Prokon Gruppe

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Prokon Gruppe

Beitragvon PV-Berlin » 22.06.2012, 09:48

FTD_21.06.2012


Was hinter Prokons Verlockungen steckt
Man entkommt ihr nicht: Prokons Werbung ist überall. Der Ökoenergie-Anbieter lockt mit hohen Zinsen und glänzt mit guten Zahlen. Doch der Erfolg mit der nachhaltigen Energie fußt vor allem auf konzerninternen Geschäften und außerordentlichen Erträgen.

Das Unternehmen macht keinen Hehl daraus, wie wichtig die hausinternen Geschäfte für den bilanziellen Erfolg sind. "Die Ertragslage 2011 wird deutlich dadurch beeinflusst werden, in welchem Umfang von der Prokon Energiesysteme GmbH Windparks fertig- beziehungsweise teilfertiggestellt werden und gewinnbringend (...) an die Prokon Wind GmbH veräußert werden können", heißt es im Geschäftsbericht 2010.
Worauf der Text Bezug nimmt: Prokon Wind beauftragt die Schwesterfirma Prokon Energiesysteme, mit dem Geld der Anleger Windräder zu errichten. Sobald eines intern abgeliefert wird, wird es mit einem Schlag wertvoller. Denn statt es zu Herstellungskosten zu bilanzieren, wird es unternehmensintern zu einem höheren Wert als den reinen Herstellungskosten aktiviert


Man kann ja vieles machen! Im Kern wäre es wichtig zu wissen, ob die Aktiva Positionen realistische Werte haben. Soll heißen ob die Positionen (je MWp und Ertrag in MWh) mit vergleichbaren Projekten außerhalb des Fondsgeschäft eingekauft werden. 8% Verzinsung (Genussscheine) wäre dann sehr unproblematisch im Bereich onshore und Biogas. Wobei das aus dem cashflow kommen muss. Wenn man den Artikel sich durchließt kann man davon ausgehen, dass der cashflow im Verhältnis zum Investment deutlich niedriger ist. Bei PV kann man ohne übermäßige Anstrengungen auf 7% (Zins) kommen, bei Biogas deutlich über 10% und bei WKA onshore über 12% und das mit einer stark verkürzten Abschreibung.

Ich habe bis heute noch kein Anlage-Produkt im Bereich EE gesehen, das mit Beteiligungen unter 100.000 € ein für mich akzeptables Risiko-Ertragsprofil hat. 15% bis weit über 20% "Weiche Kosten" bei kleinen Anlegerbeträgen mögen ja notwendig sein, aber dann sollten das Gesamtinvestment (MWp bzw. GWh je MWp p.A.) immer noch eine bessere Performers haben, als die Einzelinvestments von unstrukturierten Investoren. *Bauern, kleine Windmüller, PV Betreiber mit 100 bis 500 kWp. Alleine die Erträge aus Zahlungszielen sind im Bereich PV so erheblich, wenn man Finanzierungsinstrumente nutzen kann, die o.g. Spieler nicht haben können, dass dies die relativ geringen Projektaufwendungen (Planung und Akquise) mehr als nur kompensiert. Zudem können sie strukturierte Finanzinstrumente nutzen. Vom Einkauf der Leistungen gar nicht zu reden.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon MBIKER_SURFER » 22.06.2012, 12:08

Hallo,

siehe Artikel in der aktuellen Capital.

Aber für mich nichts Neues :cry:

Gruß
Martin
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon pv-falke » 22.06.2012, 17:37

Hallo,

hier geht es weiter über Prokon.

finanzen-steuern-f9/prokon--t10219.html
Gruß und sonnige Aussichten

pv-falke
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon Weidemann » 08.07.2012, 11:19

hier hab ich endlich mal einen ausgewogenen Bericht gefunden, der nicht nur inhaltslos polemisiert (wie leider viele Artikel) sondern sich mal mit den Zahlen beschäftigt:

http://www.sfg-value.de/ressorts/untern ... htsscheine
Was ich nicht verstehe, wie kann die Einheit Energiesysteme 76 Mio. Euro durch die Entwicklung und Realisierung von Windparkprojekten erwirtschaften und gleichzeitig fallen dafür in der Einheit Windparks keine Kosten an. Die Einheit Energiesysteme ist ein sogenannter konzerninterner Dienstleister und tritt nicht mit Dritten als Kunden in Kontakt. Das heisst, eigentlich müsste Sie in der Konsolidierung gewinnneutral auftreten. Da dies nicht der Fall ist, ist die logische Schlussfolgerung der Umsatz wird in der Einheit Windparks aktiviert, was bei Anlagegütern auch Sinn macht. Das Problem dabei ist, das die Prokon hier eigentlich nur die Herstellkosten/Anschaffungskosten berücksichtigen darf....
Auf Anfrage sagt Prokon, dass die Leistungen zu dritt vergleichbaren Konditionen bilanziert werden, also unter Zuhilfenahme von Marktpreisen. Das wäre ungefähr so wie, wenn ein produzierendes Unternehmen sein Lager auffüllt und diesen Anstieg an fertigen Erzeugnissen mit den späteren Verkaufspreisen als Umsatz verbucht...

