von kpr » 29.09.2012, 12:59
Zunächst mal: Glückwunsch, dass Du diese Plausibilitätsprüfungen machst! Kerngesunder Ansatz!!!
Schnell mal einen bösen Geist vom Tisch zaubern:
Das Darlehen.. interessiert das FA sehr wohl. Die Zinsen sind ja steuerlich abzugsfähig.
Würdest Du auch noch die Tilgung abziehen wollen - müsstest Du vorher die Auszahlung versteuern. Das willst Du garantiert nicht.
Was Du mit "das stört das FA nicht" beschreibst... ist der (gewollte und völlig selbstverständliche Effekt), dass der Unternehmer auf Investitionen Steuern zahlt. Und dieser Steuerlast (noch) kein Geldzufluss gegenübersteht; und das zu einem Zeitpunkt, wo gerade massiv Geld abgeflossen ist. Was vielfach dazu führt: Entweder Lebensunterhalt bestreiten ODER investieren. Und dann wird plötzlich klar, warum die Förderungen nach §7g einen nachhaltigen Doping-Effekt auf die deutsch Wirtschaft haben.
Was nun den eingetretenen Effekt angeht: Ja. Den hatte ich auch.
Wobei ich den IAB schon 2009 in Anspruch genommen habe... womit in 2011 noch 8% AfA (von den urspr. AHK) angefallen sind.
Wenn Du linear abschreibst.. wären es 5%. Dann passt das.
Wie hoch war der Gewinn? Wenn ich mal einen Grenzsteuersatz von 35% unterstelle.... müssten das so 4.000 Euro gewesen sein?
90.000 Euro.... 29kWp (hups.. das war aber teuer!)....12.500 Euro Einnahme. Afa 4.500 Euro (linear); 3.000 Euro Zinsen...
o.k. ich bin bei 5.000 Euro Gewinn. Aber dafür dass ich so gut wie keine Werte von Dir habe... passt das doch erschreckend gut.
Kleinunternehmer.. wäre ein Begriff aus der USt. Und da hast Du (korrekt) sogar drauf verzichtet.
Freibeträge... nein. In Deutschland werden alle Einkunftsarten gleich besteuert. Alle Einkunftsquellen und Einkunftsarten landen in einem großen Top ("Gesamtbetrag der Einkünfte") .. von da aus geht die Steuerberechnung weiter; am Ende wird bei der Bestimmung der STeuerschuld ein einheitlicher Grundfreibetrag abgezogen.
"Gewinn" hast Du sehr wohl. Der liegt halt nicht in der Kasse. (Wer sagt denn, dass steuerlicher Gewinn in der Kasse liegen muss? )
Hier in dem Fall ist das eine sehr normale, gewöhnliche, selbstverständliche Sache. Etwas was sich auch beherrschen lässt.
Kein Grund zur Aufregung - zumal das benötigte Geld ja in Zukunft zufliesst. Bei PV sogar sicherer als in jeder anderen Branche.
Nun entwickelst Du aber vielleicht Verständnis, wie der Unternehmer "fratzen schneidet" wenn ihm (z.B. durch den Tod von Gesellschaftern) stille Reserven aufgedeckt werden... dann selbst beim kleinen Handwerker sehr flott niedrige 6-stellige Steuern fällig werden.... und das Geld NIE über den regulären Geschäftsbetrieb zufließen wird. Da bleibt dann nur der Weg das Unternehmen zu verkaufen - um mit dem Verkaufserlös die Steuern zahlen zu können.
(Da kann ich es dann niemandem verübeln, wenn er seinen Koffer packt, und ins Ausland geht.)
16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung