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von PV-Berlin » 20.07.2012, 13:17
Wer sagt denn, das man ein Kraftwerk benötigt um 100 h p.A. Strommenge x zu produzieren. Also ein zusätzliches? Dazu müsste man mal in Erfahrung bringen, über welche Strommenge wir je Stunde sprechen!
Wenn ich auf den WG pfeifen kann, weil der Strompreis passt! Dann ist die Masse an Kapa nicht in der Lage 5 GWh zusätzlich zu liefern?
Wir wissen aber schon über welche Kapa wir in D, verfügen, die nie komplett zu jeder Stunde auf Max am Netz hängt? Warum auch immer.
Zudem wie viel Kapa wird frei, wenn wir Geld nehmen und Verbraucher "bestechen"?
Frage: Zudem leben wir ja auf einer Insel! Wo es keine Leitungen gibt und keiner auf die Idee kommen könnte uns Strom verkaufen zu wollen! Wir reden hier vom 5 fachen Durchschnittspreis über normal!
Was uns nur 5 GW GuD kosten p.A. (Durchschleppen) kann ich ja mal gerne vorrechnen. Und wer meint, dass wir noch mehr "Reserve" benötigen und dass dann immer noch mit GuD machen wollen, dem ist dann nicht mehr zu helfen.
*Mal ganz von der Tatsache unberührt, dass man die hübschen GuD dann absichern müsste, also zusätzliche Gasspeichern bauen darf und wie lange das dauert und wie teuer das wird.
*Wenn ich das zu entscheiden hätte, würde ich für extreme Fälle des Stromnetzes gebrauchte große Notstromaggregate kaufen und aufstellen. Dieseltanks sind billig (100 VLh in Diesel sind ja nix) Die Dinger kann man zentral steuern. Aber sicher gibt es auch intelligentere Lösungen, bin ja nur ein Bleistift und keine Genie wie ihr es ja seid.
Wir werden einen Zubau in 2012 von >30 GWp sehen. Tendenz bis 2015 Richtung > 50 GWp. Ab 2020 Werden wir einen Zubau an PV von deutlich über 100 GWp sehen. Bis 2015 wird PV die 5 Cent Hürde knacken. *5% Zins bei nur 12 Jahren Amortisation.
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von Montio » 20.07.2012, 16:14
PV-Berlin hat geschrieben: ... bin ja nur ein Bleistift und keine Genie wie ihr es ja seid.
Ab und zu plagen selbst mich gewisse Zweifel... Gruß Montio
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von cephalotus » 08.08.2012, 17:52
Der VDE hat auch eine Studie verfasst, wie der Kraftwerkspark im Jahr 2020 aussehen wird. Die rechnen mit 60GW PV im Jahr 2020 und einem dadurch verursachten Leistungsgradienten von 12GW/h, außerdem mit gleichbleibendem Strombedarf. Das halt ich für sehr brauchbare Annahmen... Zusammenfassung hier: http://www.vde.com/de/Verband/Pressecen ... f_v1_1.pdfund hier: http://www.floriansteinke.net/papers/ETG2011.pdfNatürlich sagt auch beim VDE keiner, dass es sinnvoll sei, die Braunkohle auszubauen zu Lasten von Gaskraftwerken.
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von eggis » 08.08.2012, 22:44
Moin cephalotus,
ist ein durchschnittlicher Ertrag von 800kWh/kWp nicht zu wenig angenommen? Letztes Jahr lagen wir glaub´ ich bei Ø950kWh/kWp.
Mit sonnigen Grüßen -eggis- "Ein Zyniker ist ein Mensch, der von jedem Ding den Preis und von keinem den Wert kennt!" (Oscar Wilde)SOLON P 220/6+ (230W) / SMA SB3300 TL HC Meine Anlage!!! hier klicken
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von cephalotus » 09.08.2012, 13:33
eggis hat geschrieben:Moin cephalotus,
ist ein durchschnittlicher Ertrag von 800kWh/kWp nicht zu wenig angenommen? Letztes Jahr lagen wir glaub´ ich bei Ø950kWh/kWp.
