20 % Preisreduktion für Module in 2009 ?

Förderung, Kreditgeber, Finanzamt, Wirtschaftlichkeit, Steuern,...

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Sind 20 % Preisreduktion 2009 realistisch ?

Umfrage endete am 31.12.2009, 22:05

Ich rechne eher mit größerem Preisnachlass
59
15%
15 bis 20 % sind auf jeden Fall drin
79
20%
Ich gehe eher von 10 bis 15 % aus
129
32%
Höchstens 8 % wie die Einspeisevergütung
114
28%
Die Preise bleiben stabil
19
5%
Ich rechne mit steigenden Preisen
5
1%
 
Abstimmungen insgesamt : 405

Beitragvon cephalotus » 21.11.2008, 20:17

Bithumer hat geschrieben:Mag sein, dass wir erstmal eine deflatorische Phase haben werden, doch gehe ich davon aus, dass spätestens im zweiten Halbjahr 2009 die Inflation anziehen wird und irgendwann in einer Hyperinflation enden wird.
Bithumer


Wenn dem so wäre, dann wäre eine Investition in PV mit gleichbleibender Vergütung ne ziemliche Geldvernichtung.
(natürlich nicht so schlimm wie wenn das Geld auf der Bank läge, denn der Strom ist immer was wert).

Ich hoffe dann doch mal sehr, dass es nicht zur Hyperinflation kommt.
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Beitragvon cephalotus » 21.11.2008, 20:33

das Preismaximum kann ich nicht nennen, das hängt vor allem davon ab, was sich außerhalb Deutschland abspielen wird.

2008 hat der spanische Markt den Modulpreis maßgeblich bestimmt, nicht der deutsche. Sollte in 2009 die Nachfrage in Italien, Japan, USA, wo auch immer das Angebot übertreffen, dann wird der Preis von den Käufern in diesen Ländern gemacht.

Nur dann, wenn die Nachfrage in den ausländischen Märkten deutlich bgeringer ist als das weltweite Angebot, dann ahben die Käufer in Deutschland die Möglichkeit, Einfluss auf den Preis zu nehmen.

Und daher habe ich aber eine Meinung, wie weit der Preis maximal fallen wird und das sind ca. -15% im Jahresmittel
Bei einem solchen Preis und Zinsen fürs Fremdkapital um die 4-5% wird die Nachfrage in D dann bereits so hoch sein, dass das Angebot von deutschen Markt (der ja nicht gedeckelt ist) aufgesogen wird.

Sollte es zu einem solchen Szenario kommen, die Preise stark fallen und in D nächstes Jahr >5GW an PV installiert werden, dann gehe ich davon aus, dass des EEG vorzeitig geändert wird, denn politisch wäre das vermutlich kaum durchzusetzen.

Meine Meinung.

mfg

PS: Die meisten (nicht alle) Modulproduzenten könnten vermutlich ihre Module auch bei 20% oder gar 25% Preisabschlag pro Wp noch einträglich verkaufen, allerdings glaube ich, dass es in diesem Fall mit weiterem Zubau an Produktionskapazitäten erstmal vorbei wäre (und das ist ja auch nicht der Sinn des Ganzen)
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Beitragvon Mickel » 22.11.2008, 01:29

Sollte es zu einem solchen Szenario kommen, die Preise stark fallen und in D nächstes Jahr >5GW an PV installiert werden, dann gehe ich davon aus, dass des EEG vorzeitig geändert wird, denn politisch wäre das vermutlich kaum durchzusetzen.


Der politische Aspekt dürfte ohnehin interessant werden (wenn auch nicht für die Preispolitik in 2009, sondern für 2010 oder 2011). Ich könnte mir schon vorstellen, dass bei einer schwarz-gelben-Koalition noch mal an den Vergütungssätzen gedreht wird (das EEG abschaffen ist nicht mehr gangbar, aber einzelne EE könnten schon auf der "Abschussliste" landen).
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Beitragvon Kollektor » 22.11.2008, 10:48

Mickel hat geschrieben:
Sollte es zu einem solchen Szenario kommen, die Preise stark fallen und in D nächstes Jahr >5GW an PV installiert werden, dann gehe ich davon aus, dass des EEG vorzeitig geändert wird, denn politisch wäre das vermutlich kaum durchzusetzen.


