Solarpiraten" (Zitat Energias Renovables) abziehen lassen.

_________________
Mfg
Stefan Swemers
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