Anfänger braucht Ratschlag

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Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon mastereckert » 20.09.2012, 17:24

Hallo ,

ich bin neu hier im Forum habe schon viel gelesen, alles sehr interessant.
Ich habe wenig Ahnung und bitte dies schon im Vorfeld zu entschuldigen, würde mich aber freuen wenn ich Anregungen bzw. Hinweise bekommen würde.

Wir haben vor unsere Firmendächer mit Photovoltaik zu belegen so ca. 300 kwp. Wir wollten unsere Dachflächen eigentlich nur vermieten als Einmalzahlung. Doch nach Konsultation mit einer großen seriösen Photovoltaik-Firma (bauen Anlagen auf Agrar Betriebe ab 300 kwp)und langen Gesprächen, Messungen und Vorort Begehungen wurde uns folgender Vorschlag gemacht, da wir über 400.000kW Strom verbrauchen im Jahr. Wir finanzieren die Anlage alleine zu einem kwp Preis inkl. Montage und Wechselrichter usw. von 1.500 €. Bei einem Kreditzins Bonität AA vorausgesetzt Kreditzins 2,3% und mind. 20% Eigenkapitalwurde uns eine netto Rendite von 14% bei einer Einspeisevergütung von 16cent. Bei hohem Selbstverbrauch ca. 90.000KW wären weitaus höhere Renditen möglich (16-19%) da wir den Strom (400000KW) für aktuell 20cent einkaufen und dieser Preis in den zu erwartenden Jahren deutlich ansteigen wird (Vermutung). Ist dies überhaupt möglich oder gibt’s da einen Hacken?
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon mastereckert » 21.09.2012, 14:29

Hat denn keiner eine Meinung. oder ist dieses Angebot zu abstrakt?
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon JayM » 21.09.2012, 14:45

mastereckert hat geschrieben:Hallo ,

ich bin neu hier im Forum habe schon viel gelesen, alles sehr interessant.
Ich habe wenig Ahnung und bitte dies schon im Vorfeld zu entschuldigen, würde mich aber freuen wenn ich Anregungen bzw. Hinweise bekommen würde.

Wir haben vor unsere Firmendächer mit Photovoltaik zu belegen so ca. 300 kwp. Wir wollten unsere Dachflächen eigentlich nur vermieten als Einmalzahlung. Doch nach Konsultation mit einer großen seriösen Photovoltaik-Firma (bauen Anlagen auf Agrar Betriebe ab 300 kwp)und langen Gesprächen, Messungen und Vorort Begehungen wurde uns folgender Vorschlag gemacht, da wir über 400.000kW Strom verbrauchen im Jahr. Wir finanzieren die Anlage alleine zu einem kwp Preis inkl. Montage und Wechselrichter usw. von 1.500 €. Bei einem Kreditzins Bonität AA vorausgesetzt Kreditzins 2,3% und mind. 20% Eigenkapitalwurde uns eine netto Rendite von 14% bei einer Einspeisevergütung von 16cent. Bei hohem Selbstverbrauch ca. 90.000KW wären weitaus höhere Renditen möglich (16-19%) da wir den Strom (400000KW) für aktuell 20cent einkaufen und dieser Preis in den zu erwartenden Jahren deutlich ansteigen wird (Vermutung). Ist dies überhaupt möglich oder gibt’s da einen Hacken?

Hallo mastereckert,
erstmal herzlichen Glückwunsch zum geplanten PV Großprojekt. Ihr habt bei hohem Stromverbrauch schonmal gute Voraussetzungen daraus einen Erfolg zu machen.

Zu den genannten Zahlen: Bei 1500 Euro/kWp und 16 c/kWh Vergütung (bekommt Ihr schon nicht mal mehr) können die 14% nur die Eigenkapitalrendite sein. Die kann man leicht in die Höhe treiben, muß man nur den EK Anteil verringern. Bei Null EK wird die Eigenkapitalrendite unendlich!

Wenn der Betrieb selbst investiert belastet der Kredit die Bonität und macht andere Kredite unter Umständen teurer. Da hilft dann die beste Eigenkapitalrendite nichts.

