Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon baernibaer » 13.07.2012, 21:44

hpt hat geschrieben:...
Gruß, hpt


norwegisch_schottisch_deutsches 9 (evtl. bis 13) GW Projekt (20-60 Meter Wassertiefe):
Vorgelagerte Sandbänke in der Nordsee, wie die Doggerbank, sind dann auch schon näher an norwegischen Pumpspeichermöglichkeiten ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Doggerbank#Windenergie

(und diese Projekte braucht es wohl auch, wenn die Ertragswerte des FrauenhoferDiagramms http://www.abgnova.de/pdf/Sterner_IWES_ ... a_2011.pdf auf Seite 5 erreicht werden wollen? Bei ~4000-4500Vls würden dort ~40TWh Strom im Jahr erzeugt _ das Doppelte (19TWh) des deutschen Photovoltaikertrages des Jahres 2011 (vgl. Windkraftertrag 46,5TWh) ???)

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon hpt » 13.07.2012, 22:17

Meine Vermutung ist, dass PV und vor allen Dingen Wind-onshore Fakten schaffen, bevor Wind-far-offshore überhaupt ein großes Thema wird - einfach weil sich beide schneller und vor allen Dingen billiger ausbauen lassen.

Zu den norwegischen Pumpspeichermöglichkeiten: die Turbinenleistungen übertreffen die Pumpleistungen wohl bei weitem, habe ich irgendwo gelesen (finde es gerade nicht). D.h. da müsste noch einiges investiert werden, um im großen Stil speichern zu können. Die geplanten Leitungen (zuerst eine D, dann eine nach U.K., dann noch eine nach D) werden wohl eher dazu dienen, norwegischen Wasserkraftstrom zu transportieren - was ja ebenfalls sinnvoll ist.
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CO2-Anteile an der Stromerzeugung DE: 50% Braunkohle, 50% andere.

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon Farmjanny » 13.07.2012, 22:55

Wenn die Norweger ihre Turbinen aus lassen können, wenn von der Doggerbank Windstrom kommt, ist es doch fast wie Hochpumpen. Das Wasser bleibt eben vorher schon oben für Flautezeiten oder stärkeren Bedarf.
Die Frage ist doch nur, wieviel "Oberbecken"-Kapazität vorhanden ist, wenn die Turbinen aus bleiben.
Grüße von der Küste
Farmjanny

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon Rainbow » 14.07.2012, 00:30

Hi @ll,
hpt hat geschrieben:Zu beachten ist auch, dass der Markt für Far-offshore im weltweiten Maßstab recht begrenzt ist. Far-Offshore ist eben doch deutlich teurer als Near-offshore. wofür ja in einigen Ländern heute schon ein gewisser Markt vorhanden ist (Schweden, Dänemark, Japan, China). Das Near-offshore-Marktpotential dürfte längst noch nicht ausgereizt sein.

Da stimme ich dir zu hpt :wink:
hpt hat geschrieben:Anders bei Far-offshore: In Deutschland gilt die Vorgabe, die WKA so weit von den Küsten bzw. den Inseln entfernt zu bauen, dass nicht einmal ein Weltrekord-Hochspringer irgendeine Rotorblattspitze von der höchsten Düne an Land aus sehen kann. Natürlich ist es verständlich, dass so weit draußen gebaut wird (als Urlauber an Nord-/Ostsee würde ich auch kein Offshore-WKA sehen wollen), aber es ist eben auch recht teuer. Und da es derartige WKA-Standorte - verbunden mit nennenswerten Meerestiefen - weltweit wohl kaum sonst irgendwo geben wird, durchläuft die deutsche Industrie die teuere Lernkurve sozusagen "für sich selbst" - einen nennenswerten Exportmarkt für Far-offshore sehe ich auch für die Zukunft nicht.

Genauso ist es und deshalb ist in meinen Augen das Geld ziemlich sinnlos ausgegeben, wenn noch mehr Windkraftwerke außerhalb der Sichtliene gebaut werden.
Ersten braucht keiner zur Zeit den Strom an der Küste,
um ihn von dort wegzutransportieren fehlen die Leitungen.
Und am Ende ist er auch noch viel zu teuer.
Soetwas sinnloses dort heute das Geld auszugeben!
Um das gut zu finden muss man wahrscheinlich Politiker sein, oder bei den großen vier dick drinsitzen.

