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 Photovoltaik: Erzeugten Strom zur Pufferspeichererhitzung? Nächstes Thema anzeigen
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Autor
Dan
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Angemeldet: 16.07.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 15:03 Nach oben

Hallo,

ich stecke noch gar nicht in der Materie, aber ich weiß dass ich demnächst vom Öl weg will (zumindest dessen Verbrauch drastisch minimieren).
(Das Objekt ist ein 3stöckiger Mehrfamilienaltbau).

Die folgenden Überlegungen basieren auf über die Jahre angesammelten Informationen. Also falls irgendetwas (oder auch mehreres) falsch ist, bitte nachjustieren. Danke. Smile

Sooo. Bei der Nutzung von Sonnenenergie unterscheidet man zwischen Photovoltaik und Solarthermie. Also Stromerzeugung über Photozellen und Wärmegewinnung über solche wasserdurchflossenen Kollektoren. Mal davon abgesehen dass ich mit der Erzeugung von Strom durch Photovoltaik und dessen Einspeisung ins öffentliche Netz nichts halte (da es nur den Strompreis der anderen Stromabnehmer in die Höhe treibt, und diese damit seine Anlage finanzieren was ich für grob unfair halte) könnte man doch den gewonnen Strom auch zur Erhitzung eines (bei mir breits vorhandenen) Pufferspeichers nutzen. Z.B. über eine Art Heizsonde, welche im sich im Pufferspeicher selbst befindet. Damit badet man doch den nichtsommerlichen Nachteil der Warmwasserkollektoren aus, welche nur Wärmeenergie bei bei direkter Sonneneinstrahlung sammeln können, während Photozellen auch bei bewölktem Himmel Strom erzeugen (ist doch so, oder?). Oder rechnet sich das nicht? Liefern die Photozellen nicht genug Strom für sowas?
Ich glaube schonmal etwas über dieses Prinzip gelesen zu haben. Ich finde aber im Moment kein Forum oder gar einen Anbieter für sowas. Daher schliesse ich nicht aus, dass ich damals irgendwas falsch verstanden habe. Aber ansich ist die Idee doch clever, oder? (wenn sie funktioniert).

Grüße, Dan
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Verfasst am: Nach oben

Kollektor
Moderator


Info: Betreiber
Angemeldet: 31.08.2005
Beiträge: 2176
Wohnort: Südliche Weinstraße

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 15:36 Nach oben

Dan hat Folgendes geschrieben:

iMal davon abgesehen dass ich mit der Erzeugung von Strom durch Photovoltaik und dessen Einspeisung ins öffentliche Netz nichts halte (da es nur den Strompreis der anderen Stromabnehmer in die Höhe treibt, und diese damit seine Anlage finanzieren was ich für grob unfair halte)...


Das EEG wurde nicht geschaffen damit Solarstromspekulanten reich werden sondern um die Alltagstauglichkeit von PV-Anlagen großflächig zu testen. Die Preise sind derzeit kaum kostendeckend.

Der Wirkungsgrad von Solarwärmeanlagen über den Umweg Photovoltaik ist viel geringer als bei thermischen Solaranlagen und der Preis viel höher. Dein Vorhaben macht absolut keinen Sinn.

_________________
Sonnige Grüße
Kollektor
Gerd L.
Stammmitglied
Stammmitglied



Angemeldet: 27.06.2006
Beiträge: 141
Wohnort: Wittlich / RLP

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 15:42 Nach oben

Hallo Dan !

Zwischen Photovoltaik und Solarthermie liegt der Unterschied nicht nur in der ganz unterschiedlichen Technik, sondern auch im Preis !
Photovolaikanlagen sind teuer. In der Regel liegt der Preis bei etwa 5000 EUR pro KWp.
Der Wirkungsgrad der Module beträgt je nach Typ nur etwa 14%.
Um ausreichend elektrische Energie zum erwärmen des Wasser zu erzeugen, muß man schon mehrere zehntausend Euro investieren.
Der Wirkungsgrad der Kollektoren für Solarthermie liegt bei ca. 95%.
Eine installierte Leistung von 1 KW kostet nur wenige hundert Euro (ohne Pufferspeicher).

Im Winter bringen beide Systeme zu wenig, da der Einstrahlwinkel zu flach und die Tage zu kurz sind.
Eine thermische Solaranlage erwärmt im Winter das Wasser aber immernoch auf etwa 30-40 Grad. Das muß man nicht mehr mit Öl oder Gas aufheizen.

Besser du schaffst dir beide Anlagen an. Mit der PV-Anlage erwirtschaftest du dir das Geld, was die thermische Solaranlage kostet.

Aber.....
Auch eine "billige" Solaranlage rechnet sich im Moment nicht.
Der Heizöl- oder Gasverbrauch zum Erwärmen des Brauchwassers ist relativ gering. Ein 4-Personenhaushalt benötigt dafür nur etwa 350l Heizöl im Jahr.


