Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

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Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon Handle » 29.08.2013, 00:41

Da ich mich beim Thema Heizung nicht so auskenne, frage ich mal hier um Rat.
Unsere Gastherme, eine Junkers mini-11 KSE, ist nun schon 21 Jahre alt. Unser Haus ist der äußere Teil eines Reihenhauses (Baujahr 1992, mit Keller, ca. 120qm Wohnfläche) und wir haben einen Gasverbrauch von ca. 22.000 kWh / Jahr. Der Warmwasser-Druckspeicher ist 160 Liter groß.
Meine Frage lautet nun: Wie groß wäre das Einsparpotential? Lohnt sich eine Modernisierung?
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Re: AW: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon JayM » 29.08.2013, 05:54

Handle hat geschrieben:Da ich mich beim Thema Heizung nicht so auskenne, frage ich mal hier um Rat.
Unsere Gastherme, eine Junkers mini-11 KSE, ist nun schon 21 Jahre alt. Unser Haus ist der äußere Teil eines Reihenhauses (Baujahr 1992, mit Keller, ca. 120qm Wohnfläche) und wir haben einen Gasverbrauch von ca. 22.000 kWh / Jahr. Der Warmwasser-Druckspeicher ist 160 Liter groß.
Meine Frage lautet nun: Wie groß wäre das Einsparpotential? Lohnt sich eine Modernisierung?
hallo Handle,
Aus der Ferne schwer zu sagen, ob sich das lohnt. Austausch von 21 Jahre altem Geraet gegen neues Brennwertgeraet in aller Regel ja!

Wichtig ist die richtige Reihenfolge:
1. Daemmung pruefen:
- Dach (wenn ausgebaut) bzw oberste Geschossdecke
- Bodenplatte bzw. Kellerdecke
- Fenster erneuern?
- Fassade daemmen

2. Moechtet Ihr aus Komfortgruenden Fussbodenheizung ( oder Decken- bzw Wandheizung)?

3. Von der Liste ausfuehren was man fuer sinnvoll erachtet und neuen Heizbedarf berechnen.

4. Jetzt das passende Heizsystem waehlen und auslegen.

Man muss nicht alles machen, was man machen koennte, gerade die Fassadendaemmung lohnt nicht unbedingt. Doof aber, wenn man jetzt das Heizgeraet tauscht, dann in 3 Jahren daemmt und Fenster erneuert, und feststellt, dass das Geraet vollkommen ueberdimensioniert ist, und man zudem bei guter Daemmung mit Waermepumpe und PV besser gefahren waere.

Gruss
Jochen
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Re: AW: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon jodl » 29.08.2013, 06:45

JayM hat geschrieben:2. Moechtet Ihr aus Komfortgruenden Fussbodenheizung ( oder Decken- bzw Wandheizung)?


der TS wollte doch nur wissen ob die Erneuerung seiner Therme Sinn macht
daß er alle Böden rausreissen will um Fußbodenheizung einzubauen hätte ich daraus nicht schließen wollen

aber im Grundsatz ist die beschriebene Vorgehensweise schon richtig
22.000 kWh im Jahr für 120 qm ist ziemlich hoch
"nur" die Therme erneuern wird da nicht reichen wenn man diesen Verbrauch merkbar reduzieren möchte
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Re: AW: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon JayM » 29.08.2013, 07:40

jodl hat geschrieben:
JayM hat geschrieben:2. Moechtet Ihr aus Komfortgruenden Fussbodenheizung ( oder Decken- bzw Wandheizung)?


der TS wollte doch nur wissen ob die Erneuerung seiner Therme Sinn macht
daß er alle Böden rausreissen will um Fußbodenheizung einzubauen hätte ich daraus nicht schließen wollen

Muss man ja auch nicht wollen, aber darueber nachdenken und bewusst entscheiden sollte man schon wollen ;-)

Niedertemperatur(flaechen)heizung eroeffnet niedrige Vorlauftemperaturen und damit ganz andere Moeglichkeiten und Einsparpotentiale. Als Wand- oder Deckenheizung kann man das auch ohne was rausreissen zu muessen.