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon hpt » 14.07.2012, 16:38

Rainbow hat geschrieben:....
Um das gut zu finden muss man wahrscheinlich Politiker sein, oder bei den großen vier dick drinsitzen.
Rainbow

...oder als Politiker den Ehrgeiz haben, später dick drinsitzen zu wollen. Jemand wie z.B. Rösler - Jahrgang 1973 - hat noch fast 3 volle Jahrzehnte bis zum Renteneintritt vor sich. Dessen Karriere in der FDP wird wohl kaum bis dahin Bestand haben. Da möchte er sicherlich einen interessanten Posten als Vorstand o.ä. möglichst vor 2030 haben. Natürlich nicht beim Solarbürgerverein Kleinkleckersdorf, sondern bei einem der ganz Großen. Und aus seiner Sicht erscheint es eben sinnvoll, da heute schon mal lieb Kind zu spielen.... :roll:
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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon baernibaer » 14.07.2012, 18:00

hpt hat geschrieben:...Solarbürgerverein Kleinkleckersdorf... :roll:


dort stellt man sich doch vielleicht die Frage, ob man an Fusionsvorhaben Anteilsscheine kaufen sollte (um damit auch auf die Sicherheitsvorgaben Einfluss nehmen zu können???)

(Wenn etwas in Konkurrenz zu kostenverträglicher offshoreWindkraft (onshoreWindkraft: bürgerlich akzeptierte Ausbauleistung?) treten kann, dann evtl. Kernfusion, wenn diese einsatzfähig und mit akzeptablem Sicherheits/Versicherungs/Entsorgungsaufwand betrieben werden kann? Was dann aus den jetzigen Szenarien bleibt sind vielleicht die Netzausbauleistungen (Supraleiter- und Gasleitungsnetz?), vielleicht effiziente Zwischenspeicher und vielleicht Syntheseanlagen für mobile Kraftstoffe (maximales BtL_potential bei ~20% des Verbrauches)? _ falls kompakte mobile Elektronenspeicher (1* Quantensuperkondensatoren? ~0,5kWh/kg ) nicht eine Entwicklungsstufe nahe den Speicherdichten flüssiger (25* "Autogas" LPG ~12,8kWh/kg) oder gasförmiger (*25 "Methan" CNG ~2,5kWh/l? ~12kWh/kg) Kraftstoffe erreichen???)
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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon Rainbow » 18.07.2012, 00:39

Hi @ll,
hpt hat geschrieben: einen interessanten Posten als Vorstand o.ä. möglichst vor 2030 haben. Natürlich nicht beim Solarbürgerverein Kleinkleckersdorf, sondern bei einem der ganz Großen.

Ja hpt, da wirst du Recht haben, in Kleinkeckersdorf wird er nicht hin wollen,
aber die Frage mag erlaubt sein,
"Wollen sie ihn da überhaupt"?
Also wird es darauf hinauslaufen, wie du schon zutreffend geschrieben hast,
die dicken 4 haben für "Günstlinge" sicherlich ein großes Herz.

baernibaer hat geschrieben: dann evtl. Kernfusion,

baernibaer, ich möchte dir zwar nicht die Hoffnung darauf nehmen,
aber die sehe ich in absehbarer Zukunft nicht
und auch nicht in der mittelfristigen Zukunft.
Und ob in der späteren Zukunft die Nachkommen von uns noch mehr "Nukelaren" Abfall wollen, mag dahin stehen.
Hoffentlich wissen sie noch, wo wir unseren "verbuddelt" haben :shock:

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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon baernibaer » 19.07.2012, 00:46

Rainbow hat geschrieben:...
baernibaer hat geschrieben: dann evtl. Kernfusion,

... Hoffnung ... der ... Nachkommen
... Hoffentlich ... Rainbow


Für die Abwägung Deiner Argumente siehe Tabelle "Beitrag erneuerbarer Energien zum Primärenergieverbrauch – in PJ" mit besonderer Beachtung der Zeilen "Windkraft" vgl. zu "Wasserkraft" (-> Anfänge der E-Versorgung _ heute weltweit bei ~15,8% _ zB auch http://de.wikipedia.org/wiki/Bujagali _ zusammen mit Dampfkraftwerken) und "Biodiesel u. a. flüssige Brennstoffe" und deren absoluten Beiträgen zur Bruttoprimärenergieversorgung (die Zuwächse bei Photovoltaik sind auch stark, die absoluten Energiebeiträge aber noch *relativ* marginal _ dezentral sind die Effekte sicherlich anders zu gewichten ???)
( http://de.wikipedia.org/wiki/Prim%C3%A4 ... eutschland )