Viele Grüße
Gerd

_________________
Suntechnics 8,46 KWp
47 x STM180F (27 x 13 Grad / 125 Grad (SO) + 10 x 42 Grad / 125 Grad (SO) + 10 x flach = 0 Grad)
Wechselrichter: 2 x STW1400 + 1 x STW3600
Überwachung: Sunreader
Wechsel-Richter
Forumsinventar
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Angemeldet: 02.05.2006
Beiträge: 896
Wohnort: 97892 bei Wertheim / Main

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 18:02 Nach oben

Naja, wenn man die Heizpatrone mit DC statt mit AC betreiben würde, könnte man sich ja den Wechselrichter sparen...

Aber mal im Ernst das macht keinen Sinn. Solarstom ist letztendlich auch nicht so teuer. In der Spitzenzeit kostet 1 kWh Strom so viel ich weiss an den Strombörsen über 1 Euro, da ist 0,51 Euro ja nicht so viel...
...und wann sind die Spitzenzeiten? Mittags wenn alle kochen...
...aber die Sonne scheint.

Wenn du von AKWs wekkommen möchtest, und trotzdem mittag war essen möchtest, müssen wir uns irgendwann was anderes einfallen lassen als Gas und Öl.

Reich wird von uns sicher kaum einer (ausser den PV-Herstellern).

_________________
12,2 kWp Solarworld L-Förmiges Dach 38°
32 x SW210 Poly / 2 x SMA 3300TL (245° SW)
11 x SW210 Poly / 1 x SMA 2100TL (245° SW)
15 x SW210 Poly / 1 x Sunplug SPI 3000 (155° SO)
Bild: http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=329
Dan
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Angemeldet: 16.07.2006
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 18:57 Nach oben

Ok. Ich danke für alle Kommentare bis hier her.

Wechsel-Richter hat Folgendes geschrieben:
... müssen wir uns irgendwann was anderes einfallen lassen als Gas und Öl.
Naja, einzige Alternative ist eigentlich die Kernfusion (für Strom), Solar oder Erdwärme (für Wärme). Alles organische ist nicht das Wahre, weil es zu lange braucht um nachzuwachsen wenn alle auf organische Energiequellen angewiesen sind (Öl, Gas, Holz, ...).
Die Kernspaltung wird irgendwann am Uranmangel scheitern (den Müll lassen wir mal aussen vor, so schlimm er auch ist).
Das überall gelobte Wasserstoff ist auch eine Luftnummer, was sich scheinbar nun auch einige Wissenschaftler zu sagen trauen. Es taugt eventuell mal irgendwann als kurzzeitiger Energiespeicher, aber haben wir noch einies zu forschen um das instabile Zeug günstig herzustellen und zu transportieren. Das einzige was wir hier auf der Erde kostenlos geliefert bekommen ist ja nun nur die Sonnenenergie. Man müßte sie halt nur (langfristig) vernünftig speichern/umwandeln/transportieren können.

Wechsel-Richter hat Folgendes geschrieben:
Reich wird von uns sicher kaum einer (ausser den PV-Herstellern).
Nein, das nicht. Dennoch werden die Kosten imho auf alle Energiekonsumenten abgewälzt die nicht einspeisen.

Ich für meinen Teil wäre schon froh, wenn ich beim Thema "Heizen" auf Öl verzichten könnte. Den Strompreisen kann man mit Energiesparen beikommen. Beim Heizen bin ich da empfindlicher. Smile
Wechsel-Richter
Forumsinventar
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Angemeldet: 02.05.2006
Beiträge: 896
Wohnort: 97892 bei Wertheim / Main

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 20:27 Nach oben

Ach ja, und noch was...
...ich kenne die genauen Daten nicht, aber Stom aus Steinkohle wird? / wurde? letztendlich noch höher subventioniert als PV-Strom.

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fadeka
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Angemeldet: 11.09.2005
Beiträge: 201
Wohnort: 94110 Wegscheid

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 20:40 Nach oben

Hallo Dan

Wenn ich dich recht verstanden habe möchtest du ja deinen 3-Familien-Altbau heizen und Wasser erwärmen.
Du willst vom Öl weg hast aber eine abneigung gegen PV-Strom.

Dann brauchst du ein Blockheizkraftwerk.

Das kannst du mit Pflanzenöl betreiben. Die Abwärme heizt dir das Haus und den Strom kannst du an dein EVU verkaufen. Von dem Erlös kauft du du dir das benötigte Planzenöl. Du bekommst für den Strom zwar weniger als du für den bezogenen bezahlst. Aber dafür brauchst du dir keine Sorgen zu machen das du den Strom für den Nachbarn verteuerst.

Gruss
Franz

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Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher (Voltaire 1694-1778)
cephalotus
Moderator



Angemeldet: 06.04.2006
Beiträge: 1185
Wohnort: Niederbayern (PV-Anlage)

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 21:00 Nach oben

Das Problem in unserem Klima ist, dass man die Energie zum Heizen (in welcher Form auch immer) über mehrere Monate speichern müsste, das funktioniert weder über herkömmliche Warmwasserspeicher (man braucht dazu gigantische Speichertanks und spezielle extremst energiesparende Häuser) und schon gleich garnicht über Akkumulatoren.