Am besten so vorgehen:
- das Projekt sauber mit einigermaßen konservativen Annahmen durchrechnen.
- die Gesamtkapitalrendite sowie alle anderen Kennzahlen berechnen, die der Betrieb für 'normale' Investitionen auch berechnet.
- dann sehen wie das PV Projekt sich mit anderen geplanten Investitionen vergleicht und wie es ins Gesamtbild passt. Wegen des relativ geringen Risikos bei PV Projekten kann man da durchaus eine geringer Rendite akzeptieren (das 'efficient frontier' Prinzip des rationalen Investors)
- die Finanzierung kann dann entweder projektbezogen erfolgen oder über die normalen Kapitalbeschaffungsinstrumente des Betriebs.
- wenn dabei rauskommt, dass die Investition für den Betrieb gut ist, dann solltet Ihr das zügig voranbringen
- wenn dabei rauskommt, dass die Investition eher ein Klotz am Bein ist solltet Ihr nochmal über Dachpacht nachdenken (Nachteil: wenn die PV Anlage und der Verbraucher nicht die selben sind zahlt man die um 2 c/kWh verminderte EEG Umlage auf den Eigenverbrauch

viel Erfolg
Jochen
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon aengelmann » 21.09.2012, 17:03

Jochen hat völlig recht mit seinem Vorschlag, was er allerdings im letzten geklammerten Satz schreibt, ist nur im Prinzip richtig, kann man aber durch eine geschickte Rechtskonstruktion auch wieder aushebeln. Wenn ihr ernsthaft daran interssiert seid, könnte ich da weiterhelfen.
a) € 1.500,00 klingt bei der Anlagengröße meines Erachtens zu teuer, das muss günstiger gehen, oder habt ihr sehr heftige Leitungswege und hohe Trafokosten? Auch da wüßte ich weiter.
b) Pachtlösungen haben den Vorteil, dass sie euch null Eigenkapital kosten und ihr dennoch den Strompreis mit dem Anlagenbetreiber auf Jahre hinaus auf einen fixen Betrag festklopfen könnt. Somit profitiert ihr 2 fach: mit der Pacht, (ca 5% vom Gesamtertrag) UND dem Strompreis des Anlagenbetreibers, der auf Jahre konstant bleiben wird. Außerdem tragt ihr dann das Anlagenrisiko nicht. Was ihr dabei allerdings gewähren müßtet, wäre die Eintragung einer erstrangigen persönlichen Dienstbarkeit in eurem Grundbuch in Abt. 2. Dazu müßten vermutlich eure Banken befragt werden (wenn sie denn da überhaupt drinstehen) ob sie mit dem Rangrücktritt zugunsten des Eintrags des Anlagenbetreibers einverstanden sind. Und die meisten Banken haben da keine Lust zu und lassen ihre Kunden lieber im Regen stehen. Sie verkaufen ja auch am liebsten Regenschirme bei Sonnenschein, um diese dann wieder einzukassieren, wenn die ersten Tröpfchen fallen.
c) Vermutlich bezieht ihr Industriestrom. Dessen Preis liegt in der Regel unter dem für Haushaltsstrom. Daher ist sowieso fraglich, ob der Strom von der PV-Anlage, der bei Inbetriebnahme in 2013 vermutlich so bei 13-14 Cent liegen dürfte, tatsächlich günstiger ist als der, den ihr momentan bezieht. Vermutlich lohnt sich das eher nicht, also doch lieber Dach verpachten! Da habt ihr ein Pfund, mit dem ihr wuchern könnt: nämlich, dass ihr dem Anlagenbetreiber wenigstens die 10% abnehmen könnt, die er sonst an der Börse verschleudern müßte. Sollte euer Industriestrompreis dann in Regionen steigen, die über dem PV-Einspeisepreis liegen, könnt ihr ja euren Anteil an der verpachteten Anlage erhöhen und so euren Strompreis dauerhaft billig halten.
Aber auch bedenken wie sich euer Strombedarf über den Tag darstellt und darauf achten, dass die Anlage auf eurem Dach so konstruiert ist, dass sie den bei Sonnenschein auch über den ganzen Tag kontinuierlich einspeisen kann. Also Ausrichtungen nach Ost, Süd und West bauen, das dürfte einem externen Anlagenbetreiber natrülich nicht so gut gefallen, weil es sich damit um Ertrag bringt, da muss man dann im Vorfeld schon einen suchen, der das mitmacht und mit ihm einen fairen Deal machen.
Viel Erfolg! Und immer weiter fragen!
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon mastereckert » 22.09.2012, 10:14

