Spannungsbereich Fronius IG TL - Idee dahinter?

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Spannungsbereich Fronius IG TL - Idee dahinter?

Beitragvon Weidemann » 13.02.2011, 17:32

Hallo,
Ich verstehe nicht, wieso die kleinen trafolosen WR diesen merkwürdigen MPP-Spannungsbereich von 350 bis 700V haben.

Mit welchen Module kann man denn den 5.0 überhaupt betreiben? Mit Polykristallinen anscheinend überhaupt nicht, laut Auslegungstool (von einer totalen Überdimensionierung mal abgesehen...), und auch mit China-Monos wirds sehr schwierig...
oder darf man die Spannungsuntergrenze deutlich unterschreiten?

Was ist die Idee hinter diesem Spannungsbereich? Ist das so gedacht, dass man sich für einen WR entscheidet und dann die einzig passende Modulanzahl aufs Dach legt?
Wirklich schade, denn gerade in der 3kW-Klasse fehlen flexible Geräte mit hohem Wirkungagrad!
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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Re: Spannungsbereich Fronius IG TL - Idee dahinter?

Beitragvon pv-buero » 22.02.2011, 08:43

Hallo Weidemann,

Was ist die Idee hinter diesem Spannungsbereich?


um in ein Wechselspannungsnetz mit einer Nominalspannung von 230V einspeisen zu können benötigt man eine Gleichspannung von mindestens 230V* Wurzel(2) = 325,3V (siehe hier). Kalkuliert man noch etwas Regelreserve und einen kleinen Spannungsabfall an der AC-Drossel des Wechselrichters kommt man auf eine minimale Generatorspannung von 350V.
Ich habe in meinem Blog mal ausführlich über trafolose Wechselrichter geschrieben. Vielleicht ist das interessant für Dich.
Der Vorteil dieser Wechselrichter, die nur eine einzige Wandlung durchführen (Gleichspannung/Wechselspannung) liegt einzig im guten Wirkungsgrad. Geräte die bereits bei einer Gleichspannung von z.B. 150 V anfangen zu arbeiten haben immer zwei Wandler an Bord. Einen DC/DC Wandler der aus einer variablen Eingangsgleichspannung eine konstante Zwischenkreisspannung von ca. 400V macht und eine Endstufe, die dann "wechselrichtet". Die größere Flexibilität bei der Spannung kostet natürlich etwas Wirkungsgrad.

Die obere Spannung der Wechselrichter bei 700V ist durch die maximale Spannungsbelastbarkeit der Eingangselkos und die maximale Sperrspannung der eingesetzten IGBTs (Leistungsschalter) begründet. Geht man zu höheren Spannungen werden die Verluste an den Schaltern wieder etwas größer. Man sucht hier deshalb immer einen Kompromiss zwischen Flexibilität und Wirkungsgrad.

Ich gebe Dir allerdings vollkommen Recht, dass die Geräte mit Modulen mit 72 Stck. 5" Zellen wesentlich einfacher zu beschalten waren als mit den 6" Zellern...

oder darf man die Spannungsuntergrenze deutlich unterschreiten?

Nein. Was dann passiert kannst Du hier lesen...

Gruß pvbuero
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Re: Spannungsbereich Fronius IG TL - Idee dahinter?

Beitragvon Weidemann » 22.02.2011, 21:29

Vielen dank für die schöne Erklärung! :danke:

Also bedeutet das: ein trafoloser WR mit einem Spannungsbereich von 350V bis 700V ist relativ einfach mit einem sehr hohen Wirkungagrad zu bauen, und das hat Fronius getan. Das erkauft man sich allerdings damit, dass man für viele Module keine sinnvolle Verschaltung findet. Aber wenn der WR wirklich passt, dann läuft er sehr ertragreich.

Naja, vielleicht erweitern sie ja den Spannungsbereich irgendwann mal in Richtung 1000V, dann wäre das Auslegungsproblem gelöst... denn so wie es jetzt aussieht, kann man die Fronius-TL-Serie nur als Ergänzung zu anderen WR-Marken verwenden, das ist schon ein großes Hindernis bei der Vermarktung.
sonnige Grüße,
-Weidemann-
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