Um den Bankzinsen von 6,2 Mio. Euro pa (5,7 Mio. Euro 01-11), den minimal 6%-Genusszins von 28 Mio. Euro pa (Genusskapital 467,4 Mio. Euro*0,06) und die Steuern von 2 Mio. Euro (1,8 Mio. Euro 01-11) zu erwirtschaften, reicht dieser Überschuss aus. Problematisch wird es, wenn wir die Abschreibungen in unsere Kalkulation mit einbeziehen. Um die Darlehen und Genussscheine am Laufzeitende der Windanlagen zurückzahlen zu können, bleiben noch 6,3 Mio. Euro. Diese reichen nicht aus um die derzeitigen Abschreibungen von 19,5 Mio. Euro pa (17,9 Mio. Euro 01-11) zu decken.

Nach meiner Meinung erwirtschaftet Prokon mit ihrem eigentlichem Wirtschaftszweck – dem Verkauf von Strom – nicht genug, um alle derzeitigen Genussscheine einschliesslich Zinsen zurückzuzahlen. Neue Gelder werden für Windparks eingesammelt, dann an die Energiesysteme die Aufträge vergeben, wodurch sich das eingesetzte Kapital bei Energiesysteme in Umsatz und Gewinn wandelt und gleichzeitig bei der Einheit Windparks aktiviert wird – die Kosten werden in die Zukunft verlegt. Mit dem Gewinn in Energiesysteme werden die heutigen Ansprüche der Genussrechtsgesellschafter bedient. Das System bricht dann zusammen, wenn die Höhe der Abschreibungen die der neuen Aufträge von der Einheit Windparks an Energiesysteme übersteigt und die Erlöse in Windparks nicht überproportional zunehmen. Da sich noch viele der Windanlagen im Bau befinden, kommt es wahrscheinlich zu einer starken Zunahme der Erlöse in der Einheit Windparks und man kann darauf hoffen, dass die heute aktivierten Kosten aus der Einheit Energiesysteme gedeckt sind....

Wenn man sich die Übersicht zu Investition und Finanzierung der realisierten Windparks unter „Zahlen, Daten Fakten“ ansieht, kommt man zu dem Ergebnis, dass die Gesamtinvestitionen von 591 Mio. Euro mit einem EBITDA der selbigen Anlagen von 46,4 Mio. Euro pa die Genussscheine und Darlehen zzgl. Zinsen nicht in derzeitiger Höhe zurückzahlen können. Die Zinsen der Darlehen betragen 6,2 Mio. Euro pa (5,7 Mio. Euro 01-11), die der Genussscheine für realisierte Windparks betragen 20,2 Mio. Euro pa (337,2 Mio. Euro*0,06). Zusätzlich muss die Investitionssumme (Abschreibungen 23,6 Mio. Euro pa [591 Mio. Euro/25 Jahre]) am Laufzeitende zurückgezahlt werden. Insgesamt errechnen sich also Kosten von 50 Mio. Euro pa. Diese kann Prokon unmöglich mit dem generierten EBITDA von 46,4 Mio. Euro pa bezahlen.


ist auf jeden Fall interessant, zu beobachten wies weitergeht... und mal ehrlich: selbst wenn die Verzinsung mal auf 0% fallen würde, wäre das insgesamt eine passable Anlage gewesen, bei der ich ein besseres Gefühl auf zumindest Werterhalt des angelegten Geldes hätte, als bei sämtlichen Fonds etc. (vergleiche Solar Millenium...), denn die Substanz steht ja da, auf dem Feld.
Bei anderen Windpark-Beteiligungen liegen wir im Bereich 5-6% Rendite, da verdienen einerseits die Projektierer/Betreiber mehr als bei Prokon (wo das Geld in der Firma bleibt), aber andererseits haben die einen größeren Teil durch günstigere Bankdarlehen finanziert. Das dürfte sich Pi mal Daumen ausgleichen, sodass man auch bei Prokon langfristig einen Zins in diesem Bereich erwarten kann, vorausgesetzt, die vergallopieren sich nicht mit der WKA-Entwicklung und dem Biodiesel etc.