Hallo,

Ich danke erstmal für die hilfreichen Antworten!!

Ich hab mir schon ähnliches gedacht. Wir haben da wir im Verbund mit anderen Agrargenossenschaften arbeiten ähnliches vorgehabt. (Vermietung) aber unsere Dachflächen sind intakt. Die meisten Agrarbetriebe haben ihre Dächer sanieren lassen und dafür ihrer Dächer verpachtet. Wir dagegen wollten das Geld abgezinst als Einmalbetrag haben. Doch für in unserem Fall 20T€ für 20 Jahre (monatl. 84€) ist das kein annehmbarer Preis. Momentan bezahlen wir für die KW/h 0,20 € das ist viel für einen Industriekunden aber in unserer Region üblich. Von den Voraussetzungen für Photovoltaik glaube ich sind wir gut aufgestellt wir haben sehr hohe Gebäude so das keine Verschattung eintritt , wir haben auch eine eigene Trafostation mit noch genug Leerleitungen.

Was für Preise bei Vermietungen sind üblich ? (bei bei uns ca.300 kwp )
Man hat bei uns mit Ertragsstunden von 1000-1100 im Jahr gerechnet .
Die Investitionssumme sozusagen AI würde 450.000€ betragen Anschlussbereit. Ist also zu teuer?
(Module 12 Jahre Garantie, auf die Wechselrichter 5 Jahre +2)
Wenn ich einen großen Teil selber nutze kann ich doch noch 4-6 cent extra verdienen oder ?
Was passiert mit der Stromsteuer brauche ich diese dort nicht zahlen?

Hoffe ich nerve euch nicht!
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon Heiko Krause » 22.09.2012, 11:02

Servus aus Nordbayern/Unterfranken

1.) Pachtpreise liegen bei der jetzigen Vergütungshöhe bei ca. 5 %, wie bereits von User aengelmann geschrieben wurde.
2.) hier wurde der zu erwartente jährliche Ertrag der PV - Anlage mit 1000 - 1100 kWh/kWp angegeben ... nicht Ertragsstunden. Pro kWp installierter Leistung werden jährlich ca. 1000 - 1100 kWh erzeugt.
Angaben zur Ausrichtung und Neigungswinkel der Dachfläche wären sehr hilfreich, ebenso der genaue Standort. So könnte man Dir mit Hilfe verschiedener Prognose - Programme den zu erwarteten Ertrag bestätigen.
3.) 1500.- € / kWp halte ich für diese Anlagengröße ebenfalls für viel zu teuer, das sollte sich bei diesen Dimensionen bei höchstens 1300.- € / kWp bewegen.
Auch hier wären Angaben zu den technischen Gegebenheiten sehr hilfreich: genaue Bezeichnung der geplanten Module und der Wechselrichter usw.
Wenn Du schon ein detailiertes Angebot erhalten hast, kannst Du dieses auch unter "Angebote" hier im Forum einstellen und von den Experten bewerten lassen. Die sagen Dir dann, ob die geplanten Komponenten zusammen passen und preislich in Ordnung sind.
4.) Frage 4 verstehe ich nicht genau, was damit gemeint ist ...
5.) Eine Stromsteuer für eigengenutzen Strom gibt es zumindest im privaten Bereich nicht ... wie es bei Gewerbebetrieben genau aussieht, kann ich im Moment auch nicht sagen. Andererseits gibt es diesen privaten Bereich eigentlich gar nicht, den jede PV - Anlage ist im Prinzip ein gewerblicher Betrieb, der die anfallenden Steuern ans Finanzamt abführen muß.
Für den eigengenutzen Strom sind 19 % MWST an das Finanzamz abzuführen, da jede selbst verbrauchte kWh eine Betriebsentnahme darstellt und somit steuerlich belastet wird.
6.) Du nervst natürlich nicht ... dafür gibt es doch dieses Forum !!!