Schlimmster Fall: in 2013 Therme erneuern und in 2014 ueber die anderen Aspekte nachdenken.
Gruss
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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon eggis » 29.08.2013, 08:06

Moin handle,
Handle hat geschrieben:Unsere Gastherme, eine Junkers mini-11 KSE, ist nun schon 21 Jahre alt. Unser Haus ist der äußere Teil eines Reihenhauses (Baujahr 1992, mit Keller, ca. 120qm Wohnfläche) und wir haben einen Gasverbrauch von ca. 22.000 kWh / Jahr. Der Warmwasser-Druckspeicher ist 160 Liter groß.
Meine Frage lautet nun: Wie groß wäre das Einsparpotential? Lohnt sich eine Modernisierung?

ich habe das vor 2 Jahren hinter mich gebracht. Die alte Gastherme hatte in etwa das selbe Alter wie deine und lief auch nicht mehr richtig, was sich im hohen Verbrauch (30.000 bis 35.000kWh bei 200m²) zeigte.

Nun habe ich eine Brennwerttherme, allerdings mit 10m² Solarthermie (60° Aufständerung) zur Heizungsunterstützung und 800l Speicher. Nun liege ich bei etwa 18.000kWh beim Gasverbrauch. Etwas 5.000kWh sollen aus der Solarthermie kommen. Zusätzlich wird noch mit Gas gekocht und gebacken, was von den 18.000kWh noch abgezogen werden muss. Hab hier aber keinen Plan wie viel Verbrauch das ausmacht.

Ich habe jetzt nicht nachgerechnet ob und wann sich das rechnet. Vom Bauchgefühl her bin ich zufrieden.

PS: Ein gute Hilfe bietet dir das Forum vom Haustechnikdialog. http://www.haustechnikdialog.de/Forum/4 ... rview=true
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon Nachtstrom » 29.08.2013, 08:25

Bei einer neuen Heizung muß man die Auslegung mehrfach überprüfen.

Erst einmal die Dämmung am Haus. Warum eine 30kw Heizung einbauen wenn man später dämmt und nur noch 20kw benötigt, schon ist die Heizung wieder falsch ausgelegt. Auch kann man mit der Dämmung evtl. die Vorlauftemperatur absenken.

Auch wenn sich an der Dämmung nichts ändert, ist die jetzige Heizung richtig dimensioniert ? Ein Wärmemengenzähler sollte im Winter die max. Heizlast anzeigen, oft sind die Heizungen viel zu groß ausgelegt und verschwenden Energie. 50kw installiert, 30kw würden reichen.

In keinem Fall einfach nur die Heizung tauschen, man muß alle anderem Aspekte wie Dämmung, evtl. Änderungen der VL Temperatur und Heizkörpertausch mit berücksichtigen. So kann man deutlich mehr sparen.

Der jetzige Verbrauch ist sehr hoch, findet erst mal raus wo die Wärme zur Zeit hingeht.

In jedem Fall spart eine neue Brennwerttherme, aber mehr Einsparung haben die anderen Maßnahmen.
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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon kai » 29.08.2013, 08:28

Hi,

zur Info: Brennwert Nutzung findet nur bei niedrigen Vorlauftemperaturen (bis 45 Grad) statt. Wenn Du keine niedrigen Vorlauftemperaturen realisieren kannst, brauchst Du auch keine Brennwerttherme.

Niederige Vorlauftemperaturen können nur durch gute Dämmung neue Fenster und Flächenheizung oder spezial Heizkörper mit Ventilation erreicht werden. Das ist meiner Meinung nach bei dem enormen Verbrauch Priorität 1. Du hast ja kein freistehendes Haus, sondern wirst noch z.Teil durch den Nachbarn gewärmt, und dafür ist es extrem hoch.