Bliebe derzeit Elektrolyse und das speichern in Form von Wasserstoff, die Technik ist derzeit aber für den Heimanwender noch zu wartungsintensiv und wesentlich zu teuer.

Kurz und gut, Heizen mit Sonnenenergie im Winter ist derzeit in unseren Breiten nur mit immesen Kosten, sowie sehr viel Aufwand und Know How möglich. Nullenergiehäuser sind möglich und wurden auch schon gebaut, das kostet aber sehr viel.

Was aber gut funktioniert ist die Verminderung eines Teils des privaten Ölverbrauchs über eine thermische Solaranlage (sowie bessere Isolierung, sparsameres Auto, sinnvolleres Lüften, usw...), sowie die Deckung des eigenen Strombedarfs bis hin zum Produzieren von Strom über den eigenen Bedarf hinaus.

In thermischen Kraftwerken liegt der Wirkungsgrad bei ca. 40%, d.h. jede eingespeiste kWh Strom substitiuiert in diesem Fall 2,5kWh Primärenergie, falls dieser Strom aus einem thermischen Kraftwerk käme.

Solange heute der Anteil an regenerativen Energien noch so klein ist, dass es zu keiner Zeit auch nur annäherend zu einer Bedarfsdeckung kommt ist fast immer die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Lösung, die eigene Überprodukten einfach an den Nachbarn abzugeben.
Am einfachsten funktioniert das eben beim Strom über die Einspesiung ins Netz.

Ob man jetzt 1l Strom im eigenen Keller spart oder 1l Strom in nächsten Kraftwerk ist nämlich für den Gesamtölverbrauch völlig egal.

Strom ist die hochwertigste Form der Energie, die wir kennen und Niedertemperaturwärme die niedrigste, da ist es eigentlich der pure Irrsinn, die am kompliziertesten und teuersten herzustellenden Energie (und dann auch nochmal deutlich teurer aus PV) sprichwörtlich zu verheizen.

Das gute ökologishce Gewissen muss man noch nicht mal extrem teuer bezahlen, bei den aktuellen Preisen ist zumindest eine schwarze Null drin, wenn man einen guten Standort hat.
Dass das EEG dem Stromkunden derzeit 0,5cent/kWh kostet hat noch den Dopplenutzen, dass die leute vielleicht etwas sorgfältiger mit Energie umzugehen lernen.

Die Gemeinschaft zahlt auch für die Umweltschäden (teilweise mit der eigenen Gesundheit oder gar dem eigenen Leben), da sollte sie für das Vermeiden von Umweltschäden eigentlich auch zu zahlen bereit sein...

mfg

_________________
24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp
Luke
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Angemeldet: 25.11.2005
Beiträge: 1866

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 21:28 Nach oben

...ich war am Wochenende im wunderschönen deutsch-französischem Grenzgebiet des
Pfälzerwaldes wandern und hab' dabei (per Auto Embarassed ) 'nen kurzen Abstecher nach Fischbach in's Biosphärenhaus gemacht...
...in der Ausstellung wurde u.a. das Funktionsprinzip der Photovoltaik
per Funktions-Modell für Netzeinspeisung, Insel- und Pumpenbetrieb dargestellt...

...zum Thema alternative Heiz-Energie und deren Speicherung im Wassertank siehe hier

...btw...ein Besuch im Biosphärenhaus lohnt sich...
...schon wegen des Baumwipfelpfades... Cool

respectfully

Luke
Kollektor
Moderator


Info: Betreiber
Angemeldet: 31.08.2005
Beiträge: 2176
Wohnort: Südliche Weinstraße

BeitragVerfasst am: 16.07.2006, 22:30 Nach oben

Hallo Luke,

wenn Du mal wieder in unserer Gegend bist, lass es mich vorher wissen Smile

_________________
Sonnige Grüße
Kollektor
Luke
Forumsinventar
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Angemeldet: 25.11.2005
Beiträge: 1866

BeitragVerfasst am: 17.07.2006, 07:22 Nach oben

Hallo Kollektor,

...danke für den Hinweis...
...sehr gerne...
...was mir durch den Kopf ging...
...das Biosphärenhaus, mit seinen großzügigen Möglichkeiten
Seminare und Veranstaltungen unterschiedlichster Art abzuhalten,
wäre IMHO sicher auch ein geeigneter Ort für ein Forumstreffen
Deutschlands bedeutenster privater PV-Community... Wink

respectfully

Luke
Kollektor
Moderator


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Angemeldet: 31.08.2005
Beiträge: 2176
Wohnort: Südliche Weinstraße

BeitragVerfasst am: 17.07.2006, 22:16 Nach oben

Natürlich wäre das Biosphärenhaus gut geeignet für ein Forumstreffen, auch die Übernachtungspreise in der Gegend sind günstig.

Was fehlt, wäre ein Sponsor wie SMA beim letzten Treffen. Aus dieser Sicht wäre ein Modulhersteller für das nächste Treffen ideal.

Falls jedoch die Mehrheit sich für Deinen Vorschlag entscheidet, bin ich gerne bereit die Organisation zu übernehmen Very Happy

_________________
Sonnige Grüße
Kollektor
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