Wünsche weiterhin viel Erfolg,

Gruß, Heiko
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon mastereckert » 22.09.2012, 11:19

Danke,

ein genaues Angebot wird gerade gerechnet.

zur Frage 4: Ich meinte damit das unser Betrieb für den Eigenverbrauch,an uns die Anlagenbetreiber weiterhin 20 Cent bezahlen würde, und wir ja dadurch 4-6 Cent mehr bekommen würden als durch die staatliche Einspeisevergütung, oder aber wir 4-6 Cent einsparen würden wenn wir als Unternehmen die Alage betreiben würden. Hab ich da einen Denkfehler?
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon aengelmann » 22.09.2012, 12:53

Nein, kein Denkfehler, du mußt dir nur klar darüber sein, dass der Strom bei einer rein nach Süden ausgerichteten Anlage an einem sonnigen Mittag plötzlich im Überfluss vorhanden sein könnte und du mit dem Betrieb nicht alles nutzen kannst. Natürlich kannst du dem Betrieb den Strom für 20 Cent verkaufen, aber das, was der nicht nutzen kann, geht dann zu EEG Konditionen (14 oder weniger Cent im nächsten Jahr) weg. Daher, wie zuvor schon gesagt, Anlage klug nach West, Süd und Ost ausrichten.
1300,00 könnte man je nach Bedingung und Wunsch sogar noch unterschreiten,
Wenn der Anlagenbetreiber nicht identisch ist mit dem Abnehmer, kluge Rechtskonstruktion wählen, sonst wirds EEG-Zuschlagspflichtig und damit für den Abnehmer wieder teurer.
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon JayM » 22.09.2012, 16:50

aengelmann hat geschrieben:Daher, wie zuvor schon gesagt, Anlage klug nach West, Süd und Ost ausrichten.


Wenn man denn die Wahl hat ist man bei gleicher installierter Leistung und flach geneigten Dächern was den Ertrag in den Morgen- und Abendstunden angeht mit O-W nicht besser dran als mit S. Man bekommt bei gleicher installierter Leistung von 1 kWp Ost plus 1 kWp West morgens und abends NICHT mehr Ertrag als mit 2 kWp Süd, nur eben mittags weniger.

Daher erstmal dachparallel alle Südflächen belegen, dann Ost und West. Bei Flachdächern bietet sich eine O-W Aufständerung an, um mehr installierte Leistung auf die begrenzte Fläche zu bekommen. Mehrertrag morgens und abends resultiert dann aus der höheren installierten Leistung, nicht aus der O-W Ausrichtung.

@aengelmann,
kannst Du zu der rechtlichen Konstruktion etwas mehr sagen? Ich hab mal gelesen, dass der Stromverbraucher eine 'nicht unerhebliche' Beteiligung an der PV Anlage haben muß, um die verminderte EEG Umlage zu vermeiden. Aber habe noch nichts rechtssicheres dazu gesehen.

Gruß
Jochen
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Re: Anfänger braucht Ratschlag

Beitragvon mastereckert » 28.09.2012, 14:14

Hallo,

endlich kann ich antworten.
lt Angebot werden Jinko JKM 250 P-60 Module angeboten mit Kaco Powador Wechselrichter Anlage 1: 164,4 KWwerden mit 671 Stck geplant auf 5 verschiedene Firmendächer, der Kwp preis liegt bei genau 1568 € inkl.Planung, Anmeldung, Montage, 14 Stck Überspannungsschutzgehäuse, Profi Datenlogger, Tiefbau Wachschutz und Entsorgung.
zur Wirtschaftlichkeit : die Anlage soll noch im Oktober ans Netz gehen zu 0,1560 €/kwh
914Kwh/kwp soll der Stromertrag p.a sein.
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