länderspezifische Themen für Frankreich
Moderator: Mod-Team
von suntha » 15.07.2010, 13:52
Hallo,
hat jemand schon die Garantie Decennale beantragt oder erhalten?
Was sind eure Erfahrungen bzgl. Prozessdauer (ich höre immer öfter grausige Zahlen von 1 bis 1,5 Jahren...), Anforderungen damit ein Unternehmen Sie erhält
Wir arbeiten mit einem Versicherungsvermittler zusammen, haben französisch Vertragsvorlagen für GU Projekte und CSTB Zertifikate für unsere eingesetzten Systeme (Solrif und ITS) erhalten wir lt. Hersteller in den nächsten Monaten
da die projektentwicklung über 9 Monate dauert in FR müssen wir jetzt anfangen und haben bereits einige Dachnutzungsrechte gesichert, ich mache mir aber Sorgen das wir durch diese versicherung erst 2012 mit den Projekten anfangen können (da diese vor Baubeginn vorgelegt werden muss).
Wenn jemand gute Kontakte zu Versicherern hat bitte per PN an mich. Sonst interessieren mich alle Infos zu diesem Thema.
Grüße
Suntha
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von Ruju » 01.10.2010, 15:14
Hallo Suntha,
wir sind gerade dabei uns in Frankreich (82000 Montauban)als Solarteure (1-250 KWp) niederzulassen und nehmen ebenfalls derzeit am administratifen Hürdenlauf (Geduldigsein ist alles) der "décennale Versicherung" teil.
Vor Unterbreitung eines Angebots setzten Versicherungsanbieter (direkt oder Vermittler/Courtiers) voraus, dass bereits eine Firmenanschrift (Siret/Sirennummer) in Frankreich besteht. Das heißt die französische Firma muß erst gegründet sein, sonst wird das Antragsverfahren vorübergehend ausgesetzt. Vorbereitende Arbeiten wie Projektbeschreibung, Auflistung des verwendeten Materials, Einreichen von Referenzen können aber schon im Vorfeld getätigt werden.
Zu Beachten gilt, dass von den Versicherungen eine französische Cstb-Zertifizierung auf verwendetes und aufgelistetes Material verlangt wird, die bisher nur eine handvoll - mit Ausnahme von Schücco- meist französischen Firmen erhalten hat. Alle nahmhaften Hersteller haben jedoch bereits Anträge zur Zertifizierung ihrer Module/Wechselrichter eingereicht und warten nun auf eine Zertifizierung. Die Versicherungen geben sich in der Regel auch mit Nachweisen auf Antragsstellung, welche die Hersteller auf Anfrage senden, zufrieden. Den Versicherern verlangen ebenfalls einen Qualifikationsnachweis in Form eines "QualiPV (Qualibat, Qualielec) Zertifikats und beglaubigte Übersetzungen aller Qualifikationsrelevanten Dokumente falls diese nur in deutscher Sprache vorhanden sind (Meisterbriefe, Ingenieurdiplome, Gesellenbriefe, Nachweis über Unternehmertätigkeit in der Photovoltaik in Deutschland usw.). Der QualiPV ist eine Fortbildung welche von diversen französischen Institutionen angeboten wird (1000 - 1500 Euro) angeboten wird und eine Woche in Anspruch nimmt . Dabei werden die Grundregeln der Photovoltaik-Installation in Frankreich vermittelt und bei abschliessenden Tests geprüft. Wir haben unsere Prüfung in Colmar abgelegt da dies von Deutschland aus geografisch am nächstgelegensten war.
Versicherungsvermittlungsbüros zeigen sich in der Regel interessierter auf Anfragen als die Versicherungsgesellschaften selbst. AXA und SMA BTP akzeptieren Solarteure zu versichern. Viele andere bieten keine Policen für diese Sparte an, da in Frankreich viele Versicherungsfälle augetreten sind aufgrund mangelder Erfahrung in diesem Bereich von Seiten neugegründeter Betriebe. Wer bereits Erfahrungen im Solarteur-Bereich in Deutschland nachweisen kann und auch dort schon versichert war wird aber - bei ausreichenden Sprachkenntnissen - auf weniger Probleme stossen. 1 bis 1,5 Jahre halte ich bei erfüllten Voraussetzungen und erbrachten Nachweisen für überzogen - die Versicherungen wollen ja auch Geld verdienen.
Hoffe ich konnte Dir einige nützliche Infos geben
mfG Ruju
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von Ruju » 01.10.2010, 15:15
Hallo Suntha,
wir sind gerade dabei uns in Frankreich (82000 Montauban)als Solarteure (1-250 KWp) niederzulassen und nehmen ebenfalls derzeit am administratifen Hürdenlauf (Geduldigsein ist alles) der "décennale Versicherung" teil.
