von kpr » 09.07.2012, 10:53
oh my god...
Bei Anschaffung im Jahr 2010 gibt es überhaupt keine echten Probleme bei der steuerlichen Würdigung des Direktverbrauchs.
Und auch die betriebswirtschaftliche Würdigung ist nicht sonderlich problematisch.
So wie jeder Bäcker, Metzger, Wirt, Werkstattbetreiber,.... die von ihm selbst verbrauchten Produkte oder von ihm selbst empfangenen Leistungen zu versteuern hat, so muss auch der Direktverbrauch der PV einer entsprechenden Besteuerung unterliegen.
Es ist halt ein wenig unglücklich, dass eine PV betriebswirtschaftlich betrachtet doch viele Grundzüge einer Kapitalanlage und nicht unbedingt eines Gewerbebetriebes mitbringt. Dadurch passen die Denkmuster der Steuerrechts bei der PV wie ein schlecht sitzender Anzug. Da muss man einmal gedanklich dicke Bohlen bohren - und dann ist das Thema erledigt.
(Das ist eigentlich das einzige steuerliche Problem das man mit einer PV hat; und dieses Gespenst hat viele Gesichter und viele Verkleidungen. Es ist aber immer dasselbe dämliche Gespenst.)
Wenn Du nun glaubst, durch DV statt für gekauften Strom 25,38 Cent (oder was auch immer) zu zahlen, künftig den eigenen zu verbraten und dafür auf 16,38 Cent zu verzichten und dadurch 9 Cent/kWh unterm Strich zu sparen, dann ist die Rechnung ein wenig naiv.
Umsatzsteuerlich tritt ein Besteuerungseffekt von 3,11 Cent pro direkt verbrauchter kWh ein.
(Der Weg dorthin ist für den Laien ein wenig komplex. Aber auch das lässt sich gut beherrschen. Ist halt eine Verkleidung des oben genannten Gespenstes)
Ertragsteuerlich werden die Erlöse aus Kundenzahlungen zwar niedriger; aber zum Ausgleich muss der Entnahmewert des direktverbrauchten Stroms hinzugerechnet werden. Dabei schneidet der DV sogar einen Tacken besser ab.
Das ist allerdings alles sehr marginal.
Anfänglich hatten wir Diskussionen um den DV, weil man den Strom teilweise den Strom noch so günstig kaufen konnte, dass sich der DV "ad hoc" nicht gerechnet hat - bzw. sogar kleine finanzielle Nachteile hatte.
Völlig unstreitig war (und ist - für Anlagen aus 2010), dass auf lange Sicht der DV vorteilhaft ist / sein wird.
Entsprechend kamen "Umbaustrategien" auf. (So wie Du das nun auch vor hast).
Die waren immer dann absolut richtig und angemessen, wenn der DV der Grund dafür gewesen wäre oder war, dass einem andere steuerliche Förderungen entgehen (IAB, Sonder-AfA).
In allen anderen Fällen wären die geringen Nachteile bei der DV-Variante letztlich wohl billiger gewesen, als die Umbaukosten.
(Aber bitte: Wir reden hier stets von Peanuts. 50,-. Euro sind da schon viel Geld)
Steuerlich stellt DIR (Baujahr 2010) der DV keine Hürden mehr in den Weg. Rechtsprechung hin oder her - seit dem 1.1.2012 bist Du bereits im "save haven".
Wenn Du nun glaubst, dass die Strompreise mittel-. und langfristig fallen werden, dann würde ich nicht umbauen.
Glaubst Du an eine leicht überdurchschnittliche Inflation im Bereich "Strom" - dann solltest Du flott umbauen.
Das macht aus einem Esel kein Rennpferd; Millionär wirst Du dabei garantiert auch nicht. Aber ein Abendessen beim Italiener pro Jahr sollte drin sein.
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