Schön wäre es doch, wenn ein Teil der heutigen Anstrengungen und Überlegungen auch in 100 Jahren noch Bedeutung hat, ähnlich wie bei alten Handelsstraßen, welche wir im Alltag benutzen und dabei wohl eher selten an die Altvorderen denken, welche die Verbindungen aufgebaut haben und welche heute noch immer wirkliche Bedeutung haben, und das obwohl die modernen Autos damals "unvorstellbar" waren ( zB "Elektron"Strasse eigentlich: Bernsteinstrasse oder http://de.wikipedia.org/wiki/Via_Imperii )
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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon hfrik » 19.07.2012, 15:04

Rainbow hat geschrieben:Hi @ll,
hpt hat geschrieben:Zu beachten ist auch, dass der Markt für Far-offshore im weltweiten Maßstab recht begrenzt ist. Far-Offshore ist eben doch deutlich teurer als Near-offshore. wofür ja in einigen Ländern heute schon ein gewisser Markt vorhanden ist (Schweden, Dänemark, Japan, China). Das Near-offshore-Marktpotential dürfte längst noch nicht ausgereizt sein.

Da stimme ich dir zu hpt :wink:
hpt hat geschrieben:Anders bei Far-offshore: In Deutschland gilt die Vorgabe, die WKA so weit von den Küsten bzw. den Inseln entfernt zu bauen, dass nicht einmal ein Weltrekord-Hochspringer irgendeine Rotorblattspitze von der höchsten Düne an Land aus sehen kann. Natürlich ist es verständlich, dass so weit draußen gebaut wird (als Urlauber an Nord-/Ostsee würde ich auch kein Offshore-WKA sehen wollen), aber es ist eben auch recht teuer. Und da es derartige WKA-Standorte - verbunden mit nennenswerten Meerestiefen - weltweit wohl kaum sonst irgendwo geben wird, durchläuft die deutsche Industrie die teuere Lernkurve sozusagen "für sich selbst" - einen nennenswerten Exportmarkt für Far-offshore sehe ich auch für die Zukunft nicht.

Genauso ist es und deshalb ist in meinen Augen das Geld ziemlich sinnlos ausgegeben, wenn noch mehr Windkraftwerke außerhalb der Sichtliene gebaut werden.
Ersten braucht keiner zur Zeit den Strom an der Küste,
um ihn von dort wegzutransportieren fehlen die Leitungen.
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Soweit ich das gelernt habe, reicht das für mehrere Monate. Habe mal gehört, dass der grüsste Speichersee allein 4,5 TWh speichert. Damit kann man schon etliche GW längere Zeit Schlucken oder wieder ausspucken. 30GW gehen allein durch abdrehen von Turbinen statt pumpen.
Ein Witz ist, dass die Offshorekraftwerke zwar weit weg von der deutschen / englischen Küste stehen, aber dafür schon wieder recht dicht and die Norwegischen SPeicher herankommen. Die Idee der Norweger ist, auf den Leitungen zwischne Norwegen und Windparks dann eine stark schwankende Leistung zu haben (aber im Mittel immer noch mehr Leistung als an einer reinen Windparkanbindung, da die Leistung nur 0 wird, wenn die Windparkleistung exakt der in Dun dUK nachgefragten Leistung entspricht, während aus den Leitungsenden in D und UK dann Grundlast kommen kan - mal aus Wind, mal aus Wasserkraft gespeist. Bis 30 GW könnten die Norweger das SPiel leicht spielen, (mit dann ca. 60GW Windkraft in der Nordsee mit 4000 VLH ) , darüber hinaus gäbe es noch potential, wenn die Bevölkerung meit dass sich das lohnt (und Windkraftpotential hat Norwegen sowiso endlos)
Mit dann anteilig so 17GW Grundlast aus EE in D kann man schon eine ganze Menge anfangen, und Braunkohle weitgehend verdrängen.
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Re: Wind-offshore: wird jetzt schon das Ende eingeläutet?

Beitragvon Montio » 19.07.2012, 17:34

hfrik hat geschrieben:....
Mit dann anteilig so 17GW Grundlast aus EE in D kann man schon eine ganze Menge anfangen, und Braunkohle weitgehend verdrängen.

Das wichtigste fehlt: was kostet der Spaß? Da hört meistens nämlich der Spaß auf...

Gruß Montio
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