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von Sonnenfinsternis » 06.09.2011, 23:06
xc-skater hat geschrieben:Wenn ich den selbstproduzierten Strom (durch meinen Verpachtungsbetrieb) an meinen Gewerbebetrieb verkaufe, fällt das dann auch unter "Eigenverbrauch" und bekomme auch die EEG-Vergütung dafür?
ja xc-skater hat geschrieben:Und verlier ich damit auch den Anspruch auf die Sonder-Afa?
weiß ich nicht Sonnenfinsternis
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Sonnenfinsternis
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von kpr » 07.09.2011, 09:58
Das EEG spricht meines Wissens von einem "Verbrauch in unmittelbarer Nähe der Erzeugungsanlage". Das wird auch gerne mal als "Eigenverbrauch" oder "Selbstverbrauch" bezeichnet. Das wäre hier gegeben. Entsprechend greift die Vergütungsregelung des EEG. Steuerrechtlich ist das noch völlig bedeutungslos.
Umsatzsteuerlich müsste es sich um eine unentgeltliche Wertabgabe an den Unternehmer handeln. Dieser Problematik hat sich der BMF völlig entledigt, in dem ohnehin der GESAMTE erzeugte Strom fiktiv an den VNB geliefert wird; und der "selbst" (oder durch Dritte) verbrauchte Strom wieder vom VNB an den Unternehmer (ebenso fiktiv) zurückgeliefert wird. Die Problematik stellt sich umsatzsteuerlich also gar nicht.
Ertragsteuerlich liegt eine Sachentnahme vor, wenn der Unternehmer Gegenstände dem Unternehmen zu betriebsfremden Zwecken entzieht. Das ist hier auch nicht gegeben. Er wird ja gerade INNERHALB des Betriebes verbraucht.
Die Sonder-AfA ist in dem Moment auch nicht mehr in Gefahr - denn die Anlage wird ja zu betrieblichen Zwecken genutzt.
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von xc-skater » 07.09.2011, 11:36
Immer wieder toll, wie in den Foren Ratschläge und fundierte Bewertungen abgegben werden! Danke schon mal, xc-skater
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von Jennerwein » 02.11.2011, 09:06
Hallo kpr nochmal eine Frage an dich: bin immer noch Volleinspeiser mit meiner 20 KW-Anlage und bekomme 28,74 Cent vergütet. Verbrauche ca. 4000 kw/Jahr und erwirtschafte ca. 22.000 KW – also deutlich unter 30% EV-Anteil. Also würden sie mir im Falle der Eigenverbrauch-Variante nur 12,36 Cent vergüten für den verbrauchten Strom… So weit, so gut. Wenn ich nun „erwäge“, meinen Stromverbrauch zu erhöhen auf ca. 6000 kw (da ich evtl. per Heizstab zusätzlich zur Holzheizung meinen Pufferspeicher erhitzen will) – wie kann ich nachrechnen, ob dann evtl. die Eigenverbrauch-Variante (obwohl immer noch unter 30%) doch interessanter wird als voll einspeisen ? Bzw. was mich diese 2000 KW effektiv mehr kosten ? Derzeit müsste ich bei EON 2000 x 0,22 =440,- p.a. zahlen. Kann es evtl. sogar sein, dass mich der mehr verbrauchte Strom gar nix kostet ? Kannst du mir hier bitte weiter helfen, anhand eines einfachen Rechenbeispiels ? Danke ! Jennerwein
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von kpr » 02.11.2011, 10:13
Ein einfaches Rechenbeispiel ist m.E. nicht möglich. Da wir hier - zumindest vorerst - nicht über steuerliche Gestaltungen (IAB, Sonder-AfA) sprechen, lässt sich das mit dem Tool im Downloadbereich sehr gut lösen.
Je nach EV-Anteil zwischen 1 und 30% komme ich auf einen finanziellen Vorteil von 8,35 € p.a. pro 1%-Punkt EV bzw. 220 kWh EV. (mit 35% Grenzsteuersatz). Bei 25% Grenzsteuersatz sind es 7,54 € und bei 40% dann 8,75 €. Macht irgendwo den Kohl jetzt nicht so fett; wir nehmen mal 8 Euro.