Vor Unterbreitung eines Angebots setzten Versicherungsanbieter (direkt oder Vermittler/Courtiers) voraus, dass bereits eine Firmenanschrift (Siret/Sirennummer) in Frankreich besteht. Das heißt die französische Firma muß erst gegründet sein, sonst wird das Antragsverfahren vorübergehend ausgesetzt. Vorbereitende Arbeiten wie Projektbeschreibung, Auflistung des verwendeten Materials, Einreichen von Referenzen können aber schon im Vorfeld getätigt werden.
Zu Beachten gilt, dass von den Versicherungen eine französische Cstb-Zertifizierung auf verwendetes und aufgelistetes Material verlangt wird, die bisher nur eine handvoll - mit Ausnahme von Schücco- meist französischen Firmen erhalten hat. Alle nahmhaften Hersteller haben jedoch bereits Anträge zur Zertifizierung ihrer Module/Wechselrichter eingereicht und warten nun auf eine Zertifizierung. Die Versicherungen geben sich in der Regel auch mit Nachweisen auf Antragsstellung, welche die Hersteller auf Anfrage senden, zufrieden. Den Versicherern verlangen ebenfalls einen Qualifikationsnachweis in Form eines "QualiPV (Qualibat, Qualielec) Zertifikats und beglaubigte Übersetzungen aller Qualifikationsrelevanten Dokumente falls diese nur in deutscher Sprache vorhanden sind (Meisterbriefe, Ingenieurdiplome, Gesellenbriefe, Nachweis über Unternehmertätigkeit in der Photovoltaik in Deutschland usw.). Der QualiPV ist eine Fortbildung welche von diversen französischen Institutionen angeboten wird (1000 - 1500 Euro) angeboten wird und eine Woche in Anspruch nimmt . Dabei werden die Grundregeln der Photovoltaik-Installation in Frankreich vermittelt und bei abschliessenden Tests geprüft. Wir haben unsere Prüfung in Colmar abgelegt da dies von Deutschland aus geografisch am nächstgelegensten war.
Versicherungsvermittlungsbüros zeigen sich in der Regel interessierter auf Anfragen als die Versicherungsgesellschaften selbst. AXA und SMA BTP akzeptieren Solarteure zu versichern. Viele andere bieten keine Policen für diese Sparte an, da in Frankreich viele Versicherungsfälle augetreten sind aufgrund mangelder Erfahrung in diesem Bereich von Seiten neugegründeter Betriebe. Wer bereits Erfahrungen im Solarteur-Bereich in Deutschland nachweisen kann und auch dort schon versichert war wird aber - bei ausreichenden Sprachkenntnissen - auf weniger Probleme stossen. 1 bis 1,5 Jahre halte ich bei erfüllten Voraussetzungen und erbrachten Nachweisen für überzogen - die Versicherungen wollen ja auch Geld verdienen.
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von Ruju » 01.10.2010, 15:15
Hallo Suntha,
wir sind gerade dabei uns in Frankreich (82000 Montauban)als Solarteure (1-250 KWp) niederzulassen und nehmen ebenfalls derzeit am administratifen Hürdenlauf (Geduldigsein ist alles) der "décennale Versicherung" teil.
Vor Unterbreitung eines Angebots setzten Versicherungsanbieter (direkt oder Vermittler/Courtiers) voraus, dass bereits eine Firmenanschrift (Siret/Sirennummer) in Frankreich besteht. Das heißt die französische Firma muß erst gegründet sein, sonst wird das Antragsverfahren vorübergehend ausgesetzt. Vorbereitende Arbeiten wie Projektbeschreibung, Auflistung des verwendeten Materials, Einreichen von Referenzen können aber schon im Vorfeld getätigt werden.
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von kolo » 01.10.2010, 15:55
ich denke alles EURO PA alles wie vorher?
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von suntha » 01.10.2010, 15:55
Vielen Dank für deine Erfahrungen. Bei uns verhält es sich etwas anders da wir die Installation nicht selbst ausführen, sondern immer über franz. Subunternehmer, dadurch konnten wir auch schon einige Anlagen errichten (lassen) und benötigen vorerst kein QualiPV. (Viel spaß wenn ihr eure erste PTF stellt  ) Aus Marketing gründen wäre es aber trotzdem interesant. Die Decenale Versicherung wird aber von einigen Kunden auch bei GU Verträgen verlangt. Inzwischen sind wir aber schon weiter da wir endlich auch die SIRET/SIREN Nummer haben, also der gründungsprozess fertig ist. Probleme gibt es mit dem Material, das weiß ich aber nur aus Insider berichten, bei Solrif als Integrationssystem dauert es länger (oder so lange wie ich angegeben hatte), wir sind daher auch ein anderes System umgesprungen, das die CSTB auch schon hat. Ich denke abe bis Anfang nächsten Jahres ist die Sache durch. Ich bin der einzige deutsche hier im Büro, mit der Sprache gibt es also kein Problem.
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