Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon Betatester » 14.07.2012, 11:13

PV-Berlin hat geschrieben:Das mit dem "Saustall" sehe ich unbedingt auch so! Genau so, wie es auf vielen miesen Äckern ökologisch und ökonomisch weit besser wäre PV Anlagen zu bauen. Die Bienen und das Grundwasser danken uns das und der Bauer hat auch etwas davon. Aber "natürlich! hat sich kein Politiker mit den Gutachten des BUND beschäftigt, Fakten, wer möchte sich schon mit Fakten abgeben?

Konkret gefragt, welchen Betrag X p.A. möchte ein Bauer für je 100 m Freileitung/Erdleitung denn haben? Wenn ich den niedrigsten Weizenpreis ansetze, dann sollten alle zufrieden sein. (Brutto Ertrag je ha) Dafür sollte die Fläche frei bleiben. Ob mit Busch oder mit Ökowiese sollten Fachleute des BUND festlegen.


Tschuldigung !

Ich kapier jetzt immer noch nicht wie Du bei ner Freileitung in "Meter" (je 100 Meter) rechnen kannst ?

Da ist einzig und alleine der Masten auf´n Acker welcher "stört".

Nach meiner Auffassung gehts hier um den Nutzungsausfall der Mastengrundfläche sowie der Ausfall/Wertminderung für den Arbeitsweg zum Masten bei Reperaturen bzw. Montage.

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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon Estomil » 14.07.2012, 11:56

Viel schlimmer als die paar qm durch den Masten ist normalerweise die ungünstige lage bei der ich immer mit meinen Maschienen drumherumarbeiten muss. Das kann bei flächen die ansonsten schön eckig sind richtig ärgern.
Manche Flächen sind aus solchen gründen zb für arbeitesintensive Kulturen wie Kartoffeln garnicht mehr zu gebrauchen.
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon eggis » 14.07.2012, 12:20

Estomil hat geschrieben:Viel schlimmer als die paar qm durch den Masten ist normalerweise die ungünstige lage bei der ich immer mit meinen Maschienen drumherumarbeiten muss. Das kann bei flächen die ansonsten schön eckig sind richtig ärgern.
Manche Flächen sind aus solchen gründen zb für arbeitesintensive Kulturen wie Kartoffeln garnicht mehr zu gebrauchen.

Kann man auf die Planung nicht soweit einwirken, dass man die Masten so setzt, dass die Pflegespuren (die sich ja nicht verändern) die Position des Masten festlegen? :juggle:
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon NetFritz » 14.07.2012, 12:56

Hallo
Ich lese diesen Thread schon eine weile mit und habe nichts dagegen das Bauern für Flächen wo Masten stehen entschädigt werden.
Aber die Pachtpreise für Maisflächen der Biogasanlagen und ganz besonders die Pachtpreise für Flächen der Windkraftanlagen haben zu einem Dammbruch der Begehrlichkeiten geführt.
Wenn ich aber solche Sachen lese das man auf diesen Flächen keine Kartoffel mehr anbauen kann, dann kann ich nur lachen.
Ich komme selbst vom Dorfe und kenne die Bauern genau.
Ich sage nur ein Bauer der nicht stöhnt der ist nicht gesund. :lol:
Letztens sage mir sogar ein Bauer das hätten sie in den Genen.
Gruß NetFritz
Und immer die Kirche im Dorf lassen.
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon automatix » 14.07.2012, 22:57

PV-Berlin hat geschrieben:Das mit dem "Saustall" sehe ich unbedingt auch so! Genau so, wie es auf vielen miesen Äckern ökologisch und ökonomisch weit besser wäre PV Anlagen zu bauen. Die Bienen und das Grundwasser danken uns das und der Bauer hat auch etwas davon. Aber "natürlich! hat sich kein Politiker mit den Gutachten des BUND beschäftigt, Fakten, wer möchte sich schon mit Fakten abgeben?

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BUND? von denen werde ich mir ganz sicher sagen lassen, was ich auf meinen Eigentum machen soll. Beim BUND sind lauter Fanatiker und Fanatiker sollte man nicht entscheiden lassen.

Als nächstes darf dann Peta die neuen Tierhaltungsverordnungen machen und der Nabu sagt uns, was wir anbauen sollen oder wie?
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon automatix » 14.07.2012, 23:05

hab jetzt extra nachgeschaut, EON hat für 1 m Erdkabelverlegung 14,40 Euro gezahlt 2010.....
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon Estomil » 15.07.2012, 10:47