Der politische Aspekt dürfte ohnehin interessant werden (wenn auch nicht für die Preispolitik in 2009, sondern für 2010 oder 2011). Ich könnte mir schon vorstellen, dass bei einer schwarz-gelben-Koalition noch mal an den Vergütungssätzen gedreht wird (das EEG abschaffen ist nicht mehr gangbar, aber einzelne EE könnten schon auf der "Abschussliste" landen).


Bei der derzeitigen gesamtwirtschaftlichen Lage werden die Prioritäten neu verteilt. Die Poltitik denkt üblicherweise in 4-Jahresräumen.

Sollte ich mal Präsident werden :lol: , so würde ich meinen Spielraum nutzen um langfristig Klima- und Ressourcen zu schonen sowie jedem Bürger eine sozialverträgliche Existenz zu ermöglichen. Die Kombination geht am Besten mit einem raschen Ausbau der erneuerbaren Energie.über alle Ländergrenzen hinweg. Dazu ist es zunächst notwendig Anreize zu schaffen damit das Ganze so richtig in Gang kommt ( das EEG hat gute Vorarbeit geleistet ), dann müssen Anreize geschaffen werden damit alles bezahlbar und damit umsetzbar wird. Also Preise für bekannte Technologien immer so weit nach unten bringen dass sich das für die Produzenten gerade noch lohnt ( bisher waren die Preise so, dass sich das für die Anwender noch geradeso lohnt ) und besondere Anreize für die Entwicklung neuer Technologien schaffen ( dazu gehört auch ein höherer Wirkungsgrad ).

Ich befürchte aber, dass unsere Regierungen unter dem Druck der Volksmeinung eher kurzfristig agieren wird und z.B. lieber die Autoindustrie hochhalten wird statt die erneuerbare Energie zu pushen.
Sonnige Grüße
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Beitragvon Max » 22.11.2008, 12:14

Zitat Brischo:
Würde der Endkunde ein wenig mehr über Preise wissen, stünden hier kaum noch Angebote über 4.000 € zur Bewertung in der entsprechenden Rubrik.


Guten Tag,

entschuldige Brischo, aber ich glaube Du hast diesen Thread nicht verstanden !!! Bzw. Du willst ihn instrumentalisieren:

Schön, dass Du Dank dieses Forums und vielleicht einiger anderen Infpormationsquellen Dir ein wenig Wissen aneignen konntest.
Dieses jedoch bei Weitem wohl nicht ausreicht, um die Kalkulation und unternehmerischen Verantwortungen + Risiken eines Fachbetriebes einzuschätzen.
Wen ich nur eine Teilinformation habe, dann weiß ich auch nur Teile, aber nicht das Ganze !

Was hier in der PV geschieht u-a. durch solche Diskussionen hier im Hinblick Deiner so sp positiv angeführten Preistaransperenz, ist wohl auf dem Markt niergends üblich.
Oder weß jeder hier, was sein Autohändler für nen Einkaufspreis hat.

Denke das geht in der Regel den Endkunden auch nichts an.

Der Preisvergleich und Wettbewerb für den Enkunden ( seine Preistransparenz) sind die verschiedenen Angebote verschiedener Fachbetriebe.

Aber zu diesem Thread,

Es kann durchaus sein und es sollte auch so sein, dass der Preis der PV Systeme sinkt.
Letzendlich ist das EEG ja nur als Marktanreiz zu verstehen.
Allerdings ist es aber auch nicht auf Dauer in die Richtung misszuverstehen, dass ein neuer Unternehmertyp ( Solaranlagenbetreiber) mit einer maximalen Rendite, das Ziel dieses Gesetzes ist.

Das EEG hatte meiner Meinung nach das Ziel dieser Technologie zu mehr Reife, Akzeptanz und schnellerer Lieferungen von Ergebnissen und Entwicklung zu verhelfen. Sozusagen ein großer "Feldversuch " der Technologie im größeren Ausmass und die Bereitschaft des Einzelnen dazu wurde/wird über den Geldbeutel gesteuert.