5% würde ja genügen wenn es die stabil gibt (auch, wenns dann natürlich großes Geschrei gäbe, dass die 6% Mindestverzinsung nicht eingehalten werden ;-) Ich sehe ja auch ein, dass bei unbedarften Anlegern die Enttäuschung hinterher groß sein wird, aber wieso sollte es hier besser sein als bei den Sparkassen-Zertifikaten, anderen hochverzinsten Anleihen etc?? das keiner zaubern kann, sollten wir in den letzten Jahren ja gelernt haben, auch wenn man das anscheinend alle paar Jahre wieder neu lernen muss :juggle: das lässt sich anscheinend nicht vermeiden).

hier wurde eine reale Verzinsung der laufenden Parks von 5.7% berechnet, allerdings ohne Tilgung, und nur auf ein einzelnes Quartal bezogen? : http://www.handelsblatt.com/finanzen/fo ... 77900.html

Was ich an Prokon auf jeden Fall sympathisch finde, ist dass der Rodbertus das in eine Stiftung überführt (und (angeblich) auch seine eigene Altersvorsorge (halbe Million) nur in seinen Genussrechten angelegt hat), und dass er die Firma "zusammenhält".
sonnige Grüße,
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon MBIKER_SURFER » 08.07.2012, 11:22

Weidemann hat geschrieben:Was ich an Prokon auf jeden Fall sympathisch finde, ist dass der Rodbertus das in eine Stiftung überführt (und (angeblich) auch seine eigene Altersvorsorge (halbe Million) nur in seinen Genussrechten angelegt hat), und dass er die Firma "zusammenhält".


@weidemann: Sorry - Du fällst eben genauso auf die Sprüche von Rodbertus rein. Ich weiß, von was ich rede. Und wenn DU die Capital gelesen hast, dann solltest Du auch anders denken. Und wenn Du dann siehst, mit welchem Ehrgeiz PROKON gegen ehemalige Kommanditisten zu Felde zieht - Nichtzulassungsklage beim BFH - dann wärst auch Du 'geläutert'. :D

Gruß
Martin
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon Weidemann » 08.07.2012, 11:36

ja, wie das mit den früheren Kommanditisten war, dazu kann ich natürlich nichts sagen... lief das eigentlich nur für eine kleine Minderheit so unschön ab wie für Dich?

und der Capital-Artikel enthält für mich nur eine halbwegs interessante Zahl: (oder stand in der Printausgabe noch mehr Konkretes? auf die zitierten Aussagen irgendeines Professors gebe ich nichts... ;-) )
http://www.capital.de/unternehmen/:Prok ... 46253.html
"Von August 1999 bis Ende 2010 betrug Prokons kumuliertes Gesamtergebnis der Windparks vor außerordentlichen Posten 74,8 Mio. Euro. Hiervon sind noch Zinsen an andere Prokon-Unternehmen sowie Ausschüttungen an frühere Windparkeigentümer abzuziehen. Bleiben 22,8 Mio. Euro Gewinn übrig. An die Genussrechtsgesellschaft, die die Zinsen an die Investoren auszahlt, wurde in dieser Zeit fast das Dreifache gezahlt: 61,3 Mio. Euro. "
Diese Zahl hat für mich aber keine Aussagekraft, solange man nicht aufschlüsselt, was da an andere Prokon-Unternehmen geflossen ist, und was wann projektiert wurde und dafür ausgegeben wurde.
sonnige Grüße,
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon MBIKER_SURFER » 08.07.2012, 11:45

@weidemann:

Alle Kommanditisten wurden gleich 'unfein' behandelt. Nur meine Schwester z.B. konnte das komepnsieren, da sie exakt zum Abfindungszeitraum das nötige Alter hatte, damit diese zahlung nicht versteuert werden musste. Alleinh mein Steuerschaden beläuft sich auf über 12000 €! Das interessiert die PROKON Mannschaft aber nicht.

Na ja, und wie PROKON Gewinne nach aussen darstellt, wurde ja schon mehrfach berichtet: Es wird ein Projekt aufgezogen für sagen wir mal 20 Mio €. Dann wird es für 30 Mio an eine Tochtergesellschaft veräussert, und schwupp die Wupp stehen 10 Mio € Gewinn in den Büchern. Die 30 Mio € werden durch sogenannte Genussrechte eingesammelt und sollen nach außen werthaltig sind. Also das durchschaut doch schon ein 1. semestriger BWL Student :D

Gruß
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon sitraani » 08.07.2012, 11:56

Finanztest warnt auch seit einigen Jahren vor PROKON. Und Genußscheine als Geldanlage? evtl. Nachschußpflicht? Sehe hier ein sehr hohes Risiko. Da dann lieber Aktien kaufen da gibts keine Nachschußpflicht und ich beteilige mich an seriösen Firmen mit Potential.
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon Weidemann » 08.07.2012, 12:01

seit wann gibts bei Genussscheinen eine Nachschußpflicht?
doch nur in Ausnahmefällen, etwa wenn nicht erwirtschaftete Gewinne ausgezahlt wurden, die sich ein anderer Gläubiger holen will... bei Prokon kämen da nur die Banken in frage, und die werden ja eh zuerst bedient, für deren (eher kleinen) Anteil ist genug Substanz da.
sonnige Grüße,
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Re: Prokon Gruppe

Beitragvon MBIKER_SURFER » 08.07.2012, 12:03

Hallo,

Nein -. Nachschußpflicht gibt es da nicht. Aber eben auch keinen Gegenwert. Sind eben an letzter Stelle der Kette. Die Windparks gehören einer Prokon Tochter.

Gruß
Martin
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