Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon Fallschirmjaeger » 26.01.2012, 09:44

Servus,

ich habe "umgeschuldet" und konnte meine Finanzierung so aufstellen, dass ich bei minimal höheren Ratenzahlungen (10,- Euro/Monat und monatlicher Zahlung statt bisher quartalsweise bei KfW) ca. vier Jahre früher mit dem abbezahlen fertig bin :lol: .

Die vielen Tipps und Tricks aus dem forum waren bares Geld wert :danke: ; ich kann nur jedem/jeder raten, sich selbst schlau zu machen!

Hawidere
Viele Grüße und allzeit viel Sonne auf den Platten,
fallschirmjaeger

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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon Steffnix » 27.01.2012, 09:00

Steffnix hat geschrieben:Für mich ist die Diskussion vollkommen unlogisch! Wenn man sparen will, dann doch bitte richtig. Diese erhoffte Lösung bringt doch nur Kleingeld. Also wenn man schon den total unpassenden KfW Kredit gewählt hat, dann doch bitte den einzigen wirklichen Vorteil nutzen, den der hat. Die Sondertilgung. Die Sonne brannte in den letzten Jahren viel mehr, als alle Prognosen es voraussahen, zudem ist ja auch eine Restschuld von ca. 40 TEUR nicht grade knapp kalkuliert. (Bei mir zwischen 15% und ... mehr im Schnitt)


Ich gebe dir voll und ganz recht, wenn du den Effekt von Sondertilgungen ansprichst. Bei einer Umschuldung sollte man jedoch bei niedrigen Zinsen versuchen (im Rahmen der Möglichkeiten), die Tilgung heraufzusetzen. So tilge ich bei einem Annuitätendarlehen Monat für Monat mehr und zahle weniger Zinsen. Hier greift der Zinseszins-Effekt sozusagen monatlich. Und wer hindert dich daran bei dem neuen Darlehnsvertrag ebenfalls Sondertilgungsmöglichkeiten auszuhandeln? :)

Meist wirst du bei hohen Tilgungsraten zum "Volltilger", d.h. du tilgst das komplette Darlehen während der Zinsbindung. Eine Restschuld ist dann nicht mehr vorhanden.

PV-Berlin hat geschrieben:Im übrigen rechnen Banken mit Deckungsbeitrag und nicht in % (Zinssatz) denn leider müssen auch sie selbst sich das Geld leihen oder zumindest bezahlen (Aktionäre, Eigentümer usw.) Selbst die Apo Bank bekommt ihr hartes EK nicht für lau.


Ich rechne aber in %, da mir ein "Deckungsbeitrag" nicht weiter hilft. Beim Bäcker mache ich mir doch auch keine Gedanken, wieviel Kostenarten der Bäcker bei seinem Brötchen hat und kaufe aus Mitleid dann das etwas teurere Brötchen (höchstens wenn es mir besser schmeckt). Der Bäcker bietet mir das Brötchen für einen bestimmten Preis an, und ich entscheide, ob ich das Angebot annehme. Wenn ich jedes Angebot einer Bank hinterfragen würde, käme ich zu Nichts. Dafür ist die Bank nach meinem Dafürhalten eigenverantwortlich; es sitzen dort die Entscheidungsträger, die dafür bezahlt werden; das ist ihr Job. Ich weiß nicht, was das Gejammere soll.

Ich bekomme mein hartes EK auch nicht für lau! :cry:

Steffnix hat geschrieben:Die Tipps von KPR sind sehr gut! Bitte Kredite immer bis Null rechnen in einer Excel Tabelle. Das hat auch den unschlagbaren Vorteil, das man sich unten Summen bilden kann. Dies erleichtert ungemein das Nachdenken über die Höhe des Tilgungsanteil und damit die Gesamtlaufzeit. (Methusalem Kredite)


Vollkommen richtig! (s.o.)

