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 Atomsuppe "Der allergrößte Fehler", zum Nachdenken Nächstes Thema anzeigen
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FürDieZukunft
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Angemeldet: 05.04.2007
Beiträge: 1223
Wohnort: Südpfalz

BeitragVerfasst am: 18.01.2008, 15:39 Nach oben

Stand heute in der Zeitung, wenn das Bild nicht lesbar ist, bitte PN mit eMail an mich, sende es gerne zu.
Entsorgungskosten von 1 Mrd EUR auf 2,6 Mrd EUR gestiegen.
FDP, SPD und Grüne sind einer Meinung

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FürDieZukunft
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Angemeldet: 05.04.2007
Beiträge: 1223
Wohnort: Südpfalz

BeitragVerfasst am: 18.01.2008, 15:40 Nach oben

Hier noch mal der Text, ist besser lesbar

„Der allergrößte Fehler"
Die Entsorgung der Karlsruher „Atomsuppe" wird immer teurer und der Steuerzahler muss bluten

Die hochradioaktive „Atomsuppe" im ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe macht immer mehr Probleme. Mehrere hundert Kilogramm Uran und Plutonium sollen endlagergerecht verglast werden. Der Zeitplan verschiebt sich um zwei Jahre und die Kosten steigen und steigen.

Von unserem Mitarbeiter

Meinrad Heck

Der Stahltank trägt die Nummer 81.21. Das riesige Gefäß hinter zwei Meter dickem Stahlbeton ist ein derzeit ungenutzter Reservebehälter für flüssige atomare Abfälle. Als die Betreiber der stillgelegten Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK) den Tank unlängst mit einer ferngesteuerten Videokamera inspizierten, waren sie ein wenig schlauer. Wieder hatten sie schlechte Nachrichten für das Bundesforschungsministerium. Die radioaktiven Rückstände an den Stahlwänden sorgen für Kopfzerbrechen. Für den bevorstehenden Verglasungsprozess waren 100 Kilogramm radioaktive Feststoffe einkalkuliert, nach der Video-Inspektion meldete die WAK, dass sich eine „deutliche Mengenerhöhung des noch vorhandenen Feststoffes nicht ausschließen" lässt. Wie viel und wie teuer das werden, ist offen.

60.000 Liter „High Active Waste Cincentrate" (HAWC) lagern im heutigen Forschungszentrum Karlsruhe. Hinter jenen zwei Meter dicken Stahlbetonwänden, pausenlos überwacht. Eine Atomsuppe, die vornehme als „wärmeentwickelnder Abfall" bezeichnet wird und ständig auf 30 Grad Celsius herunter gekühlt werden muss. Hochradioaktiver Abfall aus einer Zeit, als die Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe ein Pilotprojekt für die gleichnamige Anlage in Wackersdorf gewesen war. Nach dem politischen Aus für Wackersdorf im Jahr 1990 folgte wenig später die Stilllegung der WAK im Karlsruher Norden.

Die Anlage soll zu einer grünen Wiese rückgebaut werden. Jene 60.000 Liter Salpetersäure, in der mindestens 504 Kilogramm Uran und 16,5 Kilogramm Plutonium enthalten sind, werden mit einem in Karlsruhe entwickelten Schmelzofen „endlagergerecht" verglast. Das sollte 1990 umgerechnet noch knapp eine Milliarde Euro kosten. Jetzt nennt die WAK mindestens 2,17 Milliarden, eine Kostenexplosion um weitere 239 Millionen Euro. Inklusive einer Endlagerung müssen Industrie, Bund und Land mindestens 2,631 Milliarden Euro aufbringen.

