Die bekannten J. Pfeiffer und Thomas Bareiß schimpfen ja sonst immer gern über Subventionen.... aber wenn es darum geht der energieintensiven Industrie Geld zuzuschanzen sind sie kreativ.... und dann werden versteckte Subventionen auch gern als "angemessene Kompensation" bezeichnet:
Als die Bundesregierung vergangene Woche ihre neuesten Pläne zur Stabilisierung des Stromnetzes vorlegte, gab es viel Applaus in Politik und Wirtschaft
...Joachim Pfeiffer und Thomas Bareiß: "Große Stromabnehmer, wie beispielsweise Aluminium- und Zinkhütten, die in angespannten Netzsituationen innerhalb kürzester Zeit vom Netz gehen können, leisten einen entscheidenden Beitrag, dass die Lichter in Deutschland auch weiterhin nicht ausgehen." Deshalb sei es auch selbstverständlich, dass solche Industriebetriebe "eine angemessene Kompensation" erhalten.
Es geht um große Summen: Eine Aluminium-Hütte wie etwa Trimet mit einem Strombedarf von 300 Megawatt kann pro Jahr 18 Mio. Euro vom Netzbetreiber einstreichen.
Völlig unverständlich ist aus Sicht von Amprion zudem, dass auch solche Industriebetriebe die Abschaltpauschale kassieren dürfen, die sich gar nicht in der Nähe von Netzengpässen befinden. Bei den knappen Kapazitäten auf der Nord-Süd-Trasse im deutschen Stromnetz könnten abschaltbare Lasten "keinen nennenswerten Beitrag zur Behebung des Problems leisten", heißt es in der Stellungnahme.
Die sechsseitige Stellungnahme der Amprion GmbH, der Betreiberin des früheren RWE-Übertragungsnetzes, lässt an der Verordnung der Bundesregierung fast kein gutes Haar. Mit Kraftwerken, die am normalen Regelenergiemarkt teilnehmen, lasse sich der schwankende Wind- und Sonnenstrom in der Regel gut aussteuern. Ein Megawatt Minutenreserve koste am Markt derzeit nur etwa 3000 Euro. Völlig unverständlich sei es da, warum die Industrie nun für eine viel unflexiblere Regelleistung 60 000 Euro berechnen können soll.
"Die Höhe der Vergütung übersteigt die Preise am Regelenergiemarkt um ein Vielfaches", heißt es in der Stellungnahme der Amprion GmbH: Zu befürchten sei bei diesen Preisen eher "eine Kannibalisierung des Regelenergiemarktes, die steigende Preise zur Folge hat". Millionen-Pauschalen an die Industrie ohne konkreten Nutzen: Inzwischen hat auch die Opposition das Thema entdeckt: "Die Verbraucher müssen schon wieder die Zeche für Lobbygeschenke des Wirtschaftsministers zahlen", sagte Ingrid Nestle, Energieexpertin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. "Die Industrie bekommt vom Wirtschaftsminister exorbitante Summen - eine Gegenleistung ist fast nicht notwendig."
Quelle: http://www.welt.de/print/die_welt/wirts ... utzen.html






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