Steffnix hat geschrieben:2,2% bei 5 Jahren bei unter 100 TEUR? Ohne sonstige Kosten? Halte ich schlicht für unwahrscheinlich für den normalen privaten Bankkunden. Für einen Deckungsbeitrag von ca. 400,- € (aktuell mit den Zahlen dieses Beispiel gerechnet) soll sich ein hochqualifizierter Mitarbeiter wie lange auf die Hinterbeine stellen? Auch da liegt kpr vollkommen richtig, man muss beim Verhandeln die Position einer Bank zumindest ungefähr kennen, um sich nicht unglaubwürdig zu machen und um am Tisch (Pokern) sitzen bleiben zu können.

Und ich bitte auch zu bedenken, wie ungleich schwieriger es wäre, sich die Mittel über Verwandte und Bekannte zusammen zu kratzen und was die so haben wollen.


Das Zauberwort heißt "verhandeln"! Das ist aber mit Aktivität gleich Tätigwerden verbunden.

Ein Verwandtschaftskredit ist doch gar nicht so verkehrt. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich informieren. Hierfür gibt es auch formale Anforderungen, die es zu erfüllen gilt. Bei mir passt es leider nicht (habe keinen so vermögenden Verwandten, der mir Geld leiht). Hätte ich den, würde ich es versuchen.

Viele Grüße
Steffnix
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon kpr » 27.01.2012, 10:25

Ich weiss gar nicht wer hier jammert.
Wenn ich erfolgreich verhandeln will, muss ich die Position des Verhandlungspartners kennen. Je mehr ich über ihn weiß - desto besser meine Position. Wenn ich weiss, dass er über Deckungsbeitrag rechnet.. kann ich mir ausrechnen, wann er aussteigen muss. Absurde Verhandlungspositionen baut man nicht auf; die wird man nie halten können.
Man kann das sicherlich Tun...aber im aktuellen Gespräch fliegt man raus, und beim nächsten Mal bekommt man gar kein Gespräch mehr. Das ist kein Problem, wenn man nur einmal im Leben was finanziert. Wenn Du hingegen einmal die Woche irgendwelche Geschäfte tätigst (und tätigen musst), dann kannst Du Dir halt nicht nacheinander die Kontakte verbrennen.

Du widersprichst Dir da auch ein wenig selbst; oder hast ein exclusives Verständnis von "Verhandeln":
Auf der einen Seite bietet jemand einen preis - und der andere sagt ja oder nein; das ist ja wohl kein verhandeln.

2,2%.. heute.. auf 5 Jahre... das wäre ein marge von 0,5. Mal aus der Erfahrung: Wenn Du im Bereich vorzüglichster Bonität liegst.. im Bereich der oberen 3% der deutschen Wirtschaft, dann ist das bei 7-stelligen Volumen sicherlich machbar, wenn
a) Du entweder als Platin-Kunde geführt wirst
b) Die Bank unbedingt einen Neukunden gewinnen will.
c) Der Darlehensnehmer eine Person ist, die den Interessen des Hauses in besonderer Weise förderlich ist, und dieser Vorteil in der Kondition vergütet wird.
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon Steffnix » 27.01.2012, 11:20

kpr hat geschrieben:Wenn ich weiss, dass er über Deckungsbeitrag rechnet.. kann ich mir ausrechnen, wann er aussteigen muss.

Und den sagt der Banker mir :?: :shock:
Wie komme ich an diese Info. Ich muss mich ihm gegenüber "nackelig" machen, und ich erfahre von meinem Gegenüber nichts. :twisted:

kpr hat geschrieben:Du widersprichst Dir da auch ein wenig selbst; oder hast ein exclusives Verständnis von "Verhandeln":
Auf der einen Seite bietet jemand einen preis - und der andere sagt ja oder nein; das ist ja wohl kein verhandeln.

Ich habe auch nicht behauptet, dass es wie auf einem Wochenmarkt zugeht. Ich muss nur informiert sein, was woanders evtl. möglich ist, und dass ich gewisse Zugaben (Sondertilgungsoption oder dergl.) aushandelbar sind.

Und die 2,2 % gab es zu dem damaligen Zeitpunkt, allerdings "ab...", hängt eben vom Einzelfall ab.... :?