Nochmal nen paar auszüge aus dem artikel in der Aktuellen Topagrar.
Es werden für die Flächen auf denen die Freilandleitungen gebaut werden entschädigungen von bis zu 50cent/m² gezahlt. Bei Ackerpreisen von bis zu 5€/m² kann man das nur als farce bezeichnen. Wenn ein Privatunternehmen Staatlich garantierte 9,05% Eigenkapitalrendite erwirtschaften darf, dann kann es sich hier nichtmehr um gemeinnützigkeit handeln. Die Netzbetreiber sollten also genauso wie jedes andere Privatunternehmen Marktpreise zahlen. Und das sind dann nunmal mindestens 20€/qm sprich Baulandpreise. Und das würde den Netzbetreibern noch nichtmal besonders weh tun zumal ich wenn ich die wahl hätte auf die paar eure eh verzichten würde.
Warum die jeweiligen Gemeinden dann neben den Konzessionsabgaben die bei freileitungen nicht unerheblich sind auch noch pauschal 40k€ pro km akzeptanzgeld bekommen ist ebenfalls nicht zu verstehen. Vermutlich nur, da die Gemeinden am längeren Hebel sitzen während die Grundeigentümer im Zweifel durch ein Privatunternehmen schlicht enteignet werden!
Von so späßen wie , dass pro km Freilandleitung gleich 4ha Acker als Ausgleichsmaßnahme zugepflanzt werden ganz zu schweigen. Immerhin sind in den letzten 20Jahren rund 1mio ha Landwirtschaftliche Fläche verloren gegangen und wir haben nurnoch rund 17mio. Hört sich vieleicht nicht so dramatisch an, ist es aber.

Die meisten Landwirte haben enorme probleme um über die runden zu kommen und es ist nur fair, hier einen fairen anteil abzubekommen. Es ist keine seltenheit, dass Familienbetriebe die mit zwei bis drei Leuten 50-60h die Woche Arbeiten nur nen lächerlichene gewinn von 60k aufweisen. Und das dann bei nem Betriebswert von 2mio.
Wenn schon niemand gewillt ist, für Landwirtschaftliche produkte die noch nie in unserer Geschichte eine so hohe quallität hatten wie heute bereit ist einen fairen preis zu zahlen, dann muss man sich halt nicht wundern wenn man sich andere Standbeine sucht. PV, Biogass und Windkraftanlagen sind da ja nur einige Beispiele. 7% Eigenkapitalrendite sind für Landwirte ja schon das gelobte Land während in der Industrie unter 10% keiner auch nur nen finger krum macht.

und nochmal zur modernen Tierhaltung. Jeder Maststall, jeder Sauen, Kuh oder Geflügelstall nach aktuellem Standart halt die Tiere um längen besser als alte Ställe von vor 50Jahren. Die leute haben echt keine Ahnung was für anstrengungen unternommen wurden, um die Tiere besser zu halten. Tierwohl und Tiercomfort sorgen schlagartig dafür, dass die Tiere gesünder sind und von ganz alleine bessere Leistungen bringen als in nem dunklen stinkenden moloch. Wer da wieder hin will hat ehrlich gesagt den schuss nicht gehört.
Übrigens ist Mais hierzulande die Hauptfruch, die am extensivsten bewirtschaftet werden kann. Pflügen, einmal Düngen, Saatgut reinlegen und EINMAL gegen Unkrauft behandeln. Fertig.
Im gegensatz zum getreide:
Herbst, Grubbern, Flügen mit Packer, Düngen, Sähen mit Kreiselkombination, Pflanzenschutzmaßnahme gegen unkraut, eventuell Läuse sowie Manganmangel, Frühjahr dann Düngen mit Mineraldünger und nochmal Gülle, eventuell unkrautnachbehandlung, alle drei Wochen gegen Pilsbefall mit fungizitmitteln spritzen, zweimal wachstumsregler, nochmal mineralisch düngen, Läuse und Getreidehähnchen im auge behalten und wenns dumm kommt noch nen abtöten mit Glyphosat.
Es hat schon seine gründe warum die Bauern Pflegeleichte Kulturen anbauen die dazu dann auch noch höhere Erträge bringen wie zb beim Mais. Das grade der Mais auch praktizierter Grundwasserschutz ist, da hier die nährstoffe optimal verwertet werden können will in manche Köpfe wie die vom Nabu und BUND ja ebenfalls nicht rein. Beim Bienen sterben konnte man ja mittlerweile ebenfalls den Nachweis erbringen, das der Hauptschuldige eine bösartige Milbenart war und nicht besagte Mais beizmittel.
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon eggis » 15.07.2012, 14:38

Für die Beiträge zum Thema "Energiemais" wurde ein neuer Thread eröffnet.
off-topic-f18/pro-und-contra-energiemais-t80686.html
Hier kann es dann mit dem Netzausbau über landwirtschaftlichen Flächen weitergehen.
Mit sonnigen Grüßen
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Re: Stromtrassen über Ackerland: Bauern wollen Geld sehen

Beitragvon Betatester » 15.07.2012, 16:15

Beim Thema Erdkabel hats mich bei dem Bericht fast aus den Latschen gehauen...



Die letzte Minute ist sehr interessant.

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