Bombenertrag für die Versorger, oder ?

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Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon Solarwatt » 05.07.2012, 18:15

Hallo zusammen,

Die Versorger müßten doch für jede Photovoltaikanlage eine Flasche Sekt aufmachen, oder ?

Ist es nicht so das wenn ich 5000 kw/h ins Netz einspeise zwar 0,195 Euro pro kw/h bekomme, jedoch werden die ja nicht von den Versorgern bezahlt, sondern von der Allgemeinheit zwecks EEG, richtig ?

Aber die Krönung ist doch die : Sagen wir mal das von meinen 5000 kw/h ca. 1000 kw/h mein Nachbar bekommt. Die RWE muß auf dem Strommarkt diese 1000 kw/h nicht beschaffen, da ich den Strom produziere, richtig ?

Gleichzeitig läuft der Zähler meines Nachbarn aber um diese 1000 kw/h weiter die sich die RWE teuer bezahlen lässt. :shock: richtig ?

Da soll noch mal irgend ein Journalist sagen das EEG wäre am teuren Strompreis schuld :roll:

Es wäre also nur fair , wenn sich die Versorger zumindest an der Hälfte der Kosten beteiligen würden, oder habe ich einen Denkfehler ?


Gruß

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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon Elektron » 05.07.2012, 18:18

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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon michael091963 » 05.07.2012, 18:22

Du hättest Recht, wenn die von den Verbrauchern zu zahlende EEG-Umlage in Höhe Deiner 0,195 € (oder meiner 0,3914 €) pro kWh betragen würde. Tut sie aber nicht...
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon eggis » 05.07.2012, 18:44

Moin Solarwatt,

leider bist in deinem Wissen um den Strommarkt genauso auf dem Holzweg wie bei den Einheiten der Energie.

Den einen Versorger gibt es nicht. Du kannst schließlich auf über 600 Anbieter frei auswählen. Diese Anbieter bekommen auch nicht deinen Strom aus deiner Anlage, denn diesen Strom verkaufst du an den örtlichen Netzbetreiber. Da dieser deinen Strom gar nicht haben will, er betreibt ja schließlich Netze und ist kein Versorger, schiebt er den Strom schnell weiter an den Übertragungsnetzbetreiber -ÜNB- (der mit den Stromautobahnen :D ). Aber was soll der damit? Auch er betreibt Netze (nur etwas Größere). Jedoch kann der ÜNB den Strom an der Börse in Leipzig zusammen mit all dem anderen Strom verkaufen. Hier kaufen die 600 Stromanbieter ein (nicht direkt sondern über Börsenmakler), um dir und deinem Nachbarn wieder den Strom anzubieten.

Damit dann bei dieser ganzen Verkauferei keiner den anderen besch.... , gibt es noch die Messstellenbetreiber, die dann kontrollieren, ob alles korrekt abläuft.

So, und das nächste mal erkläre ich dir, wie Merit etwas ordert. :mrgreen:
Mit sonnigen Grüßen
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Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon andig2 » 05.07.2012, 19:20

eggis hat geschrieben:Moin Solarwatt,.
So, und das nächste mal erkläre ich dir, wie Merit etwas ordert. :mrgreen:


Mit fehlen nur noch Maus und Elefant ;)
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon Solarwatt » 05.07.2012, 20:25

Sorry,

aber das verstehe ich nicht ganz. Ich lebe hier in einem Ort
mit 100 Häusern.
Mein Strom wird wohl kaum den Ort verlassen.
Ich kenne hier niemanden der nicht bei der RWE ist. Die 5000
die ich einspeise müssen nicht produziert werden.
Was also ist falsch an meiner Rechnung ?
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon eggis » 05.07.2012, 21:19

Solarwatt hat geschrieben:Was also ist falsch an meiner Rechnung ?