So long

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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon kpr » 27.01.2012, 12:16

Der Banker ist genau so Unternehmer wie jeder andere. Natürlich kommt man in vielen guten Gesprächen an viele Informationen. Andere nennen das "Berufserfahrung". Richtig ist: Er steht nicht auf dem Preisaushang.
Den Einstand bekommst Du im Internet; den Risikozuschlag wird man Dir sagen. Was bleibt ist der DB.Für die Schmerzgrenze zu ertasten, brauchts Feingefühl.
Sicherlich ein schwacher Rat für jemanden, der relativ selten Bankgeschäfte abwickelt. Aber dafür gibts ja dann ein Forum ;-)
Im Ernst: Es sollte jedem einleuchten, dass kein Banker drauf schnuckig ist, ein Darlehen für 400,- Euro abwickeln zu müssen. Da bleibt er lieber zu Hause.

Wenn Du es als ungewöhnlich empfindest, Dich als Darlehensnehmer nackelig machen zu müssen.... naja.. willkommen im Leben! Es soll Unternehmen geben, die können ihren Jahresabschluss im Internet veröffentlichen - und auch noch das Gehalt der Mitarbeiter dranschreiben. (Würdest Du jemandem einen fünfstelligen Betrag leihen, nur weil er blaue Augen hat?)

"Wochenmarkt" ??.. ich würde eher sagen "Bazar in Marakesch-Süd, kurz nach Mitternacht."
(Kennst Du Zins-Poker? Der Banker bietet Dir eine Darlehenssumme; beide schreiben eine Zinskondition auf die Hand - und wenn der Banker niedriger liegt, muss man kaufen.)

Die 2,2 stelle ich ja auch nicht ganz in den Bereich des absurden. Auf jedem Markt gibt es irgendeinen Anbieter, der sich prostituiert. Wer wirklich nur eine PV-Finanzierung benötigt, ist beim "billigen Jakob" ja auch ganz gut aufgehoben. Wer vielleicht noch eine Immobilienfinanzierung laufen hat und sein Auto auch permanent auf Pump fährt, sollte vielleicht doch besser drauf achten, dass er stabile Geschäftsbeziehungen pflegt.
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon Steffnix » 27.01.2012, 20:02

kpr hat geschrieben:Der Banker ist genau so Unternehmer wie jeder andere.


Das wage ich nun mal zu bezweifeln. :juggle:

Das was du zum Deckungsbeitrag beschreibst: "Könntest du das bitte mal plakativ am Beispiel der Commerzbank hier im Forum beschreiben?" Ich verstehe nicht wie das gehen soll.
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon sitraani » 27.01.2012, 20:47

da will ich mich mal wieder etwas einschalten.
Warum ist eine Bank kein Unternehmer? Und was hat das mit der Commerzbank zu tun?
Eine Bank berechnet doch seine Kreditzinsen nach einem einfachen Prinzip. Welche Zinsen muß ich für Geldanlagen bezahlen, was kostet mich die Kreditvergabe an Unkosten (Deckungsbeitrag) wieviel Eigenkapital muß ich für diesen Kredit vorhalten und was bleibt am Ende übrig. So rechnet doch jeder Unternehmer.
z.B. Auto defekt, was kosten die Ersatzteile, wieviel Arbeitzeit wird für die Reparatur benötigt und was kostet der Angestellte in der Reparaturzeit. Und was bleibt dann als Gewinn übrig das der Händler auch noch versteuern muß!!!
Beispiel Commerzbank: Derzeit für 4 Jahre Anlage Inhaberschuldverschreibung 2,75%, 10 Jahre Kreditzins Top Bonität im 60%igen Beleihungsrahmen 2,77% Sollzins für für 10 Jahre bei Hausfinanzierungen - ist auf der Homepage nachzulesen!!
Woher kommen die Zweifel das eine Bank anders rechnet als jeder andere Unternehmer? Sind Sie ein Bankenhasser? Denn die Banken sind ja heutzutage immer Schuld, egal ob Politik oder sonstwas versagt.
Eine Bank ist immer Unternehmer wie jeder andere Selbständiger ebenfalls. Nur werden hier viel höhere Anforderungen gestellt im Hintergrund (Eigenkapitalanforderungen, Refinanzierungsmöglichkeiten etc.)
und wie kpr schon geschrieben hat: für 400,-- soll eine Kreditfinanzierung bezahlt werden? Jeder Handwerker berechnet inzwischen ca 50 bis 70 EUR die Stunde und eine Kreditabwicklung braucht auch seine Zeit z.B. GS-Abtretung/Eintragung Darlehensvertrag, Auszahlungsauftrag, evtl. Mahnkosten bei Ratenrückstand, Risiko des Ausfalls usw.
Also eine Bank nicht als Unternehmen zu bezeichnen ist wirklich sehr anrüchig....
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon Steffnix » 28.01.2012, 01:28