Dass bereits einige Hersteller sich das ein oder andere Scheinchen zur Seite legen konnten und auch großzügig sich zu "Höheren"berufen sahen ( Vatikan), zeigt auf, dass Preisabsenkungen wohl möglich sein dürften.

Ab wann genau der Preis nicht nur schwankt, sondern wirklich sich auf ein sinkende Niveau einpendelt, kann ich leider nicht vorhersagen, da dies auch von vielen anderen Marktfaktoren und Instrumenten mit entschieden werden wird.

Unumstritten teile ich Kollektors Meinung, dass die Produktionen massiv erhöht worden sind in den vergangenen Jahren und dies kann durchaus die Situation Angebot / Nachfrage umkehren im Vergleich zu den Vorjahren.
Jedoch hatten wir diesen Sommer trotz alledem, wegen Spanien noch Engpässe und wenn noch ein größerer Markt als Spanien aktiv werden sollte, kann dies auch noch mal in 2009 passieren.

Aber prinzipiell bin ich auch der Ansicht, dass ab 2009 die Tendenz eindeutig ersichtlich wird, dass die Pionierzeit vorbei ist und die absolute Mangelverwaltung langsam Geschichte wird.

Viele Grüße
Max
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Beitragvon harald72 » 24.11.2008, 08:42

Meine Marktanalyse:

Der Preis für den KwP liegt grundsätzlich immer zwischen dem Preis, bei dem die Anbieter gerade noch Gewinn machen und dem Preis, dass die Nachfrager ebenfalls noch Gewinn machen.
Natürlich liegt der Preis nicht für jeden Anbieter gleich. Wer höhere Kosten hat wird eben im Falle einer geringeren Nachfrage schneller ausscheiden oder muss mit Verlust anbieten, was er sicherlich nur eine Zeit lang tun kann und wird.

Der Nachfrager wird aber nur kaufen, solange er ebenfalls ein gutes Geschäft macht. Einflussfaktoren sind hier natürlich der Preis, aber auch Zinssen und steuerliche Aspekte. Jemand der eine PV-Anlage optimal zur Steuerreduzierung nutzen kann, kann evtl noch für Preise die 10-20% höher sind investieren als jemand der diese Möglichkeiten nicht hat.

Wir haben also die typischen steigenden Angebots - und fallenden Nachfragekurven. Aufgrund der hohen Nachfrage auch zu Preisen, die den Anbietern sehr hohe Gewinne bringen, haben wir extrem hohe Modulpreise. Das sieht man ja daran, dass die Anlagenpreise eine Funktion der Sonneneinstrahlung sind. Je höher diese ist, desto mehr muss bezahlt werden. Ein klarer Käufermarkt !!!

Aber wie geht es weiter

zum Angebot:
Es scheint mir klar zu sein, dass das Angebot massiv steigt. Das gilt sowohl für die Solateure, als auch für die Modulhersteller. Ich glaube aber trotzdem, dass zumindest in 2009 das zusätzliche Angebot nicht reichen würde Druck auf die Preise auszuüben, dazu scheint mir die Nachfrage zu hoch zu sein.

zur Nachfrage:
Da gibt es sehr viele Gründe, die für einen massiven Nachfragerückgang zumindest Anfang 2009 sprechen

- Senkung der Einspeisevergütung (z.B. Deutschland und Spanien): Viele haben doch Ihre Anlage vorgezogen um noch in den Genuss der hohen Vergütung zu kommen. Die fallen jetzt erstmal weg.
- Wirtschafts- bzw. Kreditkrise: Viele potentielle Investoren müssen jetzt Ihr Geld zusammenhalten bzw. sind für größere Projekte z.Z. nicht hinreichend kreditwürdig.
Ölpreise: Die Mär von den ewig steigenden Ölpreisen ist dahin. Insofern wird weltweit auch weniger in Solarenergie investiert werden als man vor einigen Monaten noch hätte denken können.


Ich weiss natürlich nicht, ob der Nachfragerückgang ausreicht, um aus dem Verkäufer- einen Käufermarkt zu machen. Ich weiss aber schon, dass wenn das passiert, es eine massive Dynamik gewinnt. Man sieht sowas immer sehr gut an den Entwicklungen an der Börse. Die Preise können dann schnell massiv fallen.