Letztes Jahr war auch sehr gut, wie eigentlich fast alle letzten Jahre seit 2003... Dann sind die Anlagen im Jahr 2020 auch 8 Jahre älter, macht auch ein bisschen was aus, außerdem gehen vielleicht auch die guten Dächer aus (Süden, Süddeutschland) und es werden im Schnitt auch schlechtere Anlagen gebaut. Ich würde mit 850kWh rechnen, aber das sind eh nur ein paar Prozent unterschied zu 800kWh. Da wird man mit den 60GW vermutlich einen deutlich größeren Streukreis haben, aber ich weiß da auch keinen besseren Wert. Auf alle Fälle besser als die Studien, die mit 25GW PV im Jahr 2020 oder 35GW im Jahr 2050 rumgerechnet haben. Eindeutig ist halt das Ergebnis, dass die Renditen für die Betreiber neuer Kraftwerke in diesen Szenarien stark negativ werden, dass es aber technisch und gesamtwirtschaftlich nun mal sinnvoll ist Gaskraftwerke zu bauen. Erwähnenswert finde ich dann noch, dass wir vor der Energiewende grob 40% CO2 freien Strom hatten und 2020 dann wieder grob 40% CO2 freuen Strom haben werden. Eine CO2 Einsparung kanns also die nächsten 10 Jahre nur durch Ersatz von Kohle durch Gas geben. Bleiben wir hingegen bei den Kohlkraftwerken, dann haben wir keine CO2 Einsparung und im Jahr 2020 ist der Karren dann gegen die Wand gefahren und es geht nicht mehr weiter... Mein Fazit: Man muss dringen überlegen, wie man die Finanzierung der einzelnen Kraftwerke künftig steuern will. Das EEG hat sich schön langsam überlebt, man kann nicht 40% eines Marktes aus dem Markt heraus nehmen und einen Umbau der anderen 60% dahin gehend fordern, dass die dann alle Miese machen. Es macht aber auch keinen Sinn 40% aus dem Markt zu nehmen und dann meinetwegen weitere 30% ebenfalls über Sonderregelungen aus dem Markt zu nehmen. Entweder komplette Planwirtschaft oder ein anderes Modell. mfg
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von Ralf Hofmann » 09.08.2012, 14:40
Hallo, cephalotus hat geschrieben:Man muss dringen überlegen, wie man die Finanzierung der einzelnen Kraftwerke künftig steuern will.
ich überlege gerade, was passieren wird, wenn wir bei den genannten 60 GW PV und dann evtl. 35-40 GW WKA sind. Sagen wir mal, der Punkt ist 2018 erreicht. Einige AKW laufen dann ja noch. Angenommen wir haben einen sonnigen Sonntag mit durchschnittlichem Wind und könnten diesen Tag zu 100% mit EE tagsüber bedienen. An Überschüssen können wir derzeit imho max. 15 GW exportieren, mehr machen die Leitungen in`s Ausland derzeit nicht mit. Können die Kohlekraftwerke in der Zeit von sagen wir 5.00 Uhr morgens bis 10.00 Uhr komplett `runtergefahren werden und ab 16.00 Uhr bis zum Abend wieder hochgefahren werden? Bei AKW`s kann man das ja grade mal knicken, Kohle dagegen sollte möglich sein, oder? Soweit mir bekannt, kann ein Kohlekraftwerk innerhalb von 8 Stunden nach Abschaltung nach etwa 2 Stunden wieder mit Volllast einspeisen, demnach geht das doch. Auch Braunkohlekraftwerke können so ertüchtigt werden, dass sie abschaltbar sind: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/1649820/Ich denke, wenn die Kraftwerke diesen Rythmus incl. der etwa 13,5 GW Regelenergie (positive und negative), die wir derzeit haben noch mitgehen können, ist das noch kein so großes technisches Problem und weitere Kraftwerksleistung unnötig. Solange die Kohlekraftwerke aber den Tagesrythmus der PV nicht mitgehen können, wird sich das schon eine Weile vor dem Stichtag ankündigen. Nehmen wir einfach diesen Fall trotzdem mal an. Was machen in so einem Fall die Preise für Regelenergie an der Börse? Derzeit stehen die meisten so um die 6 Cent/kwh. Steigen die dann so stark, dass es sich sogar lohnt, bis zu den max. möglichen 15 GW aus dem Ausland dazuzukaufen? Wird Regelleistung vielleicht so dermaßen teuer, dass es sich doch wieder lohnt, Gaskraftwerke zu bauen, auch ohne die klassische Volllaststundenanzahl? Die Übertragungsnetzbetreiber sind ja verpflichtet, die notwendige Regelenergie bereitzustellen. Bauen die dann Kraftwerke nur für Regelleistung? Dann werden die vermutlich auf Speicherkraftwerke setzen, denn sie müssen ja positive und negative Regelenergie bereitstellen. Welche Szenarien werden noch denkbar sein, wenn die Regelleistung immer begehrter und damit teurer wird?
MfG Ralf Hofmann _________________________________________________________________________ 30 kwp seit 12/2011 (Suntech STP 250er / SolarMax MT / SL 1000) + 23,6 kwp seit 4/2013 Meine Anlagen: viewtopic.php?t=72378.html
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von cephalotus » 09.08.2012, 14:51
Ralf Hofmann hat geschrieben:ich überlege gerade, was passieren wird, wenn wir bei den genannten 60 GW PV und dann evtl. 35-40 GW WKA sind. Sagen wir mal, der Punkt ist 2018 erreicht. Einige AKW laufen dann ja noch. Angenommen wir haben einen sonnigen Sonntag mit durchschnittlichem Wind und könnten diesen Tag zu 100% mit EE tagsüber bedienen. An Überschüssen können wir derzeit imho max. 15 GW exportieren, mehr machen die Leitungen in`s Ausland derzeit nicht mit.