Wenn Du also 2000 kWh "mehr" EV künstlich erzeugst.. macht das ca 72,- Euro an Vorteil. Das klingt gut. Aber: Kannst Du die Energie aus dem Pufferspeicher wirklich zu 100% wieder nutzen? Wenn Du mehr als 16% der in den Puffer hineingefahrenen Energie gar nicht nutzen kannst... gehts den Bach runter.
Das Kernproblem an der Fragestellung ist ein alter Bekannter: Wie hoch wird mein EV-Anteil sein? Ich habe noch niemanden erlebt, der hierauf eine vernünftige Antwort in Form einer nachvollziehbaren Rechenmethode liefern konnte - oder eine belastbare Faustformel präsentiert hat.
(Bei Dir werde ich den Verdacht nicht los, das Du für den Fall der Umstellung mit einem EV-Anteil von 4/22= 18% kalkulierst. Das wäre aber eine rein saldierende Betrachtung - die schlicht falsch ist. Unter den EV fällt ja nur derjenige Strom, der ZEITGLEICH produziert und verbraucht wird. Den zu schätzen halte ich für unendlich schwer.
Ist aber hier eigentlich auch egal: a) Irgendwann rechnet sich der Umbau; früher oder später. Der Umbau kommt also so oder so. Ergo brauchst Du die Umbaukosten nicht in die Betrachtung einzubeziehen b) Der EV rechnet sich bei Deinen Verhältnissen vom ersten Cent an; wenn auch mit vergleichsweise harmlosen Beträgen c) Du hast mit 4.000 kWh sicherlich einen sparsamen Haushalt.. selbst wenn Du bei EV plötzlich teurer einkaufen müsstest.. kann da nicht viel passieren
Fazit: In der Sekunde, wo Du steuerliche Gestaltung abgeräumt hast - oder aber gar kein Interesse daran hast... kannst Du bedenkenlos umbauen.
Ob sich der Heizstab rechnet.... da bin ich überfragt. Auch hier fallen ja erstmal Investitionskosten an, die wieder hereingespielt werden müssen. Anders als bei der Frage "EV ja / nein" kann man hier ja nicht antworten: "Irgendwann in den nächsten paar Jahren auf jeden Fall". Dann stellt sich die Frage, wann (zu welchen Tages- und Jahreszeiten, bei welchen Temperaturbedingungen) es Sinn macht, den zu betreiben - und wieviel Energie man wirklich "gepuffert" wieder abgeben kann. Scheint mir ein interessantes Projekt zu sein. Wenn die Investitionskosten nicht zu hoch sind (ich hab da echt keine Ahnung), steht nicht viel auf dem Spiel. Da könnte man es ja mal probieren. Die Frage ist nur.... wie macht man den Erfolg messbar und sichtbar?
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von Flemming » 27.01.2012, 14:36
Hallo Leute,
@Jennerwein Die Aktion mit einem Heizstab lohnt sich nicht, ich hab das mal durch gerechnet (die Zahlen aber leider nicht im Kopf). Das Problem ist, das ich ja einen anderen Energieträger damit ersetzten will, in deinem Fall Holz. Ein Rm Holz kostet ca. 100€ und erzeugt ca. 2000 kWh Wärme --> 1 kWh kostet somit 5 Cent. Das Delta beträgt von Eigennutz zu Einspeisung 16 Cent, also lieber einspeisen statt "verheizen". Nutzt Du eine Luft-Luft-Wärmepumpe anstelle des Heizstabes, musst diese eine Gütegrad >3,2 erzielen (d.h. ein 1 kWh Strom erzeugt mindestens 3,2 kWh Wärme) um besser als deine Holzheizung zu sein. Das ist schon recht anspruchsvoll. In ein paar Jahren mag die Rechnung anders sein, ich hoffe das meine Heizung so lange durchhält und ich ein optimiertes Heizkonzept dann umsetzten kann.
Sinnvoll ist es nur das was man wirklich selbst verbraucht zu ersetzten, da hier die kWh mit ca. 19,5 Cent zu Buche schlägt und nicht mit dem was der Stromlieferant fordert. D.h. die Großverbraucher, wie Geschirrspüler, Waschmaschine usw. "Sonnen-optimiert" betreiben.
Gruß Dirk Flemming
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