Ich bin auf jeden Fall Gewehr bei Fuß um dann zu vielleicht noch billigeren Krediten zu niedrigeren Preisen zu investieren was geht.
harald72
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Beitragvon mwanton » 24.11.2008, 09:02

harald72 hat geschrieben:Meine Marktanalyse:

... die Anlagenpreise eine Funktion der Sonneneinstrahlung sind. Je höher diese ist, desto mehr muss bezahlt werden. Ein klarer Käufermarkt !!!


Aktuell haben wir einen Verkäufermarkt, will sagen die Verkäufer sitzen am längeren Hebel weil die Nachfrage das Angebot übersteigt und es somit keinen / kaum Druck auf die Preise gibt.

Wenn sich diese Situation in 2009 wie auch ich hoffe ändert und das Angebot deutlich steigt während gleichzeitig die Nachfrage schwächer wird, dann wird das Druck auf die Preise ausüben und wir haben den ersehnten Käufermarkt.
Gruß mwanton
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Beitragvon Kollektor » 29.11.2008, 00:24

Die Systemkosten sind von gestern,
die Prognosen von 2009 sind von mir:

Bild
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Beitragvon Steffnix » 29.11.2008, 01:07

Orakel, Orakel, Orakel....

Zur Zeit wissen wir es doch alle nicht.

Nächstes Jahr ist Wahljahr! Da kann viel passieren! Selbst die Regierung ist sich unsicher. Zitat Frau Merkel (so, oder so ähnlich): "2009 wird ein Jahr von schlechten Meldungen..."

Da weiß eine anscheindend schon mehr. Traut es sich dem Volke aber nicht noch deutlicher zu sagen; ist schließlich Wahljahr. Aber wenn sich (nicht irgend jemand) so äußert, wird mir für 2009 schon ein bisschen mulmig. Und diese Aussage bezieht sich auf den Gesamtmarkt.

Meiner Meinung nach ist der PV-Markt kein "freier Markt" (s. irgendwann vorher).

Daher kann man auch nicht mit den normalen Marktgesetzen argumentieren.

In einem so hochpreisigen Marktsegment, halte ich es wie Beckenbauer: "Schau´n wir mal".

Hoffentlich sinken die Preise, damit die Binnenkonjunktur ans Laufen kommt.

Weil, wenn es zu einer Weltrezession kommt, dann wird PV nur ein nachrangiges Problem werden.

Gruß, Steffnix
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Beitragvon Kollektor » 29.11.2008, 22:21

So könnten die Schlagzeilen 2010 aussehen, wenn nicht durch massive Preissenkungen der Absatz angekurbelt wird:

Modulhersteller Sunworld schickt Beschäftigte in Kurzarbeit

Hannover (dpa) - Der Modulhersteller Sunworld schickt Beschäftigte wegen der Absatzkrise auf den Photovoltaikmärkten in Kurzarbeit. Je nach Standort und Situation werde diese von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen dauern.

Das sagte ein Konzernsprecher am Samstag in Hannover und bestätigte einen Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Die Zahl der Beschäftigten, die davon in Deutschland betroffen sind, konnte er nicht nennen. «Das ist jetzt alles im Fluss», sagte der Sprecher. Es gebe aber Standorte, an denen bereits Kurzarbeit eingeführt sei.

Angesichts der Konjunkturschwäche in der Solarbranche baut Sunworld zudem Stellen für Leiharbeiter ab, verlängert die Betriebsferien zum Jahresende und baut Urlaubs- und Arbeitszeitkonten ab. Bis zum Jahresende sollen weltweit rund 5000 Leiharbeitsplätze gestrichen werden, wie Sunworld im Oktober angekündigt hatte. Damit ist etwa jeder zweite Leiharbeiter betroffen.

Der Modulhersteller, der vor der Übernahme durch das japanische Traditionsunternehmen Harakiri Soltosaki steht, bekam die Konjunkturabschwächung in der Branche massiv zu spüren. Der Gewinn brach im dritten Quartal massiv ein. Auch andere Modulhersteller führten Kurzarbeit ein oder schließen diese nicht mehr aus, wie etwa Solaron und Silizeo.

Norddeutsche Zeitung 1. Dezember 2010
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