Immer wieder neue Termine

Diese neuen Zahlen liegen seit Ende 2007 vor. Sie basieren ausdrücklich auf dem „Preisstand 2007". Der Bundesrechnungshof hatte 2006 Druck gemacht und vorangegangenen Kalkulationen als „Blankoscheck" kritisiert. Mit dem Blankoscheck war die Atomwirtschaft gemeint. Denn der Beitrag, den die Industrie für die horrenden Entsorgungskosten zu leisten hat, war auf seinerzeit eine Milliarde Mark (511 Millionen Euro) begrenzt worden. Wenn es teuerer wird, zahlen Bund und Land.

Herzstück der Anlage ist komplizierter Prototyp. Ein Ofen, in dem die Atomsuppe bei 1200 Grad in Glaskokillen eingeschmolzen wird. 130 sollten es ursprünglich werden, anderthalb Jahre sollte die eigens dafür errichtete Verglasungseinrichtung arbeiten. Auch dieser Zeitplan ist längst Makulatur. Es werden neuen Zahlen zufolge „mindestens" zwei Jahre sein. Weil der Prototyp von Behörden peinlich genau unter die Lupe genommen wird, brauchen die Gutacher mehr Zeit. 2007 sollte mit dem so genannten „heißen Betrieb" begonnen werden. Gegenüber dem Forschungsministerium nennt die WAK als neuen Termin den Januar 2009.

Das Land Baden-Württemberg hatte seinen Anteil auf ursprünglich knapp 39 Millionen Euro geschätzt. Es werden vermutlich mehr als 80 Millionen werden. Diese Zahl sei „nicht ganz aus der Welt", erklärte der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP.) gegenüber dem SWR. „Eine einzige Katastrophe, ein Flop, der da gemacht worden ist", schimpfte Pfister. Es sei „der allergrößte Fehler" gewesen, die Kosten für die Industrie zu deckeln. Ausnahmsweise wissen sich Grüne und SPD mit dem Minister einig. „Ein Fass ohne Boden" und ein „Paradebeispiel für die Mär, Atomkraft sei billig", schimpfte der Sprecher der Landtagsgrünen Franz Untersteller. Heftige Kritik kommt auch von den Sozialdemokraten im Stuttgarter Landtag. Der Karlsruher SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Jung erklärte: „Während die Kernkraftwerksbetreiber Milliardengewinne einfahren, zahlt der Steuerzahler für ihre Altlasten". Und das kann dauern. Die geplante grüne Wiese im Karlsruher Norden wird es nicht vor dem Jahr 2023 geben.

SCHLICR

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene
Ausgabe: Nr.15
Datum: Freitag, den 18. Januar 2008
Seite: Nr.14
"Deep-Link"-Referenznummer: '3110869'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper
Wiese
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:13 Nach oben

EDIT

Peter

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Zuletzt bearbeitet von Wiese am 20.01.2008, 00:03, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:28 Nach oben

Mensch Peter,
so eine Art Privatfehde? Rolling Eyes
Das hast du doch gar nicht nötig.

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Eberhard
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:32 Nach oben

Lass bitte solche Fragen Peter, heißt doch in der Überschrift "Zum Nachdenken".
Gruß Eberhard

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meine Anlage http://www.ebi-mueller.de
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http://www.sonnenertrag.eu/detail.php?pk=253
Wiese
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BeitragVerfasst am: 19.01.2008, 23:53 Nach oben

Eure Kritik in Ehren, aber ich hab ja darüber nachgedacht.

Ich kenne das Problem ja schon lange, schließlich ist die Anlage nur 5 km von mir entfernt. Mich würde wirklich interessieren, wie Kernkraftbeführworter mit solchen Tatsachen umgehen. Vor kurzem habe ich gelesen, dass die Entsorgung eines Atomkraftwerkes 5,5 Milliarden Euro kosten wird. Wenn diese Schätzungen so genau sind wie bei der Anlage in Karlsruhe, könnte das auch noch das Vierfache werden. Was kommt da auf unsere Kinder und Enkel noch zu, wenn die Rücklagen der Kraftwerksbetreiber nicht ausreichen.


Peter

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