Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon orfix » 31.12.2010, 15:35

"Interessant, dass mittlerweile auch schon das Bundeskartellamt tätig wird."

sieht man am spritpreis, hier ist auch imer das Bundeskartellamt aktiv?

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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon ElCattivo » 06.01.2011, 15:09

Die Autoren der Studie machen einen gravierenden Fehler.

Zunächst muss man folgendes wissen. Terminpreise am Stromgroßhandelsmarkt schwanken im Zeitverlauf, einsehbar z.B. hier: Cal11Baseload@EEX

Weil das so ist und kein Mensch seriös vorhersagen kann, ob der aktuelle Preis gerade "billig" oder "teuer" ist, beschafft jeder vernünftige Energieversorger in mehr oder weniger vielen Tranchen. Im Ergebnis erzielt man damit einen durchschnittlichen Beschaffungspreis, der zwar nicht dem Allzeittief, aber eben auch nicht dem Allzeithoch entspricht.

Die Studie unterstellt nun implizit, dass die EVU für das erste Jahr zu einem relativ teuren Zeitpunkt beschafft haben, für das darauffolgende aber wundersamerweise zu einem relativ billigen Zeitpunkt. Theoretisch denkbar, aber völlig realitätsfern.

Sorry, aber das ist Volksverdummung.
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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Boelckmoeller3 » 06.01.2011, 15:18

ElCattivo hat geschrieben:Die Autoren der Studie machen einen gravierenden Fehler.

Zunächst muss man folgendes wissen. Terminpreise am Stromgroßhandelsmarkt schwanken im Zeitverlauf, einsehbar z.B. hier: Cal11Baseload@EEX

Weil das so ist und kein Mensch seriös vorhersagen kann, ob der aktuelle Preis gerade "billig" oder "teuer" ist, beschafft jeder vernünftige Energieversorger in mehr oder weniger vielen Tranchen. Im Ergebnis erzielt man damit einen durchschnittlichen Beschaffungspreis, der zwar nicht dem Allzeittief, aber eben auch nicht dem Allzeithoch entspricht.

Die Studie unterstellt nun implizit, dass die EVU für das erste Jahr zu einem relativ teuren Zeitpunkt beschafft haben, für das darauffolgende aber wundersamerweise zu einem relativ billigen Zeitpunkt. Theoretisch denkbar, aber völlig realitätsfern.

Sorry, aber das ist Volksverdummung.


Hallo ElCattivo,
sorry,
eines wollen wir doch mal hier festhalten, Volksverdummung ist einzig die Strompreise jedes Jahr kräftig anzuheben wenn die Beschaffungspreise nicht steigen oder sogar fallen und sich dabei auf die EEG-Umlage zu berufen.
Die Industriestrompreise liegen noch um die 10 Cent das kwh, nur die dummen "privaten" zockt man gerne und kräftig ab.
Immer noch viel zu wenig Wettbewerb in Deutschland, die großen 4 treiben sich einig die Preise im Einvernehmen nach oben. Sowas nennt man altmodisch "Kartell".

Viele Grüße:

Klaus
Zuletzt geändert von Boelckmoeller3 am 06.01.2011, 15:29, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Betatester » 06.01.2011, 15:23

ElCattivo hat geschrieben:Die Autoren der Studie machen einen gravierenden Fehler.

Zunächst muss man folgendes wissen. Terminpreise am Stromgroßhandelsmarkt schwanken im Zeitverlauf, einsehbar z.B. hier: Cal11Baseload@EEX

Weil das so ist und kein Mensch seriös vorhersagen kann, ob der aktuelle Preis gerade "billig" oder "teuer" ist, beschafft jeder vernünftige Energieversorger in mehr oder weniger vielen Tranchen. Im Ergebnis erzielt man damit einen durchschnittlichen Beschaffungspreis, der zwar nicht dem Allzeittief, aber eben auch nicht dem Allzeithoch entspricht.

Die Studie unterstellt nun implizit, dass die EVU für das erste Jahr zu einem relativ teuren Zeitpunkt beschafft haben, für das darauffolgende aber wundersamerweise zu einem relativ billigen Zeitpunkt. Theoretisch denkbar, aber völlig realitätsfern.

Sorry, aber das ist Volksverdummung.


Volksverdummung...soso...

...hier ein Beispiel:

Anbieter erhöht die Preise von 2010 auf 2011 um den Faktor der EEG-Umlage und erklärt es auch somit.

download/file.php?id=6710

2007 hat der Strom (netto) noch gute 13 Cent gekostet jetzt (2011) sind es gute 20 Cent.