sitraani hat geschrieben:Warum ist eine Bank kein Unternehmer?

Ich habe bezweifelt, dass ein Banker ein Unternehmer ist, wie jeder andere.

sitraani hat geschrieben:Und was hat das mit der Commerzbank zu tun?

Das ist reiner Zufall, hätte auch die Deutsche Bank oder so nehmen können :roll: .

sitraani hat geschrieben:Eine Bank berechnet doch seine Kreditzinsen nach einem einfachen Prinzip.

Tja, wenn das doch so einfach ist, warum wird dann ein so einfaches Produkt mit so hoch und teuer bezahlten Spezialisten vermarktet? :shock:
Selbstverständlich arbeitet auch eine Bank nach dem Prinzip eines Unternehmers, habe ich nie bestritten. Nur haben sie doch eine Sonderstellung in unserem Wirtschatssystem. Bisher haben Schieflagen von großen Unternhemen, noch nie zu solchen "Kriesen" wie 2008 bei Lehman Brothers oder der HypoRealEstate oder dergl. geführt, die ganze Wirtschaftssysteme ins Schwanken gebracht haben.

sitraani hat geschrieben:Sind Sie ein Bankenhasser?

:shock: :?: :oops: Ich dachte wir sind hier in einem Forum, wo durchaus kontrovers diskutiert werden kann. Wenn ich einige kritische Äußerungen angebracht habe, macht mich das doch nicht zu einem Bankenhasser (was für ein unschönes Wort). Außerdem habe ich gegen ein "Du" hier im Forum nichts; macht das hier einfach ein wenig entspannter.

sitraani hat geschrieben:Eine Bank ist immer Unternehmer wie jeder andere Selbständiger ebenfalls. Nur werden hier viel höhere Anforderungen gestellt im Hintergrund (Eigenkapitalanforderungen, Refinanzierungsmöglichkeiten etc.)
und wie kpr schon geschrieben hat: für 400,-- soll eine Kreditfinanzierung bezahlt werden? Jeder Handwerker berechnet inzwischen ca 50 bis 70 EUR die Stunde und eine Kreditabwicklung braucht auch seine Zeit z.B. GS-Abtretung/Eintragung Darlehensvertrag, Auszahlungsauftrag, evtl. Mahnkosten bei Ratenrückstand, Risiko des Ausfalls usw.
Also eine Bank nicht als Unternehmen zu bezeichnen ist wirklich sehr anrüchig....

Eine Bank mit einem Selbständigen wie jeden anderen vergleichen zu wollen, ist jetzt aber auch ganz schön gewagt. Ich wünschte mir für die ein oder andere Bank einen ebenso großen Mitbewerberdruck wie bei so manchen Selbständigen. So viele Banken sind bisher nicht bankrott gegangen und werden sie auch in Zukunft nicht.... (könnt ihr euch darauf verlassen!!! 8) ).
So manch ein Handweker wäre froh, wenn er 400,-- Euro für einen halben Tag Arbeit bekommen würde.

Wenn ich dich mit meinen Äußerungen verärgert habe, ´tschuldigung.

