Abschreibung einer Photovoltaikanlage

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Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon dermundl » 23.03.2010, 22:16

Hallo,
bin neu hier, ich habe vor eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu bauen. :(
Betreiber ist meine Freundin die aufgrund unseres behinderten Kindes nicht oder nur eingeschränkt arbeiten kann und deshalb auch nur ein Mindereinkommen hat.
Die Anlage soll auf das Dach eines alten Bauernhof kommen, dessen Dachstuhl auch renoviert werden muß.
Geschätzte Kosten Dach renovieren 25000€ + Photopholtaikanlage 50000€.
Wie gehe ich am besten vor.
1. Gewerbe anmelden damit ich den Vorsteuerabzug der Anlage gelten machen kann - sind die Renovierungskosten für das Dach (Gebäude ist nicht mehr in Landwirtschaft) auch dann Vorsteuerabzugberechtigt?
2. Es muß ein Kredit in Höhe von 75000€ aufgenommen werden - Laufzeit konstant 20Jahre
3. Welche Abschreibungsart ist sinnvoll, meiner Meinung nach die Lineare Abschreibung da es gleichmäßig den Gewinn der Anlage reduziert und somit keine Einkommensteuer fällig wird.
4. Meine Frage, ich kann doch sicherlich die ganzen Kosten in Höhe von 75000€ (Dach + Anlage) abschreiben?
5. Ist es richtig, das ich gleichzeitig diese Abschreiben sowie den Kreditbetrag ansetzen kann.
6. Wie schaut die Kalkulation aus, rechne ich das richig?
Kredit 75000€ - Zins und Tilgung für 20Jahre = 470€ x 12M.= 5640€ (oder kann ich nur den Zins, ohne Tilgung absetzen?)
75000€ - 5% lineare Abschreibung = 3750€
Sonstige geschätze Kosten Unterhalt = 500€
Ertrag der Anlage = 6474€ - 500€ Unterhalt = 5974€ jahrlich
5640€ + 3750€ = 9390€ Abschreibung
Das heist nach meinen Ermessen -ich habe einen Steuergewinn den ich auf Ihr Einkommen verrechnen kann von 9390€ - 5974€ Gewinn = 3416€.
Habe ich das richtig gerechnet??
Für mich ist das absolutes Neuland, bin Dir sehr dankbar wenn Du mir weiterhelfen könntet.
Schönen Dank. :danke:
Alfons
dermundl
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon Photonensammler13 » 24.03.2010, 00:43

Hallo Alfons,

zunächst willkommen im Board,
aber zunächst Frage
Nr. 7 Wie groß ist die Chance, dass Du hier einen Betreiber findest, der gleichzeitig Finanzbeamter ist und obendrauf auch noch
fast jeden Tag hier ins Forum hineinschaut?
Daher würde ich Dir empfehlen, rufe bei Deinem Finanzamt an und stelle dort die oben genannten Fragen.
Dort wirst Du mit einem Fachmann zu tun haben, der Dir auf alle deine Fragen Antworten geben kann.
Deine Frage 6. kann ich Dir allerdings schon beantworten.
Wenn Du die Tilgung des Kredits und die Afa (Abschreibung) beides absetzen möchtest, dann würdest Du Deine 75.000,-- € zweimal absetzen.
Da macht das Finanzamt nicht mit. Also nur die Kreditzinsen aber nicht die Tilgung.
Gruß
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon Sonnenstevie » 24.03.2010, 10:11

Photonensammler13 hat geschrieben:aber zunächst Frage
Nr. 7 Wie groß ist die Chance, dass Du hier einen Betreiber findest, der gleichzeitig Finanzbeamter ist und obendrauf auch noch
fast jeden Tag hier ins Forum hineinschaut?
Daher würde ich Dir empfehlen, rufe bei Deinem Finanzamt an und stelle dort die oben genannten Fragen.
Dort wirst Du mit einem Fachmann zu tun haben, der Dir auf alle deine Fragen Antworten geben kann.


Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe, aber ich sage es gern noch 94 Mal:

Aufgabe der netten Damen und Herren im Finanzamt ist es, die Steuern festzusetzen. Ihre Aufgabe ist es nicht, in steuerlicher Hinsicht zu beraten. Sie haben auch kein Interesse daran, die Steuern möglichst niedrig festzusetzen. Das ist der Grund, weswegen Initiativen dieser Art meist unbefriedigend enden: Dem Finanzer fällt auf, dass er gerade dabei ist, mehr zu tun als nur ein paar einfache Fragen zu beantworten.

Die Fragen werde ich beantworten, sobald ich etwas Zeit habe. Allerdings sei die Bemerkung erlaubt, dass man auch etwas in eine vernünftige steuerliche Beratung investieren könnte, wenn man insgesamt 75.000 € für eine Anlage ausgibt.

Viele Grüße


Stevie
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon wurzlsepp668 » 24.03.2010, 10:26

servus,

ok, ich versuch mal, die fragen einigermassen zu beantworten.

1. gewerbeanmeldung ist normalerweise nicht erforderlich, hängt, soweit ich dass mitbekommen habe, regional vom bundesland ab, hier in bayern weiß ich die wenigsten, die ein gewerbe angemeldet haben. du mußt dem finanzamt halt rechtzeitig (ca. 4-6 wochen vorher) bescheid geben, dass eine pv-anlage installiert wird, dann wird dort alles eingerichtet (steuernummer usw.)
bezüglich der renovierungskosten habe ich große bedenken, normalerweise werden die vom finanzamt (auch wieder regional unterschiedlich) nicht anerkannt, hier in bayern besteht nahezu keine chance, diese über die pv-anlage abzurechnen
2. aufgrund der evtl. problematik mit den renovierungskosten empfehle ich, den kredit zu splitten in pv-anlage und dachrenovierung
3. bei der abschreibungsart kommt es darauf an, wie hoch das zu versteuernde einkommen ist, die abschreibung brauchst du ja erst mit der steuererklärung festlegen, dann kannst du es ja neu durchrechnen (lassen)
4. wie bereits oben angemerkt wird es probleme bezüglich der dachreparatur / renovierung geben, die pv-anlage kannst du aber sicher abschreiben
5. natürlich kannst du die abschreibung für die anlage ansetzen. wo willst du den kreditbetrag ansetzten??? du bekommst geld von der bank, das wäre also eine einnahme mit 50 bzw. 75T EUR!!!!
6. deine kalkulation schaut soweit gut aus, du mußt allerdings noch die mehrwertsteuer bzw. vorsteuer berücksichtigen (hier gibts ja eine verschiebung, da du die mwst für dezember erst im januar bezahlst)

ansonsten muß ich sonnenstevie zustimmen, eine steuerliche beratung kostet zwar geld, sie ist aber, gerade in diesem falle wegen der dachreparatur / renovierung auf jeden fall sinnvoll.
außerdem sind die kosten für den steuerberater dann bei der gewinnermittlung der pv-anlage absetzbar, auch die vorsteuer.
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon flying-sun » 24.03.2010, 13:11

mahlzeit,

eine anmerkung von mir finanzämter sind keine steuerberater das stimmt aber finazbeamte müssen jede gestellte frage wahrheitsgemäss beantworten als ich vor ca. 15 jahren noch angestellter war bin ich regelmässig nach stuttgart aufs amt gefahren und hab in der sprechstunde meine fragen gestellt und auch antworten bekommen... nur eben keine optimierung wie man mehr rausholen kann deshablb auch mein dringender ratschlag die 200-300 euro in die hand nehmen und ordentlich beraten lassen die fallen bei der summe die gplant ist wirklich in den promilbereich


grüßle flying-sun
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon Sonnenrentnerin » 24.03.2010, 19:48

flying-sun hat geschrieben:aber finazbeamte müssen jede gestellte frage wahrheitsgemäss beantworten

Ja, so haben sie es geschworen :mrgreen:
Das Finanzamt darf und wird keine Steuerberatung machen
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Re: Abschreibung einer Photovoltaikanlage

Beitragvon wurzlsepp668 » 24.03.2010, 21:49

du wirst definitiv nicht sehr viele finanzbeamte finden, die dir tipps zur steuersenkung geben.
und schon gar nicht bei einer pv-anlage.
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