Sei so freundlich und erklär nach Abzug der höheren EEG-Umlage (KWK-Umlage ist sogar leicht gesunken) wie die Differenz entsteht.

Dank

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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Montio » 06.01.2011, 19:38

Mir müsste man leider auch noch was erklären, nämlich den Unterschied zwischen 13 und 20 ct, von dem ich nicht weiß was da alles drin stecken soll.

Ich rechne mal neu, basierend auf Endverbraucherpreisen. Wenn man mal hiernach geht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Strompreis
und ein Netzunutzungsentgelt von ca. 7ct für den Endverbraucher unterstellt, dann hat sich der Nettoerzeugungspreis von 5ct/2007 auf 7 ct/2011 erhöht. Das sind satte [EDIT] 40%, die sich nicht anhand des mehr oder weniger gleichen EEX-Preises erklären lassen und somit einfach zuviel sind.
Es sei aber noch gesagt, das eine ganze Reihe von Stromanbietern die Strompreise bisher nicht herhöht haben. Wer nicht wechselt ist selbst schuld.

Gruß Montio
Zuletzt geändert von Montio am 06.01.2011, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Boelckmoeller3 » 06.01.2011, 19:59

Montio hat geschrieben:...dann hat sich der Nettoerzeugungspreis von 5ct/2007 auf 7 ct/2011 erhöht. Das sind satte 71%, ..


habe jetzt lange drüber nachgedacht, aber ich komme da "nur" auf 40% Erhöhung.
Aber wie der Händler schon sagte, "ich kaufe ein das Stück für 4€ und verkaufe für 7€ und von den 3% lebe ich"... :D

Viele Grüße:

Klaus
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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Montio » 06.01.2011, 20:39

Boelckmoeller3 hat geschrieben: habe jetzt lange drüber nachgedacht, aber ich komme da "nur" auf 40% Erhöhung.

Danke, habe es per EDIT korrigiert
Montio
 

Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon ElCattivo » 07.01.2011, 11:20

Betatester hat geschrieben:Anbieter erhöht die Preise von 2010 auf 2011 um den Faktor der EEG-Umlage und erklärt es auch somit.

download/file.php?id=6710

2007 hat der Strom (netto) noch gute 13 Cent gekostet jetzt (2011) sind es gute 20 Cent.

Sei so freundlich und erklär nach Abzug der höheren EEG-Umlage (KWK-Umlage ist sogar leicht gesunken) wie die Differenz entsteht.

Wenn ich die Grafik richtig verstehe, unterstellt diese eine rollierende Beschaffung während der 18 Monate vor Lieferbeginn. Manche EVU machen das so und in diesem Beispiel wäre diese Strategie gut aufgegangen. Häufiger ist aus meiner Erfahrung aber ein längerer Vorlauf, um eine noch größere Glättung zu erreichen. Während des hier betrachteten Zeitraums hätte das eine erhebliche Beschaffungskostensteigerung von 2007 auf 2010 zur Folge gehabt. (in anderen Jahren wäre man dafür mit dieser Strategie besser gefahren)
Hinzu kommt neben der bereits genannten Erhöhung der EEG-Umlage auch eine nicht unerhebliche Erhöhung der (übhrigens regulierten) Netzentgelte, siehe u.a. hier (Folie 9)
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Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon Montio » 07.01.2011, 13:19

@ElCattivo
Wieder ein hübsches Beispiel, wie angenehm man es sich in "regulierten" Märkten einrichten kann. Und der geforderte Netzausbau wird die Preise weiter steigen lassen.
Montio
 

Re: Studie kritisiert Milliarden-Abzocke beim Strom

Beitragvon eggis » 07.01.2011, 13:38

Montio hat geschrieben:@ElCattivo
Wieder ein hübsches Beispiel, wie angenehm man es sich in "regulierten" Märkten einrichten kann. Und der geforderte Netzausbau wird die Preise weiter steigen lassen.

Die gesetzlich garantierte Rendite für die Netzbetreiber liegt bei 9,29%. Die Netzbetreiber haben genug Geld eingenommen, um die Netze auszubauen. Meiner Meinung nach ein Grund, um eine Infrastruktur in öffentlicher Hand zu fordern.
roettgen-verteidigt-kuerzungsplaene-p346678.html#p346678
Leider ist der WDR-Beitrag nicht mehr einsehbar, da er nach dem neuen Rundfunkstaatsvertrag nur noch zeitlich begrenzt veröffentlicht werden darf.
Mit sonnigen Grüßen
-eggis-

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