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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon kpr » 28.01.2012, 09:30

Da der Begriff "Deckungsbeitrag" unterschiedlich definiert und streckenweise "mißbräuchlich" verwendet wird, macht es garantiert keinen Sinn, wenn ich - mit der Blickweise eines Produktionsunternehmens - versuche den DB bei einem Kreditinstitut herzuleiten.
Würde auch sicherlich etliche Seiten füllen.
Im Prinzip läuft es darauf hinaus, dass der Mitarbeiter eine klare Vorgabe hat, wieviele Geldeinheiten (= absolute Größe) er im Laufe des Monats hereinholen muss. Holt er mehr.. kriegt er ein Möhrchen; holt er weniger.... gibts statt Bonus einen Malus.
(DB geführte Mitarbeiter bei Kreditinstituten dürften einen Spread gegen über ihrem (fiktiven) Festgehalt von 80% bis 130% haben.)
Der Mitarbeiter kann jedoch nicht völlig frei agieren. (Motto.. heute geb ich meinem Freund mal DB=0; morgen hol ich das wieder an anderer Stelle rein). Vielmehr erfolgt über den DB auch die Marktsteuerung.
Der einzelne Mitarbeiter hat ja keinen Einblick, ob sich im Bereich bestimmter Risiken für die Bank "Klumpen" gebildet haben.
(Z.B. massive Kreditvergabe in eine Branche). Entsprechend regulieren die Controller dagegen, indem sie bestimmte Mindestforderungen setzen.

Das ein Handwerker froh ist, wenn er für einen halben Tag 400,- Euro bekommt... das unterschreibe ich mal direkt.
Wer viel für Privatkunden arbeitet und allerhöchsten Qualitätsansprüchen genügt, der kommt auf 80,- Euro Stundensatz.... und dann liegt er bei 320 am halben Tag. Die meisten werden sich mit 60,- begnügen müssen, und kriegen von 4 Arbeitsstunden nur 3,5 verkauft.
Wer als NU für die Industrie arbeitet, wird nicht über 28 Euro kommen; hat aber auch keine Probleme mit der Auslastung:
Also.. Strich drunter.. da sind wir uns einig.

Aber die 400,- Euro sind ja nicht nur die 4 Stunden Arbeit des Kundenbetreuers. Da sind ja sämtliche Gemeinkosten (von der Putzfrau bis zum Vorstand; vom Klopapier bis zum Toner) drin verrechnet.

Das Beispiel Commerzbank war ein Gutes. Da kann ich mitreden. Seitdem die grün gefrühstückt haben, steht der Vertrieb dort massiv unter Druck. Da weiss jeder, das das nächste Mal, wo man im internen Vergleich nur zweiter Sieger ist, der letzte Vergleich gewesen sein kann, an dem man teilnimmt. Die machen sich im Moment richtig nackig; deren Anstrengungen um Gelder im Mittelstand zu platzieren, bewegen sich irgendwo zwischen Prostitution und Kannibalismus.
Trotz all der Mühen sind sie bei mir im letzten Jahr gleich dreimal gescheitert. Geradezu verzweifelt beklagt der Commerzbanker, dass er.. auf seiner kleinen Insel hier.... locker in der Lage wäre, noch 50 basepoints nachzulassen.
Das Problem: Er muss zuviele Kosten tragen, die außerhalb seiner Niederlassung anfallen; die ihm übers Konzerncontrolling in die Kalkulation gedrückt werden.
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Re: Wer jetzt nicht umschuldet ist selber schuld!

Beitragvon sitraani » 28.01.2012, 10:24

Als Banker handelt man sehr wohl wie ein Unternehmer, wenn auch mit anders gelagerten Risiken. Vetriebszahlen gibt es für Jeden. Und so kann bei manchen Produkten/Krediten der Sollzins vom Berater beeinflußt werden. Sicher wir die Spanne vom Controlling vorgegeben, aber Spielraum gibt es immer.
Und ja die grüne Pille hat der Commerzbank weh getan. Man wollte wachsen und heute ist die Bilanzsumme kleiner als vor der Übernahme. Allerdings stellt die Commerzbank neuerdings neue Produkte vor, die wenig mit Provision etc. zu tun haben. Da findet anscheinend auch ein Umdenken statt.
Ja vor 2 Jahren wollte die Commerzbank nichts von Finanzierungen mit PV-Anlagen wissen. Heutzutage gehts plötzlich auch wenn die Konditionen noch nicht sehr gut sind. Meine letzte Anfrage im 60%igen Beleihungsrahmen brachte 2,9% aber leider erst ab 25.000,--.
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