Man wird die Kernkraftwerke durch laufen lassen, ebenso die Wasserkraft und wahrscheinlich die Biogasanlagen. Die thermischen Kraftwerke wird man drosseln, aber nur soweit, dass das Anfahren Abends möglich ist + Sicherheitsreserve.+ ausreichende Systemdienstleistungen. Man wird dann eben PV und Wind im zweistelligen GW-Bereich abregeln. Was denn sonst? Im übrigen werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Netze bis 2020 garnicht in der Lage sein, diese Mengen an EE Strom zu verteilen.
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von open source energy » 09.08.2012, 15:02
Die Frage ist doch die, wenn wir einen funktionierenden Markt haben. dann müsste sich doch jemand finden der in den schwachen Zeiten einspringt. Es gibt ja auch in der Industrie Unternehmen die eben Masse billig machen und andere die z.B. im Prototyping sind eben sündhaft teuer sind. Wenn also der Strom dann an wenigen Tagen für die wenigen Stunden 100€/MWh kostet so what?
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von Ralf Hofmann » 09.08.2012, 17:14
Hallo, cephalotus hat geschrieben:Man wird die Kernkraftwerke durch laufen lassen
ist klar, da will keiner kurz vor Schluss noch in die Hose machen. cephalotus hat geschrieben:ebenso die Wasserkraft
Aber gerade die eignen sich doch prima, um kurzzeitig negative Regelenergie zu erzeugen, muss nur ein finanzieller Anreiz herbei. Wenige Stunden kann man jedes Wehr zumachen, ohne dass die Suppe irgendwo überschwappt. cephalotus hat geschrieben:und wahrscheinlich die Biogasanlagen.
Auch das ist mit entsprechenden finanziellen Anreizen leicht zu ändern. cephalotus hat geschrieben:Die thermischen Kraftwerke wird man drosseln, aber nur soweit, dass das Anfahren Abends möglich ist + Sicherheitsreserve.+ ausreichende Systemdienstleistungen.
Genau. 30 GW Steinkohle muss man schon heute nicht nur drosseln, die können ganz heruntergefahren werden. Braunkohle haben wir derzeit etwa 22 GW installierter Leistung, die kann man heute schon bis auf 10 GW `runterfahren. cephalotus hat geschrieben:Man wird dann eben PV und Wind im zweistelligen GW-Bereich abregeln.
Was denn sonst?
Z.B. Kohle im zweistelligen Bereich drosseln oder abschalten, ist ja noch genug davon da. 30 GW installierter Leistung Steinkohle haben wir derzeit, das ist doch alles Verhandlungsmasse, bevor EE vom Netz gehen muss, oder? Klar, dass dann der Preis für die kwh aus Kohle steigt, na und? Ich hätte jedenfalls keine Lust, die Abregelung von EE zu bezahlen nur um den 4G die Kasse zu füllen. cephalotus hat geschrieben:Im übrigen werden aller Wahrscheinlichkeit nach die Netze bis 2020 garnicht in der Lage sein, diese Mengen an EE Strom zu verteilen.
Ja, das könnte eine Bremse sein, stimmt, mal sehen, wie die Netze dann aussehen. Aber wenn`s nur daran liegt, wär`s doch Schwachsinn Kraftwerke zu bauen, wenn die Netze sowieso ausgebaut werden müssen. Ich glaube die 4G bauen darum derzeit keine Gaskraftwerke, weil sie genau wissen, wieviel Regelspielraum in den vorhandenen Kohlekraftwerken noch steckt. Bis die etwa 40 GW langsam zu regelnde Leistung aus Kohlekraftwerken nicht mehr ausreicht um EE auszugleichen geht noch viel Zeit `rum.
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von hadl » 09.08.2012, 18:24
Ralf Hofmann hat geschrieben:Hallo, cephalotus hat geschrieben:Man wird dann eben PV und Wind im zweistelligen GW-Bereich abregeln.
Was denn sonst?
Z.B. Kohle im zweistelligen Bereich drosseln oder abschalten, ist ja noch genug davon da. 30 GW installierter Leistung Steinkohle haben wir derzeit, das ist doch alles Verhandlungsmasse, bevor EE vom Netz gehen muss, oder? Klar, dass dann der Preis für die kwh aus Kohle steigt, na und? Ich hätte jedenfalls keine Lust, die Abregelung von EE zu bezahlen nur um den 4G die Kasse zu füllen
. Das sehe ich auch so. Der Cephalotus berücksichtigt bei seinen Planspielen nicht, dass auf dem Wege hin zur Energiewende die Konventionellen sich den Erneuerbaren anzupassen haben, und nicht umgekehrt. Gruß Hadl
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