So ein Kombigerät mit 6-26kw Leistung und 100L Ladespeicher kostet gerade mal 3000€. Austausch ca. 1 Tag Arbeit.
http://www.loebbeshop.de/viessmann/gas- ... s2b043.htm

Und die Kfw finanziert Modernisierungs Gesamtpakete (Dämmung/Fenster + Heizung), lass Dich einfach kostenlos beraten.

Gruß

Kai
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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon Ralf Hofmann » 29.08.2013, 09:39

Hallo,

Handle hat geschrieben:Unsere Gastherme, eine Junkers mini-11 KSE, ist nun schon 21 Jahre alt. Unser Haus ist der äußere Teil eines Reihenhauses (Baujahr 1992, mit Keller, ca. 120qm Wohnfläche) und wir haben einen Gasverbrauch von ca. 22.000 kWh / Jahr. Der Warmwasser-Druckspeicher ist 160 Liter groß.
Meine Frage lautet nun: Wie groß wäre das Einsparpotential?


kommt drauf an, ob Dein 11 kw Gerät schon jetzt an der Leistungsgrenze ist oder nicht und auch, ob der Warmwasserspeicher gut gedämmt ist oder evtl. Verluste hat.

Ein modernes, weit herunter modulierendes Gerät mit Brennwerttechnik hat auf jeden Fall schonmal 10 - 15% Einsparpotential. Wenn dann der Wasserspeicher auch noch durch einen mit besserer Dämmung ersetzt werden kann, gewinnst Du noch ein paar %.

Ich würde bei der Gelegenheit aber über ein wandhängendes Nano-BHKW nachdenken. Zusammen mit einem Akkuspeicher kann da ein Schuh draus werden, besonders wenn Deine PV zwischen 2009 und 2011 gebaut wurde.
MfG
Ralf Hofmann

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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon Jost » 29.08.2013, 11:17

eggis hat geschrieben: Zusätzlich wird noch mit Gas gekocht und gebacken, was von den 18.000kWh noch abgezogen werden muss. Hab hier aber keinen Plan wie viel Verbrauch das ausmacht.

Moin Eggis
"Auf der Grundlage dieser Daten ergibt sich ein jährlicher Gasverbrauch für Warmwasser von 127 m³ (= 1274,24193 kWh) und für Kochen von 11m³ (=108,67838 kWh) pro Person. Dabei wurde ein durchschnittlicher Urlaub von 11 Tagen berücksichtigt. "

Quelle
Gasverbrauch der Haushalte
Ergebnisse der Fallstudie zum Gasverbrauch der Haushalte 2006
Herausgeberin und Herstellerin
STATISTIK AUSTRIA, Internet: www.statistik.at
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Wien 2007 © STATISTIK AUSTRIA
Grüße
Jost
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Re: Gastherme austauschen zwecks Modernisierung?

Beitragvon mrtux » 29.08.2013, 16:35

Also bei Erdgas liegt der Taupunkt bei 55° also reicht eine Rücklauftemperatur von 50° aus damit der Brennwerteffekt beginnt. Das liegt selbst bei schlecht geplanten Anlagen bei über 80% der Heizzeit vor.
Die Therme sollte 8KW haben aus der Verbrauchsanalyse. Die 11KW Therme ist somit schon gut dimensioniert.
ABER es ist ein Heizwertgerät und du kannst nur (siehe Schornieprotokoll) 93..95% des Heizwertes nutzen. Dein Versorger verkauft dir aber den Brennwert ( also kaufst du 110% des Heizwertes).
Bei richtig eingestellter neuer Brennwerttherme sind oft 20% aufwärts an Einsparung drin. Allein schon die Raumluftunabhängige Betriebsweise mit kondensierendem LAS bringt einiges an Einsparung.

Ich würde auf Brennwert umsteigen und KEIN HEIZWERTGERÄT mehr, das ist Technik von Vor Vor Gestern.
mrtux
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