Der Unterschied zwischen physikalischem und kaufmännischem Strom.
Wenn du von einem Anbieter 100% Atomstrom beziehst, deine PVA aber grade deinen Bedarf deckt, wird trotzdem Atomstrom auf der Rechnung stehen. :juggle:
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon Solarwatt » 06.07.2012, 16:35

Wenn in meinem Ort im Durchschnitt 200 kw fließen, dann wird
das logischerweise irgendwo registriert.
Wenn nun 10 Photovoltaikanlagen im Durchschnitt 50 kw liefern,
dann werden eben nur noch 150 kw angefordert, was sich deutschlandweit
erheblich bemerkbar macht.
Aber diese 50 kw werden trotzdem auf den Zählern der Verbraucher
erscheinen und mit 23 cent bezahlt, also machen die Versorger
Gewinn, obwohl Sie nur noch 150 kw liefern müssen bekommen
Sie 200 bezahlt.

Wo bin ich da auf dem Holzweg ?
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon michael091963 » 06.07.2012, 17:23

Nimm mal Deine Stromrechnung zur Hand.
Suche nun die Zeile "Umlage nach dem Erneuerbare Energiengesetz" (oder ähnlich)
Welcher Betrag steht dort (pro kWh)?

Mir muss der VNB übrigens 39,14 ct pro Solarstrom-kWh bezahlen. Und es gibt Betreiber, die - weil früher am Start - noch deutlich mehr bekommen. Nach Deiner Logik müsste der Versorger nun Konkurs anmelden, da er mir doppelt so viel für den Strom zahlt, wie er von meinem Nachbarn dafür kassiert.
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Re: Bombenertrag für die Versorger, oder ?

Beitragvon buergersolar » 06.07.2012, 19:27

Solarwatt hat geschrieben:Sorry,

aber das verstehe ich nicht ganz. Ich lebe hier in einem Ort
mit 100 Häusern.
Mein Strom wird wohl kaum den Ort verlassen.
Ich kenne hier niemanden der nicht bei der RWE ist. Die 5000
die ich einspeise müssen nicht produziert werden.
Was also ist falsch an meiner Rechnung ?

Ob der PV-Strom physikalisch den Ort verlässt oder nicht, ist völlig pups. Kaufmännisch wird dein Strom (der übrigens auch gemessen wird, nicht nur der, den der Nachbar bezieht) an der Börse verkauft und landet somit zu einem kleinen Teil bei jedem deutschen Stromverbraucher.
Wenn bei euch im Dorf alle Atomstrom kaufen, dann wird der auch produziert, auch wenn ihr physikalisch gesehen PV-Strom verbraucht. Den AKW-Strom verbrauchen dann andere, obwohl sie vielleicht keinen gekauft haben (ich z.B.).

Das Netz ist wie ein großer See. Wenn ihr Atomstrom kauft, dann wird für euch Atomstrom eingespeist - irgendwo. Wenn ihr PV-Strom einspeist, dann zahlt den jeder zu einem Teil, der aus dem See seinen Strom bezieht.

Solarwatt hat geschrieben:Wenn in meinem Ort im Durchschnitt 200 kw fließen, dann wird
das logischerweise irgendwo registriert.

Nein, wird es nicht. Die Versorger speisen Strom nach dem Standardlastprofil ein. Was in deinem Ort tatsächlich verbraucht wird, weiß keiner.
Abweichungen von der Prognose gleichen sich teils gegenseitig aus oder müssen mit Regelleistung ausgeglichen werden.
Solarwatt hat geschrieben:Wenn nun 10 Photovoltaikanlagen im Durchschnitt 50 kw liefern,
dann werden eben nur noch 150 kw angefordert, was sich deutschlandweit
erheblich bemerkbar macht.
Aber diese 50 kw werden trotzdem auf den Zählern der Verbraucher
erscheinen und mit 23 cent bezahlt, also machen die Versorger
Gewinn, obwohl Sie nur noch 150 kw liefern müssen bekommen
Sie 200 bezahlt.

Wenn deine Nachbarn 200 kWh verbrauchen, dann muss deren Versorger dafür auch 200 kWh einkaufen. Wenn er das an der Börse einkauft, sind da automatisch auch deine PV-kWh dabei. Geschenkt bekommt keiner was.

Außerdem sind im Endkundenpreis von 23ct auch noch eine Menge Steuern und Abgaben drin, an denen der Stromanbieter nichts verdient.

Sonnige Grüße
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